{"id":267986,"date":"2025-07-14T17:04:13","date_gmt":"2025-07-14T17:04:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267986\/"},"modified":"2025-07-14T17:04:13","modified_gmt":"2025-07-14T17:04:13","slug":"milliardengeschaeft-in-sicht-bei-zf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/267986\/","title":{"rendered":"Milliardengesch\u00e4ft in Sicht bei ZF"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Aus dem Hause ZF gibt es durchaus auch Positives zu berichten: Der Zulieferer vom Bodensee hat technologisch einiges zu bieten &#8211; ganz besonders in dem immer wichtiger werdenden Segment \u201eChassis Solutions\u201c &#8211; sprich: Fahrwerk-Technologie. Denn gerade hier haben die Friedrichshafener etliche starke L\u00f6sungen parat und profitieren zudem von wichtigen globalen Mega-Trends: dem software-definierten Fahrzeug, der E-Mobilit\u00e4t sowie dem automatisierten Fahren.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eKein anderes Technologieunternehmen hat heute ein solch breites Produktprogramm an Komponenten und Subsystemen\u201c, sagt Peter Holdmann, Mitglied des ZF-Vorstands und verantwortlich f\u00fcr die Pkw-Fahrwerktechnik. In dem Segment, neben \u201eElectrified Powertrain\u201c und \u201eCommercial Vehicle Solutions\u201c einer der drei Kernbereiche von ZF, erwirtschaftet der Konzern vom Bodensee schon heute mehr als zehn Milliarden Euro und gilt als Weltmarktf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Ziel: Zw\u00f6lf Milliarden Euro Umsatz bis 2030<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die ausgesprochen gute Marktposition von ZF in der Fahrwerk-Technologie soll nun weiter ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2030 erwarte man einen Umsatz von \u201ezirka zw\u00f6lf Milliarden Euro\u201c, sagt ein ZF-Sprecher auf Anfrage von Schwaebische.de. Im Gegensatz etwa zur E-Mobilit\u00e4t sei das Fahrwerk-Segment von ZF bereits profitabel. Wie hoch das operative Ergebnis bei \u201eChassis Solutions\u201c ist beziehungsweise wie hoch der Anteil der Division am Gesamtergebnis ausf\u00e4llt, will ZF auf Nachfrage jedoch nicht mitteilen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auf seinem \u201eChassis Tech Day\u201c im Vorfeld der Messe IAA Mobility (9. bis 14. September in M\u00fcnchen) gab der Zulieferer nun in Friedrichshafen Einblicke in Technologie und Strategie im Pkw-\u201eChassis\u201c-Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Fahrwerk-Technologie gewinnt immer mehr an Bedeutung<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Das Thema \u201eChassis\u201c meint alles, was mit L\u00e4ngs-, Quer-, und Vertikaldynamik zu tun hat oder einfacher gesagt alles, was ein Auto stabil, komfortabel und sicher auf der Stra\u00dfe h\u00e4lt: Dazu geh\u00f6ren Lenkungen, Bremsen, D\u00e4mpfungssysteme als mechanische und mechatronische Komponenten, die Radf\u00fchrung mit Leichtbaul\u00f6sungen f\u00fcr Querlenker, Streben und Spurstangen &#8211; aber auch Software- und System-Know-how, wie ZF betont. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte By-Wire-Technologien, bei denen insbesondere Bremsen und Lenkungen keine mechanische Verbindung mehr zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe oder zwischen Bremspedal und Bremse haben.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Fahrwerk-Technologie ist laut dem Zulieferer ein Segment, das immer mehr an Bedeutung gewinnt &#8211; auch und gerade bei E-Fahrzeugen. Denn aus Sicht von ZF wird in der E-Mobilit\u00e4t nicht mehr wie bei Verbrennungsmotoren der Antrieb das Unterscheidungsmerkmal bei Autos sein, sondern das Fahrwerk mit dem digitalen Zusammenspiel aller Komponenten. Der damit verbundene Fahrkomfort werde vor allem beim automatisierten Fahren immer wichtiger.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Weltmarktf\u00fchrer vom Bodensee z\u00e4hlt in der Division \u201eChassis Solutions\u201c rund 33.000 Mitarbeiter an 60 Standorten &#8211; insgesamt sind es noch etwa 160.000 Besch\u00e4ftigte im Konzern. ZF profitiert von einem enormen Bedeutungszuwachs der Fahrwerk-Technologie. Mit intelligenten Maschinen und Komponenten sowie mit System- und Software-Know-how k\u00f6nne man die Nachfrage nach neuen Fahrfunktionen bedienen, hei\u00dft es. ZF gewinne neue Kundenauftr\u00e4ge rund um den Globus, zum Beispiel in Asien, den USA und auch in Europa. Neben Mercedes-Benz und Porsche nutzen mittlerweile auch wichtige chinesische Autobauer &#8211; wie zum Beispiel Nio &#8211; die \u201eChassis\u201c-Technologie von ZF.<\/p>\n<p>Im moderne Auto dreht sich alles um die Software<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Vor allem das software-definierte Fahrzeug wird immer konkreter. Neue leistungsf\u00e4hige Controller b\u00fcndeln schon heute gesamthaft die Steuerung mehrerer Komponenten \u2013 unter anderem f\u00fcr das Fahrwerk, also Bremse, Lenkung und D\u00e4mpfung.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eVon diesem Trend profitieren wir bei ZF doppelt\u201c, erkl\u00e4rt Vorstandsmitglied Holdmann: \u201eEinmal durch die absehbar steigende, internationale Nachfrage nach systemf\u00e4higen Komponenten, etwa nach unseren Steer-by-Wire- oder Brake-by-Wire-L\u00f6sungen. Au\u00dferdem durch den Bedarf an attraktiven Funktionen, die das Zusammenspiel der Komponenten optimal und mit hohem Nutzen f\u00fcr die Endkunden regeln.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Besondere Erwartungen ruhen dabei auf \u201eChassis 2.0\u201c. So nennt ZF seinen Technologie-Ansatz, der dank intelligenter und vernetzungsf\u00e4higer Maschinen und Komponenten neue Fahrwerkfunktionen mittels Software m\u00f6glich macht. \u201eAlle Produkte hat die ZF-Division Chassis Solutions schon heute im Programm\u201c, teilt der Konzern mit. Im Mittelpunkt stehe dabei die Industrialisierung der bereits erw\u00e4hnten \u201eBy-Wire-Technologien\u201c.<\/p>\n<p>ZF-Hightech auf dem chinesischen Markt<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zum Jahresbeginn ging mit dem Nio ET9 erstmals ein Fahrzeug mit einer reinen \u201eSteer-by-Wire\u201c-Lenkung auf dem chinesischen Markt in Serie, die Technik stammt von ZF. Zwei weitere Auftr\u00e4ge von chinesischen Automobilherstellern liegen bereits vor. Einen weiteren Auftrag konnte ZF von Mercedes-Benz gewinnen, die Serienproduktion startet 2026. Zum Chassis 2.0-Produktspektrum von ZF z\u00e4hlen ebenso aktive und semiaktive D\u00e4mpfungssysteme.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eMit unserem Chassis 2.0-Ansatz treffen wir aktuelle Marktanforderungen passgenau\u201c, sagt Holdmann. \u201eWir rechnen damit, dass wir allein mit diesem Teil unseres Produktspektrums bis zum Ende dieses Jahrzehnts etwa 33 Prozent des Weltmarktes beliefern und dabei einen Umsatz von insgesamt 4,8 Milliarden Euro erzielen werden.\u201c Heute macht ZF etwa eine Milliarde Euro Umsatz\u00a0mit \u201eChassis 2.0\u201c-Produkten. Diese w\u00fcrden sowohl von global aktiven europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Volumenherstellern als auch von dynamischen chinesischen Autobauern sowie jungen Start-ups nachgefragt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein weiteres Highlight: ZF bietet seinen Kunden Software unabh\u00e4ngig davon an, ob auch die entsprechenden Aktuatoren &#8211; also die Baueinheiten, die ein Signal in mechanische Bewegung umwandeln &#8211; zum Lieferumfang geh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der Schl\u00fcssel daf\u00fcr ist die Software-Plattform \u201eCubix\u201c, die alle an der L\u00e4ngs-, Quer- und Vertikaldynamik beteiligten Komponenten \u00fcber eine gemeinsame, einheitliche Steuerungslogik nahtlos anspricht und sie harmonisch nach den Vorgaben des Herstellers steuert \u2013 auch wenn ein Teil der dazu notwendigen und im jeweiligen Auto verbauten Fahrwerkkomponenten nicht von ZF stammt.<\/p>\n<p>F\u00e4llt schon bald eine Entscheidung zur Antriebssparte?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In Gesamtkonzern sieht die aktuelle Lage indes nicht ganz so rosig aus: Im Gesch\u00e4ftsjahr 2024 musste ZF einen Verlust von 1,02 Milliarden Euro erleiden. Grund f\u00fcr das negative Nettoergebnis waren laut dem Unternehmen vor allem Einmaleffekte bei Steuern und Abschreibungen sowie hohe R\u00fcckstellungen f\u00fcr die Umbaukosten des kriselnden Konzerns.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auch der Umsatz ging 2024 zur\u00fcck &#8211; von 46,6 Milliarden Euro auf 41,4 Milliarden Euro. Allerdings wirke hier der Einmaleffekt aus der Entkonsolidierung der Produktlinie Achsmontagesysteme (Umsatz: 2,6 Milliarden Euro), wie ZF mitteilte. Der Konzern hat angek\u00fcndigt bis zu 14.000 Stellen &#8211; allesamt in Deutschland &#8211; streichen zu wollen. Der Getriebespezialist, der sich immer mehr zum Technologie-Unternehmen wandelt, leidet unter der Transformation weg vom Verbrenner hin zu Elektro-Antrieb &#8211; und einer gro\u00dfen Schuldenlast von rund zehn Milliarden Euro durch fr\u00fchere Zuk\u00e4ufe.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Noch im Juli will der Aufsichtsrat entscheiden, welche Zukunft die wichtige Antriebssparte (Division E) hat. Zun\u00e4chst wurden hier drei Optionen diskutiert: ein Verbleib im Konzern unter der F\u00fchrung von ZF, Partnerschaften mit anderen Unternehmen sowie auch der vollst\u00e4ndige Verkauf der Sparte. Einen Verkauf hatte ZF-Vorstandsmitglied Mathias Miedreich zuletzt jedoch ausgeschlossen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eDas ist keine Option \u2013 auch, weil die Division E enge Verbindungen zu anderen ZF-Sparten hat und ein integraler Bestandteil des Konzerns ist\u201c, sagte der Chef der Sparte \u201eElektrifizierte Antriebstechnologien\u201c Anfang Juni im Interview mit der \u201eSchw\u00e4bischen Zeitung\u201c. \u201eEine komplette Herausl\u00f6sung w\u00fcrde keinen Sinn machen\u201c, so Miedreich weiter. \u201eKurzum: Der Bereich steht \u2013 entgegen \u00f6ffentlicher Spekulationen \u2013 nicht zum Verkauf.\u201c<\/p>\n<p>Ger\u00fcchte und Partnerschaft mit \u201eFoxconn\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Somit d\u00fcrfte alles auf eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen hinauslaufen. Die \u201eWirtschaftswoche\u201c bringt nun den taiwanesischen Elektroriesen \u201eFoxconn\u201c als m\u00f6glichen Kandidaten ins Spiel, ein Unternehmen, mit dem die Friedrichshafener bereits jetzt in einem Joint Venture zusammenarbeiten. Von ZF hei\u00dft es dazu nur: Das wolle und werde man nicht kommentieren. Bis Ende des Monats d\u00fcrften dann alle deutlich schlauer sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aus dem Hause ZF gibt es durchaus auch Positives zu berichten: Der Zulieferer vom Bodensee hat technologisch einiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":267987,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[134],"tags":[51435,80600,7885,175,170,169,29,80602,1368,80599,60501,27082,8779,80603,29151,30,80601,2263,669,171,174,3678,5272,1620,17016,18731,173,172,12839,56717,27742],"class_list":["post-267986","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-antrieb","tag-antriebssparte","tag-bodensee","tag-business","tag-companies","tag-companies-markets","tag-deutschland","tag-division","tag-e-auto","tag-e-division","tag-e","tag-einstieg","tag-elektro","tag-foxconn","tag-friedrichshafen","tag-germany","tag-getriebe","tag-investor","tag-krise","tag-markets","tag-maerkte","tag-partner","tag-partnerschaft","tag-schulden","tag-standort","tag-transformation","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-verbrenner","tag-zf","tag-zulieferer"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114852676439536644","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267986"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267986\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/267987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}