{"id":267699,"date":"2025-07-14T14:31:17","date_gmt":"2025-07-14T14:31:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267699\/"},"modified":"2025-07-14T14:31:17","modified_gmt":"2025-07-14T14:31:17","slug":"louis-spohr-musikpreis-2025-geht-an-carola-bauckholt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267699\/","title":{"rendered":"Louis Spohr Musikpreis 2025 geht an Carola Bauckholt"},"content":{"rendered":"<p>Carola Bauckholt wurde mit dem Louis Spohr Musikpreis ausgezeichnet.  | Foto: Astrid Ackermann<\/p>\n<p class=\"datum\">14.07.2025, 14:57 Uhr<\/p>\n<p><strong>Braunschweig. Die deutsche Komponistin Carola Bauckholt (65) erh\u00e4lt in diesem Jahr den Louis Spohr Musikpreis der Stadt Braunschweig. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 2. Sinfoniekonzertes des Staatsorchesters Braunschweig am Sonntag, 19. Oktober, um 11 Uhr im Gro\u00dfen Haus des Staatstheaters Braunschweig statt, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung der Stadt Braunschweig. <br \/><\/strong><br \/>\n <\/p>\n<p>Die in Krefeld geborene Carola Bauckholt studierte von 1978 bis 1984 an der Musikhochschule K\u00f6ln bei Mauricio Kagel. 1985 gr\u00fcndete sie mit Caspar Johannes Walter den Th\u00fcrmchen Verlag, 1991 das Th\u00fcrmchen Ensemble. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter das Bernd Alois Zimmermann Stipendium der Stadt K\u00f6ln und den Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom; den K\u00fcnstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Experimentelle Musik und den &#8222;Best Sound Design Award&#8220; des London International Animation Festival.<\/p>\n<p>Carola Bauckholt<\/p>\n<p>Als Gastdozentin wirkte sie an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, Europa, den USA und S\u00fcdamerika. 2013 wurde sie zum Mitglied der Akademie der K\u00fcnste in Berlin gew\u00e4hlt, wo sie derzeit als Direktorin die Sektion Musik leitet. 2015 wurde sie zur Professorin f\u00fcr Komposition mit Schwerpunkt zeitgen\u00f6ssisches Musiktheater an die Anton Bruckner Privatuniversit\u00e4t in Linz, \u00d6sterreich berufen. 2020 wurde sie Mitglied der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Akademie der Wissenschaften und der K\u00fcnste.<\/p>\n<p>\nEin zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt sei das Nachdenken \u00fcber das Ph\u00e4nomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik. Daf\u00fcr bediene sie sich gern ger\u00e4uschhafter Kl\u00e4nge, die oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt werden und nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und fortgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Das sagt die Jury \u00fcber Carola Bauckholt<\/p>\n<p>Die offizielle Begr\u00fcndung f\u00fcr das Votum der Jury zur Preistr\u00e4gerin 2025 lautet: &#8222;Das vorliegende Gesamtwerk der deutschen Komponistin Carola Bauckholt zeichnet sich durch eine umfassende stilistische Koh\u00e4renz und einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Werdegang aus. Seit ihren ersten kompositorischen Arbeiten in den 1980er Jahren forscht und experimentiert Carola Bauckholt mit Kl\u00e4ngen und Ger\u00e4uschen, verbunden mit der F\u00e4higkeit, die Produktion und den Gestus jedes Klangs zu einem dramaturgischen Projekt zu verbinden, das immer originell, logisch und \u00fcberraschend ist.<\/p>\n<p>Ihre Kompositionen seien gekennzeichnet durch ein Experimentieren mit dem Klangtheater, das nie von der Reaktion des Publikums und der Auftraggeber beeinflusst wurde, sondern immer ein grundlegendes Bed\u00fcrfnis der Komponistin darstellte und sie zu gro\u00dfen musikalischen Errungenschaften gef\u00fchrt hat, die Ausdruck ihrer sorgf\u00e4ltigen Recherche und Reflexion \u00fcber die Beziehung des musikalischen Werks mit dem Zuh\u00f6rer, dem Publikum und der Gesellschaft sind.<\/p>\n<p>Mehrfach ausgezeichnet<\/p>\n<p>Ihr Schaffen in den verschiedenen Genres und Produktionsbereichen sei von kompositorischer Koh\u00e4renz, Ironie, Am\u00fcsement und Sozialkritik gepr\u00e4gt, zeige aber auch, dass Musik eine absolute Sprache ist, die nicht verbalisiert werden kann, und dass nur wenige Komponistinnen und Komponisten mit einer solchen Meisterschaft und Pr\u00e4zision sprechen k\u00f6nnen. So erhielt sie bereits mehrfach Auszeichnungen, die verdient waren, aber nie angestrebt wurden. Auch die neue Generation der Komponistinnen und Komponisten sch\u00e4tzt das Werk von Carola Bauckholt, weil sie alle Pr\u00e4missen und Raffinessen der historischen Avantgarden in ihrer Musik leben l\u00e4sst; synthetisiert und ausgearbeitet zu einer neuen, wegweisenden Sprache. Hierf\u00fcr und f\u00fcr ihr breit gef\u00e4chertes Oeuvre verdient sie ohne Zweifel die W\u00fcrdigung einer Auszeichnung mit dem Louis Spohr Musikpreis.&#8220;<\/p>\n<p>Der Preisjury geh\u00f6rten an: Alexis Agrafiotis (Studienleiter und Kapellmeister am Staatstheater Braunschweig und Komponist), Lucia Ronchetti (Komponistin und Preistr\u00e4gerin des Louis Spohr Musikpreises 2022), Julia Spinola (freiberufliche Musikjournalistin), Astrid Schmeling (Fl\u00f6tistin und Gr\u00fcndungsmitglied des Ensembles L&#8217;ART POUR L&#8217;ART) und Hans Rotman (Dirigent und Intendant des IMPULS Festivals f\u00fcr Neue Musik)<\/p>\n<p>Der mit 10.000 Euro dotierte Louis Spohr Musikpreis zeichnet international bekannte und f\u00fcr die Musik der Gegenwart richtungweisende Komponistinnen und Komponisten aus. Namensgeber Louis Spohr, 1784 <a class=\"redlink\" href=\"https:\/\/regionalheute.de\/braunschweig\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Braunschweig<\/a> geboren, gilt als wegweisender Komponist der Periode zwischen Klassik und Romantik und war einer der bedeutendsten Violinvirtuosen seiner Zeit. Im Jahr 1953 hat die Stadt Braunschweig erstmalig den bis 1994 noch mit &#8222;Ludwig Spohr Preis&#8220; benannten Musikpreis vergeben. Zu den bislang 25 ausgezeichneten Preistr\u00e4gern z\u00e4hlen u. a. Hans Werner Henze (1976), Olivier Messiaen (1991), Sofia Gubaidulina (1994), Salvatore Sciarrino (2007) und Adriana H\u00f6lszky (2019). Mit der Vergabe des Preises wird die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit der kulturpolitischen Verantwortlichkeit gegen\u00fcber den kommenden Generationen unterstrichen. Gleichzeitig erf\u00e4hrt die Musik als Kunstform und Kontinuum eine W\u00fcrdigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Carola Bauckholt wurde mit dem Louis Spohr Musikpreis ausgezeichnet. | Foto: Astrid Ackermann 14.07.2025, 14:57 Uhr Braunschweig. 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