{"id":269653,"date":"2025-07-16T11:37:11","date_gmt":"2025-07-16T11:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269653\/"},"modified":"2025-07-16T11:37:11","modified_gmt":"2025-07-16T11:37:11","slug":"eu-reagiert-ernuechtert-auf-trumps-ukraine-wende-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269653\/","title":{"rendered":"EU reagiert ern\u00fcchtert auf Trumps Ukraine-Wende &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Wie Begeisterung klingt? So: \u201eHerr Pr\u00e4sident, lieber Donald, das ist wirklich eine gro\u00dfe Sache. Wirklich eine gro\u00dfe Sache. Sie wollen, dass die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> sich weiter verteidigen kann, aber Sie wollen auch, dass die Europ\u00e4er daf\u00fcr bezahlen. Was vollkommen logisch ist.\u201c Die S\u00e4tze stammen von Mark Rutte, Generalsekret\u00e4r der Nato, und gesagt hat er sie am Montag in Washington, w\u00e4hrend er neben US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> im Oval Office sa\u00df. Die \u201ewirklich gro\u00dfe Sache\u201c, die Rutte lobpries, war Trumps Entscheidung, der Ukraine dringend ben\u00f6tigte Waffen- und Munitionstypen zu liefern \u2013 sofern die Europ\u00e4er die Rechnung daf\u00fcr komplett \u00fcbernehmen. F\u00fcr Amerika sei das ein gutes \u201eGesch\u00e4ft\u201c, so Trump.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Wie Begeisterung nicht klingt? So: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen die Entscheidung von Pr\u00e4sident Trump, obwohl wir es gern sehen w\u00fcrden, dass die USA einen Teil der Last tragen. Wenn wir f\u00fcr diese Waffen bezahlen, ist es unsere Unterst\u00fctzung. Es ist europ\u00e4ische Unterst\u00fctzung. Wenn man verspricht, Waffen zu geben, aber sagt, dass jemand anderes daf\u00fcr bezahlt, dann gibt man sie nicht wirklich selbst, oder?\u201c Diese S\u00e4tze wiederum stammen von Kaja Kallas, der Au\u00dfenbeauftragten der EU. Kallas \u00e4u\u00dferte sie am Dienstag in Br\u00fcssel, nach einem Treffen der Au\u00dfenminister und -ministerinnen der Union. Und sie goss damit eine geh\u00f6rige Ladung kalten Wassers auf die Vereinbarung, die Rutte \u2013 unter ma\u00dfgeblicher Mithilfe von Bundeskanzler Friedrich Merz \u2013 in den vergangenen Wochen mit der Trump-Regierung ausgehandelt hatte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zu dieser Vereinbarung, deren Details nun so langsam durchsickern, gibt es in Br\u00fcssel mindestens zwei Interpretationen. Nach der einen, die vor allem von der Nato verbreitet wird, ist die Einigung ein gro\u00dfer Erfolg \u2013 siehe Ruttes \u00fcberschw\u00e4nglichen Dank an Trump: Die USA erlauben es den Europ\u00e4ern, Waffen in Amerika einzukaufen \u2013 vor allem Patriot-Flugabwehrbatterien \u2013 und diese an die Ukraine weiterzureichen. Um Trump diesen Deal zu vers\u00fc\u00dfen, respektive: um ihn \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich zu machen, \u00fcbernehmen die Europ\u00e4er die vollen Kosten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlich hat bisher nur Kaja Kallas Zweifel erkennen lassen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die andere Interpretation, auf die man eher in der EU st\u00f6\u00dft, ist weniger euphorisch, was in den \u00c4u\u00dferungen von Kallas zum Ausdruck kommt. Danach haben sich die USA mit der Vereinbarung praktisch aus der direkten milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung der Ukraine verabschiedet. Sie tragen eben keinen \u201eTeil der Last\u201c mehr, sondern machen daraus, dass Europa die B\u00fcrde schultert, ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr amerikanische R\u00fcstungsfirmen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Besonders viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die jeweils andere Sichtweise hat keine Seite. Auf die Kallas-Kommentare angesprochen, antwortet ein ranghoher Mitarbeiter im Br\u00fcsseler Nato-Hauptquartier, er k\u00f6nne dazu nun leider wirklich nichts sagen \u2013 gefolgt von einem verschw\u00f6rerisch zwinkerndem Emoji-Gesicht. Bei der EU hingegen wird darauf verwiesen, dass Schmeicheleien bei Trump nur kurzfristig hilfreich seien. Ob Europa mit der Vereinbarung aber langfristig einen guten Deal gemacht habe, sei l\u00e4ngst nicht klar.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In der EU wird zudem mit gro\u00dfer Skepsis auf den zweiten Bestandteil der Trump-Ank\u00fcndigung vom Montag hingewiesen: die Drohung, Russland und alle L\u00e4nder, die \u00d6l und Gas von Moskau kaufen, mit Strafz\u00f6llen in H\u00f6he von 100 Prozent zu belegen \u2013 allerdings erst nach Ablauf einer Frist von 50 Tagen. Kallas hatte auch das schon mit der spitzen Bemerkung zur Kenntnis genommen, 50 Tage seien eine lange Zeit, wenn t\u00e4glich Zivilisten get\u00f6tet w\u00fcrden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Aufmerksamen Beobachtern in Br\u00fcssel fiel angesichts der Zahl 50 allerdings auch wieder ein, was die Nachrichtenplattform Axios j\u00fcngst berichtet hatte. Demnach hat der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin seinem amerikanischen Kollegen Trump in einem Telefonat am 3. Juli gesagt, er werde die Angriffe in der Luft und am Boden in den kommenden 60 Tagen ausweiten. Warum, so fragt man sich in Br\u00fcssel, verschont ihn Trump dann zehn Tage sp\u00e4ter f\u00fcr weitere 50 Tage von Sanktionen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u00d6ffentlich l\u00e4sst bisher nur Kallas solche Zweifel durchblicken. Die meisten europ\u00e4ischen Regierungen haben die Vereinbarung mit Trump hingegen begr\u00fc\u00dft. Allerdings f\u00e4llt auf, welche Staaten sich laut Rutte an dem europ\u00e4ischen Waffeneinkauf in Amerika beteiligen wollen: An erster Stelle steht dabei Deutschland, das wohl einen \u00fcberproportionalen Anteil der Rechnung bezahlen wird. Aus der EU folgen dann jedoch nur noch Finnland, D\u00e4nemark, Schweden und die Niederlande. Die anderen Mitglieder der Gruppe sind Nato-Staaten: Norwegen, Gro\u00dfbritannien, Kanada. Die gro\u00dfen EU-L\u00e4nder Frankreich, Italien und Spanien fehlen. Sie halten von Trumps Gesch\u00e4ft offenbar nicht so viel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie Begeisterung klingt? So: \u201eHerr Pr\u00e4sident, lieber Donald, das ist wirklich eine gro\u00dfe Sache. 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