{"id":266865,"date":"2025-07-14T06:42:27","date_gmt":"2025-07-14T06:42:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266865\/"},"modified":"2025-07-14T06:42:27","modified_gmt":"2025-07-14T06:42:27","slug":"zollstreit-mit-trump-bedroht-zukunft-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266865\/","title":{"rendered":"Zollstreit mit Trump bedroht Zukunft der EU"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"yf-1090901\">Berlin (dpa) &#8211; Der Zollstreit zwischen den USA und der EU droht sich nach Ansicht einer Handelsexpertin zu einem weitreichenden Konflikt mit schweren Folgen f\u00fcr Europa zu entwickeln. \u00abErstmals seit dem Zweiten Weltkrieg k\u00f6nnten sich Amerikaner und Europ\u00e4er nicht nur als wirtschaftliche Wettbewerber, sondern als Gegner mit unvereinbaren geopolitischen Vorstellungen gegen\u00fcberstehen\u00bb, schreibt Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in einem Szenarienpapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Der Zollstreit mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump berge ein enormes Spaltpotenzial, betont die Leiterin der SWP-Arbeitsgruppe Amerika. Die Kosten der US-Z\u00f6lle seien in der EU ungleich verteilt. Einige Mitglieder wie Deutschland, Irland oder Italien seien exportorientierter und daher st\u00e4rker betroffen. \u00abLie\u00dfen sich diese L\u00e4nder dazu hinrei\u00dfen, einzelne bilaterale Absprachen mit Trump einzugehen, w\u00e4re die Kraft des Binnenmarkts reduziert und die Zukunft der EU bedroht.\u00bb<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Trump werde zudem nicht aufh\u00f6ren, Wirtschafts- mit Sicherheitspolitik zu vermischen, um die EU zu spalten, schreibt die Expertin. \u00abW\u00e4hrend Staaten an der \u00f6stlichen Flanke einen potenziellen R\u00fcckzug der USA aus Europa als existenzielle Bedrohung sehen, bewerten andere Mitgliedstaaten die sicherheitspolitischen Implikationen als weniger dramatisch.\u00bb Dies schw\u00e4che die europ\u00e4ische Reaktionsf\u00e4higkeit auf Trumps Drohungen zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Zuletzt verschob US-Pr\u00e4sident die Frist f\u00fcr neue Z\u00f6lle auf den 1. August. Bereits im April hatte Trump einen Basiszoll in H\u00f6he von zehn Prozent auf fast alle Importe aus der EU eingef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich gelten Sonderz\u00f6lle auf bestimmte Produkte, etwa auf Stahl- und Aluminium- sowie Autoimporte. Mit seiner Zollpolitik will Trump unter anderem erreichen, dass mehr in den USA produziert wird. Die EU hat angedrohte Gegenz\u00f6lle auf Eis gelegt, solange die Verhandlungen laufen.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Von Daniels h\u00e4lt eine L\u00f6sung, bei der die USA ihre Z\u00f6lle komplett zur\u00fccknehmen, f\u00fcr unrealistisch. Daf\u00fcr m\u00fcsste die EU gewaltige Zugest\u00e4ndnisse machen. Realistischer seien andere Szenarien.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">So k\u00f6nnte die EU f\u00fcr einen schnellen \u00abDeal\u00bb mit Trump einen generellen US-Einfuhrzoll von 10 Prozent auf die meisten Waren akzeptieren. Im Gegenzug k\u00f6nnte die US-Regierung feste Quoten f\u00fcr die zollfreie Einfuhr bestimmter G\u00fcter bieten, etwa bei speziellen Stahl- und Aluminium-Produkten.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">\u00abF\u00fcr eine fr\u00fche Einigung spricht aus US-Sicht, dass Trump gegen\u00fcber den Finanzm\u00e4rkten eine gem\u00e4\u00dfigte Politik signalisieren k\u00f6nnte\u00bb, schreibt die Expertin mit Blick auf das gestiegene Kreditrisiko der USA und den schwachen US-Dollar. Zugleich warnt sie: \u00abF\u00fcr die EU bleibt ein nicht geringes Risiko, dass ein Deal mit Trump nur von recht kurzer Dauer sein k\u00f6nnte.\u00bb So drohten im Herbst weitere US-Z\u00f6lle auf bestimmte Branchen.<\/p>\n<p> Story Continues <\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">\u00abDamit verbindet sich die Sorge, Trump zu signalisieren, dass die EU auch in Zukunft auf Druck vor ihm einknickt\u00bb, so von Daniels. Ein fr\u00fcher Deal sei vielmehr ein \u00abwirtschaftspolitischer Waffenstillstand\u00bb, der Zeit verschafft und unmittelbar hohe Kosten einer Eskalation erspart.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">In einem zweiten Szenario wird nach Einsch\u00e4tzung der Expertin ohne L\u00f6sung weiter verhandelt, die Kosten aufgrund bereits erlassener Z\u00f6lle stiegen. Trump werde die EU mit sicherheitspolitischen Provokationen unter Druck setzen &#8211; ein Streit \u00fcber die richtige Verhandlungstaktik k\u00f6nnte die anfangs einheitliche Haltung der EU zum Einsturz bringen.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Schlie\u00dflich k\u00f6nnte &#8211; so das dritte Szenario &#8211; ein voller Handels- und Wirtschaftskrieg zwischen den USA und der EU ausbrechen, warnt von Daniels. Sie schlie\u00dft nicht aus, dass Trump dann die Nato unter Druck setzt, indem er beispielsweise noch weit umfassender US-Truppen aus Europa abzieht als bisher bereits in Sicherheitskreisen angenommen wird.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">M\u00f6gliche Gegenma\u00dfnahmen der EU, die auch digitale Dienstleistungen und Eigentumsrechte in der EU betreffen, w\u00fcrde Trump wiederum mit Finanzsanktionen, einem Lieferstopp von Fl\u00fcssiggas oder Exportkontrollen f\u00fcr US-Software kontern.<\/p>\n<p class=\"yf-1090901\">Was Trumps wahre Ziele sind, bleibe f\u00fcr die Handelspartner unklar, schreibt von Daniels. Klar sei nur: \u00abDie EU und Deutschland als wirtschaftlich wichtigstes Mitgliedsland und politisches Schwergewicht m\u00fcssen f\u00fcr den Fall, dass eine Einigung ausbleibt, vorbereitet sein.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Der Zollstreit zwischen den USA und der EU droht sich nach Ansicht einer Handelsexpertin zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":266866,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,106,13,80400,14,15,12,6473,2127,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-266865","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-headlines","12":"tag-laura-von-daniels-von-der-stiftung-wissenschaft-und-politik","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-sicherheitspolitik","17":"tag-streit","18":"tag-united-states","19":"tag-united-states-of-america","20":"tag-us","21":"tag-usa","22":"tag-vereinigte-staaten","23":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114850230624084812","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=266865"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/266865\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/266866"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=266865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=266865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=266865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}