{"id":266886,"date":"2025-07-14T06:54:11","date_gmt":"2025-07-14T06:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266886\/"},"modified":"2025-07-14T06:54:11","modified_gmt":"2025-07-14T06:54:11","slug":"mehr-ausreisen-und-abschiebungen-als-asylantraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/266886\/","title":{"rendered":"Mehr Ausreisen und Abschiebungen als Asylantr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ist es eine Trendwende? Oder nur eine Momentaufnahme? In Baden-W\u00fcrttemberg ist die Zahl der neuen Asylbewerber zuletzt so sehr gesunken, dass nun erstmals wieder mehr Menschen das Land freiwillig oder unter Zwang verlassen haben als neue Antr\u00e4ge auf Schutz gestellt wurden.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nach Angaben des baden-w\u00fcrttembergischen Justizministeriums stellten im vergangenen Monat 527 Menschen einen Asylerstantrag oder auch einen Folgeantrag &#8211; das sei der tiefste Stand in diesem Jahr. Im selben Zeitraum wurden demnach aber auch 260 Menschen abgeschoben. Au\u00dferdem verlassen Monat f\u00fcr Monat zahlreiche Asylbewerber das Land aus freiem Willen. Hier liegen zwar noch keine Zahlen f\u00fcr das zweite Quartal vor. Aber setzt sich der Trend der ersten drei Monate des Jahres fort, so d\u00fcrfte die Zahl der sogenannten freiwilligen Ausreisen im Juni bei rund 280 gelegen haben.\u00a0<\/p>\n<p>Gentges: \u201eAsylwende ist eingeleitet\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Damit gilt als sicher: Die Zahl der freiwilligen oder auch erzwungenen Ausreisen aus Baden-W\u00fcrttemberg liegt nach den vorl\u00e4ufigen Daten erstmals in einem Monat wieder \u00fcber der Zahl der gestellten Antr\u00e4ge auf Schutz.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDie Asylwende ist eingeleitet\u201c, sagte die baden-w\u00fcrttembergische Justizministerin Marion Gentges (CDU). Die Asylzug\u00e4nge seien bereits im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 deutlich zur\u00fcckgegangen und auch zuletzt nochmals gesunken. \u201eGleichzeitig konnte die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen deutlich erh\u00f6ht werden\u201c, sagte Gentges. \u201eWir werden diesen Weg konsequent weitergehen.\u201c<\/p>\n<p>Deutlich weniger Antr\u00e4ge\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nach den Zahlen des Justizministeriums wurden im ersten Halbjahr 5.769 Menschen mit einem Asylerstantrag oder auch einen Folgeantrag in Baden-W\u00fcrttemberg registriert. Das ist ein deutlicher R\u00fcckgang zum Vorjahreszeitraum von mehr als 45 Prozent (erstes Halbjahr 2024: 10.563) und von sogar fast 60 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum vor zwei Jahren (14.135).\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden den Angaben nach aber auch 1.841 Menschen in ihre Herkunftsl\u00e4nder oder in die zust\u00e4ndigen EU-Mitgliedstaaten abgeschoben, darunter 522 Straft\u00e4ter. Dazu kommen einige Hundert freiwillige Ausreisen, die Zahl f\u00fcr das gesamte erste Halbjahr liegt aber noch nicht vor.\u00a0<\/p>\n<p>R\u00fcckgang geht vor allem auf Konto der Ampel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch bundesweit ist die Zahl der Asylantr\u00e4ge im ersten Halbjahr regelrecht abgest\u00fcrzt. Nach Angaben des Bundesamtes f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (Bamf) haben in diesem Zeitraum 61.336 Menschen erstmals einen Antrag auf Schutz in Deutschland gestellt, das sind fast 50 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dazu kommen noch 11.482 Folgeantr\u00e4ge.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Da die neue Bundesregierung aber erst seit Anfang Mai im Amt ist, d\u00fcrfte ein Gro\u00dfteil der r\u00fcckl\u00e4ufigen Zahlen auf das Konto der abgew\u00e4hlten Ampel-Regierung und auf andere Gr\u00fcnde zur\u00fcckgehen. Die ehemalige SPD-Innenministerin Nancy Faeser hatte bereits Anfang April &#8211; also noch vor dem Ende ihrer Amtszeit &#8211; erkl\u00e4rt, dass die Asylzahlen im Vergleich zu 2023 um 50 Prozent niedriger und die Zahl der Abschiebungen um 55 Prozent h\u00f6her gewesen sei.\u00a0<\/p>\n<p>Mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr R\u00fcckgang<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Neben den schrittweise eingef\u00fchrten station\u00e4ren Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen d\u00fcrften auch Ma\u00dfnahmen von Balkan-Staaten dazu beigetragen haben, dass die irregul\u00e4re Migration zur\u00fcckgeht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein weiterer Faktor ist die ver\u00e4nderte Lage in Syrien, wo im Dezember Langzeitmachthaber Baschar al-Assad gest\u00fcrzt worden war. Syrien, im vergangenen Jahr in Baden-W\u00fcrttemberg noch Hauptherkunftsland von Asylbewerbern, lag im ersten Halbjahr 2025 mit 815 Antr\u00e4gen hinter Afghanistan (876 Erstantr\u00e4ge) und der T\u00fcrkei, die die Liste der wichtigsten Herkunftsstaaten mit 921 Erstantr\u00e4gen nun wieder anf\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Deutschland hatte schon 2023 mit Kontrollen begonnen, um Migranten ohne die n\u00f6tigen Papiere die Einreise zu verwehren. Mit Start der neuen Bundesregierung Anfang Mai wurden die Kontrollen dann ausgeweitet und die Regeln versch\u00e4rft: Abgewiesen werden k\u00f6nnen nun &#8211; anders als zuvor &#8211; auch Menschen, die ein Asylbegehren \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Drei weitere Klagen gegen Zur\u00fcckweisungen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Gegen diese Zur\u00fcckweisungen Asylsuchender gibt es aktuell noch mindestens drei Klagen an deutschen Grenzen, darunter auch eine am Verwaltungsgericht in Karlsruhe. Es befasst sich in einem Eilverfahren und dem dazugeh\u00f6rigen Hauptsacheverfahren mit der Klage eines Algeriers. Die Bundespolizei hat ihre urspr\u00fcngliche Einreiseverweigerung inzwischen aufgehoben, weil der Mann bereits eingereist ist und in einer Aufnahmeeinrichtung in Heidelberg lebt. Es kann deshalb sein, dass das Eilverfahren sich damit weitgehend erledigt hat. Das Hauptsacheverfahren soll aber stattfinden.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Anfang Juni hatte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin in einer Eilentscheidung f\u00fcr Aufsehen gesorgt. Das Gericht hatte festgestellt, die Zur\u00fcckweisung dreier Somalier bei einer Grenzkontrolle am Bahnhof Frankfurt (Oder) sei rechtswidrig gewesen. Ohne eine Kl\u00e4rung, welcher EU-Staat f\u00fcr einen Asylantrag der Betroffenen zust\u00e4ndig sei, d\u00fcrften sie nicht abgewiesen werden, hie\u00df es.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist es eine Trendwende? 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