{"id":267728,"date":"2025-07-14T14:47:10","date_gmt":"2025-07-14T14:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267728\/"},"modified":"2025-07-14T14:47:10","modified_gmt":"2025-07-14T14:47:10","slug":"eine-million-indische-gastarbeiter-russland-sucht-kraefte-fuer-kriegswirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267728\/","title":{"rendered":"Eine Million indische Gastarbeiter? Russland sucht Kr\u00e4fte f\u00fcr Kriegswirtschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Nachricht sorgte in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> vor kurzem f\u00fcr Aufsehen: Angeblich plant das Land bis Ende 2025 die Anwerbung von einer Million Gastarbeitern aus Indien. Diese Aussage von Andrei Besedin, dem Leiter der Uraler Industrie- und Handelskammer, verbreitete sich rasch und l\u00f6ste lebhafte Diskussionen aus.<\/p>\n<p>Besedin begr\u00fcndete den massiven Bedarf an ausl\u00e4ndischen Fachkr\u00e4ften damit, dass die industriellen Unternehmen im Ural dringend ihre Produktionskapazit\u00e4ten erh\u00f6hen m\u00fcssten, gleichzeitig aber in der Region nicht gen\u00fcgend Arbeitskr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden. Ein wesentlicher Grund daf\u00fcr sei, dass viele Arbeitnehmer an der Invasion der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> beteiligt seien. Zudem verweigere sich ein Gro\u00dfteil der jungen Menschen der Arbeit in Fabriken, was Besedin als Folge \u201efr\u00fcherer ideologischer Fehler im Land\u201c bezeichnete. Um die Anwerbung indischer Spezialisten zu erleichtern, werde bereits ein neues Generalkonsulat Indiens in Jekaterinburg er\u00f6ffnet, erkl\u00e4rte Besedin.<\/p>\n<p>Ukrainekrieg: Aufregung um indische Fachkr\u00e4fte in Russland<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Russlands Arbeitsministerium dementierte jedoch schnell diese Zahl. Offiziell sei f\u00fcr das Jahr 2025 eine Gesamtquote von lediglich 234.900 Arbeitnehmern aus visumspflichtigen L\u00e4ndern vorgesehen, darunter 71.817 speziell aus Indien, hie\u00df es dann. Dieses Dementi wirft allerdings ein Schlaglicht auf ein anderes, tiefergehendes Problem: den massiven Fachkr\u00e4ftemangel, der das Land derzeit belastet \u2013 vor allem wegen des Krieges in der Ukraine. Russlands Kriegswirtschaft ger\u00e4t nicht zuletzt aus diesem Grund gerade ins Stocken \u2013 nach zwei Jahren k\u00fcnstlichen Wachstums <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/an-der-schwelle-zur-rezession-warum-russlands-wirtschaft-jetzt-schwaechelt-li.2334804\" rel=\"nofollow noopener\">droht<\/a> jetzt eine Rezession, wie die Berliner Zeitung berichtete.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das Oblast Swerdlowsk mit der Hauptstadt Jekaterinburg, in der Besedin t\u00e4tig ist, erhielt f\u00fcr 2025 nur eine Quote von 4343 ausl\u00e4ndischen Fachkr\u00e4ften, wovon laut dem russischen Arbeitsministerium bislang etwa 13,6 Prozent genutzt wurden. Diese Zahlen verdeutlichen, wie gro\u00df die Diskrepanz zwischen Bedarf und offiziellen Quoten sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Russland: Anschlag bei Moskau versch\u00e4rfte Migrationsgesetze<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ein weiterer Hintergrund des zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangels sind neben der verst\u00e4rkten Mobilisierung f\u00fcr den Krieg die versch\u00e4rften Migrationsgesetze, die nach einem Anschlag nahe Moskau im M\u00e4rz 2024 eingef\u00fchrt wurden. Bei dem Anschlag, den russische Beh\u00f6rden Personen aus zentralasiatischen Staaten zuschrieben, kamen zahlreiche Menschen ums Leben.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Als Reaktion darauf wurden insbesondere Einreisebestimmungen und Sicherheitskontrollen f\u00fcr Migranten aus L\u00e4ndern Zentralasiens wie Tadschikistan, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/usbekistan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Usbekistan<\/a> und Kirgisistan deutlich versch\u00e4rft. Laut Zentralbank und Wirtschaftsministerium sucht Russland daher verst\u00e4rkt Arbeitskr\u00e4fte in weiter entfernten L\u00e4ndern wie Myanmar, Vietnam und Nordkorea, da die Migration aus den traditionell nahestehenden zentralasiatischen Staaten zuletzt stark zur\u00fcckging.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Neben der R\u00fcstungsindustrie hat der Fachkr\u00e4ftemangel Auswirkungen auf zivile Wirtschaftszweige wie Bauwesen, Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe. Russland hat in fr\u00fcheren Krisenzeiten bereits ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte angeworben, allerdings blieb das Ma\u00df der Anwerbung stets relativ begrenzt und deutlich unter den derzeit diskutierten Zahlen. Die aktuellen offiziellen Quoten scheinen allerdings bei weitem nicht ausreichend, um den enormen Bedarf der Wirtschaft zu decken. Die gesellschaftliche Debatte in Russland dreht sich zunehmend um Fragen der Sicherheit sowie kultureller und sozialer Integration.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Oppositionelle und regionale Politiker hatten in Teilen Russlands, etwa in der Region Wologda, zuvor versucht, Migrant:innen aus dem Bau\u00adgewerbe auszuschlie\u00dfen \u2013 woraus ein heftiger Konflikt entstand. Die Stahlfirma\u202fSeverstal <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.reuters.com\/markets\/europe\/russias-severstal-warns-construction-risks-region-bans-migrant-labour-2025-02-28\/?utm_source=chatgpt.com\">warnte<\/a>, der Fachkr\u00e4fte\u00adengpass \u2013 verst\u00e4rkt durch Mobilmachung und starke Abwanderung \u2013 f\u00fchre zum Zusammenbruch wichtiger Projekte.<\/p>\n<p>Russland: Nordkoreanische Arbeiter bereits angekommen?<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Internationale Medien berichten, dass Russland bereits erste Gruppen aus Nordkorea und Indien empfangen hat \u2013 vor allem Nordkoreaner werden \u00fcber Arbeits- und Studentenvisa mobilisiert. Laut dem Wall Street Journal sollen etwa 15.000 nordkoreanische Arbeitskr\u00e4fte (Bau- beziehungsweise Milit\u00e4rarbeiter) in russische Regionen eingereist sein, viele zun\u00e4chst im Fernen Osten eingespannt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Des Weiteren best\u00e4tigte <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/top-russian-security-official-holds-talks-with-nkoreas-kim-second-time-two-weeks-2025-06-17\/?utm_source=chatgpt.com\">Reuters<\/a>, dass Nordkorea Tausende Milit\u00e4rbauarbeiter und Pioniere nach Russland entsendet, etwa zur Unterst\u00fctzung in der Region Kursk.\u00a0Diese Entwicklung wird international genau beobachtet \u2013 und einerseits als Zeichen der engen politischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea gedeutet, andererseits als Antwort auf Russlands akuten Arbeitskr\u00e4ftemangel. Der Schritt wird auch als Versuch gesehen, die wirtschaftlichen und geopolitischen Beziehungen, insbesondere zwischen Moskau und Neu-Delhi, weiter zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Indien sind zudem derzeit auf einem H\u00f6chststand: Im Jahr 2024 betrug das bilaterale Handelsvolumen rekordverd\u00e4chtige 70,6 Milliarden US-Dollar, es hat sich innerhalb von f\u00fcnf Jahren verf\u00fcnffacht. Besonders stark wuchsen die Exporte aus Russland nach Indien, die 2024 einen Umfang von 65,7 Milliarden US-Dollar erreichten \u2013 einschlie\u00dflich der \u00d6lexporte \u2013, was einem Plus von 8,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr entspricht.<\/p>\n<p>Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Nachricht sorgte in Russland vor kurzem f\u00fcr Aufsehen: Angeblich plant das Land bis Ende 2025 die Anwerbung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":267729,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-267728","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114852138303309588","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267728","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267728"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267728\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/267729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}