{"id":264724,"date":"2025-07-13T09:58:09","date_gmt":"2025-07-13T09:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264724\/"},"modified":"2025-07-13T09:58:09","modified_gmt":"2025-07-13T09:58:09","slug":"neukaledonien-wird-staat-bleibt-aber-teil-frankreichs-dw-13-07-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264724\/","title":{"rendered":"Neukaledonien wird Staat, bleibt aber Teil Frankreichs \u2013 DW \u2013 13.07.2025"},"content":{"rendered":"<p>Ein Jahr nach den schweren Unruhen in Neukaledonien haben Vertreter <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreich\/t-17518447\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreichs<\/a> und der politischen Lager des \u00dcberseegebiets ein Abkommen geschlossen. Das in Bougival westlich von Paris unterzeichnete\u00a0Dokument sieht vor, dass Neukaledonien als eigener Staat anerkannt wird &#8211; gleichzeitig aber innerhalb der franz\u00f6sischen Republik verbleibt. Sowohl Frankreichs Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/emmanuel-macron\/t-38664576\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> als auch neukaledonische Politiker bezeichneten das Abkommen als &#8222;historisch&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Ein Staat Neukaledonien innerhalb der Republik: Das ist eine Wette auf Vertrauen&#8220;, erkl\u00e4rte Macron bei der Bekanntgabe der Einigung. Das Abkommen schlage ein &#8222;neues Kapitel&#8220; in den Beziehungen zwischen Frankreich und der pazifischen Inselgruppe auf, betonte der Pr\u00e4sident weiter.<\/p>\n<p>Gewalt, Misstrauen und ein langer Weg zur Einigung<\/p>\n<p>Dem Kompromiss war eine Phase gro\u00dfer politischer Spannungen vorausgegangen. Im Mai 2024 war es in Neukaledonien zu <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/warum-in-neukaledonien-die-gewalt-derzeit-eskaliert\/a-69099145\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">massiven Unruhen<\/a> gekommen, bei denen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/erste-todesopfer-bei-unruhen-in-neukaledonien\/a-69082202\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">14 Menschen ums Leben kamen<\/a>. Ausl\u00f6ser war eine geplante Wahlrechtsreform, durch die Festlandfranzosen schneller als bisher an lokalen Wahlen teilnehmen sollten. Besonders die indigene Bev\u00f6lkerungsgruppe der Kanaken &#8211; sie machen \u00fcber 40 Prozent der Bev\u00f6lkerung aus &#8211; sah darin eine Gefahr f\u00fcr ihren politischen Einfluss.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"69120989\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/69120989_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Barrikaden auf einer Stra\u00dfe in Neukaledonien\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>2024 kam es in Neukaledonien wegen einer Wahlrechtsreform zu UnruhenBild: Delphine Mayeur\/AFP<\/p>\n<p>Macron reagierte mit einem Vorschlag f\u00fcr neue Verhandlungen. Vertreter aller politischen Lager, darunter Bef\u00fcrworter einer vollst\u00e4ndigen Unabh\u00e4ngigkeit ebenso wie Anh\u00e4nger des Verbleibs bei Frankreich, nahmen daran teil. Zehn Tage lang wurde bei Paris intensiv diskutiert.<\/p>\n<p>Einigung mit weitreichenden Folgen<\/p>\n<p>Das 13-seitige Abkommen sieht vor, dass Neukaledonien in der franz\u00f6sischen Verfassung als eigener Staat verankert wird und internationale Anerkennung erlangt. Es soll eine neukaledonische Staatsangeh\u00f6rigkeit geben, wobei die franz\u00f6sische Nationalit\u00e4t gleichzeitig beibehalten werden kann. Ein wirtschaftlicher und finanzieller Wiederaufbaupakt ist ebenfalls Teil des Plans.<\/p>\n<p>&#8222;Dieses Abkommen wird uns helfen, uns aus der Spirale der Gewalt zu befreien&#8220;, sagte Emmanuel Tjibaou, ein kanakischer Abgeordneter, der an den Verhandlungen teilgenommen hatte. Er sprach von einem &#8222;schwierigen Weg&#8220;, der jedoch eine gemeinsame Zukunft erm\u00f6gliche.<\/p>\n<p>Auch die Gegenseite lobte den Kompromiss. Nicolas Metzdorf, ein Vertreter der pro-franz\u00f6sischen Seite, nannte die Vereinbarung das Ergebnis eines &#8222;anspruchsvollen Dialogs&#8220;. Die Einf\u00fchrung einer neukaledonischen Nationalit\u00e4t bezeichnete er als &#8222;echtes Zugest\u00e4ndnis&#8220;.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73259176\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73259176_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Bucht von Neukaledonien mit gr\u00fcnen Wiesen, W\u00e4ldern und dem Meer\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der Archipel Neukaledonien liegt zehn Zeitzonen von Frankreich entferntBild: Karsten Wrobel\/imageBROKER\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Ein Sonderkongress soll nun die n\u00e4chsten Schritte festlegen. Laut Ausz\u00fcgen, die vom \u00f6ffentlichen Rundfunk Neukaledoniens ver\u00f6ffentlicht wurden, k\u00f6nnten diese unter anderem gr\u00f6\u00dfere Autonomie in den Bereichen Au\u00dfenpolitik, Sicherheit und Justiz beinhalten. Langfristig k\u00f6nnte sich Neukaledonien zudem einen eigenen Namen, eine neue Flagge und eine eigene Hymne geben.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Perspektiven spielen ebenfalls eine zentrale Rolle im Abkommen. Die neukaledonische Wirtschaft ist stark vom Nickelabbau abh\u00e4ngig und leidet unter strukturellen Problemen sowie hoher Verschuldung. Ziel sei eine Diversifizierung und Reduzierung der wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeit vom franz\u00f6sischen Mutterland.<\/p>\n<p>Erneutes Referendum f\u00fcr\u00a0Neukaledonien<\/p>\n<p>Das Abkommen muss noch vom franz\u00f6sischen Parlament best\u00e4tigt werden. Eine gemeinsame Sitzung beider Kammern ist f\u00fcr dieses Jahr geplant. Voraussichtlich im Februar 2026 soll ein Referendum in Neukaledonien folgen, in dem die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Umsetzung entscheidet.<\/p>\n<p>Frankreich hatte Neukaledonien in den 1850er Jahren kolonisiert. Nach dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/zweiter-weltkrieg\/t-17892938\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zweiten Weltkrieg<\/a> wurde es zum franz\u00f6sischen \u00dcberseegebiet, 1957 erhielten alle Kanaken die franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrgerschaft. In den vergangenen Jahrzehnten wurde \u00fcber die politische Zukunft der Inselgruppe bereits mehrfach abgestimmt, mit drei Referenden und zwei <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/neukaledonien-bleibt-bei-frankreich\/a-60095339\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vorhergehenden Abkommen<\/a>.<\/p>\n<p>pgr\/wa (afp, ap)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Jahr nach den schweren Unruhen in Neukaledonien haben Vertreter Frankreichs und der politischen Lager des \u00dcberseegebiets ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":264725,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-264724","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114845338997408170","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264724"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264724\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264725"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}