{"id":268183,"date":"2025-07-14T18:51:09","date_gmt":"2025-07-14T18:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/268183\/"},"modified":"2025-07-14T18:51:09","modified_gmt":"2025-07-14T18:51:09","slug":"eu-wirtschaftsminister-setzen-auf-verhandlungen-dw-14-07-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/268183\/","title":{"rendered":"EU-Wirtschaftsminister setzen auf Verhandlungen \u2013 DW \u2013 14.07.2025"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Wir werden jeden Tag und jede M\u00f6glichkeit bis zum 1. August nutzen, um eine Verhandlungsl\u00f6sung zu finden. Das ist die klare Pr\u00e4ferenz der Minister,&#8220;\u00a0sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Br\u00fcssel. Dort diskutierten die EU-Wirtschaftsminister \u00fcber die\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/zollstreit\/t-73206904\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">j\u00fcngste Wendung im Zollstreit<\/a>. Am\u00a0Wochenende hatte US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> in einem Brief an EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ursula-von-der-leyen\/t-17298806\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ursula von der Leyen<\/a> einen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-z\u00f6lle-in-h\u00f6he-von-30-prozent-auf-eu-waren\/a-73254398\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">30-prozentigen Zoll auf EU-Waren<\/a> angek\u00fcndigt, sollte es bis zum 1. August zu keiner Einigung kommen. Falls die EU Gegenma\u00dfnahmen ergreife, werde er mit noch h\u00f6heren Z\u00f6llen auf EU-Produkte reagieren, erkl\u00e4rte Trump.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Drohung, die Sefcovic f\u00fcr die EU und ihre Mitgliedstaaten als &#8222;absolut inakzeptabel&#8220; bezeichnete. Z\u00f6lle in der angedrohten Gr\u00f6\u00dfenordnung w\u00fcrden jeglichen Handel verhindern. Diese Gefahr sieht auch Politikanalyst Tobias Gehrke vom European Council on Foreign Relations (ECFR). Allerdings m\u00fcssten die Europ\u00e4er ihre Angst \u00fcberwinden, &#8222;dass die Amerikaner eigentlich immer die Eskalationsdominanz haben&#8220;. Denn ob es nun 30 Prozent oder 60 Prozent Z\u00f6lle seien, w\u00fcrde auch keinen gro\u00dfen Unterschied mehr machen. Er sagt, die EU m\u00fcsse zwar nicht sofort zur\u00fcckschlagen, sollte aber konkret formulieren, was ihre n\u00e4chsten Schritte seien.<\/p>\n<p>Kehrtwende \u00fcberraschte Europ\u00e4er<\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Europ\u00e4er d\u00fcrften die Zoll-Ank\u00fcndigungen von Donald Trump unverhofft gekommen sein. &#8222;Ich war nat\u00fcrlich eher \u00fcberrascht, weil letzte Woche eine recht positive Stimmung herrschte, dass bald ein Rahmenabkommen abgeschlossen wird&#8220;,\u00a0sagte etwa der finnischen Handelsminister Ville Tavio.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73266910\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73266910_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Maros Sefcovic spricht in Mikrofone\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>EU-Handelskommissar Maros Sefcovic zeigt sich &#8222;entt\u00e4uscht&#8220; \u00fcber die Ank\u00fcndigung der 30-prozentigen Z\u00f6lle durch die USA. Bild: Yves Herman\/REUTERS<\/p>\n<p>Maros Sefcovic, der die Verhandlungen f\u00fcr die EU f\u00fchrt, war nach einer Vorwarnung durch die US-Amerikaner zwar nicht \u00fcberrascht, aber &#8222;entt\u00e4uscht&#8220;.\u00a0Nach seinem Verst\u00e4ndnis hatte\u00a0man sich einer guten Einigung f\u00fcr beide Seiten angen\u00e4hert. Nun f\u00fchre die Entwicklung zu einer &#8222;v\u00f6llig anderen Dynamik&#8220;.<\/p>\n<p>Europ\u00e4er wollen weiter verhandeln<\/p>\n<p>In der Frage, wie die Europ\u00e4er mit der Situation umgehen wollen, waren sich die Wirtschafts- und Handelsminister mit der EU-Kommission einig: Es wird weiterverhandelt, die Priorit\u00e4t bleibt eine ausgehandelte L\u00f6sung. So betonte der d\u00e4nische Au\u00dfenminister Lars Lokke Rasmussen, das Ergebnis m\u00fcsse eine &#8222;f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung&#8220;\u00a0sein. Gleichzeitig bereite man sich auf alle m\u00f6glichen Szenarien vor. Dies beinhalte robuste and angemessene Gegenma\u00dfnahmen, so der D\u00e4ne, dessen Land gerade die EU-Ratspr\u00e4sidentschaft innehat.<\/p>\n<p>Noch am Sonntag hatte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen angek\u00fcndigt, dass Z\u00f6lle, die ab dem 14. Juli\u00a0als Antwort auf Stahl- und Aluminiumz\u00f6lle automatisch in Kraft treten sollten, weiterhin ausgesetzt blieben. Diese betreffen Waren im Wert von 21 Milliarden Euro.\u00a0Eine zweite Liste, nach der US-Waren im Wert von 72 Milliarden Euro mit Z\u00f6llen versehen w\u00fcrden, h\u00e4tten die Mitgliedstaaten zur Diskussion erhalten, erkl\u00e4rte Sefcovic nach dem Treffen.<\/p>\n<p>Einige Staaten wollten h\u00e4rtere Gangart<\/p>\n<p>Der \u00f6sterreichische Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer pl\u00e4dierte f\u00fcr eine &#8222;klarere Sprache&#8220; gegen\u00fcber den USA und ein &#8222;konsequentes und selbstbewusstes&#8220; Auftreten. F\u00fcr ihn bedeute das, parallel zu den Verhandlungen auch die bereits in Aussicht gestellten Gegenma\u00dfnahmen in Kraft zu setzen. Au\u00dferdem wolle er ein drittes Paket vorbereiten, mit denen die Digitalkonzerne getroffen werden.<\/p>\n<p>EU gegen BigTech: Folgen des Zollstreits f\u00fcr die Regulierung<\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To play this audio please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\">supports HTML5 audio<\/a><\/p>\n<p>Frankreichs Au\u00dfenhandelsminister Laurent Saint-Martin erkennt nach den Ank\u00fcndigungen vom Samstag die Notwendigkeit, dass die EU ihre Strategie \u00e4ndert. Gegenz\u00f6lle reichten als Reaktion nicht aus. Es sollte auch das Instrument zum Schutz der EU vor wirtschaftlichen Zwang in Erw\u00e4gung gezogen werden. Das &#8222;Anti-Coercion Instrument&#8220; (ACI) soll dazu dienen, Drittstaaten von wirtschaftlichen Drohungen abzuschrecken. Und es soll der EU die M\u00f6glichkeit geben, mit Gegenma\u00dfnahmen zu reagieren, falls diese Drohungen dennoch umgesetzt werden. Das Anti-Zwangs-Instrument sieht demnach weitreichende Ma\u00dfnahmen zu Handelsbeschr\u00e4nkungen vor. Auch die Besteuerung von US-Digitalkonzernen wird in der EU immer wieder diskutiert.<\/p>\n<p>Dass Europa bislang nicht zur\u00fcckgeschlagen hat, h\u00e4lt Politikanalyst Tobias Gehrke f\u00fcr einen Fehler. Dies h\u00e4tte in seinen Augen bereits viel fr\u00fcher geschehen m\u00fcssen. Denn es sei viel dar\u00fcber geredet worden, dass Europa eine Position der St\u00e4rke habe, diese aber nie nutzte. In dem neuen 72-Milliarden-Paket an Gegenma\u00dfnahmen sieht Gehrke ein wirksames Druckmittel. Allerdings kritisiert er, dass sich die Wirtschaftsminister nicht explizit hinter das Anti-Zwangs-Instrument gestellt haben.<\/p>\n<p>So bleibt die Strategie auch nach dem Treffen wie sie schon vorher war: Es wird weiterverhandelt. Zugleich bereitet man sich auf alle Eventualit\u00e4ten vor. Falls die Verhandlungen scheitern, m\u00fcssen alle Optionen auf dem Tisch liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Wir werden jeden Tag und jede M\u00f6glichkeit bis zum 1. August nutzen, um eine Verhandlungsl\u00f6sung zu finden. 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