{"id":271501,"date":"2025-07-17T04:43:11","date_gmt":"2025-07-17T04:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271501\/"},"modified":"2025-07-17T04:43:11","modified_gmt":"2025-07-17T04:43:11","slug":"berlin-neue-regierung-gute-stimmung-im-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271501\/","title":{"rendered":"Berlin | Neue Regierung &#8211; gute Stimmung im Land?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Trotz der gescheiterten Wahl von Verfassungsrichtern im Bundestag sieht Friedrich Merz seine Regierung in der Spur. Sie habe ihr straffes Programm bis zur Sommerpause punktgenau durchgezogen, sagte der Kanzler vor wenigen Tagen in der ARD. Und die \u00abvern\u00fcnftige Politik\u00bb der schwarz-roten Koalition zeigt aus Sicht des Kanzlers auch schon die erhoffte Wirkung.\u00a0<\/p>\n<p>Vor Amtsantritt hatte Merz angek\u00fcndigt: \u00abWichtig ist, dass wir bis zum Sommer die Stimmung im Land verbessern.\u00bb Genau das hat er nach eigener Einsch\u00e4tzung geliefert. Wenige Wochen nach Amtsantritt meint Merz sogar: \u00abDas ist eine der besten Bundesregierungen, die wir in den letzten Jahrzehnten in Deutschland gehabt haben.\u00bb<\/p>\n<p>Davon allerdings sind viele im Land noch nicht \u00fcberzeugt. Eine kleine \u00dcbersicht:<\/p>\n<p>Was die Umfragen sagen&#8230;<\/p>\n<p>In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur fragte das Institut knapp 2.200 Menschen, ob sich Deutschland seit Merz` Amtsantritt eher zum Besseren, eher zum Schlechteren oder gar nicht ver\u00e4ndert habe. Ergebnis: 22 Prozent sahen einen Wandel zum Besseren, 32 Prozent zum Schlechteren. F\u00fcr 37 Prozent hat sich nichts ver\u00e4ndert.\u00a0<\/p>\n<p>Die Sicht des Kanzlers auf \u00abeine der besten Bundesregierungen\u00bb der vergangenen Jahrzehnte teilten nur 2 Prozent voll und ganz, weitere 15 Prozent stimmten eher zu. 71 Prozent stimmten dem Satz eher nicht oder \u00fcberhaupt nicht zu. 12 Prozent machten keine Angabe.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEine Mehrheit ist mit der Arbeit der Bundesregierung nicht zufrieden\u00bb, sagt Meinungsforscher Peter Matuschek vom Institut Forsa. \u00abDasselbe gilt auch f\u00fcr die Arbeit des Bundeskanzlers.\u00bb In der W\u00e4hlergunst liegen CDU\/CSU in j\u00fcngsten Umfragen mit 26 bis 27,5 Prozent noch unter ihrem Wahlergebnis vom Februar, die SPD mit 13 bis 15 Prozent ebenfalls.\u00a0<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Wirtschaft \u00fcberw\u00f6gen nach wie vor pessimistische Erwartungen, f\u00fcgt Matuschek hinzu. \u00abSo gehen aktuell 51 Prozent der Bundesb\u00fcrger davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtern wird, und nur 22 Prozent, dass sie sich verbessern wird.\u00bb Die Tendenz zeige zuletzt wieder eher nach unten als nach oben.<\/p>\n<p>Was die Institute sagen&#8230;<\/p>\n<p>Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo misst mit seinem Gesch\u00e4ftsklimaindex tats\u00e4chlich einen Aufw\u00e4rtstrend: \u00abDie Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich verbessert\u00bb, schrieb das Institut im Juni. \u00abDie deutsche Wirtschaft sch\u00f6pft langsam Zuversicht.\u00bb Der Gesch\u00e4ftsklimaindex war mit 88,4 Punkten aber deutlich schw\u00e4cher als kurz nach Amtsantritt der Ampelregierung: Im Februar 2022 lag er trotz Ukrainekrise bei 98,9 Punkten. Ifo-Chef Clemens Fuest sagt zur Situation heute: \u00abBislang regiert eher das Prinzip Hoffnung.\u00bb<\/p>\n<p>Die Verbraucherstimmung &#8211; gemessen am sogenannten GfK Konsumklima &#8211; bleibt ebenfalls verhalten. Konjunktur- und Einkommenserwartungen h\u00e4tten sich zwar verbessert, aber die Menschen hielten sich beim Kauf zur\u00fcck und sparten stattdessen. \u00abDer Konsumklima-Indikator prognostiziert f\u00fcr Juli 2025 im Vergleich zum Vormonat (revidiert -20,0 Z\u00e4hler) einen leichten R\u00fcckgang um 0,3 Z\u00e4hler auf -20,3 Punkte\u00bb, lautet das Fazit der Konsumforscher.\u00a0<\/p>\n<p>Was die Verb\u00e4nde sagen&#8230;<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht nach den Worten von Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Tanja G\u00f6nner mehr Optimismus bei den Unternehmen. \u00abDie Stimmung ist allerdings besser als die aktuelle Lage\u00bb, sagt G\u00f6nner der dpa. \u00abF\u00fcr dieses Jahr rechnen wir weiterhin mit einer leichten Rezession.\u00bb Erst f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr seien die Vorzeichen positiver.<\/p>\n<p>Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht das \u00e4hnlich. \u00abDer erhoffte Aufschwung l\u00e4sst bislang auf sich warten, auch die aktuellen Wirtschaftsdaten geben noch keinen Anlass zur Entwarnung\u00bb, sagt Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Helena Melnikov. Zugleich lobt sie das Tempo, mit dem die neue Bundesregierung erste Vorschl\u00e4ge auf den Tisch gelegt habe. \u00abDas gibt Hoffnung und zeigt, dass es auch anders geht\u00bb, meint Melnikov.<\/p>\n<p>Der Verbraucherzentrale Bundesverband nennt es einen Fehler, dass die Koalition nicht wie versprochen die Stromsteuer f\u00fcr alle gesenkt hat. \u00abViele Verbraucherinnen und Verbraucher leiden unter den anhaltend hohen Lebenshaltungskosten\u00bb, sagt Vorst\u00e4ndin Ramona Pop. \u00abEin Stimmungsumschwung geht nur mit zuversichtlichen Verbraucherinnen und Verbrauchern &#8211; und daf\u00fcr braucht es das klare Signal der Stromkostensenkung.\u00bb<\/p>\n<p>Wie es weitergehen k\u00f6nnte&#8230;<\/p>\n<p>\u00abGrunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen sich Stimmungen sehr schnell verbessern &#8211; oder auch verschlechtern\u00bb, sagt Meinungsforscher Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen. \u00abGlaubw\u00fcrdige Ank\u00fcndigungen von Ma\u00dfnahmen etwa k\u00f6nnen gegebenenfalls daf\u00fcr schon reichen.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Menschen bleibe die Wirtschaft Topthema, und damit k\u00f6nnte die Union eigentlich punkten, meint Jung. Knackpunkt f\u00fcr ihn: \u00abWenn die Regierung es nicht schafft, sich zusammenzuraufen, kooperierend, an der Sache orientiert, dann wird sie keine Stimmungsverbesserung herbeif\u00fchren k\u00f6nnen.\u00bb Der j\u00fcngste Eklat \u00fcber die Wahl von Verfassungsrichtern vergangene Woche lie\u00df Schwarz-Rot sehr zerstritten aussehen.<\/p>\n<p>Forsa-Forscher Matuschek findet, die von Merz angek\u00fcndigten schnellen Ver\u00e4nderungen seien ohnehin nicht realistisch gewesen &#8211; und das w\u00fcssten die Leute auch. \u00abEs war auch etwas vermessen anzuk\u00fcndigen, dass man binnen zwei Monaten die Stimmung dreht.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Trotz der gescheiterten Wahl von Verfassungsrichtern im Bundestag sieht Friedrich Merz seine Regierung in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":271502,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,1173,29,30,1940,1938,16,13353,55],"class_list":{"0":"post-271501","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-bundesregierung","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-nachrichten-aus-berlin","16":"tag-news-aus-berlin","17":"tag-politik","18":"tag-psychologie","19":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114866749835079416","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=271501"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271501\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/271502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=271501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=271501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=271501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}