{"id":264730,"date":"2025-07-13T10:02:28","date_gmt":"2025-07-13T10:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264730\/"},"modified":"2025-07-13T10:02:28","modified_gmt":"2025-07-13T10:02:28","slug":"live-aid-vor-40-jahren-ein-globales-zeichen-der-solidaritaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264730\/","title":{"rendered":"Live Aid: Vor 40 Jahren ein globales Zeichen der Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/live-124.webp\" alt=\"Jubelnde Zuschauer vor einer B\u00fchne - auf einer Leinwand: der singende Freddy Mercury.\" title=\"Jubelnde Zuschauer vor einer B\u00fchne - auf einer Leinwand: der singende Freddy Mercury. | picture-alliance \/ empics\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Live Aid &#8211; das weltgr\u00f6\u00dfte Konzert-Ereignis (57 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 13.07.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Vor 40 Jahren fand mit Live Aid das gr\u00f6\u00dfte Rockkonzert der Geschichte statt. Musikjournalist Peter Urban erinnert sich im Podcast Urban Pop an das Chaos hinter den Kulissen und die Magie auf der B\u00fchne &#8211; ein einmaliges Zeichen globaler Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/mathias-heller,mheller100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mathias Heller<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n13. Juli 1985. Um 12 Uhr in London und 7 Uhr in Philadelphia startet zeitgleich an diesem denkw\u00fcrdigen Tag das gr\u00f6\u00dfte Rockkonzert der Welt. 16 Stunden wird es dauern. Zwei B\u00fchnen, zahlreiche K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler auf zwei Kontinenten. \u00dcbertragen in 150 L\u00e4nder mit sch\u00e4tzungsweise 1,9 Milliarden Zuschauer. Auch in Deutschland war man live beim Gro\u00dfereignis dabei. Kommentator f\u00fcr den H\u00f6rfunk damals: Peter Urban.\u00a0<\/p>\n<p class=\"\">\n&#8222;Es ist immer noch G\u00e4nsehaut&#8220;, erinnert sich der Musikjournalist und Moderator auch noch Jahrzehnte nach dem Konzert. &#8222;Das war wirklich so ein unglaubliches, ungew\u00f6hnliches Ereignis, das es noch nie gegeben hatte.&#8220; Die afrikanischen L\u00e4nder bekamen den sogenannten Feed, also das Sendesignal, umsonst &#8211; ohne Kosten und konnten somit einfach \u00fcbertragen. Der Musikfachmann vermutet, dass so rund ein Viertel der Weltbev\u00f6lkerung das Ereignis verfolgt haben. \u201cDas war so ein Gemeinschaftsgef\u00fchl, das war Wahnsinn&#8220;.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/live106.webp\" alt=\"Live Aid for Africa\" title=\"Live Aid for Africa | picture-alliance \/ empics\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Vor 40 Jahren, am 13. Juli 1985, fand Live Aid parallel in London und Philadelphia statt, um Geld f\u00fcr einen wohlt\u00e4tigen Zweck zu sammeln.<\/p>\n<p>    Aus einer Idee zum gr\u00f6\u00dften Rockkonzert aller Zeiten<\/p>\n<p class=\"\">\nGeboren wurde die Idee von Bob Geldof und Midge Ure, die nach einer BBC-Reportage \u00fcber die verheerende Hungersnot in \u00c4thiopien sich entschlossen, Geld f\u00fcr die Menschen dort zu sammeln: &#8222;Dadurch entstand die Single &#8218;Do They Know It&#8217;s Christmas&#8216;, ein gro\u00dfer Erfolg zu Weihnachten 1984&#8220;, erkl\u00e4rt Urban. Der Song rief in Amerika viele Musikerinnen und Musiker auf den Plan, eine \u00e4hnliche Aktion zur Unterst\u00fctzung zu starten. &#8222;We Are The World&#8220;, geschrieben von Michael Jackson und Lionel Richie, schoss in die weltweiten Charts.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"\">\nDamit aber nicht genug. Bob Geldof \u00fcberredete den gr\u00f6\u00dften Konzertveranstalter Englands, Harvey Goldsmith, ein riesiges Konzert auf die Beine zu stellen &#8211; mit Erfolg. &#8222;Das Gravierende war eben auch&#8220;, erinnert sich Musikfachmann Peter Urban, &#8222;dass hier endlich mal aus der Popmusik gezeigt wurde, was eigentlich wichtig ist. Die Regierungen in der Welt konnten nicht mehr z\u00f6gern und mussten diese Hungersnot beenden. Das war eigentlich der Wegweiser f\u00fcr die Politik, die danach sagte, wir k\u00f6nnen uns da nicht rausstehlen, wir m\u00fcssen Verantwortung \u00fcbernehmen. Daher war das ein ganz, ganz bedeutender Zeitpunkt.&#8220;<\/p>\n<p>    Unvorhersehbare Momente: Ein Ratespiel f\u00fcr Moderatoren<\/p>\n<p class=\"\">\nW\u00e4hrend die deutschen Zuschauer bei der \u00dcbertragung teilweise noch Filme und Reportagen im Fernsehen sahen, konnten die Radiokollegen in Hamburg s\u00e4mtliche Stars live verfolgen. Der Grund: Es gab keine wirkliche Planung f\u00fcr die \u00dcbertragung, verr\u00e4t Peter Urban: &#8222;Es war chaotisch, aber es war von einem Geist der Kameradschaft erf\u00fcllt, einfach f\u00fcr den guten Zweck. Das sieht man auch, wenn man jetzt Hintergrundberichte sieht. Die Leute haben sich wunderbar verstanden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nAuf den beiden B\u00fchnen, in Londoner Wembley Stadion und dem John F. Kennedy Stadium in Philadelphia, traten abwechselnd die meisten der internationalen Topstars der damaligen Musikszene auf. Mit dabei waren unter anderem: Bryan Adams, The Beach Boys, David Bowie, Duran Duran, Bob Dylan, Madonna, Queen, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Sade-1,audio1809748.html\" title=\"Sade (1)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sade<\/a>, Simple Minds, Tina Turner, The Who, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/U2-2,audio1108674.html\" title=\"U2 (2)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">U2<\/a> und viele viele andere. \u00dcberraschenderweise nahmen Michael Jackson, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/musik\/pop\/Als-Bruce-Springsteen-in-Hamburg-sein-erstes-Deutschland-Konzert-gab,brucespringsteenhamburg100.html\" title=\"Als Bruce Springsteen in Hamburg sein erstes Deutschland-Konzert gab\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bruce Springsteen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/musik\/Prince-Er-wollte-zeigen-dass-er-der-Groesste-ist,prince160.html\" title=\"Prince: &quot;Er wollte zeigen, dass er der Gr\u00f6\u00dfte ist&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prince<\/a> nicht daran teil. Die Abfolge der K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler war aber vollkommen unklar. &#8222;Man h\u00f6rte die gesamten Regie und die B\u00fchnen, alles in einem Kopfh\u00f6rer&#8220;, erinnert Moderator Peter Urban zur\u00fcck. &#8222;Und dann sagte irgendeiner: &#8218;In einer Minute die&#8216; und &#8218;In einer Minute der&#8216;. Dann sagte jemand aus Philadelphia: &#8218;Ja, aber wir haben das noch.&#8216; Und manchmal rieten wie einfach nur, wer das da auf der B\u00fchne ist.&#8220;<\/p>\n<p>    Schwierigkeiten auf der B\u00fchne und ikonische Momente<\/p>\n<p>                    <a href=\"\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\" alt=\"Prinzessin Diana, Prinz Charles, S\u00e4nger Bob Geldof und dessen Frau Paula Yates mit Tochter Pixie beim Live Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion 1985\" title=\"Prinzessin Diana, Prinz Charles, S\u00e4nger Bob Geldof und dessen Frau Paula Yates mit Tochter Pixie beim Live Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion 1985 | Picture-Alliance \/ dpa \/ Press Association\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Prinzessin Diana, Prinz Charles, S\u00e4nger Bob Geldof und dessen Frau Paula Yates mit Tochter Pixie beim Live Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion 1985<\/p>\n<p class=\"\">\nDas Programm war eine wilde Mischung der aktuellen Popszene der 80er-Jahre unter anderem mit den britischen Synthie-Bands. Die hatten dann auf dieser gro\u00dfen und schnellwechselnden B\u00fchne schon ihre Probleme. &#8222;Es waren schon schwierige Situationen f\u00fcr die K\u00fcnstler, wenn du nur so wenig Zeit hast, ohne gro\u00dfe Proben. Es gab keine gro\u00dfen Soundchecks. Da ist es ein gro\u00dfes Wagnis, das zu tun, und das hat meistens sehr gut geklappt. <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Sade-1,audio1809748.html\" title=\"Sade (1)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sade<\/a> und Sting klangen wunderbar. Spandau Ballet ging auch, aber einige andere waren so ein bisschen wackelig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nPop-Sterne fingen wieder an zu leuchten, wie der von Sting, der am Anfang seiner Solo-Karriere stand, oder aber auch Queen. &#8222;Die waren gar nicht mehr so pr\u00e4sent. Was die aber mit dem Auftritt da gemacht haben, hat die Band zur Weltgeltung katapultiert. Damit wurden sie eine der gr\u00f6\u00dften Stadion-Rockbands der Welt&#8220;, findet Peter Urban. &#8222;Egal ob man Queen mag oder nicht, das ist einfach faszinierend, wie der Mann mit dem Publikum spielt, es mitsingen l\u00e4sst und sein Charisma. Alle sagen, das war einer der gr\u00f6\u00dften Auftritte, die es gibt.&#8220;<\/p>\n<p>    Das Verm\u00e4chtnis einer Musikbewegung<\/p>\n<p class=\"\">\n\u00dcber 120 Millionen Dollar kamen damals zusammen. Allerdings gab es sp\u00e4ter Vorw\u00fcrfe, ob auch wirklich alle Spenden den Bed\u00fcrftigen in \u00c4thiopien zu Gute kamen. Live Aid zog weitere wichtige Benefitz-Konzerte nach sich, die auch politisch ausgerichtet waren. Eins der wohl wichtigsten war das Konzert f\u00fcr die Freilassung von Nelson Mandela 1988. mit dem legend\u00e4ren Auftritt von Tracy Chapman. &#8222;Sie hat diese Chance genutzt, als n\u00e4mlich Stevie Wonders Technik versagte und auf einmal eine L\u00fccke war&#8220;, erz\u00e4hlt Peter Urban, der auch die Moderation f\u00fcr dieses Mega-Konzert f\u00fcr die ARD \u00fcbernommen hatte. &#8222;Da wurde sie wieder auf die B\u00fchne geschickt, konnte nochmal mehrere Songs singen. Vor ihren Auftritten hatte sie 250.000 Platten verkauft &#8211; eine Woche sp\u00e4ter 2,5 Millionen. Das war wirklich der Start ihrer gro\u00dfen Karriere.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nOb solch ein Mammut-Konzert wie das Live Aid heute noch m\u00f6glich ist? Musikexperte Peter Urban glaubt eher nicht: &#8222;Die Zeit ist vorbei. Das kann es nicht mehr geben, weil auch die Verbreitung von Musik anders ist. Also Live-Musik als gro\u00dfes Gemeinschaftsereignis. Heute kannst du dir alles abrufen, zu Hause, \u00fcberall, auf dem Handy. Also ich glaube, dann ist es f\u00fcr so ein gro\u00dfes Ereignis heute zu sp\u00e4t.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Welche unerwartetenden Reunions, welche gro\u00dfe Pannen und welcher Star auf beiden Kontinenten aufgetreten ist und am Ende beschuldigt wurde, den Auftritt der Band versaut zu haben &#8211; all das gibt es <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/Live-Aid-weltgroesste-Konzertereignis,audio914378.html\" title=\"Live Aid - das weltgr\u00f6\u00dfte Konzert-Ereignis\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der dazugeh\u00f6rigen Folge von Urban Pop<\/a> zu h\u00f6ren. <\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/podcastbild548.webp\" alt=\"Peter Urban\" title=\"Peter Urban | NDR, Andreas Rehmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Spannende Stories, legend\u00e4re Konzerte, bewegende Begegnungen: Peter Urban hat viel erlebt und noch mehr zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Live Aid &#8211; das weltgr\u00f6\u00dfte Konzert-Ereignis (57 Min) Stand: 13.07.2025 06:00 Uhr Vor 40 Jahren fand mit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":264731,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[24215,331,332,3364,29,30,2989,13,1310,3543,810,14,15,1703,546,1901,12],"class_list":{"0":"post-264730","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-80-jahre","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-geschichte","15":"tag-headlines","16":"tag-konzert","17":"tag-live-aid","18":"tag-musik","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-pop","22":"tag-rock","23":"tag-rock-und-pop","24":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114845354959220980","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264730\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}