{"id":270640,"date":"2025-07-16T20:52:09","date_gmt":"2025-07-16T20:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/270640\/"},"modified":"2025-07-16T20:52:09","modified_gmt":"2025-07-16T20:52:09","slug":"25-kilogramm-schwerer-marsmeteorit-in-new-york-versteigert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/270640\/","title":{"rendered":"25 Kilogramm schwerer Marsmeteorit in New York versteigert"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 16.07.2025 21:48 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Das Auktionshaus Sotheby&#8217;s hat einen 25 Kilogramm schweren Marsmeteoriten versteigert &#8211; f\u00fcr mehr als f\u00fcnf Millionen Dollar. Er flog Millionen von Jahren durch das All, bis er 2023 in der Sahara gefunden wurde.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVom Mars sind nach Angaben Sotheby&#8217;s bislang lediglich 400 Meteoriten auf der Erde gefunden worden. Die Masse aller dieser St\u00fccke zusammengenommen liegt bei 374 Kilogramm. Der jetzt verkaufte Meteorit NWA 16788 stellt also einen bedeutenden Teil des gesamten auf der Erde vorhandenen Marsgesteins dar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas K\u00fcrzel NWA steht f\u00fcr Northwest Africa und kennzeichnet die Fundregion. Sie liegt in einem Teil der Sahara, der zum nordwestafrikanischen Staat Niger geh\u00f6rt. Den Wert des Gesteins hatte das Auktionshaus zuvor auf 1,7 bis 3,4 Millionen Euro gesch\u00e4tzt. Letztlich bot ein noch Unbekannter 5,3 Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro). Damit sei das Objekt nun der teuerste je versteigerte Meteorit, teilte das Auktionshaus Sotheby&#8217;s mit.<\/p>\n<p>    Stammt vermutlich aus Schlot eines Marsvulkans<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Zusammensetzung des gro\u00dfen Brockens aus dem All l\u00e4sst den Schluss zu, dass es sich bei ihm um ein St\u00fcck Magma aus dem Schlot eines Marsvulkans handelt. Allerdings passt er nicht perfekt in eine der Klassen, in die meteoritisches Marsgestein bislang eingeteilt wird. Die Forschenden m\u00fcssen deshalb m\u00f6glicherweise die bislang \u00fcbliche Klassifizierung \u00fcberdenken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNWA 16788 ist etwas gr\u00f6\u00dfer als ein Schuhkarton. Seine Oberfl\u00e4che ist graubraun mit leicht r\u00f6tlichem \u00dcberzug, wie er f\u00fcr Marsgestein durchaus typisch sein kann. Der Stein hat sich beim Eintritt in die Erdatmosph\u00e4re durch Reibung an der Luft stark erhitzt. Seine Kanten und Fl\u00e4chen weisen deshalb Abrundungen und sanfte Dellen auf &#8211; deutliche Spuren von Schmelzprozessen im Verlauf eines feurigen Eintritts in die Erdatmosph\u00e4re.\u00a0<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Der Marsmeteorit NWA 16788 wird auf einem Tisch pr\u00e4sentiert. Er ist schon seit Millionen von Jahren vom Mars getrennt.\n                    <\/p>\n<p>    Marsmeteorit besteht zu einem F\u00fcnftel aus Glas<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Glasgehalt von NWA16788 ist mit \u00fcber 20 Prozent sehr hoch f\u00fcr einen Meteoriten. Das Glas entstand, als der Brocken vor mehreren Millionen Jahren durch einen Asteroideneinschlag aus der Marsoberfl\u00e4che gerissen wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBeim Einschlag des sicherlich mehrere hundert Meter gro\u00dfen Asteroiden geriet das Marsgestein unter Druck und das im Gestein enthaltene Mineral Feldspat verwandelte sich zun\u00e4chst in fl\u00fcssiges und durch Abk\u00fchlung schlie\u00dflich in festes Glas. Bei diesem Vorgang wurde auch Marsluft ins Glas eingeschlossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDen Inhalt solcher Glasblasen kann man in irdischen Labors analysieren und mit den Messdaten der US-amerikanischen Viking-Sonden vergleichen, die in den 1970er-Jahren auf dem Mars landeten und die Zusammensetzung der Marsatmosph\u00e4re analysierten. Ergebnis im Fall von NWA 16788: Der Stein stammt vom roten Planeten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    Marsmeteoriten Millionen von Jahren im All unterwegs<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Sturz aus dem All in die Sahara muss sich nach Einsch\u00e4tzung von Experten vor nicht allzu langer Zeit ereignet haben. Denn NWA 16788 zeigt nur geringe Spuren von Verwitterung. Er kann also kaum mehr als ein paar Jahre dem Wetter und den Gasen der Erdatmosph\u00e4re ausgesetzt gewesen sein. Eine kurze Zeit im Vergleich zu den vermutlich Millionen Jahren, die er im All unterwegs war, bis er in den Einflussbereich der Anziehungskraft der Erde geriet und auf sie herabst\u00fcrzte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMarsmeteoriten sind interessant f\u00fcr die Forschung. Sie sind aber durch die gewaltigen Asteroideneinschl\u00e4ge, die dazu f\u00fchren, dass sie zur Erde geschleudert werden, bereits ver\u00e4ndert und nicht mehr absolut identisch mit dem Gestein, das auf dem Mars zu finden ist. Der Flug durch die Erdatmosph\u00e4re und die Verwitterung f\u00fchren zu weiterer Ver\u00e4nderung vor allem der Gesteinsoberfl\u00e4che.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    Suche nach Spuren von Leben im Marsgestein<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeshalb ist die Beweiskraft von Marsmeteoriten beispielsweise bei der Suche nach Spuren von fr\u00fcherem Marsleben begrenzt. In den 1990er-Jahren war der vermeintliche Fund von fossilierten Nano-Bakterien im Marsmeteoriten ALH 84001 Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine umfangreiche Diskussion in der Community der Marsforschenden \u00fcber die Aussagekraft solcher in Meteoriten enthaltenen Einschl\u00fcsse. Im Fall von ALH 84001 stellte sich heraus, dass die gefundenen Spuren auch durch geologische Prozesse erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMeteoriten werden in der Regel in den Sand- und Eisw\u00fcsten der Erde gefunden. Dort liegen sie leicht erkennbar als recht dunkle Steine mit abgerundeten Kanten in einer hellen, offenen Landschaft. In Mitteleuropa gestaltet sich die Meteoritensuche schwieriger. Pflanzenbewuchs und der Laubfall im Herbst \u00fcberdecken die Steine schnell. Anhand der Leuchtspuren, die beim Flug durch die Atmosph\u00e4re auftreten und von \u00dcberwachungskameras aufgezeichnet werden, ist es in Einzelf\u00e4llen m\u00f6glich, erfolgversprechende Suchgebiete zu berechnen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist der <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2024\/02\/brandenburg-meteorit-havelland-2024BX1-nasa-museum-fuer-naturkunde-berlin-aubrite.html\" title=\"mehr\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Meteoritenfall im Havelland im Januar 2024<\/a>.<\/p>\n<p>    Gewinn f\u00fcr &#8222;Meteoritenj\u00e4ger&#8220; und Forschende<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie meisten gefundenen Meteoriten sind wesentlich kleiner als NWA 16788 und damit auch weniger wertvoll. Die auch &#8222;Meteoritenj\u00e4ger&#8220; genannten Meteoritensucher verkaufen die aufgefundenen St\u00fccke \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler an Sammler oder Forschungseinrichtungen und immer wieder landet ein solches St\u00fcck auch in einer Auktion.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nForschende wissen es durchaus zu sch\u00e4tzen, dass es einen Markt f\u00fcr Meteoriten gibt. Denn die erfolgreiche Suche nach ihnen ist aufwendig und nicht allein \u00fcber Forschungsexpeditionen zu realisieren. Steine in Privatbesitz sind zwar nicht offen f\u00fcr die Forschung zug\u00e4nglich, doch Privatsammler erm\u00f6glichen den Wissenschaftlern oftmals die Analyse des Gesteins. Aus gutem Grund: Die genaue Kenntnis der Herkunft, der Zusammensetzung und der Entstehungsgeschichte des Gesteins kann den Wert des Objekts weiter steigern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.07.2025 21:48 Uhr Das Auktionshaus Sotheby&#8217;s hat einen 25 Kilogramm schweren Marsmeteoriten versteigert &#8211; f\u00fcr mehr als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":270641,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[3251,29,30,12731,13000,18622,190,189,194,191,22800,193,192],"class_list":{"0":"post-270640","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-astronomie","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-gestein","12":"tag-mars","13":"tag-meteorit","14":"tag-science","15":"tag-science-technology","16":"tag-technik","17":"tag-technology","18":"tag-versteigerung","19":"tag-wissenschaft","20":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114864897706521872","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270640\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/270641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}