{"id":264384,"date":"2025-07-13T06:43:11","date_gmt":"2025-07-13T06:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264384\/"},"modified":"2025-07-13T06:43:11","modified_gmt":"2025-07-13T06:43:11","slug":"furcht-vor-groesserer-krise-wachsende-us-schulden-machen-globale-finanzbranche-nervoes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264384\/","title":{"rendered":"Furcht vor gr\u00f6\u00dferer Krise: Wachsende US-Schulden machen globale Finanzbranche nerv\u00f6s"},"content":{"rendered":"<p>                    Furcht vor gr\u00f6\u00dferer Krise<br \/>\n                Wachsende US-Schulden machen globale Finanzbranche nerv\u00f6s<\/p>\n<p>\t\t\t\t              13.07.2025, 07:05 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Thema Staatsschulden ist zur\u00fcck. Doch derzeit sind nicht Griechenland oder Italien die Hauptverd\u00e4chtigen &#8211; sondern die USA. Eine ma\u00dfgebliche Rolle spielt dabei Pr\u00e4sident Trump und sein &#8222;One Big Beautiful Bill&#8220;. Doch nicht alle Experten sehen schwarz. <\/strong><\/p>\n<p>Die schnell steigende US-Staatsverschuldung beunruhigt die internationalen Kapitalm\u00e4rkte. Viele Finanzfirmen und \u00d6konomen sehen wachsendes Misstrauen gegen den fiskalpolitischen Kurs der USA. Dazu z\u00e4hlen etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs, der zur Deutschen Bank geh\u00f6rende Verm\u00f6gensverwalter DWS, die italienische Bank Unicredit oder die bundeseigene F\u00f6rderbank KfW. Zwar geht niemand davon aus, dass in n\u00e4chster Zukunft eine US-Staatsschuldenkrise droht, manche Finanzfirmen wie die Munich Re sehen die USA nach wie vor als sicheren Hafen f\u00fcr Investoren. Doch zunehmend halten Beobachter eine gr\u00f6\u00dfere Krise bereits in wenigen Jahren f\u00fcr nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p>&#8222;Die USA haben zwar noch Spielraum f\u00fcr Anpassungen, aber der Spielraum f\u00fcr Fehler wird immer kleiner&#8220;, warnt Christian Scherrmann, der f\u00fcr die USA zust\u00e4ndige \u00d6konom der DWS. &#8222;Verz\u00f6gerungen erh\u00f6hen das Risiko einer nichtlinearen Finanzkrise, in der das Vertrauen der M\u00e4rkte pl\u00f6tzlich schwindet.&#8220; &#8222;Nichtlinear&#8220; ist der vornehme Ausdruck daf\u00fcr, dass gro\u00dfe Krisen seit jeher zu unvorhergesehenen Zeitpunkten kommen.<\/p>\n<p>Innerhalb von gut zehn Jahren hat sich die US-Verschuldung verdoppelt: von 18,2 Billionen Dollar im Jahr 2015 auf derzeit 36,6 Billionen, wie auf der Webseite des US-Finanzministeriums nachzulesen. Die Haushaltsbeh\u00f6rde des US-Kongresses geht davon aus, dass das j\u00fcngst von US-Pr\u00e4sident Donald Trump verabschiedete Gesetz &#8222;One Big Beautiful Bill&#8220; die US-Schulden bis 2034 um weitere drei Billionen Dollar erh\u00f6hen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zinszahlungen von einer Billion Dollar pro Jahr in Sicht<\/p>\n<p>Dementsprechend w\u00e4chst die Zinslast. In diesem Jahr wird die US-Regierung voraussichtlich 794 Milliarden Dollar an ihre Gl\u00e4ubiger berappen. In nicht allzu ferner Zukunft k\u00f6nnten die Zinszahlungen die Schwelle von einer Billion Dollar pro Jahr \u00fcberschreiten. &#8222;Es bestehen wenig Zweifel, dass als Konsequenz des Gesetzes der Schuldenberg der USA weiter rasant wachsen wird&#8220;, sagt KfW-Chef\u00f6konom Dirk Schumacher.<\/p>\n<p>Die US-Investmentbank Goldman Sachs &#8211; eine Gro\u00dfmacht der globalen Finanzbranche &#8211; glaubt zwar nicht, dass die &#8222;Big Beautiful Bill&#8220; die US-Staatsverschuldung dramatisch erh\u00f6hen wird. Doch das Haushaltsdefizit der USA mit derzeit f\u00fcnf bis sechs Prozent ist bereits jetzt so hoch, dass die Fachleute der Bank besorgt sind. Die l\u00e4ngerfristigen fiskalischen Aussichten der Vereinigten Staaten seien in einer &#8222;nicht haltbaren Position&#8220;, warnte der hauseigene Volkswirt Alec Phillips j\u00fcngst in einer Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p>US-Inflation von 20 bis 25 Prozent m\u00f6glich<\/p>\n<p>Der prominente \u00d6konom Kenneth Rogoff &#8211; ehemaliger Chef des Internationalen W\u00e4hrungsfonds &#8211; erwartet in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis sieben Jahren eine schuldenbedingte US-Inflationskrise mit einer Teuerungsrate von 20 bis 25 Prozent, wie der Wissenschaftler in einem k\u00fcrzlich erschienen Buch (&#8222;Our Dollar, Your Problem&#8220;) und mehreren Interviews prophezeite.<\/p>\n<p>Die italienische Gro\u00dfbank Unicredit machte sich in einem Newsletter bereits \u00f6ffentlich Gedanken \u00fcber m\u00f6gliche &#8222;subtile&#8220; Formen, die US-Zahlungsausf\u00e4lle annehmen k\u00f6nnten. Eine Zahlungsunf\u00e4higkeit der USA nach hergebrachtem Muster schlie\u00dft auch die Unicredit aus. Doch versehen war die Botschaft mit dem Hinweis, dass die Vereinigten Staaten seit ihrer Gr\u00fcndung bereits achtmal ihre Schuldenlast mit &#8222;unorthodoxen Mitteln&#8220; reduziert h\u00e4tten. &#8222;Angesichts der Gr\u00f6\u00dfe des Markts f\u00fcr US-Staatsanleihen k\u00f6nnten bereits kleine und kurzfristige Episoden global massive finanzielle Auswirkungen haben&#8220;, schrieb Edoardo Campanella, Leiter der Unicredit-Denkfabrik &#8222;Investment Institute&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Misstrauensbeweis&#8220; gegen US-Geldpolitik<\/p>\n<p>Der in der deutschen Finanzszene bekannte DWS-Fondsmanager Thomas Sch\u00fc\u00dfler sieht schwindendes Vertrauen in die USA. Er weist auf drei Faktoren hin: die hohe Verzinsung langfristiger US-Staatsanleihen von derzeit etwa 4,3 Prozent, die Abwertung des Dollar in den vergangenen Monaten und den stark gestiegenen Goldpreis &#8211; letzteres ein traditionelles Indiz, dass Anleger einen sicheren Hafen suchen. Diese drei Faktoren in Kombination nennt Sch\u00fc\u00dfler &#8222;den ultimativen Misstrauensbeweis gegen die amerikanische Geldpolitik&#8220;.<\/p>\n<p>Die DWS geht zwar nicht davon aus, dass die Verzinsung zehnj\u00e4hriger US-Staatsanleihen im Laufe der kommenden zw\u00f6lf Jahre kr\u00e4ftig steigen wird. Anleiheexperte Oliver Eichmann h\u00e4lt jedoch nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass verunsicherte Anleger einen Bogen um US-Papiere machen: &#8222;Eine gr\u00f6\u00dfere Bewegung aus US-Staatsanleihen hinein in andere Anleihem\u00e4rkte, w\u00fcrde ich sagen, ist ein gr\u00f6\u00dferes Risiko.&#8220;<\/p>\n<p>Nicht alle sehen schwarz<\/p>\n<p>Optimisten sind derzeit in der Minderheit, aber nicht ausgestorben. Vergleichsweise unbesorgt wirkt der R\u00fcckversicherer Munich Re, der in der Finanzbranche traditionell als vorsichtiges Unternehmen gilt. &#8222;Das Risiko, US-Staatsanleihen zu halten, besteht in der F\u00e4higkeit und Bereitschaft des US-Finanzministeriums, die Schulden zur\u00fcckzuzahlen&#8220;, sagt Nicholas Gartside, der Chief Investment Officer des M\u00fcnchner Dax-Konzerns. &#8222;Diese beiden Faktoren stehen absolut au\u00dfer Frage. US-Schulden bleiben ein sicherer Hafen.&#8220;<\/p>\n<p>Die aktuelle Dollar-Schw\u00e4che f\u00fchrt der Spitzenmanager nicht auf den Anstieg der US-Verschuldung zur\u00fcck: &#8222;Andere Faktoren wie die Zinsdifferenz zu anderen L\u00e4ndern und die relativen Wachstumserwartungen sind viel wichtiger. So sind beispielsweise seit Anfang 2025 die Wachstumserwartungen f\u00fcr die USA niedriger und f\u00fcr die Eurozone h\u00f6her.&#8220;<\/p>\n<p>Niedergang der USA als Weltmacht in Sicht?<\/p>\n<p>Jenseits der Finanzbranche nehmen manche Denker bereits das ganz gro\u00dfe Ganze in den Blick. Zu diesen z\u00e4hlt der an der US-Eliteuniversit\u00e4t Harvard lehrende Historiker Niall Ferguson. Der Professor ist Fachmann f\u00fcr die Geschichte des Geldes und stellte in einem Gespr\u00e4ch bei Goldman Sachs k\u00fcrzlich ein &#8222;Ferguson-Gesetz&#8220; auf: Gro\u00dfm\u00e4chte, die mehr Geld f\u00fcr die Zahlung ihrer Zinsen als f\u00fcr das Milit\u00e4r ausgeben m\u00fcssen, sind demnach zum Niedergang verurteilt.<\/p>\n<p>Der Etat des US-Milit\u00e4rs in diesem Jahr bel\u00e4uft sich auf 956 Milliarden Dollar und k\u00f6nnten somit bald von den Zinszahlungen \u00fcbertroffen werden. &#8222;Die Geschichte ist voll mit Beispielen von Superm\u00e4chten, die mehr f\u00fcr den Schuldendienst ausgaben als f\u00fcr die Verteidigung, und in der Folge dann weder super noch m\u00e4chtig waren&#8220;, sagte Ferguson.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Furcht vor gr\u00f6\u00dferer Krise Wachsende US-Schulden machen globale Finanzbranche nerv\u00f6s 13.07.2025, 07:05 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":264385,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,106,32163,16835,30,171,174,16153,173,172,64,55],"class_list":{"0":"post-264384","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-donald-trump","13":"tag-finanzmaerkte","14":"tag-geldpolitik","15":"tag-germany","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-staatsverschuldung","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-usa","22":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114844572289143949","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264384\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264385"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}