{"id":271071,"date":"2025-07-17T00:42:20","date_gmt":"2025-07-17T00:42:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271071\/"},"modified":"2025-07-17T00:42:20","modified_gmt":"2025-07-17T00:42:20","slug":"freie-universitaet-berlin-wo-die-intifada-globalisiert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271071\/","title":{"rendered":"Freie Universit\u00e4t Berlin: Wo die Intifada globalisiert wird"},"content":{"rendered":"<p>Am Dienstagabend besuchte ich eine Veranstaltung im Geb\u00e4ude der Freien Universit\u00e4t (FU) Berlin mit dem Titel \u00bbWie globalisieren wir die Intifada?\u00ab. Organisiert wurde sie von einer pal\u00e4stinasolidarischen Hochschulgruppe, mit Unterst\u00fctzung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der FU.<\/p>\n<p>Ich kam wie jeder andere, ging ruhig in den Veranstaltungsraum, setzte mich in eine Ecke und h\u00f6rte zu. Die Veranstaltung hatte bereits begonnen. Direkt zu Beginn wurde von einer der Veranstalterinnen betont, dass das Fotografieren und Filmen verboten sei. Doch nur wenige Minuten sp\u00e4ter sah ich, wie mehrere Teilnehmer genau das taten. Sie fotografierten, filmten und ver\u00f6ffentlichten ihre Aufnahmen sp\u00e4ter auf Plattformen wie X.<\/p>\n<p>Ich verhielt mich ruhig. Doch nach etwa 40 Minuten trat eine Person vom Organisationsteam an mich heran und forderte mich auf, den Raum zu verlassen &#8211; ohne jede Angabe von Gr\u00fcnden. Vor den versammelten Teilnehmern wurde mir klar signalisiert: Du bist hier nicht erw\u00fcnscht. <\/p>\n<p>Ich fragte, was das Problem sei, betonte, dass ich doch nur zum Zuh\u00f6ren gekommen sei. Es hie\u00df, man wolle drau\u00dfen mit mir sprechen. Ich entgegnete h\u00f6flich, dass ich lieber bleiben und der Diskussion folgen m\u00f6chte. Daraufhin wurde mir ein Hausverbot erteilt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Event-Poster-1440x960-660x440-c-default.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"440\" loading=\"lazy\"\/>Einladung zur Veranstaltung am 15. Juli<\/p>\n<p>Ich bin deutsch-israelischer Journalist. Dass mir der Zugang zu einer \u00f6ffentlichen, wenngleich politisch aufgeladenen Veranstaltung auf dem Campus einer deutschen Universit\u00e4t verweigert wird, und das nicht etwa wegen meines Verhaltens, sondern schlicht aufgrund meiner Identit\u00e4t, ist ein  Skandal.<\/p>\n<p>Externer Inhalt<\/p>\n<p class=\"txt\">An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir ben\u00f6tigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"txt\">Soziale Netzwerke zulassen<\/p>\n<p class=\"txt txt--small\">Mit dem Bet\u00e4tigen der Schaltfl\u00e4che erkl\u00e4ren Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Drittanbieter \u00fcbermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Ger\u00e4t n\u00f6tig. Mehr Informationen finden Sie <a href=\"#\" class=\"ub-cmp-settings\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Ich war nicht der einzige, dem es so erging. Auch Yalcin Askin vom J\u00fcdischen Forum wurde sp\u00e4ter aus dem Raum verwiesen. Dem Journalisten Iman Sefati wurde der Zugang zur Veranstaltung gleich am Eingang verwehrt. Er sei, so wurde ihm gesagt, schlicht \u00bbunerw\u00fcnscht\u00ab.<\/p>\n<p>Wollten die Organisatoren etwas verbergen?<\/p>\n<p>Ich selbst h\u00f6rte, wie w\u00e4hrend der Veranstaltung mehrfach der Holocaust relativiert und antisemitische Vergleiche gezogen wurden. So etwa vom pal\u00e4stinensischen Aktivisten und Mitglied der Gewerkschaft Verdi, Mo Alattar. Er fragte: \u00bbWas ist der Unterschied zwischen den Juden vor 80 Jahren und den Pal\u00e4stinensern jetzt? Beide haben Gewalt erlebt und erleben immer wieder Gewalt. T\u00f6tung und Ermordung werden gerechtfertigt und toleriert.\u00ab<\/p>\n<p>Solche Aussagen sind keine legitime Kritik, sie sind blanker Geschichtsrevisionismus. Mit der Gleichsetzung von Zionisten und Nazis, die dort zu h\u00f6ren war, wurde klar eine rote Linie \u00fcberschritten.<\/p>\n<p class=\"u-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet j\u00fcdischen und israelischen Journalisten der Zutritt verwehrt wurde, w\u00e4hrend radikale Aktivisten filmen, hetzen und relativieren durften, wirft Fragen auf. Wollten die Organisatoren etwas verbergen?<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t selbst beruft sich auf ihre angeblich beschr\u00e4nkten Eingriffsm\u00f6glichkeiten: Laut einem FU-Sprecher werden die R\u00e4umlichkeiten vom AStA selbstverwaltet. Auf eine Anfrage der Zeitung \u00bbBild\u00ab hei\u00dft es: \u00bbEingriffe der Universit\u00e4tsleitung in die Nutzung dieser R\u00e4ume sind nur in eng begrenzten Ausnahmef\u00e4llen rechtlich m\u00f6glich &#8211; etwa wenn konkrete und belastbare Hinweise auf Rechtsverst\u00f6\u00dfe oder eine akute Gef\u00e4hrdung der \u00f6ffentlichen Sicherheit und Ordnung vorliegen.\u00ab<\/p>\n<p>Doch nicht nur ich frage mich: Wenn Holocaust-Verharmlosung, antisemitische Rhetorik und der Ausschluss von Zuh\u00f6rern auf Grundlage ihrer Herkunft und vermuteten politischen Einstellung nicht ausreichen, um einzugreifen, was denn dann? <\/p>\n<p>Warum handelt die FU-Leitung nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Dienstagabend besuchte ich eine Veranstaltung im Geb\u00e4ude der Freien Universit\u00e4t (FU) Berlin mit dem Titel \u00bbWie globalisieren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":271072,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[573,296,574,29,30,411,570,576,572,80,14,16,575,571],"class_list":{"0":"post-271071","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berichte","9":"tag-berlin","10":"tag-blogs","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-israel","14":"tag-juedische-allgemeine","15":"tag-juedisches-leben","16":"tag-kommentare","17":"tag-kultur","18":"tag-nachrichten","19":"tag-politik","20":"tag-religion","21":"tag-wochenzeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114865802502122849","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=271071"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271071\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/271072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=271071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=271071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=271071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}