{"id":264929,"date":"2025-07-13T11:52:10","date_gmt":"2025-07-13T11:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264929\/"},"modified":"2025-07-13T11:52:10","modified_gmt":"2025-07-13T11:52:10","slug":"muenchen-marco-goeckes-neues-ballett-am-gaertnerplatztheater-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/264929\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Marco Goeckes neues Ballett am G\u00e4rtnerplatztheater &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Es kann sein, dass man Marco Goecke in diesen Tagen im Glockenbachviertel begegnet. Vielleicht im Caf\u00e9 Nil an der\u00a0Hans-Sachs-Stra\u00dfe.\u00a0Der Choreograf hat gerade viel in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> zu tun. Unl\u00e4ngst pr\u00e4sentierte er im Prinzregententheater <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-marco-goecke-pink-floyd-urauffuehrung-kritik-li.3253224\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eDevil\u2019s Kitchen\u201c, eine neue Choreografie zur Musik von <\/a><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-marco-goecke-pink-floyd-urauffuehrung-kritik-li.3253224\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pink Floyd<\/a><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-marco-goecke-pink-floyd-urauffuehrung-kritik-li.3253224\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">.<\/a> Wochenlang hatte er daf\u00fcr mit den T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzern des Bayerischen Junior Balletts M\u00fcnchen geprobt, und teils auch mit ihnen zusammen gewohnt. Im Haus der Heinz-Bosl-Stiftung in Schwabing, wo er selbst in den Achtzigerjahren in der Tanzausbildung war. Am 17. Juli steht nun die n\u00e4chste Goecke-Premiere an. Das G\u00e4rtnerplatztheater zeigt den zweiteiligen Ballettabend \u201eStrawinsky in Paris\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein Titel, der einen Sturzbach an Bildern, an T\u00f6nen und Geschichten losrei\u00dft. Das archaisch, schw\u00fcle Fagottsolo eingangs von\u00a0Strawinskys \u201eSacre du printemps\u201c etwa, dann stampfende Rhythmen in w\u00fcst gegenl\u00e4ufigen Takten, der handgreifliche Tumult im Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es in Paris bei der Urauff\u00fchrung des Balletts, Vaclav Nijinskys rohe, bahnbrechende Choreografie. \u201eSacre\u201c stellte die Welt von Musik und Tanz auf den Kopf, eine Revolution, fortan sollte es ein Vorher und ein Nachher geben. 1913 war das.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Viele Filme haben diese ikonische Szene aus dem Musical \u201eEin Amerikaner in Paris\u201c zitiert: Gene Kelly und Leslie Caron tanzen am Ufer der Seine.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/113f07ab-7eae-43c8-ad53-54bb13f683ff.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Viele Filme haben diese ikonische Szene aus dem Musical \u201eEin Amerikaner in Paris\u201c zitiert: Gene Kelly und Leslie Caron tanzen am Ufer der Seine. (Foto: imago stock&amp;peope\/ imago images\/United Archives)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Wir reisen auf dem Zeitstrahl ein paar Jahrzehnte in die Zukunft, ins Jahr 1951. Schauplatz ist wieder Paris, oder das, was sich die Studiobosse von Metro Goldwyn Mayer darunter vorstellten. Gene Kelly und Leslie Caron tanzen im Musical \u201eEin Amerikaner in Paris\u201c schwer verliebt am Seine-Ufer, Kelly, dieser Athlet von einem T\u00e4nzer, singt mit Kindern zusammen \u201eI Got Rhythm\u201c, steppt wie ein Irrer und hat nat\u00fcrlich dieses breite US-Boy-L\u00e4cheln im Gesicht. Der Film von Vincente Minnelli (Papa von Liza) gewann sechs Oscars. Einer davon ging an George Gershwin, posthum. Denn die Musik zum Musical hatte schon 1928 in der New Yorker Carnegie Hall ihre Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gershwin und Strawinsky, diese beiden Jahrhundertkomponisten, sind sich 1925 in New York zum ersten Mal pers\u00f6nlich begegnet. 100 Jahre sp\u00e4ter treffen sie sich im G\u00e4rtnerplatztheater wieder. Doch die Stadt, welche die beiden emotional verband, war Paris. Dort hatte 1928 Gershwin Strawinsky sogar mal gebeten, ihm das Komponieren beizubringen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Jeroen Verbruggen (rechts) studiert mit dem Staatsballett am G\u00e4rtnerplatz seine Choreografie zu Gerorge Gershwins \u201eAn American in Paris\u201c ein.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/ef392cc4-c76b-46bb-b58a-f1eca4619357.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Jeroen Verbruggen (rechts) studiert mit dem Staatsballett am G\u00e4rtnerplatz seine Choreografie zu Gerorge Gershwins \u201eAn American in Paris\u201c ein. (Foto: Marie-Laure Briane)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Doppelabend im G\u00e4rtnerplatztheater f\u00fchrt nicht nur die beiden Komponisten zusammen, sondern auch zwei interessante Choreografen, die beide bereits am Haus gearbeitet haben. Jeroen Verbruggen studiert mit dem Staatsballett \u201eAn American in Paris\u201c ein. Der Belgier hat lange als Erster Solist am Ballets de Monte-Carlo getanzt, unter anderem auch in St\u00fccken von Marco Goecke, mit dessen ehemaliger Compagnie, dem Staatsballett Hannover, er 2023 sein erstes abendf\u00fcllendes Handlungsballett, die Choreografie \u201eHokus &amp; Pokus\u201c\u00a0erarbeitete.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Vor zwanzig Jahren, sagt Choreograf Marco Goecke, h\u00e4tte er sich noch nicht an eine Choreografie wie \u201eLe Sacre du Printemps\u201c gewagt.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1ee8f110-2947-46de-a422-1ea36f5c1dd5.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Vor zwanzig Jahren, sagt Choreograf Marco Goecke, h\u00e4tte er sich noch nicht an eine Choreografie wie \u201eLe Sacre du Printemps\u201c gewagt. (Foto: Christophe Gateau\/dpa)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Hannover. Marco Goecke hat das Haus inzwischen verlassen. Man erinnert sich, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/hannover-schauspiel-hundekot-kunst-kritik-marco-goecke-1.5750743\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seine Hundekot-Attacke auf eine Journalistin dort im Foyer.<\/a> Ein Skandal, der an dem 53-J\u00e4hrigen, der in diesem Sommer seinen Job als K\u00fcnstlerischer Leiter und Haus-Choreograf des Balletts am Theater Basel\u00a0antritt, wohl noch langen kleben wird. Und der auch bei einem Gespr\u00e4chssalon unl\u00e4ngst im Caf\u00e9 Luitpold zur Sprache kam. \u201eNach meinem Skandal wussten die Leute zum ersten Mal, was ein Choreograf ist\u201c, so Goecke, vor ihm habe es wohl nur Pina Bausch in die Tagesschau geschafft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Klingt zynisch. Doch nein, das Publikum erlebte einen sehr nachdenklichen, selbstkritischen, mit seinem Job hadernden Marco Goecke, der viel von sich preisgab, von seiner Jugend als Schwuler in Wuppertal erz\u00e4hlte. Von seiner Zeit an der Bosl-Stiftung, als er mit seinem Freund in Frankreich so kostspielige Ferngespr\u00e4che f\u00fchrte, dass ihn Konstanze Vernon in ihr B\u00fcro zitierte. Die 90er in M\u00fcnchen. Goecke, der damals alles mitnahm, \u201eauf den Tischen tanzte\u201c, vermisst die damalige L\u00e4ssigkeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/pina-bausch-fruehlingsopfer-salomon-bausch-igor-strawinsky-festwoche-bayerisches-staatsballett-li.3223235\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nun also \u201eSacre\u201c. Er tritt damit auch in die riesigen Fu\u00dfstapfen von Pina Bausch<\/a>, mit ihrem \u201eFr\u00fchlingsopfer\u201c ist er, der Wuppertaler, gro\u00df geworden. Sie hat ihn gef\u00f6rdert. Dass Einfl\u00fcsse von ihr da in seine Arbeit einflie\u00dfen, das sei keine Schande, \u201edaf\u00fcr haben solche Leute den Weg ja auch frei gemacht, f\u00fcr das, was heute alles m\u00f6glich ist\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\"><strong>\u201eStrawinsky in Paris\u201c, Premiere: Donnerstag, 17. Juli, 19.30 Uhr, G\u00e4rtnerplatztheater, <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.gaertnerplatztheater.de\/de\/produktionen\/strawinsky-in-paris.html?ID_Vorstellung=4337&amp;m=489\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.gaertnerplatztheater.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es kann sein, dass man Marco Goecke in diesen Tagen im Glockenbachviertel begegnet. 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