{"id":267171,"date":"2025-07-14T09:38:10","date_gmt":"2025-07-14T09:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267171\/"},"modified":"2025-07-14T09:38:10","modified_gmt":"2025-07-14T09:38:10","slug":"nuernberg-labubu-hype-schnell-ausverkauft-und-das-wohl-mit-absicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267171\/","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg | Labubu-Hype &#8211; schnell ausverkauft und das wohl mit Absicht"},"content":{"rendered":"<p>N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Sie haben gro\u00dfe Kulleraugen, Hasenohren, ein b\u00f6ses Grinsen und spitze Z\u00e4hne &#8211; Labubus sind niedlich und h\u00e4sslich zugleich. In China sind die Fellmonster schon lange angesagt. Jetzt ist der Hype auch nach Deutschland geschwappt &#8211; befeuert von etlichen Influencerinnen und Influencern, die sich beim Auspacken der \u00dcberraschungsboxen filmen. Der chinesische Hersteller und H\u00e4ndler Pop Mart wird am 25. Juli in Berlin sein erstes Gesch\u00e4ft hierzulande er\u00f6ffnen. Wird der Labubu-Trend l\u00e4nger bleiben?<\/p>\n<p>Spielzeuge, die eine Zeit lang nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistern, gab es schon h\u00e4ufiger. Zum Beispiel das Tamagotchi, ein kleines Ger\u00e4t, mit Hilfe dessen man ein kleines Lebewesen umsorgen musste. Oder die Fidget Spinner, eine Art Kreisel mit Kugellager, mit dem man in der Hand Tricks machen konnte.\u00a0<\/p>\n<p>Eher nichts f\u00fcr Kinder<\/p>\n<p>Die Labubus richteten sich dagegen in erster Linie an Frauen, sagt Christian Ulrich, Vorstandssprecher der weltgr\u00f6\u00dften Spielwarenmesse in N\u00fcrnberg. \u00abDas ist kein Produkt f\u00fcr das Kinderzimmer. Labubus sind ein Modeaccessoire, ein Statement.\u00bb Gerne werden diese gut sichtbar an der Handtasche getragen &#8211; und kosten auf der offiziellen Pop Mart-Seite ab etwa 19 Euro. In China reicht die Preisspanne in den L\u00e4den von 66 Yuan (knapp 7,90 Euro) bis 1299 Yuan (knapp 155 Euro).\u00a0<\/p>\n<p>Losgetreten hatten den Hype in den USA und Europa laut Ulrich Stars wie Rihanna, Madonna oder Dua Lipa, die sich mit Labububs in der \u00d6ffentlichkeit zeigten. Der M\u00fcnchner Trendforscher Axel Dammler meint: Genau daf\u00fcr seien die Figuren gedacht. \u00abDie will ich zeigen.\u00bb Um zu demonstrieren, dass man ein Trendsetter sei und es einem gelungen sei, eins der begehrten Exemplare zu ergattern.\u00a0<\/p>\n<p>Labubus unterm Hammer<\/p>\n<p>Gerade in China wollen das viele zeigen: Im Juni bot ein K\u00e4ufer in Peking bei einer Auktion f\u00fcr eine besonders seltene, etwa 1,30 Meter gro\u00dfe Labubu-Einzel-Edition bereits \u00fcber umgerechnet etwa 118.700 Euro. In China h\u00e4lt der Hype um das Elfenwesen, das der Hongkonger K\u00fcnstler Kasing Lung 2015 als Teil der \u00abThe Monsters\u00bb-Serie kreierte und das mit einer sp\u00e4rlichen Hintergrund-Geschichte versehen wurde, schon l\u00e4nger an.<\/p>\n<p>An den Pop-Mart-Automaten sind die Labubus oft vergriffen. In den Gesch\u00e4ften tummeln sich immer wieder Sammler, die mit Bedacht die \u00dcberraschungsboxen sch\u00fctteln, um zu erahnen, welche Figur sich darin befinden k\u00f6nnte. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, versucht, online eine zu ergattern. Doch auch neue Labubu-Serien waren online zuletzt oft binnen Sekunden ausverkauft. Auf Second-Hand-Plattformen stiegen die Durchschnittspreise f\u00fcr die Tierchen deshalb deutlich.<\/p>\n<p>\u00abEin Grund, weshalb ich Labubus gekauft habe, ist, weil ich glaube, dass sie ihren Wert halten\u00bb, sagt eine Sammlerin der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Gut finde sie, dass die Figuren nun meist als Anh\u00e4nger verkauft w\u00fcrden, so dass man sie mit sich herumtragen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Schattenseiten des Hypes<\/p>\n<p>F\u00fcr den 2010 gegr\u00fcndeten Spielzeugverk\u00e4ufer Pop Mart bl\u00fcht das Gesch\u00e4ft. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Umsatz des Spielzeugh\u00e4ndlers nach eigenen Angaben um 165 bis 170 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahresquartal, wie aus einer Mitteilung an der Hongkonger B\u00f6rse hervorging. Eine Anfrage zur Strategie des Unternehmens lie\u00df Pop Mart unbeantwortet.<\/p>\n<p>Die Popularit\u00e4t der wertvollen Figuren lie\u00df bereits F\u00e4lschungen in Umlauf geraten, die etwa der chinesische Zoll fand. Wer einen Fake erkennen will, kann dem Zoll zufolge die Z\u00e4hne der Labubus z\u00e4hlen: Die echten h\u00e4tten immer neun. Zudem schritt die Finanzaufsicht in Teilen Chinas bereits ein, als eine Bank Neukunden mit Labubu-Boxen bei einer Konto-Neuer\u00f6ffnung anwarb.\u00a0<\/p>\n<p>Was macht die Tierchen so begehrlich?<\/p>\n<p>Dass die Labubus meist schnell ausverkauft seien, geh\u00f6re zur Strategie von Pop Mart, sagt Ulrich. \u00abDas weckt zus\u00e4tzliche Begehrlichkeit, wenn man nicht sofort an die Produkte kommt.\u00bb Zum Konzept geh\u00f6rt auch, dass die Labubus oft in der sogenannten Blind Box verkauft werden, bei der man nicht wei\u00df, welches Kuschelmonster sich darin befindet.\u00a0<\/p>\n<p>Box auspacken, gefolgt von schierer Begeisterung oder herber Entt\u00e4uschung &#8211; auf Instagram und Tiktok kommen solche Clips gut an. Den sogenannten Unboxing-Trend gibt es dort zwar schon l\u00e4nger. Allerdings habe es lange Zeit kein neues Thema mehr dazu gegeben, sagt Dammler. Gleichzeitig passten die Labubus gut zum aktuellen Asien-Trend, den K-Pop-Bands, Anime-Filme und Manga-Comics hierzulande ausgel\u00f6st h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Flacht die Welle ab?<\/p>\n<p>Trotzdem ist Dammler skeptisch, dass die Labubus zum Dauerbrenner werden. \u00abDie Hype-Welle ist aufgebaut. Ich denke, dass man sie aktuell gut verkaufen kann.\u00bb Allerdings m\u00fcssten die Figuren deutlich g\u00fcnstiger werden und besser erh\u00e4ltlich sein, um die breite Masse anzusprechen, sagt der Experte vom M\u00fcnchner Marktforschungsunternehmen Iconkids &amp; Youth. \u00abSonst bleibt es bei Trendsettern und Sammlern.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Die Frage sei auch, wie geht es weiter? Werde es neue Produkte geben, die eine neue Welle ausl\u00f6sten? Nur dann seien diese weiter f\u00fcr die sozialen Medien interessant, meint Dammler. \u00abKein Influencer, der was auf sich h\u00e4lt, wird in einem Monat noch etwas zu Labubu machen.\u00bb<\/p>\n<p>Ulrich sagt dagegen: \u00abSollten die Produkte wirklich breit eingef\u00fchrt werden, dann fehlt das Besondere.\u00bb Die Labubus k\u00f6nnten aus seiner Sicht aber dazu beigetragen, dass Pop Mart auch hierzulande eine Art Kultstatus bekommt. In Asien sei das bereits seit Jahren der Fall, und das Unternehmen komme regelm\u00e4\u00dfig mit neuen Ideen daher.\u00a0<\/p>\n<p>Anlaufpunkt f\u00fcr Touris und Selfie-Knipser<\/p>\n<p>Pop Mart hat nach eigenen Angaben 500 L\u00e4den in mehr als 30 L\u00e4ndern. Laut Ulrich sind diese eine riesige Selfie-Location. \u00abDie Kunden fotografieren sich dort mit den Produkten und posten das auf Social Media. Das ist nat\u00fcrlich die beste Form von kostenfreier Werbung.\u00bb In anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten wie London, Mailand und Paris sei der chinesische H\u00e4ndler schon l\u00e4nger aktiv.<\/p>\n<p>In Deutschland sind Ulrich zufolge insgesamt drei Gesch\u00e4fte geplant, eines davon im Einkaufszentrum Alexa in Berlin. \u00abSeit Wochen fiebern die Fans dem Er\u00f6ffnungstag entgegen\u00bb, teilt Center Manager Oliver Hanna mit. Das Einkaufszentrum bereite sich auf einem Ansturm vor.\u00a0<\/p>\n<p>Dass der Laden bei Touristen gut ankommen wird, steht f\u00fcr Dammler au\u00dfer Frage &#8211; vor allem bei jungen Leuten, die \u00fcber die sozialen Medien auf die Labubus aufmerksam geworden sind. W\u00e4hrend eines Berlin-Trips k\u00f6nnten sie sich dort mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Souvenirs eindecken und Selfies knipsen, um diese den Daheimgeblieben zu schicken, meint der Trendforscher. Labubus werde man in dem Berliner Laden wahrscheinlich dennoch nur f\u00fcr kurze Zeit bekommen, erwartet Ulrich. Konzept ist schlie\u00dflich Konzept.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00fcrnberg (dpa) &#8211; Sie haben gro\u00dfe Kulleraugen, Hasenohren, ein b\u00f6ses Grinsen und spitze Z\u00e4hne &#8211; Labubus sind niedlich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":267172,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,227,3364,29,30,1724,3986,3783,58449,13205],"class_list":{"0":"post-267171","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-china","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-gesellschaft","14":"tag-handel","15":"tag-nuernberg","16":"tag-spielwaren","17":"tag-szene"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114850922712181926","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267171\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/267172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}