{"id":269934,"date":"2025-07-16T14:12:11","date_gmt":"2025-07-16T14:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269934\/"},"modified":"2025-07-16T14:12:11","modified_gmt":"2025-07-16T14:12:11","slug":"ukraine-terror-in-der-nacht-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/269934\/","title":{"rendered":"Ukraine: Terror in der Nacht &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Vierhundert bombenbest\u00fcckte Drohnen, und Dutzende von ihnen treffen ihr Ziel. In der Industriestadt Krywy Rih etwa, wo die Stromversorgung komplett zusammenbricht und zwei Industrieunternehmen in Flammen aufgehen. In Charkiw, wo dem Milit\u00e4rgouverneur zufolge innerhalb von 20 Minuten 17 Explosionen zu h\u00f6ren sind. Oder im westukrainischen Winnyzja, wo nach Angaben der dortigen Vize-Milit\u00e4rgouverneurin ebenfalls Industrieanlagen in Brand geraten. Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> erlebt in der Nacht zum 16. Juli wieder eine <a href=\"https:\/\/censor.net\/en\/news\/3563533\/zelenskyy-spoke-about-the-specifics-of-the-night-attack-what-he-said\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nacht des Terrors durch russische Luftangriffe<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Und nicht nur die Luftangriffe setzten die Ukraine unter Druck: Daten des eng mit dem ukrainischen Milit\u00e4r verbundenen Infodienstes Deep State <a href=\"https:\/\/deepstatemap.live\/en#6\/49.4383200\/32.0526800\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zufolge<\/a> hat <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Russland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> in den vergangenen drei Monaten weitere 1415 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums besetzt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die von US-Pr\u00e4sident Donald Trump schon in der vergangenen Woche angedeutete und am Montag verk\u00fcndete Neuorientierung seiner Russland-Politik hat die Ukrainer entt\u00e4uscht. Vor allem die Sache mit dem Ultimatium l\u00e4sst sie ratlos zur\u00fcck. Trump will Russland 50 Tage Zeit geben, ehe er Sanktionen umsetzen w\u00fcrde. Das wertete etwa der ukrainische Parlamentarier Oleksandr Mereschko, Vorsitzender des Au\u00dfenpolitischen Ausschusses, nicht als Ultimatum, sondern als gr\u00fcnes Licht f\u00fcr weitere russische Angriffe. <a href=\"https:\/\/kyivindependent.com\/trumps-big-russia-announcement-fails-to-lift-spirits-in-a-fatigued-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDiese Frist bietet\u00a0 Putin die Gelegenheit, den Krieg im Sommer noch zu intensivieren\u201c<\/a>, so Mereschko im Kyiv Independent.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ebendies best\u00e4tigen auch die t\u00e4glichen Lageberichte des Instituts f\u00fcr Kriegsstudien (ISW) in Washington \u2013 und Berichte aus Moskau. Dort taten hohe Beamte wie Vizeau\u00dfenminister Sergej Rjabkow oder Pr\u00e4sidentensprecher Dmitrij Peskow\u00a0 das Trump-Ultimatum ab. Ex-Pr\u00e4sident Dmitrij Medwedjew sagte gar: \u201eDas interessiert Russland nicht.\u201c\u00a0 Drei Kreml-Quellen erkl\u00e4rten der Nachrichtenagentur Reuters, dass Pr\u00e4sident Wladimir Putin<a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/putin-unfazed-by-trump-will-fight-could-take-more-ukraine-2025-07-15\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0den Krieg unvermindert heftig fortf\u00fchren<\/a>\u00a0werde.<\/p>\n<p>Meinungsforscher r\u00e4umen ein, dass der Pessimismus zunimmt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die von US-Pr\u00e4sident Trump angek\u00fcndigten m\u00f6glichen Sanktionen \u2013 etwa h\u00f6here Z\u00f6lle auf den Handel mit Russland oder ein 100-Prozent-Strafzoll f\u00fcr die russisches \u00d6l kaufenden L\u00e4nder Indien und China \u2013 fallen nicht nur weit hinter deutlich radikaleren Vorschl\u00e4gen im\u00a0 US-Senat zur\u00fcck, sondern werden in Moskau auch als wenig glaubw\u00fcrdig eingesch\u00e4tzt. Putin werte Trumps Frist vom Montag lediglich als Man\u00f6ver, bei dem Trump vermeide, ihn zu sehr zu br\u00fcskieren, so eine Kreml-Quelle zu Reuters.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In der Ukraine war der Pessimismus zumindest vor der j\u00fcngsten Kehrtwende Trumps seit April stark gewachsen. Im Oktober 2022, gut ein halbes Jahr nach Beginn des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine, glaubten noch 88 Prozent vom Kiewer Institut f\u00fcr Soziologie befragte Ukrainer, in zehn Jahren werde die Ukraine ein bl\u00fchendes Land in der EU sein. Nur f\u00fcnf Prozent prognostizierten, dass ihr Land ein Jahrzehnt sp\u00e4ter mit einer ruinierten Wirtschaft dastehen und unter hoher Abwanderung seiner B\u00fcrger leiden werde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Im Mai und Juni 2025 stellten die Meinungsforscher noch einmal dieselben Fragen. Das Ergebnis hat sich massiv verschoben. Inzwischen\u00a0<a href=\"https:\/\/kiis.com.ua\/?lang=eng&amp;cat=reports&amp;id=1540&amp;page=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">glauben nur noch 43 Prozent an eine EU-Mitgliedschaft.\u00a0 47 Prozent sagen den Ruin ihres Landes voraus<\/a>. \u201eDer sich abschw\u00e4chende Glaube an eine gl\u00fcckliche Zukunft des Landes ist zweifelsohne ein beunruhigender Trend, da der gegenw\u00e4rtige Krieg und die damit verbundenen Verluste als Investment darauf wahrgenommen werden, dass die Ukraine und die Ukrainer endlich normal leben werden\u201c, kommentierte KIS-Direktor Anton Hruschezkyj am 9. Juli bei der Vorstellung der Umfrage.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eJe weniger Ukrainer glauben, dass die Ukraine wirklich auf dem Weg ist, ein bl\u00fchendes EU-Mitgliedsstaat zu werden, desto schw\u00e4cher wird unser Widerstand und unsere F\u00e4higkeit, Ressourcen zu mobilisieren, um dem Feind zu widerstehen.\u201c Die Umfrage zeigt indes auch, dass die Mehrheit der Ukraine weder bereit ist, zu kapitulieren, noch auf besetzte Territorien formell zu verzichten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Trotz der fortgesetzten Angriffe ist die Lage f\u00fcr die Ukraine tats\u00e4chlich nicht aussichtslos. Die russischen Verluste sind unver\u00e4ndert hoch, die Front ist an vielen Stellen\u00a0 eingefroren, weil vorr\u00fcckende Truppen sofort per Drohnen angegriffen werden. Mittlerweile produziert die Ukraine vier Millionen Drohnen im Jahr.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">US-Pr\u00e4sident Trump zufolge werden die ersten Patriot-Abwehrraketen bereits von Deutschland an die Ukraine geliefert, fraglos ein positives Signal. Dem Infodienst Axios zufolge, der sich auf eine Regierungsquelle berief, kauften die Europ\u00e4er f\u00fcr die Ukraine in Washington zun\u00e4chst Waffen f\u00fcr zehn Milliarden Dollar. Anderen Berichten zufolge will Trump selbst allerdings nicht alle Waffen liefern, die der US-Kongress unter seinem Vorg\u00e4nger Joe Biden im Fr\u00fchjahr 2024 noch genehmigt hatte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Unterdessen fragen sich ukrainische Milit\u00e4rplaner, welche Waffen sie neben den Patriot-Abwehrraketen aus US-Produktion\u00a0 m\u00f6glicherweise noch bekommen, etwas um Ziele tief in Russland anzugreifen. Die Frage stellt sich offenbar umso dringlicher, als die Bundesregierung in Berlin die Lieferung von Taurus-Raketen aus deutschen Best\u00e4nden angeblich endg\u00fcltig abgesagt hat. Dabei geht es mehreren Berichten zufolge vor allem um zwei Systeme: bis zu 500 Kilometer reichende PrSM-Raketen und bis \u00fcber 900 Kilometer reichende AGM-158-Jassm-Geschosse, die eine Sprenglast von 450 Kilo tragen und von den an die Ukraine gelieferten F-16-Jagdflugzeugen <a href=\"https:\/\/nv.ua\/world\/geopolitics\/dalnoboynye-rakety-smi-predpolozhili-chto-ukraina-mozhet-poluchit-ot-ssha-v-ramkah-novogo-paketa-50529769.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf Ziele tief in Russland abgeschossen werden k\u00f6nnten<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\"><strong>Die Europ\u00e4er k\u00f6nnten Russlands \u00d6leinnahmen effektiv verringern<\/strong><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Jack Watling vom Londoner Milit\u00e4rforschungsinstitut RUSI <a href=\"https:\/\/www.rusi.org\/explore-our-research\/publications\/commentary\/ukraine-european-vision-victory\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sieht eine weitere M\u00f6glichkeit, Russland zu schw\u00e4chen, sofern es der Ukraine gelinge, der russischen Sommeroffensive standzuhalten<\/a>. Denn kurz- und mittelfristig seien die Europ\u00e4er schon in der Lage, die <a href=\"https:\/\/www.oryxspioenkop.com\/2022\/02\/attack-on-europe-documenting-ukrainian.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gewaltigen Materialverluste auch der Ukraine<\/a> zu ersetzen, vor allem wenn sie in den USA milit\u00e4rische Spitzentechnik kaufen k\u00f6nnten. Zudem werde Russland sp\u00e4testens Ende 2025 seine noch aus Sowjetzeiten stammenden Vorr\u00e4te an Kriegsmaterial aufgebraucht haben. Der Fachdienst Oryx\u00a0sch\u00e4tzt die Verluste auf mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.oryxspioenkop.com\/2022\/02\/attack-on-europe-documenting-equipment.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">22 250 zerst\u00f6rte oder aufgegebene Panzer und Flugzeuge, Raketenwerfer, Kommandostationen und anderes Milit\u00e4rger\u00e4t<\/a>. \u201eWenn die Ukraine noch ein Jahr standhalten kann und fortf\u00e4hrt, die russischen Kr\u00e4fte zu dezimieren, ist Russland wom\u00f6glich nicht mehr in der Lage, sich so leicht zu erholen\u201c, so Watling.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zudem k\u00f6nnten die Europ\u00e4er effektiv die \u00d6leinnahmen verringern, mit deren Hilfe Russland den Krieg finanziert. Mehr als 60 Prozent des von Moskau verkauften \u00d6ls werde per Schiff durch die Ostsee transportiert \u2013 und durch d\u00e4nische Gew\u00e4sser. Schiffe, die dieses \u00d6l transportierten, m\u00fcssten umfassend sanktioniert werden, ihnen m\u00fcsse Registrierung und Flaggen der Registrierungsl\u00e4nder entzogen werden. \u201eDann k\u00f6nnte D\u00e4nemark ihnen verbieten, seine Gew\u00e4sser zu durchqueren\u201c, so Watling. Zwar k\u00f6nne Russland auch \u00fcber andere Wege \u00d6l exportieren, doch seien die M\u00f6glichkeiten begrenzt, und Moskau werde \u201eeinen bedeutenden Abfall seiner Exporte\u201c sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vierhundert bombenbest\u00fcckte Drohnen, und Dutzende von ihnen treffen ihr Ziel. 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