{"id":271475,"date":"2025-07-17T04:28:20","date_gmt":"2025-07-17T04:28:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271475\/"},"modified":"2025-07-17T04:28:20","modified_gmt":"2025-07-17T04:28:20","slug":"das-leipziger-rekordjahr-2024-in-zahlen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271475\/","title":{"rendered":"Das Leipziger Rekordjahr 2024 in Zahlen \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Manche Leute haben es ja nicht so mit Zahlen. Und wie hei\u00df es letztes Jahr war, haben sie l\u00e4ngst wieder vergessen, wenn die n\u00e4chste Hitzewelle \u00fcbers Land schleicht. Dass es bei immer neuen Hitzerekorden um reine Physik geht, interessiert sie auch nicht. Was interessieren sie da die Folgen von zunehmender Energie in unserer Atmosph\u00e4re? Dabei war 2024 auch f\u00fcr Leipzig ein Rekordjahr mit der h\u00f6chsten gemessenen Durchschnittstemperatur seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen: 11,7 Grad.<\/p>\n<p>An die Durchschnittstemperaturen \u00fcber 11 Grad haben wir uns ja schon irgendwie gew\u00f6hnt, obwohl sie schon deutlich den langfristigen Trend zeigen, der nicht nur die Sommer in Leipzig zum Kochen bringt. Wer es anschaulich haben will, besucht die Warming Stripes auf der Sachsenbr\u00fccke, wo zunehmend dunkler gef\u00e4rbte Rott\u00f6ne zeigen, wie die Durchschnittstemperaturen weltweit messbar seit den 1990er Jahren in die H\u00f6he gegangen sind.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/47bbf9a7e22c408aa62cd7d2a1fcc562.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/07\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Dabei gilt f\u00fcr Leipzig ein Referenzwert von 8,8 Grad Celsius. Aber bei der langsamen Erhitzung der Atmosph\u00e4re ist es wie mit dem Frosch, den man in einen Wassertopf setzt und dann das Wasser langsam erw\u00e4rmt bis es kocht. Er merkt nicht, wie die langsame Temperaturerh\u00f6hung f\u00fcr ihn immer gef\u00e4hrlicher wird, er bleibt im Wasser und ist am Ende tot.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/bruecke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-606940 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/bruecke.jpg\" alt=\"Br\u00fccke mit Warming Stripes aus der Vogelperspektive.\" width=\"1070\" height=\"750\"  \/><\/a>Die neuen Warming Stripes auf der Sachsenbr\u00fccke in Leipzig. Foto: Leipzig f\u00fcrs Klima<\/p>\n<p>So verhalten sich viele Menschen. Anders als Meteorologen und Meteorologiebegeisterte wie Franz Jacobs und Michael Jung, die 2016 ihr Buch <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/bildung\/buecher\/2016\/04\/das-beinahe-rekord-jahr-2015-mal-aus-gohliser-perspektive-systematisch-aufbereitet-133681\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eLeipzig-Wetter aktuell. Januar bis Dezember im global w\u00e4rmsten Jahr\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichten. Heute w\u00fcrden wir so ein Jahr als Entspannung erleben. Die Leipziger Durchschnittstemperatur erreichte \u201enur\u201c 10,7 Grad. Im Vorjahr hatte es 11,0 Grad gegeben.<\/p>\n<p>Aber in den Folgejahren mehrten sich die Jahre, in denen der Durchschnitt \u00fcber 11 Grad betrug. Ab 2018 war das eigentlich die Norm, standen am Ende immer wieder 11,2 und 11,3 Grad.<\/p>\n<p>Bis 2024. Da waren es erstmals 11,7 Grad, satte 2,9 Grad \u00fcber dem alten Leipziger Mittel.<\/p>\n<p>Immer mehr warme und hei\u00dfe Tage<\/p>\n<p>Der Tagesh\u00f6chstwert von 36,2 Grad lag zwar genau auf demselben Level wie der H\u00f6chstwert aus dem Vorjahr. 2022 hatte man sogar 37,7 Grad als H\u00f6chstwert gemessen. Aber der Durchschnitt steigt nun einmal, wenn es immer mehr Tage mit Temperaturen gibt, die deutlich \u00fcber den Normaltemperaturen der Vergangenheit liegen.<\/p>\n<p>Das trifft auch auf die Hei\u00dfen Tage zu, also die Tage, an denen die Tagestemperatur \u00fcber 30 Grad steigt. Und davon gab es 2024 erstmals 20 St\u00fcck. Noch vor 40 Jahren galten Tage mit Temperaturen \u00fcber 30 Grad als absolute Ausnahme und erzeugten regelrechte Schlagzeilenfluten, in denen sich schwitzende Reporter \u00fcber die ungew\u00f6hnliche Hitze auslie\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber wenn es 20 solcher Tage gibt, dann reicht das nicht mehr f\u00fcr eine Schlagzeile. Dann ist das ein neues Normal. Auch wenn es kein Normal ist, sondern eine enorme Belastung f\u00fcr den Menschen, gar in einer Stadt, die sich in vielen versiegelten Bereichen gro\u00dffl\u00e4chig aufheizt, wo dann noch deutlich h\u00f6here Temperaturen vor sich hinkochen.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: 2001 und 2002 gab es nur 6 bzw. 8 Tage mit Temperaturen \u00fcber 30 Grad.<\/p>\n<p>Eine weitere Zahl macht noch deutlicher, wie der Frosch langsam auf Temperatur gebracht wird: Die Tage mit Temperaturen \u00fcber 25 Grad, die der normale Mensch schon als sehr warm empfindet, haben sich seit 2000 in Leipzig verdoppelt. Damals gab es noch 36 solcher warmen Tage (2001 dann 35), aber 2022 und 2023 waren es schon 72 solcher Tage. Das ist \u2013 auch gef\u00fchlt \u2013 dann schon ein sehr langer Sommer. 2024 waren es immer noch 68 Tage \u00fcber 25 Grad.<\/p>\n<p>Wolkenlose Himmel<\/p>\n<p>Was auch mit einem Ph\u00e4nomen zu tun hat, das auf den ersten Blick eigentlich ein sch\u00f6nes ist: strahlend blauer Himmel. Also einem Himmel ohne Wolken. Dumm nur, dass Wolken nicht nur Schatten bedeuten, sondern auch die dringend ben\u00f6tigten Niederschl\u00e4ge f\u00fcr eine seit 2018 unter D\u00fcrre leidende Region. Aber auch 2024 gab es jede Menge blauen Himmel mit knallender Sonne.<\/p>\n<p>Das historische Mittel der Leipziger Sonnenscheindauer lag bei 1.494 Stunden im Jahr. Schon 2000\/2001 war die Zahl der Sonnenscheinstunden auf 1.500 bis 1.600 gestiegen. Aber 2023 waren es schon satte 1.814 Stunden, in denen die Sonne unverh\u00fcllt auf Leipzig niederschien, 2024 waren es dann sogar schon 1.985 wolkenfreie Sonnenstunden. Das ist zwar gut f\u00fcr die Ausbeute von Sonnenkollektoren \u2013 aber nicht f\u00fcr die Wasserversorgung der Flora und Fauna.<\/p>\n<p>Mit 618 Millimeter Niederschlagsh\u00f6he gab es zwar rechnerisch genug Niederschl\u00e4ge. Das langj\u00e4hrige Mittel lag in Leipzig bei 511Millimeter. Nur kommt es bei den Niederschl\u00e4gen immer auch auf den Zeitpunkt an. Wenn sie dann ausgerechnet in der Wuchsperiode fehlen, gibt es am Ende schlechte Ernten. Oder die B\u00f6den sind \u2013 wie in den letzten Jahren immer wieder erlebt \u2013 im Fr\u00fchjahr schon viel zu trocken, weil die Winterniederschl\u00e4ge fehlten.<\/p>\n<p>\u201eMan kann sich dran gew\u00f6hnen\u201c, sang zwar vor langer Zeit Schlagerstar Frank Sch\u00f6bel. Aber damit meinte er weder Wetter noch Klima, die 1980, als die Single mit Sch\u00f6bels Lied erschien, noch ziemlich gew\u00f6hnlich waren. Kaum zu ahnen, wie die Temperaturkurve in den n\u00e4chsten Jahren sanft immer weiter ansteigen w\u00fcrde. Aber wer sagt dem Frosch, dass das sein Ende sein wird, wenn das so weitergeht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manche Leute haben es ja nicht so mit Zahlen. 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