{"id":269491,"date":"2025-07-16T10:10:14","date_gmt":"2025-07-16T10:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269491\/"},"modified":"2025-07-16T10:10:14","modified_gmt":"2025-07-16T10:10:14","slug":"der-koerper-als-schlachtfeld-sexualisierte-gewalt-als-waffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269491\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6rper als Schlachtfeld \u2013 Sexualisierte Gewalt als Waffe"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-sans font-medium\">Cherson, Ukraine. Sexualisierte Gewalt bleibt in vielen Konflikten ein verborgenes Verbrechen. Betroffene aus der Ukraine erz\u00e4hlen ihre Geschichten.<\/p>\n<p>\u201eIch wusste, ich werde nicht \u00fcberleben, nur \u00fcberstehen,\u201c erz\u00e4hlt Mariya, eine ehemalige Anw\u00e4ltin aus der ukrainischen Region Cherson. Ihre Stimme ist ruhig, fast tonlos, als sie \u00fcber das Grauen spricht, das sie erlebt hat. Sie ist eine von vielen, die im <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article409482610\/russland-setzt-im-krieg-gegen-ukraine-auf-perfide-neue-taktik.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1752347718\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">russischen Angriffskrieg<\/a> zur Zielscheibe systematischer Vergewaltigungen wurden. \u201eIch sa\u00df in der Ecke, zusammengerollt, mit meinen Armen um mich geschlungen. Ich hatte Angst, dass sich mir irgendjemand n\u00e4hert,\u201c schildert sie die Tortur, die sie durch russische Soldaten erleben musste.<\/p>\n<p>Mariya ist nicht allein. Weltweit gibt es unz\u00e4hlige Frauen und M\u00e4dchen, f\u00fcr die \u00e4hnlich grausame Szenarien Realit\u00e4t sind. Laut Unicef wurden mehr als <strong>370 Millionen M\u00e4dchen und Frauen<\/strong> unter 18 Jahren Opfer von Vergewaltigung. In Kriegsgebieten ist die Dunkelziffer noch h\u00f6her: In den von der Ukraine zur\u00fcckeroberten Gebieten geht man davon aus, dass die tats\u00e4chliche Zahl der Opfer von sexualisierter Gewalt bis zu 20-mal h\u00f6her ist als die offiziell dokumentierten 340 F\u00e4lle, die die Generalstaatsanwaltschaft bislang untersucht. <\/p>\n<p>Im Podcast \u201eIm Krisenmodus\u201c spricht Journalist Jan Jessen mit den betroffenen Frauen dieser Gewalttaten und l\u00e4sst sie ihre Geschichte erz\u00e4hlen:<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/409508360_1752634680_v1_1_200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[1\/1] \" alt=\"209062_569_209062_cover.jpg\" title=\"209062_569_209062_cover.jpg\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p><strong>Sexualisierte Gewalt als strategische Kriegswaffe in der Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>Sexualisierte Gewalt ist keine Randerscheinung des Krieges, sondern Teil einer gezielten Strategie. \u201eSexualisierte Gewalt wird als gezielte Waffe eingesetzt, um die Gesellschaft systematisch zu brechen,\u201c sagt Iryna Dovgan, Gr\u00fcnderin der Selbsthilfeorganisation <a href=\"https:\/\/semaukraine.org.ua\/en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">SEMA<\/a>. Sie wei\u00df das aus eigener Erfahrung: 2014, w\u00e4hrend der russischen Besatzung im Donbas, wurde Dovgan selbst gefoltert und von russischen Soldaten erniedrigt. Heute setzt sie sich mit SEMA f\u00fcr \u00fcber 1.000 \u00dcberlebende sexualisierter Gewalt ein. <\/p>\n<p>Doch der Kampf der \u00dcberlebenden endet nicht mit der physischen Befreiung. Neben den massiven Traumata haben sie mit gesellschaftlichem Stigma zu k\u00e4mpfen. \u201eViele Frauen schweigen aus Scham oder Angst vor Rache,\u201c erkl\u00e4rt Dovgan. Dieses Schweigen erm\u00f6glicht es den T\u00e4tern, ungestraft zu bleiben, und macht die Aufarbeitung solcher Verbrechen noch schwieriger. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/409227011_1751119445_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full aspect-[16\/9] \" alt=\"Ukraine-Krieg\" title=\"Die Schicksale Ukrainischer Frauen in Russischer Gefangenschaft. Mariya Vergewaltigungsopfer am 18. Mai 2025 in Cherson. Foto: Reto Klar \/ FUNKE Foto Services\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      Die Schicksale Ukrainischer Frauen in Russischer Gefangenschaft. Mariya Vergewaltigungsopfer am 18. Mai 2025 in Cherson. Foto: Reto Klar \/ FUNKE Foto Services<br \/>\n      \u00a9 FUNKE Foto Services | Reto Klar\n    <\/p>\n<p>Dabei ist diese Form der Gewalt kein Zufall und kein \u201eKollateralschaden\u201c. \u201eSie nutzen unsere K\u00f6rper, um uns als Gesellschaft zu brechen \u2013 um uns unsere W\u00fcrde zu nehmen,\u201c beschreibt Dovgan die gezielte Strategie, die hinter diesen Angriffen steht. Ihr Ziel sei es, Menschen psychologisch zu zerst\u00f6ren und die Widerstandskraft der ukrainischen Gesellschaft zu zerm\u00fcrben. Dieses Kalk\u00fcl offenbart, wie perfide sexualisierte Gewalt von den T\u00e4tern als Kriegswaffe instrumentalisiert wird.<\/p>\n<p>   Mehr Reportagen von Kriegsreporter Jan Jessen  <\/p>\n<p><strong>Folgen Sie dem Podcast \u201eIm Krisenmodus\u201c:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/so-fuehlt-sich-krieg-an.blogs.audiorella.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Im Podcast \u201eIm Krisenmodus\u201c<\/a>  wird denjenigen eine Stimme gegeben, die den Alltag in Krisen- und Kriegsgebieten hautnah erleben. Soldaten, Helfer und Betroffene teilen ihre bewegenden Geschichten und berichten von den Herausforderungen und Trag\u00f6dien, die Krieg und humanit\u00e4re Krisen t\u00e4glich mit sich bringen. <\/p>\n<p>   Hauptstadt Inside von J\u00f6rg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Hinter den Kulissen der Politik &#8211; meinungsstark, exklusiv, relevant.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p><strong>Journalist Jan Jessen<\/strong>, bekannt f\u00fcr seine Reportagen aus den Brennpunkten der Welt, reist direkt an die Fronten und in Krisengebiete, um diese Geschichten einzufangen. Mit seiner journalistischen Expertise und sensiblen Herangehensweise gibt er den Menschen in Kriegs- und Konfliktregionen eine Plattform, die geh\u00f6rt werden muss. <\/p>\n<p>Alle zwei Wochen erscheint eine neue, eindringliche Folge, die die H\u00f6rer:innen in eine andere Krisenregion entf\u00fchrt. Der Podcast l\u00e4sst nicht nur das Grauen, sondern auch die Widerstandskraft und den Mut der Menschen sp\u00fcren, deren Leben durch Konflikte ersch\u00fcttert wurde. <\/p>\n<p>Folgen Sie Im Krisenmodus auf <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0IQW1w25NYSrz60aAPzwvB\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Spotify<\/a>, <a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/im-krisenmodus\/id1626113086\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Apple,<\/a> <a href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/d35c5cac-663f-41e7-a10f-146792ab0a08\/im-krisenmodus\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Amazon<\/a> oder Ihrer bevorzugten Podcast-App.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cherson, Ukraine. Sexualisierte Gewalt bleibt in vielen Konflikten ein verborgenes Verbrechen. 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