{"id":266336,"date":"2025-07-14T01:24:11","date_gmt":"2025-07-14T01:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266336\/"},"modified":"2025-07-14T01:24:11","modified_gmt":"2025-07-14T01:24:11","slug":"dresden-langeweile-und-monotonie-was-hilft-gegen-bore-out-im-beruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266336\/","title":{"rendered":"Dresden | Langeweile und Monotonie: Was hilft gegen Bore-out im Beruf?"},"content":{"rendered":"<p>Dresden (dpa\/tmn) &#8211; Stillstand im Job, zu wenig zu tun, kaum Abwechslung \u2013 was harmlos klingt, kann auf Dauer zur Belastung werden. Wer sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit unterfordert f\u00fchlt, beginnt oft zu zweifeln:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>an der eigenen Bedeutung im Unternehmen<\/li>\n<li>am Sinn der Arbeit<\/li>\n<li>an sich selbst<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Folge kann ein Zustand sein, der dem viel bekannteren Burn-out \u00e4hnelt. Nur entsteht er nicht durch \u00dcberforderung, sondern durch das Gegenteil: anhaltende Langeweile und Monotonie. Doch was steckt wirklich hinter dem sogenannten Bore-out? Wer ist besonders gef\u00e4hrdet, und wie l\u00e4sst sich mit dem Gef\u00fchl von Leere und Sinnlosigkeit umgehen?<\/p>\n<p>Die Diagnose Bore-out gibt es nicht, stellt Prof. Dirk Windemuth vom Institut f\u00fcr Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung klar. Der Begriff stamme nicht aus der Medizin oder Psychologie und sei daher auch nicht das Gegenteil eines Burn-outs. Vielmehr sei Bore-out von Unternehmensberatern erfunden worden. Der korrekte Fachbegriff lautet: Erleben von Monotonie.<\/p>\n<p>High-Performer besonders anf\u00e4llig<\/p>\n<p>Und: Nicht alle Menschen laufen Gefahr, sich von Langeweile und anhaltender Monotonie stressen zu lassen. Manche kommen gut damit klar, sie sehen ihren Job als Mittel zum Zweck, etwa um die Miete zu zahlen oder Reisen zu finanzieren. \u00abViele Menschen k\u00f6nnen gut mit Monotonie leben, die machen ihren Job, finden aber ihre Selbstbest\u00e4tigung nach Feierabend, beispielsweise in Hobbys\u00bb, sagt Windemuth.<\/p>\n<p>Stressen lassen sich eher Personen mit hohem Leistungsanspruch, die h\u00e4ufig unter Druck stehen und f\u00fcr ihren Beruf leben. F\u00fcr sie hat es nichts Entspannendes, l\u00e4ngere Zeit weniger oder nichts zu tun zu haben. \u00abF\u00fcr sie stiftet Arbeit Sinn und gibt Selbstwert\u00bb, sagt Windemuth.<\/p>\n<p>Zwei wichtige Faktoren f\u00fcr die Anf\u00e4lligkeit sind Selbstwert und Resilienz. Wer auch im beruflichen Kontext ein differenziertes Selbstbild hat und seine Leistungen, F\u00e4higkeiten und Ziele kennt, ist weniger abh\u00e4ngig vom Zuspruch anderer Menschen oder der Sinnerf\u00fcllung durch Arbeit.<\/p>\n<p>Phasen der Langeweile normal<\/p>\n<p>Dabei sind Phasen von Monotonie oder Langeweile im Job v\u00f6llig normal und l\u00f6sen auch nicht sofort Symptome aus. Ursachen k\u00f6nnen eine inhaltliche Unterforderung oder schlicht wenig Arbeit sein, etwa in Urlaubsphasen. Deshalb ist es schwer, der Langeweile pr\u00e4ventiv vorzubeugen.<\/p>\n<p>H\u00e4lt dieser Zustand der Monotonie jedoch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit an und festigt sich der Eindruck \u00abes ist egal, ob ich hier bin oder nicht\u00bb, k\u00f6nnen die Symptome Tom Diesbrock zufolge \u00e4hnlich aussehen wie bei Stress:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Antriebslosigkeit<\/li>\n<li>innere Leere<\/li>\n<li>Gereiztheit<\/li>\n<li>bis hin zu depressiven Verstimmungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00abDazu kommen Schlafst\u00f6rungen, somatische Beschwerden, Kopf- und R\u00fcckenschmerzen oder Magen-Darm-Probleme\u00bb, sagt Diesbrock, Psychologe, Coach und Autor aus Hamburg.<\/p>\n<p>3 Schritte: So kommen Sie aus dem Bore-out<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Schritt 1 &#8211; Selbstreflexion: Haben Sie den Eindruck, Ihr Job langweilt Sie oder erf\u00fcllt Sie nicht, reflektieren Sie erst einmal selbst, welche Handlungsoptionen Sie haben, r\u00e4t Diesbrock. Schreiben Sie auf, was Sie erleben, was Sie leiden l\u00e4sst oder was Ihnen fehlt und was Sie sich genau w\u00fcnschen. Nur wer sich der eigenen Bed\u00fcrfnisse \u00fcberhaupt bewusst ist, kann weitere Ma\u00dfnahmen ergreifen. Sofort zur F\u00fchrungskraft zu gehen, k\u00f6nnte als unmotiviert interpretiert werden, warnt der Coach.\u00a0<br \/>\u00a0<\/li>\n<li>Schritt 2 &#8211; eigene Ziele verfolgen: Diesbrock empfiehlt: im Blick haben, wie man aufgestellt ist und was man will. Sie k\u00f6nnten beispielsweise einmal im Jahr reflektieren, was Ihre Ziele sind, wohin Sie sich entwickeln wollen, was gut und weniger gut gelaufen ist. \u00abMan merkt dann schnell, dass sich etwas ver\u00e4ndert, das muss dann nicht in terminaler Lustlosigkeit enden\u00bb, sagt Diesbrock.\n<p>Was Sie nicht alleine regeln k\u00f6nnen, besprechen Sie mit Kollegen, dem Team oder der F\u00fchrungskraft. \u00abBeide Seiten m\u00fcssen zusammenarbeiten und im Gespr\u00e4ch bleiben\u00bb, sagt Dirk Windemuth. Vielleicht kann jemand Aufgaben an Sie abtreten und ist sogar dankbar daf\u00fcr? Unter Umst\u00e4nden bietet es sich an, nach fordernden Projekten zu suchen &#8211; auch wenn sie zun\u00e4chst au\u00dferhalb des eigenen Jobprofils liegen. Auch Schulungen und Workshops k\u00f6nnen eine M\u00f6glichkeit sein, der Monotonie zu entkommen.<br \/>\u00a0<\/p>\n<\/li>\n<li>Schritt 3 &#8211; N\u00e4chste Karriereschritte planen: \u00abViele kommen zu dem Schluss, dass der Job an sich nicht mehr erf\u00fcllend ist und ver\u00e4ndert werden muss\u00bb, sagt Tom Diesbrock. In manchen Unternehmen sei es nicht erw\u00fcnscht, wenn man sage, man habe nichts zu tun. Dann gilt man schnell als Querulant. \u00abDa hat man wenig Chancen, etwas zu \u00e4ndern\u00bb, sagt der Coach. Hier kommt langfristig oft nur ein Wechsel infrage &#8211; ob intern oder extern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wann Unterst\u00fctzung wichtig ist<\/p>\n<p>Sich durch ein Coaching unterst\u00fctzen zu lassen, kann sinnvoll sein, wenn es darum geht, wie man aus der Situation rauskommt. \u00abViele schaffen das alleine oder mit Hilfe ihres sozialen Umfeldes\u00bb, sagt Diesbrock. Manchen Personen falle jedoch das strukturierte Arbeiten an der eigenen Pers\u00f6nlichkeit schwer.<\/p>\n<p>Wenn man schon psychische oder psychosomatische Folgen sp\u00fcrt, nicht abschalten oder nicht schlafen kann, Magen-Darm oder R\u00fcckenprobleme hat, kann auch eine Psychotherapie angebracht sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dresden (dpa\/tmn) &#8211; Stillstand im Job, zu wenig zu tun, kaum Abwechslung \u2013 was harmlos klingt, kann auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":266337,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[1140,630,4941,3364,29,2386,30,141,1942,1710,80247,13353,80248,624,859,31416,14486],"class_list":{"0":"post-266336","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-arbeit","9":"tag-beruf","10":"tag-cjab","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-dresden","14":"tag-germany","15":"tag-gesundheit","16":"tag-job","17":"tag-karriere","18":"tag-langeweile","19":"tag-psychologie","20":"tag-purpose","21":"tag-ratgeber","22":"tag-sachsen","23":"tag-sinn","24":"tag-tmn0340"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114848980392236646","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=266336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/266337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=266336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=266336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=266336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}