{"id":270328,"date":"2025-07-16T18:05:11","date_gmt":"2025-07-16T18:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/270328\/"},"modified":"2025-07-16T18:05:11","modified_gmt":"2025-07-16T18:05:11","slug":"iris-berben-kannst-du-das-bist-du-die-richtige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/270328\/","title":{"rendered":"Iris Berben: \u201eKannst du das, bist du die Richtige?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Sie h\u00e4tte auch Iris Zweifel hei\u00dfen m\u00f6gen, hat sie mal gesagt. In den B\u00fcchern, die ihr Leben pr\u00e4gten, spiegelt sich, was Iris Berben ausmacht \u2013 das Engagement gegen Antisemitismus, die Melancholie einer linken Rebellin, die Unrast und die Neugier.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Iris Berben tr\u00e4gt eine schwere Tasche mit sich. Der Tisch im Besprechungsraum von Moovie, der Berliner Filmproduktionsfirma ihres Sohnes Oliver, f\u00fcllt sich mit B\u00fcchern und Zetteln. Sie hat richtig gearbeitet in ihrer gro\u00dfen Bibliothek. B\u00fccher aus den Regalen genommen, die sie ihr Leben l\u00e4nger begleiten als das Filmen, mit dem sie begonnen hat, bevor sie mit der Schule fertig war. Beim Wiederlesen hat sie festgestellt, dass \u201eman B\u00fccher zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich liest und versteht und beurteilt\u201c. Immer wieder ist sie, die eine der meistbesch\u00e4ftigten Schauspielerinnen ist und Pr\u00e4sidentin der Deutschen Filmakademie war, mit B\u00fcchern unterwegs. Liest \u00fcberall in Deutschland gegen das Vergessen der Geschichte, stellt auf Lesungen die Gedichte der Selma Meerbaum-Eisinger vor und Literatur von Holocaust-\u00dcberlebenden. Beim Friedrich-Engels-Gymnasium in Senftenberg engagiert sie sich f\u00fcr das Buchprojekt \u201eF\u00fcr Demokratie Gegen Extremismus\u201c. <\/p>\n<p>Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter<\/p>\n<p>Das ist das Buch, an das ich mich aus meiner Kindheit am liebsten erinnere. Als ich die Geschichten jetzt wieder gelesen habe, dachte ich mir allerdings, dass es gar kein Kinderbuch ist, sondern eins f\u00fcr Erwachsene, eins dar\u00fcber, wie man es nicht machen sollte in der Kindererziehung. Als Kind fand ich es aufregend, spannend. Meine Lieblingsgeschichte ist \u2013 bis heute \u00fcbrigens \u2013 die vom Zappelphilipp. Das war auch meine erste Theaterrolle im Kindergarten. Heute w\u00fcrde man sagen, dass man sich beim Casting nicht sehr viel M\u00fche gemacht hat. Ich war auf den Punkt besetzt. Einen Satz habe ich noch in Erinnerung, den die Erwachsenen und vor allem meine Mutter oft zu mir gesagt haben: Kannst du mal still sitzen? Mein Partner sagt das heute noch. <\/p>\n<p>Ich wei\u00df nat\u00fcrlich, dass manche Probleme haben mit dem Buch. Man w\u00fcrde den \u201eStruwwelpeter\u201c heute anders schreiben. Aber Texte zu eliminieren aus dem Buch, halte ich f\u00fcr falsch. Ich denke, es ist ein Dokument daf\u00fcr, was war und wo wir herkommen, wie sich die Zeiten ver\u00e4ndert haben. Und als Aufforderung zu erkl\u00e4ren, warum das heute so nicht mehr geht, was da steht. Und manchmal kippt man dann ja auch das Kind mit dem Bade aus. <\/p>\n<p>Die Geschichte vom schwarzen Buben zum Beispiel ist, obwohl das Wort Mohr vorkommt, im Kern nat\u00fcrlich eine Geschichte gegen Ausgrenzung und Rassismus. Der \u201eStruwwelpeter\u201c wird f\u00fcr mich immer Kindheit bedeuten.<\/p>\n<p>Fran\u00e7oise Sagan: Bonjour Tristesse<\/p>\n<p>Die Zeitschrift \u201eBrigitte\u201c hatte 2006 eine H\u00f6rbuchedition aufgelegt. \u201eStarke Stimmen\u201c. Ich hatte vorgeschlagen, Fran\u00e7oise Sagans \u201eBonjour tristesse\u201c zu lesen. Das kennen schlie\u00dflich nur noch wenige, gerade unter den jungen Leuten. Das kam auch ganz gut an, bis sich herausstellte, dass der Roman gar nicht mehr aufgelegt wurde. Das sei doch ein besonderer Grund, es gerade jetzt zu machen, meinte ich. Das H\u00f6rbuch wurde \u00fcber 100.000 Mal verkauft. Die erste und einzige Goldene Schallplatte, die ich je bekommen habe. H\u00e4ngt bei mir zu Hause. <\/p>\n<p>Der Roman spiegelt ein Lebensgef\u00fchl, eine Leichtigkeit, das Flirrende, f\u00fcr das die Franzosen in den 1960ern standen, eigentlich immer noch stehen. Die Sehnsucht nach diesem Flirren ist mir bis heute geblieben und ich mag Sagans Sprache. Die kann man f\u00fchlen, schmecken, die kann man riechen. Sie war dieses ungezogene, ungehorsame freie M\u00e4dchen, was ich extrem feministisch fand. Sie hatte keine Angst vor nichts. Wor\u00fcber sie geschrieben hat, war damals total unmoralisch. Sexualit\u00e4t durfte ja nicht benannt werden. Das war der Moment, in dem ich zum Leben erwacht bin. \u201eBonjour Tristesse\u201c ist auch ein zeitloses Buch. Es beschreibt Sehnsucht, und die ver\u00e4ndert sich nicht. Die Sehnsucht bleibt. Sch\u00f6n eigentlich.<\/p>\n<p>Arthur Koestler: Sonnenfinsternis<\/p>\n<p>Das Buch war der schmerzhafte Abschied von einer \u00dcberzeugung, der Idee eines  wirklich gerechteren Lebens, von der M\u00f6glichkeit eines gesellschaftlichen Zusammenlebens im Zeichen von Gerechtigkeit und Gleichheit. Wir alle kennen ja diesen Satz: Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer es mit 40 noch ist, hat keinen Verstand. Gleichheit, Gerechtigkeit \u2013 das waren Ideale auch meiner Jugend, in den 1960er-Jahren. <\/p>\n<p>Ich will mir die Idee immer noch nicht zerst\u00f6ren lassen. Den wahrscheinlich naiven Traum, dass es eine M\u00f6glichkeit gibt, gerecht miteinander leben zu k\u00f6nnen, ohne Machtmissbrauch, ohne Unterdr\u00fcckung in Freiheit f\u00fcr alle. Dann las ich Koestlers Buch \u2013 und was der Stalinismus aus diesen Idealen gemacht hat. Mir sind die Tr\u00e4nen gekommen. Diese Dem\u00fctigungen, Brutalit\u00e4t, Verachtung, diese H\u00e4rte, mit der Stalins System mit den Menschen umgegangen ist. <\/p>\n<p>Einem System, dem es nur um Macht und Unterdr\u00fcckung ging und nicht um die Menschen. \u201eSonnenfinsternis\u201c schaffte es, eine Idee und ein Ideal f\u00fcr mich infrage zu stellen, vieles, was ich mit gro\u00dfer Naivit\u00e4t einmal eingefordert hatte. Ein toller Satz steht in Koestlers Buch \u2013 er stammt von Bertrand Russell: Das \u00c4rgerliche in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. <\/p>\n<p>Leo Tolstoi: Anna Karenina<\/p>\n<p>Vor gut anderthalb Jahren wurde ich gebeten, f\u00fcr einen Kanon der 100 besten B\u00fccher, etwas \u00fcber Tolstois \u201eAnna Karenina\u201c zu schreiben. Und obwohl ich eigentlich nur noch mal reinschauen wollte, las ich am Ende alle 1227 Seiten. Ich war wie in einem Rausch.   <\/p>\n<p>Zum ersten Mal bin ich \u201eAnna Karenina\u201c begegnet, da war ich etwa 24 Jahre alt,  alleinerziehend mit einem dreij\u00e4hrigen Kind. Und ich sah mich damals in der Anna Karenina, in der Suche nach einem Platz im Leben, nach Liebe, Gef\u00fchlen. Jetzt habe ich es mit einer gro\u00dfen Lust wieder gelesen, weil Tolstois Welt nicht weit entfernt ist von der unsrigen. <\/p>\n<p>Er erz\u00e4hlt von so vielem, mit dem wir uns heute genauso besch\u00e4ftigen: den Spielarten der Liebe, dem Sinn des Lebens, dem Sinn des Lebens nach dem Tod. \u201eAnna Karenina\u201c verhandelt Religion, Gott, Macht, eine Gesellschaft, die in ihren Komfortzonen verharrt, eine Regierung im Krieg, Bildung f\u00fcr das Volk, Frauenrechte, Ausbeutung, Arbeiter \u2013 eine unendlich komplexe Welt, die ich \u2013 wie die Figuren neben Anna \u2013 gar nicht gesehen hatte beim ersten Lesen.<\/p>\n<p>Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe<\/p>\n<p>Meine Mutter gab mir das Buch zu lesen. Sie hat in Portugal gelebt. Eine Frau, die man nie ohne ein Buch in der Hand angetroffen hat. Es waren auch immer B\u00fccher, \u00fcber die wir uns ausgetauscht haben.  <\/p>\n<p>Pessoa ist so analytisch mit sich und mit dem Leben umgegangen. Das kommt mir nahe. Es hat eine tiefe Melancholie und eine tiefe Sehnsucht, dieses Buch. Das ist ja auch typisch portugiesisch. Nicht umsonst gibt es dieses sch\u00f6ne Wort, was man nicht \u00fcbersetzen kann: Saudade, ewige Sehnsucht nach etwas, was man nicht benennen kann. Es ist ein Buch des Beobachtens, des Wahrnehmens, Belauschens. <\/p>\n<p>Ich bl\u00e4tter h\u00e4ufig drin herum. Es trainiert mein Gucken und mein H\u00f6ren. Ich bin schon auch jemand, der offenen Auges und offenen Ohres durch die Welt geht. Aber es macht wirklich Spa\u00df, mit Pessoas Sinnen sich dem Alltag auszusetzen. Wenn es nicht so ein schweres Buch w\u00e4re, m\u00fcsste man es st\u00e4ndig dabeihaben. Eine Geschichte erz\u00e4hlt Pessoa nicht. Das ist aber auch das Besondere. Meine Mutter hat mir schon gesagt, als ich anfing zu lesen, dass es m\u00fchsam w\u00e4re, dranzubleiben: Aber schlag es irgendwo auf. Pessoa nimmt dich mit. Du bist sofort bei ihm. Das schaffen wirklich nur die Meister. <\/p>\n<p>David Grossman: Kommt ein Pferd in die Bar<\/p>\n<p>David Grossman, der israelische Aktivist und Schriftsteller, und seine B\u00fccher ziehen sich durch mein Leben wie eine Perlenkette. Es begann mit seinen politischen Essays in \u201eDie Kraft zur Korrektur\u201c, dann \u201eEine Frau flieht vor einer Nachricht\u201c, der schmerzhafte \u201eBrief am Grab meines Sohnes\u201c. 2018 sind wir uns in Potsdam das erste Mal begegnet und hatten ein Podiumsgespr\u00e4ch \u00fcber \u201eKommt ein Pferd in die Bar\u201c. <\/p>\n<p>Dieses Buch ist anders als alle anderen B\u00fccher, die ich von ihm gelesen habe. Es ist sprachlich anders \u2013 und inhaltlich: Ein Comedian, der auf den ersten Blick eher unsympathisch ist, laut, zynisch, konfrontiert auf der B\u00fchne das Publikum pl\u00f6tzlich mit seiner Familiengeschichte und den Traumata des Holocaust. Dabei verletzt er nicht nur das Publikum, er verletzt sich die ganze Zeit auch selbst. Grossman zeigt \u2013 wie auch Amos Oz, mit dem ich zu Lesungen in ganz Deutschland unterwegs war, wie der Auschwitz-\u00dcberlebende J\u00f3zsef Debreczeni, dessen Buch \u201eKaltes Krematorium\u201c ich gerade vorstellen durfte, wie die Niederl\u00e4nderin Chaja Polak \u2013 auf welch unterschiedliche Weise man von dieser Zeit erz\u00e4hlen kann. <\/p>\n<p>Welche Kraft Sprache, Literatur hat, den Schmerz zu transportieren, wachzuhalten. Trotzdem Trost zu spenden, uns nicht allein zu lassen. Deswegen wird es zwischen der Literatur und mir immer eine ganz, ganz tiefe Bindung geben. <\/p>\n<p>W. Timothy Gallwey: Tennis, das innere Spiel<\/p>\n<p>Das Buch liegt immer dann in Reichweite, wenn ich mit den Vorbereitungen zu einem neuen Film beginne. Wenn meine Verunsicherung, meine Selbstzweifel, meine Minderwertigkeitskomplexe wieder da sind und mir zufl\u00fcstern: Kannst du das, bist du die Richtige? Ganz viel meiner Arbeit hat mit Konzentration zu tun und bei mir auch mit Nervosit\u00e4t. Gallwey ist ein wichtiger Coach, nicht nur in den USA und nicht nur f\u00fcr Tennis. <\/p>\n<p>Er sagt \u2013 was nicht nur f\u00fcrs Tennis gilt, sondern auch f\u00fcr meinen Beruf, f\u00fcr eigentlich jede Lebenslage \u2013, dass es ein inneres und ein \u00e4u\u00dferes Spiel gibt. Das eine ist der Bestimmer, das andere ist der Macher. Und die muss man zusammenbringen. Zwischen Gr\u00fcbeln und Tun muss man die Waage halten lernen. Der eigene Anspruch und die ewige Selbstreflexion, da habe ich mich doch sehr wiedergefunden, stehen dieser Balance gern im Weg. <\/p>\n<p>Und Gallwey erkl\u00e4rt auf eine sehr kluge Weise, wie man damit umgeht, mit der Angst vor allem, wie man \u00c4ngste wahrnimmt und Genuss findet an dem, was vor einem liegt. Man soll das Selbstzweifeln ja nicht lassen, aber \u00fcberhandnehmen darf es eben auch nicht. <\/p>\n<p>Kressmann Taylor: Adressat unbekannt<\/p>\n<p>Ich mache viele Lesungen gegen das Vergessen unserer Geschichte, gegen Antisemitismus, habe Anne Frank und Joseph Goebbels\u2019 Tagebuch-Eintragungen einander gegen\u00fcbergestellt, mich intensiv und immer wieder mit Literatur \u00fcber Nationalsozialismus und Holocaust besch\u00e4ftigt. Und dann ist mir Kressmann Taylors B\u00fcchlein in die Hand gefallen. \u201eAdressat unbekannt\u201c ist so erschreckend, weil es so furchtbar aktuell ist. Erschienen ist es 1938 in den USA und hat dort ungeheures Aufsehen erregt, weil es schon damals so klar in die Zukunft geschaut hat. Auf ganzen 60 Seiten in Form von Briefen zeigt es den schleichenden, erschreckenden Weg zum Nationalsozialismus hin. <\/p>\n<p>Zwei Freunde, die sich schreiben. Der eine \u2013 Martin Schulse \u2013 ist Deutscher, der andere \u2013 Max Eisenstein \u2013 ist Jude. Sie haben eine gemeinsame Kunstgalerie und sind Gesch\u00e4ftspartner. Max bleibt in Amerika und Martin f\u00e4hrt zur\u00fcck nach  Deutschland. Die Briefe sind Dokumente einer Entzweiung, einer Entfremdung zwischen Max und Martin, dessen Denken sich immer antisemitischer radikalisiert. Die Dramatik in diesem Buch kann man fast k\u00f6rperlich sp\u00fcren. Das nimmt einem den Atem. <\/p>\n<p>Edgar Hilsenrath: Der Nazi und der Friseur<\/p>\n<p>Auf dieses Buch hat mich ein sehr guter Freund, der viel zu fr\u00fch verstorbene Regisseur Peter Patzak aufmerksam gemacht. Der hatte einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Blick auf Stoffe. \u201eDer Nazi und der Friseur\u201c erz\u00e4hlt sehr grotesk von  Nationalsozialismus und Shoah, aus Sicht eines T\u00e4ters, was ja eher selten vorkam. Das hat mich ungeheuer beeindruckt. Und Patzak wollte das verfilmen. <\/p>\n<p>Anfang der 1990er haben wir uns mit Hilsenrath in der Berliner Paris Bar getroffen, eine ganz spannende Begegnung f\u00fcr mich, weil dieser Mann eine besondere Biografie hatte. Geboren in Leipzig, dann nach Rum\u00e4nien, dort ins Getto deportiert, sp\u00e4ter war er in Pal\u00e4stina, danach New York, und von New York ist er dann zur\u00fcck nach Berlin und hier gestorben. <\/p>\n<p>Es gab ein Drehbuch und eine Rolle f\u00fcr mich, die ich unbedingt spielen wollte. Der Film ist aber nie gedreht worden, weil die Rechte in Amerika lagen. Schade, weil es wirklich ein gro\u00dfer Wurf war. Weil Hilsenrath sehr skurril, ohne die \u00fcbliche Zeigefingerei, aber mit viel Humor und latenter Tragik, Menschen an ein vermeintlich erdenschweres Thema heranf\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Marguerite Duras: C\u2019est tout<\/p>\n<p>Das ist das Buch, das seit Erscheinen immer in meiner N\u00e4he liegt. Marguerite Duras ist mir so vertraut. Von ihr habe ich zum ersten Mal Ende der 1960er-Jahre geh\u00f6rt. Eine politische Frau, eine laute. Und \u2013 im Gegensatz zu mir \u2013 ihr Leben lang Kommunistin. <\/p>\n<p>Marguerite Duras war f\u00fcr mich eine der ersten Feministinnen, deren B\u00fccher ich gelesen habe. \u201eC\u2019est tout\u201c sind gewisserma\u00dfen ihre letzten Worte. Sie denkt \u2013 in Notizen, Dialogszenen, Fragmenten \u2013 noch einmal \u00fcber das Leben nach, spricht vom Ende. Und \u00fcber alles, wor\u00fcber sie immer schon geschrieben hat \u2013 \u00fcber Schmerz und Tod, Liebe, Begehren und \u00fcber die Angst. <\/p>\n<p>Ich mag ihren Schreibstil, weil er sehr klar, sehr radikal ist, nie ein Wort zu viel. Und immer ist in der K\u00fcrze auch eine gro\u00dfe H\u00e4rte. Au\u00dferdem liegt mir ihre Lakonie sehr. Das scheint etwas Franz\u00f6sisches zu sein \u2013 lakonisch mit dem Leben umzugehen. In \u201eC\u2019est tout\u201c sagt sie zum Beispiel: \u201eEs ist aus. Das ist der Tod. Es ist grauenhaft. Es ist mir l\u00e4stig zu sterben.\u201c Marguerite Duras ist angstfrei gewesen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie h\u00e4tte auch Iris Zweifel hei\u00dfen m\u00f6gen, hat sie mal gesagt. 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