{"id":26535,"date":"2025-04-12T17:43:08","date_gmt":"2025-04-12T17:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/26535\/"},"modified":"2025-04-12T17:43:08","modified_gmt":"2025-04-12T17:43:08","slug":"metallica-vs-napster-dieser-streit-hat-die-musikwelt-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/26535\/","title":{"rendered":"Metallica vs. Napster: Dieser Streit hat die Musikwelt ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Als ein amerikanischer Radiosender im Jahr 2000 den Song &#8222;I Disappear&#8220; von Metallica spielte, ahnte niemand, welchen Widerhall dieses kleine Airplay bis heute ausl\u00f6sen w\u00fcrde. Denn die Mitglieder von Metallica haben zugeh\u00f6rt und sich gewundert, wie ein unver\u00f6ffentlichter Song an die Radiostationen des Landes gelangen konnte. Die Antwort hie\u00df Napster, die in den Nullerjahren beliebte Online-Tauschb\u00f6rse f\u00fcr Musik. Doch weil damit unver\u00f6ffentlichtes Material illegal ver\u00f6ffentlicht wurde, erhob Metallica im selben Jahr Klage gegen das rasant gewachsene Unternehmen. <\/p>\n<p>Ein Minimum von 10 Millionen Dollar Schadenersatz und 100.000 Dollar pro illegal gedownloadetem Song forderte die Anklage. Am Ende wurden etwa 300.000 User aus Napster verbannt und das Unternehmen musste alle urheberrechtlich gesch\u00fctzten Songs von Metallica entfernen. Weitere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler wie zum Beispiel Dr. Dre klagten daraufhin ebenfalls, bis Napster schlussendlich Konkurs anmelden musste.<\/p>\n<p>Metallica als Stellvertreter der Musikindustrie<\/p>\n<p>Die Fans von Metallica &#8211; aber auch Musikfans generell &#8211; kritisierten den Schritt der Rockband damals, denn sie waren \u00fcberrascht, dass eine Band wie Metallica, die eher f\u00fcr Anti-Establishment steht, f\u00fcr die Musikindustrie einstand. &#8222;Ich erinnere mich noch gut, dass sich meine internationalen Chefs gefreut haben&#8220;, berichtet Tim Renner, der damalige Chef von Universal Deutschland. Auch wenn er damals nicht direkt etwas mit der Klage zu tun hatte, bezweifelt er, dass dies urspr\u00fcnglich Metallicas Idee gewesen sei: &#8222;Den Klagen von Metallica haben sich dann ja auch fix die Labels angeschlossen. Insofern wirkte es auch sehr kuratiert.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Spotify vor Spotify?<\/p>\n<p>Das damalige Major Label Bertelsmann hatte sich der Anklage nicht angeschlossen. Es stand bereits in Verhandlungen mit Napster, eine legale Online-Plattform aufzubauen. H\u00e4tte also ohne die Klage damals schon aus Napster das werden k\u00f6nnen, was heute Spotify ist? Laut Tim Renner sehr wahrscheinlich schon: &#8222;Ich glaube, es w\u00e4re der richtige Weg gewesen, den Bertelsmann versucht hat &#8211; sich mit Napster zusammenzusetzen und zu \u00fcberlegen, ob man da nicht vielleicht ein Subscription-Modell hinbekommt, wie es sp\u00e4ter Spotify gemacht hat, und legalisiert das, was die User sich selbst aufgebaut haben.&#8220;<\/p>\n<p>Doch so musste die Musikindustrie erst einmal durch ein &#8222;langes Tal der Tr\u00e4nen&#8220;, wie es Tim Renner nennt. &#8222;Da hat die Musikindustrie sich selbst einen riesigen Schaden zugef\u00fcgt. Denn Napster hat ja bewiesen: Es funktioniert, es ist m\u00f6glich, man kann den W\u00fcnschen des Musikkonsumenten nachkommen.&#8220; Es sollten noch fast zehn Jahre vergehen, ehe mit Spotify 2009 eine Plattform auf den Markt kam, die an die Qualit\u00e4t der sogenannten Piratenplattformen heranreichte.<\/p>\n<p>25 Jahre sp\u00e4ter wendet sich das Blatt<\/p>\n<p>2023 \u00e4u\u00dferte sich Peter Paterno, der damalige Anwalt von Metallica, erneut zu der Causa Napster und betonte, wie wichtig und richtig die Klage gewesen sei. Die User seien laut Paterno &#8222;im Grunde Diebe&#8220;, die umsonst Musik genommen h\u00e4tten. Ein Deal, wie ihn auch Tim Renner f\u00fcr richtig gehalten h\u00e4tte, w\u00e4re laut Paterno damals der falsche Weg gewesen. Auch Metallica Schlagzeuger Lars Ulrich hatte 2016 betont, dass er und die Band stolz auf die Klage seien. Nur auf die Reaktionen der Masse h\u00e4tten sie sich besser vorbereiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>So wie damals Metallica kritisiert wurde, ergeht es heute Spotify. In der Kritik ist das Bezahlmodell der Streamingplattform. Diese w\u00fcrde K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler benachteiligen und auch Diversit\u00e4t und Vielfalt in der Industrie zerst\u00f6ren. Napster gibt es immer noch und wurde erst vor Kurzem f\u00fcr 207 Millionen Dollar vom Startup Infinite Reality gekauft. F\u00fcr Tim Renner ist das keine \u00dcberraschung: &#8222;Wenn ich einen Spotify-Konkurrent aufbauen wollen w\u00fcrde, w\u00fcrde es mir auch in den Fingern jucken, so eine Marke wie Napster zu erwerben.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als ein amerikanischer Radiosender im Jahr 2000 den Song &#8222;I Disappear&#8220; von Metallica spielte, ahnte niemand, welchen Widerhall&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26536,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,15362,12190,1779,810,15361,15364,15365,15293,15363,215],"class_list":{"0":"post-26535","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-i-disappear","12":"tag-metallica","13":"tag-music","14":"tag-musik","15":"tag-musikdownload","16":"tag-musikindustrie","17":"tag-napster","18":"tag-rechtsstreit","19":"tag-tauschboerse","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114326235007385671","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}