{"id":264866,"date":"2025-07-13T11:16:30","date_gmt":"2025-07-13T11:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264866\/"},"modified":"2025-07-13T11:16:30","modified_gmt":"2025-07-13T11:16:30","slug":"das-schwierige-verhaeltnis-zwischen-russland-und-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264866\/","title":{"rendered":"Das schwierige Verh\u00e4ltnis zwischen Russland und China"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/6555355186468304.jpeg\" fetchpriority=\"high\" width=\"1256\" height=\"792\" alt=\"Wladimir Putin, Xi Jinping\" data-image-id=\"6555355186468304\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin (l.) ist auf das Wohlwollen seines chinesischen Amtskollegen Xi Jinping angewiesen.  Bild: Keystone\/Wikimedia\/watson<\/p>\n<p>Analyse<\/p>\n<p>Seit Beginn des Ukrainekriegs ist Russland mehr denn je auf die Unterst\u00fctzung Chinas angewiesen. F\u00fcr Moskau ist dies problematisch, denn Peking hat noch offene territoriale Rechnungen. <\/p>\n<p>13.07.2025, 12:4813.07.2025, 12:48<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3482336110364929.png\" alt=\"Daniel Huber\" width=\"50\" height=\"50\" loading=\"lazy\" class=\"h-auto w-14 rounded-full\"\/><\/p>\n<p>Folge mir<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Schon ein fl\u00fcchtiger Blick auf die Weltkarte zeigt: Russland und China sind Giganten. China, lange der bev\u00f6lkerungsreichste Staat der Welt, hat rund 1,4 Milliarden Einwohner; Russland ist mit deutlichem Abstand der gr\u00f6sste Fl\u00e4chenstaat. Beide L\u00e4nder sind Atomm\u00e4chte und sitzen im Sicherheitsrat der UNO. China, derzeit die zweitgr\u00f6sste Wirtschaftsmacht hinter den USA, ist die gr\u00f6sste Exportnation, w\u00e4hrend Russland \u00fcber die bedeutendsten Rohstoffreserven verf\u00fcgt. <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Das Verh\u00e4ltnis zwischen diesen beiden Staaten ist wechselhaft und von Rivalit\u00e4t gepr\u00e4gt. Lange dominierte Russland \u2013 genauer gesagt das Russische Reich und danach die Sowjetunion \u2013 die Beziehungen, w\u00e4hrend das krisengesch\u00fcttelte chinesische Kaiserreich im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert sein \u00abJahrhundert der Dem\u00fctigung\u00bb erlebte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und mit dem Aufstieg Chinas hat sich das Verh\u00e4ltnis umgekehrt: Besonders seit 2014, als Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte und der Westen darauf mit Sanktionen reagierte, ger\u00e4t Moskau immer mehr in die Rolle eines Juniorpartners Pekings. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1765554168602492.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"1095\" alt=\"Zeitgen\u00f6ssische Karikatur in Le Petit Journal (1898), die die Rivalit\u00e4t der Gro\u00dfm\u00e4chte in China darstellt: von links nach rechts Gro\u00dfbritannien (Victoria), Deutsches Reich (Wilhelm II.), Russland (Nik ...\" data-image-id=\"1765554168602492\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Zeitalter der Dem\u00fctigung: Die zeitgen\u00f6ssische Karikatur zeigt die Rivalit\u00e4t der Grossm\u00e4chte in China. Von links nach rechts: Grossbritannien (Victoria), Deutsches Reich (Wilhelm II.), Russland (Nikolaus II.), Frankreich (Marianne), Japan. Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungleiche_Vertr%C3%A4ge#\/media\/Datei:China_imperialism_cartoon.jpg\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die gegenw\u00e4rtige russisch-chinesische Allianz beruht vornehmlich darauf, dass die beiden autokratischen Staaten einen gemeinsamen Gegner haben: die fragile liberale Weltordnung unter F\u00fchrung der USA. Dies kaschiert allerdings die Konkurrenz zwischen den beiden Giganten, die sich etwa in ihrem Ringen um Einfluss in Zentralasien zeigt.  Hinter den Freundschaftsbeteuerungen von Wladimir Putin und Xi Jinping lauert nach wie vor das Misstrauen zwischen Moskau und Peking, Ergebnis der langen gemeinsamen Geschichte zweier rivalisierender Imperien.  Ein R\u00fcckblick. <\/p>\n<p>\u00abUngleiche Vertr\u00e4ge\u00bb<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Ab dem 16. Jahrhundert stiess Russland immer weiter nach Osten vor und <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russische_Eroberung_Sibiriens\" class=\"\">eroberte allm\u00e4hlich die riesige Landmasse Sibiriens<\/a>. Im Jahr 1618 erreichte erstmals ein russischer Gesandter den kaiserlichen Hof in Peking; rund 30 Jahre sp\u00e4ter kam es zu ersten milit\u00e4rischen Konfrontationen zwischen russischen Kosaken und Truppen des chinesischen Qing-Reiches im Fernen Osten. Darauf regelte der <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Nertschinsk\" class=\"\">Vertrag von Nertschinsk<\/a> 1689 den Grenzverlauf in der Amur-Region, wobei das Zarenreich umfangreiche zuvor besetzte Gebiete verlor. Im Gegenzug erhielt Russland in diesem Abkommen \u2013 dem ersten chinesischen Vertrag auf Augenh\u00f6he mit einer europ\u00e4ischen Macht \u2013 Handelsprivilegien und <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/vier-jahrhunderte-chinesisch-russischer-beziehungen-ld.1822184\" class=\"\">eine diplomatische Vertretung in Peking<\/a>.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3868672793861438.png\" loading=\"lazy\" width=\"636\" height=\"365\" alt=\"Russische Expansion in Sibirien, 1547 bis 1725.&#10;https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=22400356\" data-image-id=\"3868672793861438\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Russische Expansion in Sibirien, 1547 bis 1725. Die Gebiete, die Russland 1689 im Vertrag von Nertschinsk in der Amur-Region verlor, sind im hellsten Gr\u00fcn eingef\u00e4rbt. Die heutige russische Grenze ist rot markiert.  Karte: <a rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=22400356\" target=\"_blank\">Wikimedia\/\u041b\u044e\u0431\u043e\u0441\u043b\u043e\u0432 \u0415\u0437\u044b\u043a\u0438\u043d<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/8592002084654806.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1080\" height=\"850\" alt=\"Qing-Reich um 1795.&#10;https:\/\/www.reddit.com\/r\/mapmaking\/comments\/1azqv81\/map_of_the_qing_empire_in_1795_and_1911\/?tl=de\" data-image-id=\"8592002084654806\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Das Qing-Reich 1795, zur Zeit seiner gr\u00f6ssten Ausdehnung. Die Mandschurei \u2013 mit den Provinzen Heilongjang und Jilin \u2013 geh\u00f6rte noch vollumf\u00e4nglich zu China.Karte: <a rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.reddit.com\/r\/mapmaking\/comments\/1azqv81\/map_of_the_qing_empire_in_1795_and_1911\/?tl=de\" target=\"_blank\">Reddit<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2489280141492311.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"581\" height=\"800\" alt=\"Russian ambassadors in China in the 17th century. Illustration of Niva (Niva, 19th century).&#10;https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/History_of_Sino-Russian_relations#\/media\/File:Russian_ambassadors_in_China.jp ...\" data-image-id=\"2489280141492311\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Russische Botschafter in China im 17. Jahrhundert.Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/History_of_Sino-Russian_relations#\/media\/File:Russian_ambassadors_in_China.jpg\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">F\u00fcr das Zarenreich wie das Qing-Reich waren diese ausgedehnten Grenzgebiete, die weit \u00fcberwiegend von anderen V\u00f6lkern bewohnt waren, eher peripher. Beide Staaten bauten dort aber in den folgenden Jahrzehnten ihre staatliche Pr\u00e4senz aus. Im 19. Jahrhundert verschob sich dann das Machtgef\u00e4lle allm\u00e4hlich zugunsten von Russland; das Qing-Reich geriet immer mehr unter Druck europ\u00e4ischer M\u00e4chte sowie Japans und wurde im Inneren <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qing-Dynastie#Opiumkriege_und_Taiping-Aufstand\" class=\"\">von zahlreichen Aufst\u00e4nden ersch\u00fcttert<\/a>. Diese Schw\u00e4che erlaubte es den Kolonialm\u00e4chten, Peking zu unvorteilhaften Vertragsabschl\u00fcssen zu n\u00f6tigen: den sogenannten <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ungleiche_Vertr%C3%A4ge\" class=\"\">Ungleichen Vertr\u00e4gen<\/a>. <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Auch das Russische Kaiserreich profitierte von der Schw\u00e4che Chinas und annektierte schliesslich die ganze \u00c4ussere Mandschurei samt der heutigen Region Primorje, wo der Hafen Wladiwostok gegr\u00fcndet wurde. Die Gebietsabtretung wurde in den Vertr\u00e4gen von <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Aigun\" class=\"\">Aigun (1858<\/a>) und <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pekinger_Konvention\" class=\"\">Peking (1860)<\/a> besiegelt. Russland baute danach seine Position auch im chinesischen Teil der Mandschurei aus und \u00fcbernahm gegen Ende des Jahrhunderts den Hafen von L\u00fcshun (Port Arthur). Mittlerweile trat das Zarenreich als Schutzmacht Chinas auf, die das wankende Qing-Reich vor dem Zugriff Japans bewahrte. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/918933370322056.png\" loading=\"lazy\" width=\"480\" height=\"395\" alt=\"Mandschurei&#10;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschurei#\/media\/Datei:Manchuria.png\" data-image-id=\"918933370322056\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Die \u00c4ussere Mandschurei, die heute zu Russland geh\u00f6rt, liegt im Nordosten und ist hier rosa eingef\u00e4rbt. Die Innere Mandschurei (dunklere Rott\u00f6ne) geh\u00f6rt zu China.  Karte: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschurei#\/media\/Datei:Manchuria.png\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1065891858630163.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1280\" height=\"978\" alt=\"Abtretungen von China an Russland in den Vertr\u00e4gen von Aigun (1858) und Peking (1860).&#10;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Aigun#\/media\/Datei:MANCHURIA-U.S.S.R_BOUNDARY_Ct002999.jpg\" data-image-id=\"1065891858630163\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Die 1858 und 1860 vom Qing-Reich an das Russische Kaiserreich abgetretenen Gebiete sind so gross wie Frankreich und Deutschland zusammen. Karte: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Aigun#\/media\/Datei:MANCHURIA-U.S.S.R_BOUNDARY_Ct002999.jpg\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Dies f\u00fchrte zu Spannungen mit Japan, die sich schliesslich im <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russisch-Japanischer_Krieg\" class=\"\">Russisch-Japanischen Krieg<\/a> entluden, in dem es um die Vorherrschaft in der Mandschurei und Korea ging. Die russische Niederlage 1905 machte weitere russische Ambitionen zunichte. Die Ungleichen Vertr\u00e4ge wurden im 20. Jahrhundert teilweise revidiert \u2013 so gab etwa Grossbritannien das 1842 annektierte Hongkong 1997 an China zur\u00fcck. Dagegen ist die chinesisch-russische Grenze im Fernen Osten seit 1860 unver\u00e4ndert geblieben. <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">In China hat man diese Schmach jedoch nicht vergessen. Noch vor der Macht\u00fcbernahme der Kommunisten 1949 forderte die Republik China die Annullierung der Vertr\u00e4ge, und auch das kommunistische China stellte sich auf diesen Standpunkt. Zwar wurde der Grenzverlauf mit Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwischenfall_am_Ussuri#Beilegung_der_Grenzstreitigkeiten\" class=\"\">bis 2005 einvernehmlich geregelt<\/a>. Doch Moskau, das mit der Annexion der Krim und ostukrainischer Oblaste die Unverletzlichkeit der Grenzen selbst missachtet hat, muss damit rechnen, dass ein weiter erstarktes China k\u00fcnftig versuchen k\u00f6nnte, die Grenze wieder zu verschieben \u2013 etwa wenn <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.watson.ch\/international\/wissen\/878240945-die-russische-demografie-durchkreuzt-putins-plaene\" class=\"\">ein demografisch und wirtschaftlich stark geschw\u00e4chtes Russland<\/a> in verschiedene politische Einheiten zerfiele. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3833089283460077.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1500\" height=\"1161\" alt=\"Bev\u00f6lkerungsdichte in der Mandschurei und im russischen Fernen Osten. https:\/\/www.reddit.com\/r\/MapPorn\/comments\/ynkz6c\/chinarussia_border_population_disparity\/\" data-image-id=\"3833089283460077\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Bev\u00f6lkerungsdichte an der fern\u00f6stlichen russisch-chinesischen Grenze: In der chinesischen Mandschurei leben mehr als 100 Millionen Menschen; im gesamten russischen <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ferner_Osten_(F%C3%B6derationskreis)\" target=\"_blank\">F\u00f6derationskreis Fernost<\/a> (siehe unten) sind es knapp 7 Millionen. Karte: <a rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.reddit.com\/r\/MapPorn\/comments\/ynkz6c\/chinarussia_border_population_disparity\/\" target=\"_blank\">Reddit<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/6020983431784856.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"1480\" alt=\"Russischer F\u00f6derastionskreis Fernost\" data-image-id=\"6020983431784856\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Der russische F\u00f6derationskreis Fernost umfasst den gesamten Osten Sibiriens und besteht aus folgenden territorialen Einheiten: 1: Oblast Amur, 2: Republik Burjatien, 3: J\u00fcdische Autonome Oblast, 4: Region Transbaikalien, 5: Region Kamtschatka, 6: Oblast Magadan, 7: Region Primorje, 8: Republik Sacha (Jakutien), 9: Oblast Sachalin, 10: Region Chabarowsk, 11: Autonomer Kreis der Tschuktschen. Karte: Wikimedia<\/p>\n<p>Kurzer kommunistischer Kuschelkurs<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Nachdem die Bolschewiki die Macht in Russland \u00fcbernommen hatten, verzichteten sie zun\u00e4chst \u2013 getreu ihrer antiimperialistischen Ideologie \u2013 auf territoriale Anspr\u00fcche des Russischen Kaiserreichs. Die 1922 gegr\u00fcndete Sowjetunion befreite sich freilich schnell von diesem Ballast und schon 1924 geriet die \u00c4ussere Mongolei, einst Teil des Qing-Reichs, <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mongolei#Kommunistische_Herrschaft\" class=\"\">als erster sowjetischer Satellitenstaat<\/a> unter die indirekte Herrschaft des Kremls. Im 1927 ausgebrochenen <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesischer_B%C3%BCrgerkrieg\" class=\"\">Chinesischen B\u00fcrgerkrieg<\/a> unterst\u00fctzte der sowjetische Diktator Josef Stalin zun\u00e4chst die Nationalisten, da er mit deren Sieg rechnete. Doch nach der sowjetischen Kriegserkl\u00e4rung an Japan am Ende des Zweiten Weltkriegs \u00fcberrannte die Rote Armee die japanischen Truppen in der Mandschurei und trug danach massgeblich zum Sieg der Kommunisten bei. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/8775610214993281.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"771\" height=\"566\" alt=\"Mao Zedong proklamiert am 1. Oktober 1949 in Peking die Volksrepublik China. &#10;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesischer_B%C3%BCrgerkrieg#\/media\/Datei:Mao_Proclaiming_New_China.JPG\" data-image-id=\"8775610214993281\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Mao Zedong proklamiert am 1. Oktober 1949 in Peking die Volksrepublik China.Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesischer_B%C3%BCrgerkrieg#\/media\/Datei:Mao_Proclaiming_New_China.JPG\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Nach der Gr\u00fcndung der Volksrepublik China 1949 intensivierten sich die sowjetisch-chinesischen Beziehungen. Im Bestreben, im beginnenden Kalten Krieg ein Gegengewicht zu den USA zu bilden, formierten die beiden kommunistischen Staaten eine politische und milit\u00e4rische Allianz, die <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesisch-Sowjetischer_Vertrag_%C3%BCber_Freundschaft,_B%C3%BCndnis_und_gegenseitige_Hilfe\" class=\"\">1950 in einem Freundschaftsvertrag festgeschrieben<\/a> wurde. Sowjetische Experten unterst\u00fctzten den Aufbau der chinesischen Industrie und zahllose Studenten aus China studierten im \u00abMutterland des Kommunismus\u00bb. Die Sowjetunion verzichtete auf die einst vom Russischen Reich beanspruchten Konzessionen in der Mandschurei und gab den sowjetischen St\u00fctzpunkt Port Arthur an China zur\u00fcck, w\u00e4hrend China die Unabh\u00e4ngigkeit der Mongolei akzeptierte. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/8690523771367652.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"403\" height=\"570\" alt=\"Propagandaposter zur Beschw\u00f6rung der chinesisch-sowjetischen Freundschaft von 1951.&#10;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesisch-Sowjetischer_Vertrag_%C3%BCber_Freundschaft,_B%C3%BCndnis_und_gegenseitige_ ...\" data-image-id=\"8690523771367652\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Allianz der beiden kommunistischen Staaten: Propagandaposter von 1951.Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesisch-Sowjetischer_Vertrag_%C3%BCber_Freundschaft,_B%C3%BCndnis_und_gegenseitige_Hilfe#\/media\/Datei:195103_%E4%B8%AD%E8%8B%8F%E4%B8%A4%E5%9B%BD%E4%BA%BA%E6%B0%91%E5%8F%8B%E8%B0%8A%E4%B8%87%E5%B2%81_%E4%BC%8A%E4%B8%87%E8%AF%BA%E5%A4%AB%E4%BD%9C.png\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Gleichwohl gab es Misst\u00f6ne im kommunistischen Duett. So verwehrte Stalin dem B\u00fcndnispartner Zugang zu sowjetischer Atomtechnologie, w\u00e4hrend der chinesische Machthaber Mao Zedong die Bedingungen, an die die sowjetische Hilfe gekn\u00fcpft war, als unh\u00f6flich empfand. Die Differenzen verst\u00e4rkten sich gegen Ende der 1950er-Jahre, bis es zum Bruch zwischen Moskau und Peking kam \u2013 zur Erleichterung des Westens, der sich einem geeinten kommunistischen Block gegen\u00fcbergesehen hatte. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/6794577030654076.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1500\" height=\"1177\" alt=\"Mao Tsetung (links), Nikolai Bulganin (mitte) und Josef Stalin (rechts) anlaesslich eines Besuch Maos in Moskau im Dezember 1949. (KEYSTONE\/Photopress-Archiv\/Str)\" data-image-id=\"6794577030654076\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Kommunistische Allianz: Mao (l.) und Stalin (r.) bei Maos Besuch in Moskau 1949. Hinter ihnen steht der sowjetische Verteidigungsminister Nikolai Bulganin. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV<\/p>\n<p>Zerw\u00fcrfnis und Grenzgefechte<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Nach dem Tod Stalins begann sein Nachfolger Nikita Chruschtschow eine Politik der Entstalinisierung. In seiner <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cber_den_Personenkult_und_seine_Folgen\" class=\"\">Geheimrede auf dem XX. Parteitag der KPdSU<\/a> prangerte er 1956 Stalins Machtmissbrauch und den Personenkult an. Dies missfiel Mao, der in China seinen eigenen F\u00fchrerkult aufgebaut hatte. Zudem schlug Mao ab 1958 einen eigenen wirtschaftspolitischen Kurs ein, den <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn\" class=\"\">\u00abGrossen Sprung nach vorn\u00bb<\/a>, der freilich zu einer verheerenden Hungersnot f\u00fchrte. Die ideologischen Differenzen f\u00fchrten dazu, dass die chinesische KP den sowjetischen Kommunismus 1961 als \u00abWerk von revisionistischen Verr\u00e4tern\u00bb bezeichnete. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/7229208160490853.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1576\" height=\"1007\" alt=\"Mao Zedong und Nikita Chruschtschow bei Chruschtschows Besuch in Peking, 1957. &#10;https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sino-Soviet_split#\/media\/File:Mao_Ts%C3%A9-toung,_portrait_en_buste,_assis,_faisant_face_% ...\" data-image-id=\"7229208160490853\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Ideologische Differenzen: Chruschtschow (r.) 1957 zu Besuch bei Mao in Peking. Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sino-Soviet_split#\/media\/File:Mao_Ts%C3%A9-toung,_portrait_en_buste,_assis,_faisant_face_%C3%A0_Nikita_Khrouchtchev,_pendant_la_visite_du_chef_russe_1958_%C3%A0_P%C3%A9kin.jpg\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Nach der Kuba-Krise, die 1962 beinahe zu einem Atomkrieg zwischen der Sowjetunion und den USA gef\u00fchrt hatte, warf Mao Chruschtschow \u00fcberdies vor, er sei vor den Amerikanern eingeknickt. Im selben Jahr unterst\u00fctzte Moskau im <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Indisch-Chinesischer_Grenzkrieg\" class=\"\">Grenzkrieg zwischen Indien und China<\/a> nicht China, sondern Indien. Der Bruch zwischen den beiden kommunistischen Vorm\u00e4chten f\u00fchrte zur Konkurrenz um die F\u00fchrung des Weltkommunismus und zur Spaltung der kommunistischen Staaten in eine sowjetische und eine chinesische Einflusssph\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die chinesisch-sowjetische Spaltung kulminierte 1969 in einem <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zwischenfall_am_Ussuri\" class=\"\">Grenzkonflikt am Ussuri<\/a>, bei dem es erstmals zu Gefechten zwischen zwei kommunistischen Staaten kam. Auch im westlichen Grenzgebiet gab es K\u00e4mpfe; dort versuchten die Sowjets, die Uiguren in Xinjiang zur Rebellion gegen Peking aufzustacheln. Ausl\u00f6ser des Konflikts war vermutlich, dass Mao sich davon innenpolitische Vorteile versprach, etwa eine Ablenkung von den Auswirkungen seiner <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturrevolution\">Kulturrevolution<\/a>. Da China seit 1964 ebenfalls Atombomben besass, drohte ein nuklearer Schlagabtausch \u2013 insbesondere der Kreml erwog einen Pr\u00e4ventivschlag. Es gelang jedoch, den Konflikt einzugrenzen und in Geheimverhandlungen einen Waffenstillstand zu vereinbaren. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3648097237198923.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"973\" height=\"648\" alt=\"Grenzkonflikt am Ussuri\" data-image-id=\"3648097237198923\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Der Ussuri bildet bis zu seiner Einm\u00fcndung in den Amur einen Teil der russisch-chinesischen Grenze.Karte: Wikimedia\/watson<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">China suchte nun eine Entspannung mit den USA, was 1972 zum <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Nixons_Besuch_in_China_1972\" class=\"\">Besuch des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Richard Nixon in Peking<\/a> f\u00fchrte. Zuvor hatte Peking bereits von Nationalchina (Taiwan) <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Resolution_2758_der_UN-Generalversammlung\" class=\"\">die chinesische UNO-Vertretung \u00fcbernommen<\/a>. Die Sowjetunion n\u00e4herte sich sp\u00e4ter ebenfalls den USA an, worauf sich ein amerikanisch-chinesisch-sowjetisches Dreiecksverh\u00e4ltnis entwickelte. Die Beziehungen zwischen Moskau und Peking entspannten sich allerdings vorerst nicht wesentlich, auch nach Maos Tod 1976 nicht. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/6919369388226839.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1280\" height=\"914\" alt=\"US-Pr\u00e4sident Richard Nixon besucht 1972 China. Links Mao Zedong.&#10;https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sino-Soviet_split#\/media\/File:President_Richard_Nixon_and_Mao_Zedong.jpg\" data-image-id=\"6919369388226839\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Ping-Pong-Diplomatie: Mao (l.) empf\u00e4ngt Nixon 1972 in Peking.Bild: <a rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sino-Soviet_split#\/media\/File:President_Richard_Nixon_and_Mao_Zedong.jpg\" target=\"_blank\">Wikimedia<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Dies lag an den \u00abdrei grossen Hindernissen\u00bb, die der neue starke Mann in Peking, Deng Xiaoping, benannte: Erstens unterst\u00fctzte die Sowjetunion Vietnam, das 1979 das mit China verb\u00fcndete Kambodscha besetzt hatte, um die Schreckensherrschaft der Roten Khmer zu beenden. Die <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesisch-Vietnamesischer_Krieg\" class=\"\">chinesische Volksarmee marschierte darauf in Vietnam ein<\/a>, musste sich aber nach grossen Verlusten zur\u00fcckziehen. Das zweite Hindernis war die milit\u00e4rische Pr\u00e4senz der Sowjets in Afghanistan, das dritte ihre Truppenkonzentration an der chinesischen Grenze. <\/p>\n<p>Ende der Eiszeit und Ann\u00e4herung<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Erst in den 1980er-Jahren entspannte sich das chinesisch-sowjetische Verh\u00e4ltnis merklich, besonders seit dem Amtsantritt des sowjetischen Reformers Michail Gorbatschow. Dessen Staatsbesuch in Peking markierte 1989 <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesisch-russische_Beziehungen#1985%E2%80%931990:_Wiederann%C3%A4herung_und_Normalisierung\" class=\"\">die Normalisierung der Beziehungen<\/a>. Gorbatschows Visite fand w\u00e4hrend der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens zusammen; viele der Demonstranten feierten ihn als Ikone liberaler Reformen. Kurz darauf schlug die chinesische F\u00fchrung die Proteste blutig nieder \u2013 und schob damit einer m\u00f6glichen Demokratisierung Chinas den Riegel. Das Massaker isolierte Peking aussenpolitisch. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/5040765230190432.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1500\" height=\"967\" alt=\"University students push against a police line in Beijing's Tiananmen Square in an attempt to get inside the Great Hall of the people during a banquet there in honor of Soviet Leader Mikhail Gorb ...\" data-image-id=\"5040765230190432\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens w\u00e4hrend Gorbatschows Besuch in Peking. Knapp drei Wochen sp\u00e4ter richtete die chinesische Armee ein Massaker auf dem Platz an.Bild: AP NY<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Russland, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion deren Erbe antrat, verblieb vorerst als einziger Partner Chinas. Die bilateralen Beziehungen verbesserten sich deutlich, auch weil nun alte ideologische Gegens\u00e4tze obsolet geworden waren. Die Grenzstreitigkeiten konnten in den folgenden Jahren weitgehend beigelegt werden. Entsprechend <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/onpoint\/china-russia-relations-history-lessons-for-present-and-future-by-philip-snow-2023-04\/german\" class=\"\">freundlicher klang nun die Rhetorik<\/a>: War 1992 noch von \u00abbefreundeten L\u00e4ndern\u00bb die Rede, hiess es zwei Jahre sp\u00e4ter \u00abkonstruktive Partnerschaft\u00bb, weitere zwei Jahre sp\u00e4ter \u00abstrategische Partnerschaft\u00bb und 2016 schliesslich \u00abumfassende strategische Partnerschaft\u00bb. <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die Ann\u00e4herung der zuvor verfeindeten Staaten beruhte allerdings nicht auf Vertrauen. Vielmehr waren es gemeinsame geopolitische Interessen, die dazu beitrugen, dass Peking und Moskau n\u00e4her zusammenr\u00fcckten: Beide L\u00e4nder lehnen die unipolare Weltordnung unter US-F\u00fchrung ab und arbeiten auf eine multipolare Weltordnung hin. Dabei versuchen sie zusehends, auch Staaten des Globalen S\u00fcdens einzubinden, etwa die vormaligen zentralasiatischen Sowjetrepubliken und die BRICS-Staaten. Beide L\u00e4nder waren zudem vom Westen, namentlich den USA, entt\u00e4uscht; China in der Taiwan-Frage, Russland etwa durch die westliche Reaktion auf <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaukasuskrieg_2008\" class=\"\">seine Intervention in Georgien 2008<\/a> und die v\u00f6lkerrechtswidrige Annexion der Krim 2014. <\/p>\n<p>Vom Lehrmeister zum Juniorpartner<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Seit dem Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 ist Russland international isoliert und mehr denn je auf die Unterst\u00fctzung Chinas angewiesen. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte das von westlichen Wirtschaftssanktionen gebeutelte Russland ohne die Hilfe des wirtschaftlich potenten Nachbarlandes, das russisches \u00d6l und Gas in grossen Mengen kauft, den verlustreichen Krieg wohl kaum weiterf\u00fchren. Auch die milit\u00e4rische Zusammenarbeit hat sich offenbar verst\u00e4rkt: Seit Kriegsbeginn haben <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china-und-russland-zwei-gleichgesinnte-f%C3%BCr-eine-neue-weltordnung\/a-72482355\" class=\"\">die gemeinsamen Man\u00f6ver an Zahl und Umfang stark zugenommen<\/a>. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4022298880213737.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"1500\" height=\"1050\" alt=\"Russian airborne soldiers coordinate with paratroops' combat vehicles to attack targets during a forced isolation drill in east China's Shandong Province, Thursday, Aug 25, 2005. Chinese and ...\" data-image-id=\"4022298880213737\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/><\/p>\n<p>Russische Luftlandetruppen 2005 bei einem Man\u00f6ver in China.Bild: AP XINHUA NEWS<\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Gleichwohl h\u00fctet sich Peking, Putins aggressives Vorgehen zu billigen \u2013 weder bei Georgien noch bei der Annexion der Krim oder dem Angriffskrieg auf die Ukraine \u2013, und ruft stattdessen unverbindlich zum Dialog auf. China will seine westliche Kundschaft nicht vergraulen, denn Russland mit seinen gut 140 Millionen Einwohnern und <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt\">einem Bruttoinlandprodukt<\/a>, das etwa so gross <a target=\"_blank\" rel=\"follow nofollow noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Bundesstaaten_der_Vereinigten_Staaten_nach_Bruttoinlandsprodukt\" class=\"\">wie jenes von Texas<\/a> ist, kann diesen wichtigen Markt in keiner Weise ersetzen. <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Ohnehin haben sich in dieser strategischen russisch-chinesischen Partnerschaft die Gewichte l\u00e4ngst massiv verschoben. Heute exportieren die Chinesen, die in Zukunftstechnologien wie der K\u00fcnstlichen Intelligenz mit an der Spitze stehen, Elektronik, Autos und Maschinen nach Russland und beziehen im Gegenzug Rohstoffe, vornehmlich Gas und \u00d6l. <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.project-syndicate.org\/onpoint\/china-russia-relations-history-lessons-for-present-and-future-by-philip-snow-2023-04\/german\">Einst war es umgekehrt<\/a>: Die Sowjets lieferten Maschinen nach China, aus dem sie Lebensmittel und Rohstoffe importierten. Vorbei sind auch die Zeiten, da chinesische Studenten in Moskau ausgebildet wurden, um ihr Wissen danach in die Heimat zu tragen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/7507197773746800.jpeg\" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"400\" alt=\"Chinesisches und russisches BIP im Vergleich, kaufkraftbereinigt, in Billionen Dollar,1999\u20132024.&#10;https:\/\/www.worldeconomics.com\/Thoughts\/Chinas-GDP-Growth-Leaves-Other-BRICs-Member-Russia-Standing.asp ...\" data-image-id=\"7507197773746800\" class=\"watson-snippet__image bg-grey-10 block h-auto w-full \"\/>Chinesisches (rot) und russisches (blau) BIP im Vergleich, kaufkraftbereinigt, in Billionen Dollar, 1999\u20132024.Grafik: <a rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.worldeconomics.com\/Thoughts\/Chinas-GDP-Growth-Leaves-Other-BRICs-Member-Russia-Standing.aspx\" target=\"_blank\">worldeconomics.com<\/a><\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">Die Stimmen mehren sich daher, die Russland als Juniorpartner oder gar Vasallenstaat Chinas bezeichnen. Der Politikwissenschaftler Alexander J. Motyl ging vor einem Jahr sogar so weit, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article252604598\/Russland-Unter-Putin-ist-das-Land-laengst-eine-Kolonie-Chinas.html\" class=\"\">Russland eine chinesische Kolonie zu nennen<\/a>. Die westlichen Sanktionen f\u00fchren zudem dazu, dass China beim Import von russischem Gas sehr hohe Rabatte geniesst. Bei anderen Rohstoffen seien die Preise so niedrig, dass Russland froh sein m\u00fcsse, \u00fcberhaupt die Produktionskosten decken zu k\u00f6nnen, <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/china-russland\" class=\"\">sagt der deutsche China-Experte Bernhard Weber<\/a>. Chinesische Unternehmen nutzen \u00fcberdies den Exodus westlicher Firmen aus Russland und stossen in die Nischen vor, die diese hinterlassen haben.  <\/p>\n<p class=\"watson-snippet__text my-6 text-[16px] lg:text-[18px] leading-normal md:w-3\/5\">W\u00e4hrend Russland mittlerweile klar auf China angewiesen ist, ist dies umgekehrt weniger deutlich. Aber Russland ist nicht nur als Rohstofflieferant ein n\u00fctzlicher Partner Pekings. Der Krieg, den der Kreml in der Ukraine f\u00fchrt, hat zumindest bisher die vermehrte Fokussierung der USA auf Asien gebremst, wie der chinesische Aussenminister Wang Yi der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/chinas-aussenminister-wang-bei-eu-keine-niederlage-russlands-ld.1892209\" class=\"\">unl\u00e4ngst hinter verschlossenen T\u00fcren zu verstehen gab<\/a>. Dies liegt im Interesse Chinas \u2013 zumal sich der Ton zwischen Peking und Washington seit dem neuerlichen Amtsantritt von Donald Trump versch\u00e4rft hat. Ohnehin hat die Konkurrenz zwischen den USA und China, den zwei gr\u00f6ssten Wirtschaftsm\u00e4chten, in letzter Zeit merklich zugenommen. Vor diesem Hintergrund d\u00fcrfte Russland f\u00fcr China wohl auf absehbare Zeit ein unverzichtbarer Partner bleiben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin (l.) ist auf das Wohlwollen seines chinesischen Amtskollegen Xi Jinping angewiesen. 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