{"id":269733,"date":"2025-07-16T12:19:11","date_gmt":"2025-07-16T12:19:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269733\/"},"modified":"2025-07-16T12:19:11","modified_gmt":"2025-07-16T12:19:11","slug":"juristin-brosius-gersdorf-bei-lanz-vertrete-absolut-gemaessigte-positionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269733\/","title":{"rendered":"Juristin Brosius-Gersdorf bei Lanz: \u00abVertrete absolut gem\u00e4ssigte Positionen\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Die Rechtsprofessorin Brosius-Gersdorf sollte eigentlich Verfassungsrichterin werden. Doch weil es in CDU und CSU keine Einigkeit \u00fcber sie gab, wurde die Wahl abgesagt. Nun \u00e4usserte sie sich zu den Vorw\u00fcrfen im ZDF.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf war bereits im Sommer vergangenen Jahres zu Gast in der ZDF-Talkshow \u00abMarkus Lanz\u00bb. Sie sprach von einem m\u00f6glichen AfD-Verbotsverfahren als einem Akt der \u00abwehrhaften Demokratie\u00bb.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"5100\" height=\"3393\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c94776ca-04ac-489e-89f9-19dee3ec17ea.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    Die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf war bereits im Sommer vergangenen Jahres zu Gast in der ZDF-Talkshow \u00abMarkus Lanz\u00bb. Sie sprach von einem m\u00f6glichen AfD-Verbotsverfahren als einem Akt der \u00abwehrhaften Demokratie\u00bb. <\/p>\n<p>Imago \/ Teutopress GmbH<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08rs1da1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Die Wahl von Verfassungsrichtern im Deutschen Bundestag ist in der Regel einge\u00fcbte Routine. Das ist nun anders. Und das liegt vor allem an einer Personalie: an der Potsdamer Rechtsprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf, die die SPD f\u00fcr den Posten aufgestellt hat. Weil es bei CDU und CSU keine Einigung \u00fcber sie gab, fiel am Freitag die Wahl aus.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08sjmi01\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Sie sei zu links f\u00fcr das Gericht, hiess es, etwa weil sie f\u00fcr eine Legalisierung der Abtreibung in der Fr\u00fchphase der Schwangerschaft eintrete. Anstoss erregten auch ihre Positionen zu einem m\u00f6glichen AfD-Verbotsverfahren am Bundesverfassungsgericht und zu einer Impfpflicht gegen das Coronavirus. Am Dienstagabend nahm sie im Gespr\u00e4ch mit dem Moderator <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/lanz-sendung-mit-vier-muslimen-ueber-radikalen-islam-mansour-gegen-huebsch-ld.1832817\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Markus Lanz im ZDF<\/a> ausf\u00fchrlich Stellung zu den Vorw\u00fcrfen \u2013 und wies sie vollumf\u00e4nglich zur\u00fcck. Gleichzeitig hielt sie weiter an ihrer Nominierung fest. Sie w\u00fcrde erst dann verzichten, wenn dem Bundesverfassungsgericht oder der Stabilit\u00e4t der Regierung durch die Debatte Schaden drohe.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08shi370\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abIch vertrete absolut gem\u00e4ssigte Positionen aus der Mitte unserer Gesellschaft\u00bb, sagte Brosius-Gersdorf. Sie stellte ihre Position zum <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/abtreibungen-in-deutschland-von-aerzten-und-abtreibungsgegnern-ld.1717909\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schwangerschaftsabbruch<\/a> so dar, dass sie zwischen dem Lebensrecht des Embryos und dem der Schwangeren abw\u00e4ge. Sie sei f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Legalisierung von Abtreibungen in der Fr\u00fchphase der Schwangerschaft, allerdings nicht zu jedem Zeitpunkt. Dies stehe im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Mehrere Medien h\u00e4tten ihre juristische Argumentation falsch wiedergegeben, sagte sie. Eine entsprechende anwaltliche Erkl\u00e4rung hatte sie am Dienstagmorgen herausgegeben.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08ssrvk0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Juristin liess sich auch auf die Frage des Moderators ein, wie sie zu ihren fr\u00fcheren \u00c4usserungen \u00fcber eine Impfpflicht gegen das Coronavirus sowie \u00fcber ein <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/deutsche-verfassungsrechtler-wollen-die-afd-verbieten-ld.1859812\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">AfD-Verbotsverfahren<\/a> stehe. Zumindest an einer Stelle sprach Brosius-Gersdorf von einer \u00abungl\u00fccklichen\u00bb Formulierung: Es ging um ihre Aussage, selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Verbots der AfD durchs Bundesverfassungsgericht sei damit \u00abnat\u00fcrlich nicht die Anh\u00e4ngerschaft beseitigt\u00bb. So \u00e4usserte sie sich im Sommer vergangenen Jahres in der Talkshow des Moderators Lanz.<\/p>\n<p>Brosius-Gersdorf geht mit Anwalt gegen Plagiatsverdacht vor<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08t3gh70\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Brosius-Gersdorf rechtfertigte indes ihre \u00dcberlegungen von einem Fernsehauftritt im November 2021, wonach der Staat m\u00f6glicherweise in der verfassungsrechtlichen Pflicht sei, eine <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/der-andere-blick\/die-gesellschaft-in-deutschland-ist-nicht-nur-gespalten-sondern-zerrissen-ld.1659479\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Impfpflicht gegen das Coronavirus einzuf\u00fchren.<\/a> Sie habe sich damals angesichts der hohen Inzidenzen so ge\u00e4ussert, sagte sie. Das m\u00fcsse im Licht der damaligen Zeit betrachtet werden. Lanz erinnerte daran, dass damals ein grosser Teil der Deutschen ebenfalls eine Impfpflicht bef\u00fcrwortet hatte.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08u890b0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Das war nicht die einzige umstrittene \u00c4usserung der Juristin w\u00e4hrend der Pandemie. In einem Aufsatz trat sie daf\u00fcr ein, Ungeimpfte an den Behandlungskosten f\u00fcr schwer am Coronavirus Erkrankte zu beteiligen. Bei Lanz verteidigte sie diese Position mit dem Argument, jeder Krankenversicherte sei Mitglied einer Solidargemeinschaft. Es gehe immer um das \u00abSpannungsfeld zwischen Eigenverantwortung auf der einen Seite und Solidarit\u00e4t auf der anderen Seite\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08uc7nn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">So ging es im Verlauf der Sendung weiter. Lanz fragte Brosius-Gersdorf zu ihrer Ansicht, wonach das Tragen des muslimischen Kopftuchs durch Rechtsreferendarinnen nicht zwingend gegen das staatliche Neutralit\u00e4tsgebot verstosse. Sie hoffe, dass das Bundesverfassungsgericht bald seine Rechtsprechung korrigiere, schrieb sie in einem Gastbeitrag f\u00fcr den \u00abTagesspiegel\u00bb. Die Juristin h\u00e4lt nach wie vor daran fest. Man d\u00fcrfe als Rechtswissenschafterin auch Urteile des Bundesverfassungsgerichts kritisieren, sagte sie.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j08uljut0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Allein zu einer Frage des Moderators nahm Brosius-Gersdorf keine Stellung. Er wollte wissen, wie sie zu dem Plagiatsverdacht gegen sie stehe, den der Salzburger Kommunikationswissenschafter <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/hat-habeck-in-seiner-doktorarbeit-plagiiert-gruenen-kandidat-bestreitet-vorwuerfe-ld.1870376\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stefan Weber<\/a> in die Welt gesetzt hatte. Er hatte auf seinem Blog auf mehrere Text\u00fcberschneidungen zwischen Brosius-Gersdorfs Dissertation und der Habilitationsschrift ihres Mannes aufmerksam gemacht. Brosius-Gersdorf sagte, ihr Ehemann und sie h\u00e4tten einen Anwalt damit beauftragt, gegen entsprechende Vorw\u00fcrfe vorzugehen. Bis dahin \u00e4ussere sie sich dazu nicht.<\/p>\n<p>\u00abPlagiatsvorwurf steht schon per Definition nicht im Raum\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j09dpbqf0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Am Mittwochmittag hat die Stuttgarter Kanzlei Quaas und Partner ein Kurzgutachten vorgelegt. Brosius-Gersdorf ist demnach kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorzuwerfen. \u00abDie Pr\u00fcfung hat ergeben, dass die Vorw\u00fcrfe unbegr\u00fcndet sind und keine Substanz haben\u00bb, erkl\u00e4ren die Rechtsanw\u00e4lte Michael Quaas und Peter Sieben von der Anwaltskanzlei Quaas und Partner in einem Begleitschreiben. Die Kanzlei gibt ausdr\u00fccklich eine vorl\u00e4ufige Bewertung ab. \u00abEine ausf\u00fchrliche rechtliche Bewertung soll gegebenenfalls zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erfolgen\u00bb, heisst es in dem Kurzgutachten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j09e3hrn0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Dissertation von Brosius-Gersdorf und die Habilitationsschrift ihres Mannes Hubertus wurden beide 1997 an der Universit\u00e4t Hamburg eingereicht. Die Kanzlei betrachtete \u00e4hnliche Fussnoten, Textstellen und \u00c4hnlichkeiten in \u00dcberschriften. \u00abWenn sich bei inhaltlich vergleichbaren Fragestellungen beide Autoren auf die in der Regel begrenzte Anzahl an Ver\u00f6ffentlichungen beziehen, betrifft das die eigene wissenschaftliche Leistung schon nicht im Ansatz\u00bb, schreibt die Kanzlei zum Thema Fussnoten.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j09e9j0e0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">\u00abAuch die teilweise \u00e4hnlichen Ausf\u00fchrungen in den Texten deuten, und so stellt es auch Herr Dr. Weber dar, allenfalls auf einen gedanklichen Austausch hin, nicht aber darauf, dass einer der Beteiligten von der oder dem anderen, ohne dies kenntlich zu machen, Inhalte \u00fcbernommen h\u00e4tte. Das heisst, ein Plagiatsvorwurf steht schon per Definition nicht im Raum.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j09e9jag0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ausserdem gehe es nur um wenige Stellen, quantitativ und qualitativ fielen diese nicht ins Gewicht. Auch sei die Habilitationsschrift ihres Mannes sp\u00e4ter erstellt worden als die Doktorarbeit von Brosius-Gersdorf.<\/p>\n<p data-team-footnote=\"\" id=\"id-doc-1j09eahvq0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent footnote nzzinteraction\">Mit Agenturmaterial.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Rechtsprofessorin Brosius-Gersdorf sollte eigentlich Verfassungsrichterin werden. 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