{"id":269018,"date":"2025-07-15T02:49:23","date_gmt":"2025-07-15T02:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269018\/"},"modified":"2025-07-15T02:49:23","modified_gmt":"2025-07-15T02:49:23","slug":"bei-zf-bahnt-sich-maechtig-zoff-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269018\/","title":{"rendered":"Bei ZF bahnt sich m\u00e4chtig Zoff an"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Mitarbeiter von ZF am Standort Friedrichshafen sollen noch mehr Verzicht \u00fcben als ohnehin schon beschlossen. \u201eDer Betriebsrat will das nicht mehr l\u00e4nger mitmachen\u201c, sagte nun Franz-Josef M\u00fcller, Betriebsratsvorsitzender des \u201eBetriebs Z\u201c, nach der Betriebsversammlung der Unternehmenseinheit am Montag in Friedrichshafen. M\u00fcller kritisiert scharf, dass der Vorstand nun noch weitere Zugest\u00e4ndnisse vor der Belegschaft einfordert &#8211; \u201eund dies, ohne eine Gegenleistung daf\u00fcr anzubieten\u201c.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein ZF-Sprecher best\u00e4tigte auf Anfrage von Schwaebische.de solche Pl\u00e4ne mit den Worten: \u201eJa, es besteht weiterer Handlungsbedarf.\u201c Konkrete Details oder auch Zahlen, wie viele Millionen Euro zus\u00e4tzlich eingespart werden m\u00fcssen, wollte er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht nennen. Die \u201eSituation in der Welt\u201c versch\u00e4rfe sich weiter, betonte der Sprecher. Die Verunsicherung der Verbraucher und folglich deren Kaufzur\u00fcckhaltung f\u00fchrten zu \u201esinkenden Ums\u00e4tzen\u201c bei dem Zulieferer vom Bodensee, der am 31. Juli seine Halbjahreszahlen vorlegen wird. Besonders bedrohlich f\u00fcr das Gesch\u00e4ft von ZF: Die nun von US-Pr\u00e4sident Donald Trump angedrohten Z\u00f6lle von 30 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eWir sehen eklatante Management-Fehler\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eEs wird immer nur erz\u00e4hlt, was drau\u00dfen falsch l\u00e4uft und wof\u00fcr man entsprechend nichts kann\u201c, entgegnet Igor Panic, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des \u201eBetriebs Z\u201c, solchen Argumenten. Mit \u201eZ\u201c werden die ZF-Zentralbereiche sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen des Unternehmens in Friedrichshafen bezeichnet. \u201eWir sehen vielmehr eklatante Management-Fehler\u201c, sagt Panic. Durch eine vor\u00fcbergehende Reduzierung der Arbeitszeit und damit auch des Einkommens der Mitarbeiter sowie zahlreiche weitere Ma\u00dfnahmen seien im \u201eBetrieb Z\u201c schon jetzt rund 30 Millionen Euro eingespart worden, stellt der Betriebsrat klar.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">In Anbetracht der Probleme des Gesamtkonzerns muten solche Summen allerdings fast schon wie die ber\u00fchmten \u201ePeanuts\u201c des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs\u00a0Hilmar Kopper an. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2024 musste ZF einen Verlust von 1,02 Milliarden Euro hinnehmen. Auch der Umsatz ging 2024 merklich zur\u00fcck &#8211; von 46,6 Milliarden Euro auf 41,4 Milliarden. Und im ersten Halbjahr 2025 d\u00fcrfte es nicht unbedingt besser aussehen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der traditionsreiche Getriebespezialist, der sich immer mehr zum Technologie-Unternehmen wandelt, leidet stark unter der \u00e4u\u00dferst anspruchsvollen Transformation weg vom Verbrenner hin zum Elektro-Antrieb und einer enormen Schuldenlast von mehr als zehn Milliarden Euro durch fr\u00fchere Zuk\u00e4ufe &#8211; vor allem TRW und Wabco. Dazu kommen noch konjunkturelle Sorgen in der Automobilindustrie sowie Themen wie die im Raum stehenden US-Z\u00f6lle, die Angst vor CO\u2082-Strafen\u00a0in der Autoindustrie und die Knappheit von Rohstoffen wie Seltener Erden. Nicht wenige Experte sehen darin einen \u201eperfekten Sturm\u201c, in dem sich ZF und viele weitere Zulieferer und Autobauer befinden.<\/p>\n<p>Bereits 5700 Vollzeitstellen in Deutschland abgebaut<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Im Sommer 2024 hatte ZF angek\u00fcndigt, bis 2028 bis zu 14.000 Vollzeitstellen streichen zu wollen &#8211; allesamt in Deutschland. Rund 5700 Personalkapazit\u00e4ten sind laut dem ZF-Sprecher bis Mitte dieses Jahres bereits abgebaut worden. Besonderes Augenmerk legt ZF nun auf die kriselnde Antriebssparte &#8211; auch \u201eDivision E\u201c &#8211; genannt. Diese leidet unter dem nur langsamen Hochlaufen der E-Mobilit\u00e4t und fehlender Wettbewerbsf\u00e4higkeit in vielen Segmenten. Das Ergebnis: erhebliche Verluste, die ZF allerdings nicht genauer beziffern will.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Noch im Juli soll der Aufsichtsrat von ZF entscheiden, welche Zukunft die Antriebssparte in dem Konzern haben wird. Dabei kristallisiert sich immer mehr heraus, dass ZF den k\u00fcnftigen Einstieg eines Investors vorbereiten k\u00f6nnte, um die Division wieder zu st\u00e4rken und vor allem wettbewerbsf\u00e4hig zu machen. \u201eEin Komplettverkauf ist kein Thema\u201c, sagte der ZF-Sprecher auf Nachfrage. Dies sei im \u00dcbrigen die Meinung des gesamten Vorstands, entgegnet er ganz klar Spekulationen, nach denen es dar\u00fcber Uneinigkeit in dem Gremium geben solle. Doch auch ohne das Worst-Case-Szenario Verkauf drohen der Antriebssparte ausgesprochen harte Einschnitte, um diese \u00fcberhaupt f\u00fcr ein anderes Unternehmen attraktiv zu machen.<\/p>\n<p>Betriebsrat will vorerst nicht mehr mit Vorstand reden<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Entsprechend schwanke die Stimmung in der Belegschaft \u201ezwischen Unmut und Resignation\u201c, berichtet Panic von der Betriebsversammlung mit mehr als 1500 Teilnehmern in der Messe Friedrichshafen. Bei \u201eZ\u201c arbeiten 1450 Besch\u00e4ftigte &#8211; vor allem aus der Forschung und Entwicklung -, die direkt der \u201eDivision E\u201c zugeordnet sind. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4ren viele weitere\u00a0Mitarbeiter \u00a0&#8211; etwa in der Personalabteilung oder im Backoffice &#8211; zumindest indirekt von einer Ausgliederung der Antriebssparte betroffen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Die Ausgliederung solch einer Einheit gleicht \u201eeiner Operation am offenen Herzen\u201c, sagt Panic. Die Division sei viel zu sehr mit dem Rest des Unternehmens verwachsen. \u201eUns fehlt schlichtweg die Phantasie, wie das funktionieren soll &#8211; vor allem in der K\u00fcrze der Zeit\u201c, betont der Arbeitnehmervertreter. Deshalb wollen die Betriebsr\u00e4te nun auf Konfrontationskurs zum Vorstand gehen &#8211; durch zwei Ma\u00dfnahmen, wie Franz-Josef M\u00fcller berichtet: Erstens, man werde keine Gespr\u00e4che mehr mit dem Arbeitgeber f\u00fchren und auch keine weiteren Zugest\u00e4ndnisse machen, bis die Zukunft der \u201eDivision E\u201c gekl\u00e4rt ist. Zweitens, die Betriebsversammlung am Montag wurde nicht beendet, sondern \u201enur unterbrochen\u201c. Das hei\u00dft, sie kann und soll an anderer Stelle und an einem anderen Ort fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Sicherheit der Mitarbeiter &#8211; \u201eDas hat sich jetzt ge\u00e4ndert\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bisher h\u00e4tten sich die ZF-Mitarbeiter am Bodensee &#8211; bei allen Einschnitten &#8211; immer noch sehr sicher gef\u00fchlt, berichtet M\u00fcller und f\u00fcgt an: \u201eDas hat sich jetzt aber ge\u00e4ndert. Die Besch\u00e4ftigten sind heute aufgewacht.\u201c F\u00fcr Proteste sei es im Moment noch zu fr\u00fch, sagt der Arbeitnehmervertreter &#8211; allerdings halten sich die Betriebsr\u00e4te alle Optionen offen. Bei ZF liegt also m\u00e4chtig Zoff in der Luft.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Mitarbeiter von ZF am Standort Friedrichshafen sollen noch mehr Verzicht \u00fcben als ohnehin schon beschlossen. \u201eDer Betriebsrat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":229990,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[51435,80600,7885,175,170,169,29,1368,80599,27082,8779,29151,30,80601,2263,669,171,174,3678,1620,17016,18731,173,172,12839,56717,27742],"class_list":{"0":"post-269018","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-antrieb","9":"tag-antriebssparte","10":"tag-bodensee","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-deutschland","15":"tag-e-auto","16":"tag-e-division","17":"tag-einstieg","18":"tag-elektro","19":"tag-friedrichshafen","20":"tag-germany","21":"tag-getriebe","22":"tag-investor","23":"tag-krise","24":"tag-markets","25":"tag-maerkte","26":"tag-partner","27":"tag-schulden","28":"tag-standort","29":"tag-transformation","30":"tag-unternehmen","31":"tag-unternehmen-maerkte","32":"tag-verbrenner","33":"tag-zf","34":"tag-zulieferer"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114854976822407796","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=269018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/269018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/229990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=269018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=269018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=269018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}