{"id":267539,"date":"2025-07-14T13:03:10","date_gmt":"2025-07-14T13:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267539\/"},"modified":"2025-07-14T13:03:10","modified_gmt":"2025-07-14T13:03:10","slug":"neue-taktik-im-angriffskrieg-russland-attackiert-verstaerkt-ukrainische-einberufungsbueros","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267539\/","title":{"rendered":"Neue Taktik im Angriffskrieg: Russland attackiert verst\u00e4rkt ukrainische Einberufungsb\u00fcros"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit Angriffen auf Rekrutierungsb\u00fcros in der Ukraine versucht Russland, einen wunden Punkt zu treffen. Denn f\u00fcr die ukrainische Armee wird es immer schwieriger, neue Soldaten zu gewinnen.<\/strong><\/p>\n<p>Seit rund zwei Wochen setzt Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine eine neue Taktik ein. Bereits ab Februar war ein deutlicher Anstieg der bis dahin nur vereinzelten Brandanschl\u00e4ge gegen Einberufungsb\u00fcros der ukrainischen Armee zu beobachten. F\u00fcr diese haben russische Geheimdienste nach Kiewer Angaben \u00fcberwiegend junge Ukrainer, darunter auch Minderj\u00e4hrige, sowie zuletzt ebenfalls verst\u00e4rkt Rentner rekrutiert.<\/p>\n<p>Inzwischen vergeht so gut wie kein Tag, an dem w\u00e4hrend der immer st\u00e4rker werdenden und vor allem auf zivile Ziele ausgerichteten Luftangriffe nicht auch ukrainische Rekrutierungszentren von Drohnen und Raketen angegriffen werden. Von Charkiw bis Odessa &#8211; inzwischen ist hinter solchen Angriffen ein klares System zu erkennen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir erleben einen weiteren Anstieg der russischen Aktivit\u00e4ten im Bem\u00fchen, die Mobilisierungsprozesse in unserer Armee zu st\u00f6ren&#8220;, kommentiert Witalij Saranzew, Sprecher der f\u00fcr Einberufungsb\u00fcros zust\u00e4ndigen ukrainischen Landstreitkr\u00e4fte, das neue Vorgehen der Russen. Tats\u00e4chlich geh\u00f6rt die Mobilisierung zu einer der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen im langen Abwehrkrieg gegen Russland. Zwar ist die ukrainische Armee von einem Kollaps nach wie vor weit entfernt, was auch die bisher geringen Erfolge der russischen Sommerkampagne an der Front belegen. Jedoch wird es f\u00fcr die ukrainische Armee mit der Zeit immer schwieriger, neue M\u00e4nner zu gewinnen. Die russischen Versuche seien aus ukrainischer Perspektive aber vergeblich, sagt Saranzew: &#8222;Die Mobilisierung lief bei uns bisher, l\u00e4uft ununterbrochen weiter und wird auch fortgesetzt.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Einberufungsb\u00fcros m\u00fcssen sich auf mobile Arbeit umstellen&#8220;<\/p>\n<p>Dass Russland die Mobilisierung im Land effektiv st\u00f6ren kann, ist tats\u00e4chlich fraglich. Daf\u00fcr sind zu viele Rekrutierungszentren \u00fcber das Land verteilt. Zudem hat die Ukraine in den letzten Jahren einen gro\u00dfen Fortschritt dabei erzielt, die f\u00fcr die Mobilisierung notwendigen Datenbanken m\u00f6glichst breit zu digitalisieren. Dennoch stellen die Angriffe die Ukraine vor praktische Herausforderungen. Einige Umstellungen werde man in den kommenden Wochen unternehmen m\u00fcssen, sagt Oleksandr Fedijenko, Parlamentsabgeordneter der Regierungspartei Diener des Volkes. &#8222;Die Einberufungsb\u00fcros m\u00fcssen sich auf mobile Arbeit mit ukrainischen B\u00fcrgern umstellen.&#8220; Unterschiedliche Termine sollten m\u00f6glichst an unterschiedlichen Orten stattfinden. Vor allem m\u00fcsse aber alles getan werden, um gr\u00f6\u00dfere Ansammlungen von Wehrpflichtigen und Zivilisten vor Rekrutierungsb\u00fcros zu vermeiden. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Armee-Sprecher Saranzew.<\/p>\n<p> Ob eine direkte St\u00f6rung der Arbeit der Einberufungszentren wirklich das Hauptziel Russlands ist, darf allerdings stark bezweifelt werden. Denn die Mobilisierung ist wohl das sensibelste Thema f\u00fcr die ukrainische Gesellschaft, das durchaus innenpolitischen Sprengstoff birgt. Dass die Mobilisierung fortgesetzt werden muss, steht in der Ukraine au\u00dfer Frage. Weniger ausgepr\u00e4gt ist die Bereitschaft, das eigene Leben an der Front zu riskieren, zumal die rasante Entwicklung von FPV-Drohnen die frontnahen Gegenden noch gef\u00e4hrlicher macht. Hinzu kommen Vorf\u00e4lle, die von der russischen Propaganda zwar ma\u00dflos \u00fcbertrieben werden, gelegentlich jedoch vorkommen. Daf\u00fcr gibt es im Ukrainischen schon l\u00e4nger einen Neologismus: &#8222;Bussifizierung&#8220;. Der Begriff wurde 2024 zum Wort des Jahres gew\u00e4hlt. Er beschreibt die gewaltsame Stra\u00dfenmobilisierung, bei der M\u00e4nner in Busse gezwungen werden, um sie zur Armee einzuziehen.<\/p>\n<p>Psychologische Kriegsf\u00fchrung<\/p>\n<p>&#8222;Die Russen versuchen, einen Konflikt zwischen Milit\u00e4rs und Zivilisten zu provozieren&#8220;, betont Iwan Timotschko, der Vorsitzende des Reservistenverbandes der ukrainischen Landstreitkr\u00e4fte. Hauptziel Russlands sei es, Gegner der Mobilisierung auf verschiedene Weise zu aktivieren. Dabei spielt die psychologische Kriegsf\u00fchrung eine gro\u00dfe Rolle. Am Sonntag stand etwa auf einer Drohne, die in einem Einberufungszentrum in der Stadt Samar in der Region Dnipro eingeschlagen war: &#8222;Von dankbaren Einwohnern der Stadt Samar an das Einberufungsb\u00fcro&#8220;. Der Satz war auf Ukrainisch geschrieben. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art in den letzten Tagen.<\/p>\n<p> Im ukrainischen Internet gibt es zahlreiche Kommentare, in denen sich vermeintlich ukrainische Nutzer \u00fcber Schl\u00e4ge gegen Einberufungszentren freuen. Der gr\u00f6\u00dfere Teil davon d\u00fcrfte von russischen Bots stammen. Allerdings ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass einige ukrainische M\u00e4nner insgeheim nicht traurig sind, wenn Einberufungsb\u00fcros angegriffen werden. Auch bei diesen Menschen l\u00f6st Russland \u00fcberwiegend keinerlei Sympathien aus. Die Einberufungszentren sind jedoch Teil einer Struktur, die ukrainische M\u00e4nner in den m\u00f6glichen Tod schicken k\u00f6nnte, auch wenn der Hauptverantwortliche daf\u00fcr nat\u00fcrlich Putin hei\u00dft.<\/p>\n<p>Ob Russland mit seiner neuen Taktik gr\u00f6\u00dferen Erfolg hat, ist trotzdem anzuzweifeln. Daf\u00fcr ist die Ausgangslage zu eindeutig: Frieden, das haben die von den USA initiierten russisch-ukrainischen Verhandlungen gezeigt, lehnt Russland ab, es h\u00e4lt an seinen f\u00fcr die Ukraine v\u00f6llig inakzeptablen Maximalforderungen fest. Den meisten Ukrainern ist unver\u00e4ndert klar, dass zum Widerstand keine realistische Alternative besteht. Auch sind die meisten bisherigen russischen Versuche, die ukrainische Bev\u00f6lkerung zu zerm\u00fcrben und die innenpolitische Lage zu destabilisieren, gr\u00f6\u00dftenteils gescheitert. Die bisherigen Angriffswellen auf ukrainische Energieobjekte gingen etwa f\u00fcr Moskau eher nach hinten los und haben die Ukrainer eher vereint, statt f\u00fcr Proteste zu sorgen. Bei der Mobilisierung trifft Russland jedoch wom\u00f6glich einen wunderen Punkt als sonst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Angriffen auf Rekrutierungsb\u00fcros in der Ukraine versucht Russland, einen wunden Punkt zu treffen. 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