{"id":26792,"date":"2025-04-12T19:59:17","date_gmt":"2025-04-12T19:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/26792\/"},"modified":"2025-04-12T19:59:17","modified_gmt":"2025-04-12T19:59:17","slug":"gladbach-nach-europa-was-dafuer-und-dagegen-spricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/26792\/","title":{"rendered":"Gladbach nach Europa? Was daf\u00fcr und dagegen spricht"},"content":{"rendered":"<p><strong>28 Spieltage, 44 Punkte, Rang 6. Die Borussia aus M\u00f6nchengladbach ist voll auf Kurs, ihr vor der Spielzeit gestecktes Saisonziel, den einstelligen Tabellenplatz, zu erreichen. Doch mit der aktuellen Platzierung, die f\u00fcr eine UEFA-Conference-League-Teilnahme berechtigen w\u00fcrde, ist der europ\u00e4ische Fohlen-Traum nicht mehr wegzureden \u2013 bei den Fans und bei den Spielern.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eErste Runde Bukarest, zweite Runde Rom, in Kopenhagen schellt das Telefon\u2026\u201c. Diese ber\u00fcchtigten Liedzeilen hallen seit Wochen immer wieder durch die Gladbacher Kurve. Der Fangesang, l\u00e4ngst Kult unter den Fans, beschw\u00f6rt den Traum vom Europapokal \u2013 und spiegelt damit die wachsende Sehnsucht nach internationalen N\u00e4chten wider. Und auch die Spieler von <strong>Borussia M\u00f6nchengladbach<\/strong> betonen seit Wochen: \u201eTr\u00e4umen darf man immer\u201c. Gladbach nach Europa? Was einst wie ein Wunschdenken klang, bekommt Woche f\u00fcr Woche mehr Realit\u00e4tsn\u00e4he. Sechs Partien verbleiben, dann k\u00f6nnte der gro\u00dfe Europacoup gelingen. Was spricht daf\u00fcr \u2013 und was spricht dagegen?<\/p>\n<p>Ein Faktor f\u00fcr den Erfolg: Seoane und seine Fohlen haben Resilienz gezeigt<\/p>\n<p>Der Abend des 4. Oktobers 2024 stellt bei den Fohlen wohl einen der gro\u00dfen Knackpunkte in der laufenden Saison dar. Damals verlor das Team von <strong>Gerardo Seoane<\/strong> (46) an einem kalten Herbstabend in Augsburg mit 1:2, war zudem anderthalb Wochen zuvor gegen Eintracht Frankfurt trotz fast 80-min\u00fctiger \u00dcberzahl aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Der Trainer war angez\u00e4hlt \u2013 sowohl Fans als auch die Medienlandschaft diskutierten intensiv \u00fcber eine Entlassung des Schweizers. Aber: Seoane durfte weitermachen, trotzte aller Kritik und blieb infolgedessen f\u00fcnf Spiele ungeschlagen. So stand die Elf vom Niederrhein am elften Spieltag auf Platz 6 in der Tabelle. Wie sich heute zeigt, war diese Platzierung mehr als nur eine \u201eMomentaufnahme\u201c, wie sie Borussias Sportdirektor<strong> Roland Virkus<\/strong> (58) damals kommentierte.<\/p>\n<p>Gute f\u00fcnf Monate sp\u00e4ter stehen die Fohlen noch immer auf dem besagten sechsten Rang, auch und gerade weil sie nach R\u00fcckschl\u00e4gen wie den Niederlagen gegen Leverkusen, Wolfsburg, Augsburg und Co. immer wieder zur\u00fcckkamen und punkteten. Eine Resilienz, die in den vergangenen Jahren bei den Gladbachern schmerzlich vermisst wurde und auch im Kampf um Europa von Vorteil sein kann. Die neue Widerstandsf\u00e4higkeit zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Borussia nach F\u00fchrung bis dato kein einziges Spiel in dieser Saison verloren hat. Seoanes Fohlen pr\u00e4sentieren sich vorne meist effizient und stehen hinten sicher. Sie kassierten nur 41 Gegentore in der laufenden Spielzeit, dem stehen 54 Gegentore in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt gegen\u00fcber. Die Mannschaft rund um Gerardo Seoane scheint also an ihren Problemen gewachsen zu sein \u2013 einer der Gr\u00fcnde, warum es jetzt so viel besser um die Borussia steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/neunzigplus.de\/bundesliga\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Alle aktuellen News und Storys zur Bundesliga\u00a0<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Zudem konnten Ausf\u00e4lle von Schl\u00fcsselspielern stets kompensiert werden. Nach der l\u00e4ngeren Verletzungspause des franz\u00f6sischen Fl\u00fcgelflitzers<strong> Franck Honorat<\/strong> (28) konnte dessen Landsmann <strong>Nathan Ngoumou<\/strong> (25) mit anderen Qualit\u00e4ten gl\u00e4nzen und drei Scorerpunkte liefern. Die Zwangspause des deutschen U21-Nationalspielers<strong> Rocco Reitz<\/strong> (22) nutzte Neuzugang<strong> Philipp Sander\u00a0<\/strong>(27), um sich mit zuverl\u00e4ssigem und defensivstarkem Spiel in der Startelf festzusetzen. Und nicht zuletzt auf der Torwartposition kompensierte der erst 18-j\u00e4hrige <strong>Tiago Pereira Cardoso<\/strong> die Ausf\u00e4lle von <strong>Moritz Nicolas<\/strong> (27) und Kapit\u00e4n <strong>Jonas Omlin<\/strong> (31), als w\u00e4re er ein jahrelanger Bundesligaroutinier.<\/p>\n<p>Seoane kann sich auf seinen Kader und dessen Variabilit\u00e4t verlassen. Schon in den vergangenen Monaten haben mehrere Spieler, die aktuell meist auf der Bank Platz nehmen m\u00fcssen, in entscheidenden Phasen \u00fcberzeugt und Verantwortung \u00fcbernommen (siehe Kevin St\u00f6ger, Marvin Friedrich oder Stefan Lainer). Der Schweizer Trainer schafft es so, seinen gesamten Kader eingebunden und motiviert zu halten. Ein Vorteil gegen\u00fcber einigen Konkurrenten aus der Bundesliga, deren Kaderstrukturen deutlich festgefahrener wirken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/neunzigplus.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1-mg-seoane-scaled.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656367\" class=\" wp-image-656367\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"449\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1-mg-seoane-300x204.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-656367\" class=\"wp-caption-text\">(Photo by Pau Barrena\/Getty Images)<\/p>\n<p>Der Mann im Mittelpunkt: Tim Kleindienst<\/p>\n<p>Nicht kleinzureden ist dabei aber nat\u00fcrlich die zentrale Rolle des mittlerweile 6-fachen deutschen Nationalspielers <strong>Tim Kleindienst<\/strong> (29). Der geb\u00fcrtige Brandenburger, der im vergangenen Sommer aus Heidenheim an den Niederrhein kam, war ziemlich offensichtlich ein absoluter Gl\u00fccksgriff f\u00fcr den VfL. Und das nicht nur wegen seiner insgesamt 15 Bundesliga-Tore und sechs Vorlagen \u2013 auch abseits des Scoring-Outputs ist der 29-J\u00e4hrige aus dem Team von Gerardo Seoane gar nicht mehr wegzudenken. Mit seiner enormen Intensit\u00e4t und Galligkeit mit und vor allem auch gegen den Ball geh\u00f6rt Kleindienst zu den 20 laufst\u00e4rksten Spielern der Liga, absolvierte zudem die drittmeisten Sprints. Au\u00dferdem f\u00fchrt er die Statistik mit den meisten Fouls an Gegenspielern an \u2013 sicherlich auch ein Hinweis auf das k\u00f6rperbetonte Spiel des Gladbachers.<\/p>\n<p>Dass Seoane in den verbleibenden sechs Saisonspielen auf den 1,94-Meter-Mann setzen kann, d\u00fcrfte die Chancen auf eine Europapokal-Qualifikation deutlich steigern \u2013 wenngleich die Mannschaft in dieser Saison bereits bewiesen hat, auch ohne den 29-J\u00e4hrigen gewinnen zu k\u00f6nnen. Dennoch kann man nicht oft genug betonen: Kleindienst hat einen enormen Anteil am Aufschwung des VfL, der indes auch \u00fcber diese Saison hinaus bestehen bleiben soll.<\/p>\n<p>Doch klar ist auch: Mit einem Sieg am Millerntor vergangenes Wochenende h\u00e4tten sich die Fohlen eine noch bessere Ausgangsposition f\u00fcr den Saison-Endspurt verschaffen k\u00f6nnen. Stattdessen kam die Seoane-Elf nicht \u00fcber ein 1:1 beim <strong>FC St. Pauli<\/strong> hinaus \u2013 wohlbemerkt, dass es neben der 1:5-Pleite in Wolfsburg die wohl schlechteste Saisonleistung war. Erneut ein Ausrutscher oder steckt mehr hinter dem offensivschwachen Auftritt? Ein kleiner D\u00e4mpfer f\u00fcr das positive Momentum nach den Leistungen der letzten Wochen war das jedenfalls schon. Dennoch sollte das schlechte Spiel in Hamburg nicht \u00fcberbewertet werden, zumal die Mannschaft immerhin einen Punkt mitgenommen hat, der am Ende noch entscheidend sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wichtiger ist eher, die kommenden Aufgaben wieder mit mehr Entschlossenheit und Offensivdrang anzugehen. Gerade dem Spiel am Samstag gegen den direkten Konkurrenten <strong>SC Freiburg<\/strong> (Ansto\u00df 15:30) kommt eine immense Bedeutung zu. Mit einem Sieg k\u00f6nnten die Fohlen sogar auf einen Champions-League-Platz springen, bei einer Niederlage hingegen w\u00fcrden sie aus den internationalen Pl\u00e4tzen herausfallen. Ein wegweisendes Spiel also im Kampf um Europa \u2013 die Gladbacher haben es selbst in der Hand, das Momentum zu ihren Gunsten auszurichten.<\/p>\n<p>Europa-Showdown: Verfolger im Aufwind \u2013 und eine gestiegene Erwartungshaltung<\/p>\n<p>Doch die unmittelbaren Verfolger der Borussia erschweren die Mission Europa. Gerade der eben genannte SC Freiburg, aber auch <strong>Borussia Dortmund<\/strong> und der <strong>VfB<\/strong> <strong>Stuttgart<\/strong> sind den Gladbachern dicht auf den Fersen. Besonders der BVB und der VfB scheinen rechtzeitig zum Saison-Endspurt wieder in die Spur gefunden zu haben. So zogen die Schwaben im DFB-Pokal gegen RB Leipzig mit einem souver\u00e4nen 3:1-Erfolg ins Finale ein und beendeten damit ihre sechsfache Sieglos-Serie. Am vergangenen Samstag folgte zudem ein klarer 4:0-Erfolg in Bochum. Mit der entfachten Pokal-Euphorie k\u00f6nnten die Stuttgarter durchaus noch eine Gefahr f\u00fcr die Europa-Tr\u00e4ume der Gladbacher darstellen \u2013 zumal in den verbleibenden Partien fast nur Gegner aus der unteren Tabellenh\u00e4lfte auf den VfB warten.<\/p>\n<p>Auch der BVB scheint unter <strong>Niko Kovac<\/strong> (53) so langsam aber sicher in die \u201eErfolgsspur\u201c zur\u00fcckzufinden \u2013 trotz Startschwierigkeiten und der zuletzt bitteren 0:4-Pleite im CL-Hinspiel gegen den FC Barcelona. Doch das 3:1 gegen den Tabellenvierten <strong>FSV Mainz 05<\/strong> und der anschlie\u00dfende 4:1-Erfolg in Freiburg machen Hoffnung, der BVB-Trend in der Bundesliga zeigt nach oben. Und der Verein wird alles daran setzen, eine v\u00f6llig verkorkste Saison abzuwenden \u2013 und sich doch noch in Richtung internationale Pl\u00e4tze zu retten. Und auch Werder Bremen, FC Augsburg und VfL Wolfsburg d\u00fcrfen sich zumindest noch kleine Hoffnungen auf einen Platz in den Top 6 machen.<\/p>\n<p>Nicht zu untersch\u00e4tzen ist bei den wachsenden Europa-Hoffnungen in M\u00f6nchengladbach aber auch die gestiegene Erwartungshaltung. Nat\u00fcrlich tun Verantwortliche und Spieler der Borussia gut daran, \u201evon Spiel zu Spiel zu denken\u201c und die Erwartungen herunterzuschrauben. Dennoch ist der Blick nach oben l\u00e4ngst unausweichlich \u2013 gerade f\u00fcr die sich nach europ\u00e4ischen N\u00e4chten sehnenden Fans des Traditionsvereins. Zumal die Qualifikation f\u00fcr einen europ\u00e4ischen Wettbewerb durchaus entscheidend f\u00fcr die mittelfristige Entwicklung des Clubs sein kann. Leistungstr\u00e4ger wie Kleindienst, Itakura, Reitz und Co. k\u00f6nnten deutlich leichter am Niederrhein gehalten werden, und auch finanziell w\u00e4re eine Qualifikation logischerweise von Vorteil. Es darf also spannend abgewartet werden, ob die Fohlen diesem Druck standhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Trotz aller Unw\u00e4gbarkeiten bleibt festzuhalten: Borussia M\u00f6nchengladbach hat sich durch eine enorme Leistungssteigerung unter Coach Seoane verdienterma\u00dfen in die Top 6 der Liga gespielt. So ist die Ausgangslage f\u00fcr den VfL im gro\u00dfen Europa-Endspurt durchaus vielversprechend. F\u00fcr das Team von Seoane gilt nun, die letzten Partien der Liga konsequent und mutig anzugehen und dabei gerade gegen die direkten Konkurrenten aus Freiburg und Dortmund Big Points einzufahren. Wenn das gelingt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es gem\u00e4\u00df dem Fangesang der Borussia-Fans in der n\u00e4chsten Saison \u201evielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand\u201c geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Photo by Frederic Scheidemann\/Getty Images)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"28 Spieltage, 44 Punkte, Rang 6. 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