{"id":265609,"date":"2025-07-13T18:18:17","date_gmt":"2025-07-13T18:18:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/265609\/"},"modified":"2025-07-13T18:18:17","modified_gmt":"2025-07-13T18:18:17","slug":"deutschlands-groesster-stahlhersteller-thyssenkrupp-de0007500001-steel-europe-tkse-steh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/265609\/","title":{"rendered":"Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stahlhersteller Thyssenkrupp DE0007500001 Steel Europe (TKSE) steh"},"content":{"rendered":"<p>(Neu: Weitere Details)<\/p>\n<p>DUISBURG (dpa-AFX) &#8211; Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stahlhersteller Thyssenkrupp DE0007500001 Steel Europe (TKSE) steht vor einer tiefgreifenden Sanierung, die den Besch\u00e4ftigten harte finanzielle Einbu\u00dfen abverlangt. Das Management und die Gewerkschaft IG Metall einigten sich nach z\u00e4hen, dreit\u00e4gigen Verhandlungen auf einen bis 2030 g\u00fcltigen Tarifvertrag, der eine Reduzierung der Arbeitszeit, die Streichung des Urlaubsgeldes und andere Einsparpunkte enth\u00e4lt. Im Schnitt d\u00fcrfte das Einkommen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um etwa acht Prozent sinken.<\/p>\n<p>Die Wochenarbeitszeit wird auf 32,5 Stunden reduziert. Bisher arbeiten die Besch\u00e4ftigten zwischen 33 und 34 Stunden pro Woche &#8211; k\u00fcnftig werden es weniger, was sich auf ihrem Lohnzettel bemerkbar machen wird. Die Arbeitgeber bekannten sich zu Investitionen, um Standorte zu modernisieren &#8211; das wertete die Gewerkschaftsseite als Erfolg.<\/p>\n<p>Andere bislang \u00fcbliche Zahlungen werden abgeschw\u00e4cht, etwa das Jubil\u00e4umsgeld: Wer 25 Jahre in der Firma gearbeitet hat, bekommt bislang ein Monatsgehalt extra, k\u00fcnftig sind es laut IG Metall nur noch 1000 Euro. Und der Zuschlug f\u00fcr eine Rufbereitschaft wird halbiert.<\/p>\n<p>Die Einsparungen sollen die Personalkosten pro Jahr um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag dr\u00fccken. Die IG Metall hatte von einer 200 Millionen Euro schweren &#8222;Giftliste&#8220; gesprochen, deren Wirkung in den Verhandlungen um nahezu die H\u00e4lfte abgeschw\u00e4cht worden sei.<\/p>\n<p>Jobabbau bekr\u00e4ftigt<\/p>\n<p>Bereits bekannte Pl\u00e4ne zum Jobbau wurden konkretisiert, in der Produktion sollen 1600 Stellen bis 2029 durch die Schlie\u00dfung von Aggregaten wegfallen. Zus\u00e4tzlich dazu sollen bis 2028 in allen Konzernbereichen 3700 Stellen gestrichen werden. Zuvor hatte es gehei\u00dfen, dass &#8222;rund 5000&#8220; Stellen wegfallen sollen, nun kommt man rechnerisch auf 5300. Das ist nach Unternehmensauskunft keine Versch\u00e4rfung der Sparpl\u00e4ne, sondern eine Pr\u00e4zisierung. Derzeit hat das Unternehmen rund 26.300 Besch\u00e4ftigte, im vergangenen Herbst waren es noch 27.000.<\/p>\n<p>Keine betriebsbedingten K\u00fcndigungen<\/p>\n<p>Insgesamt soll die Stellenzahl um mehr als 11.000 auf dann weniger als 16.000 sinken, dies auch durch den Verkauf von Unternehmensteilen. Betriebsbedingte K\u00fcndigungen m\u00f6chte das Unternehmen vermeiden. Ein Interessenausgleich und Sozialplan sollen bis September erarbeitet werden. Damit die Stellen wie geplant reduziert werden k\u00f6nnen, muss das Unternehmen Geld in die Hand nehmen, etwa f\u00fcr Abfindungen. Wie hoch diese Restrukturierungskosten sind, wurde nicht mitgeteilt.<\/p>\n<p>Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stahlhersteller ist wegen Konjunkturschw\u00e4che, hoher Energiepreise und Billigimporten aus Asien in die Krise geraten. Als Gegenma\u00dfnahme will das Unternehmen seine Kapazit\u00e4ten deutlich verringern, statt 11,5 Millionen Tonnen pro Jahr soll das Versandniveau k\u00fcnftig nur noch bei 8,7 bis 9 Millionen Tonnen liegen.<\/p>\n<p>In Bochum soll schon 2028 ein Standort geschlossen werden. Ein Schlie\u00dfungsvorhaben f\u00fcr ein Werk in Kreuztal-Eichen im Siegerland (NRW) ist hingegen vorerst vom Tisch. Dort soll &#8222;kurzfristig ein Konzept zur Optimierung des Standorts&#8220; umgesetzt werden, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Verhandlungen an der &#8222;Schmerzgrenze&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das ist ein harter und schwerer Gang f\u00fcr alle Beteiligten, die bis zum Schluss gehofft haben, das wird schon nicht so schlimm werden&#8220;, sagte Personalvorstand Dirk Schulte. Die Ma\u00dfnahmen seien aber notwendig. Transformationsvorst\u00e4ndin Marie Jaroni sprach von einem wichtigen Meilenstein f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit von Thyssenkrupp Steel. &#8222;Wir bauen \u00fcbersch\u00fcssige Kapazit\u00e4ten ab, verbessern die Effizienz und k\u00f6nnen so ein wettbewerbsf\u00e4higes Kostenniveau erzielen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, sprach von einem Kompromiss, der f\u00fcr beide Seiten schmerzhafte Elemente enthalte. &#8222;Betriebsbedingte K\u00fcndigungen sind jedoch vom Tisch und Garantien f\u00fcr Standorte und Investitionen in die Anlagen gibt es auch &#8211; das sind gute Signale.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind an die Schmerzgrenze gegangen und haben Eingest\u00e4ndnisse nur dort gemacht, wo es wirklich n\u00f6tig war, um Arbeitspl\u00e4tze und Standorte zu sichern&#8220;, sagte Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Stahlfirma. Man habe die Voraussetzungen geschaffen, damit das Unternehmen aus eigener Kraft aus der schwierigen Situation herauskomme. &#8222;Wir k\u00f6nnen aber nicht auf Dauer Managementfehler der Vergangenheit durch Arbeitnehmerbeitr\u00e4ge ausgleichen.&#8220;<\/p>\n<p>Der nordrhein-westf\u00e4lische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) wertete die Einigung als einen &#8222;Beweis daf\u00fcr, dass die Sozialpartnerschaft nicht &#8222;von gestern&#8220; ist&#8220;. Ohne gehe es nicht. &#8222;Dass Unternehmen die Mitbestimmung achten, ist und bleibt Voraussetzung daf\u00fcr, dass es f\u00fcr sie auch in schwierigsten Lagen einen Weg in die Zukunft gibt &#8211; und zwar gemeinsam mit ihren Besch\u00e4ftigten&#8220;, teilte Laumann der dpa mit.<\/p>\n<p>Damit der Tarifvertrag g\u00fcltig wird, steht noch die Zustimmung der IG-Metall-Mitglieder bei dem Stahlhersteller aus. Au\u00dferdem muss die Konzernmutter Thyssenkrupp die Finanzierung sicherstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Neu: Weitere Details) DUISBURG (dpa-AFX) &#8211; Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Stahlhersteller Thyssenkrupp DE0007500001 Steel Europe (TKSE) steht vor einer tiefgreifenden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9969,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1838],"tags":[1140,3364,67768,29,3715,9903,30,1209,7583,779,2408],"class_list":{"0":"post-265609","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duisburg","8":"tag-arbeit","9":"tag-de","10":"tag-de0007500001","11":"tag-deutschland","12":"tag-duisburg","13":"tag-ergebnisse","14":"tag-germany","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-produktion-absatz","17":"tag-thyssenkrupp","18":"tag-zusammenfassung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114847305178562026","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=265609"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265609\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9969"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=265609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=265609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=265609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}