{"id":271815,"date":"2025-07-17T07:34:14","date_gmt":"2025-07-17T07:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271815\/"},"modified":"2025-07-17T07:34:14","modified_gmt":"2025-07-17T07:34:14","slug":"wie-gaengige-medikamente-krankheitserregern-den-weg-ebnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271815\/","title":{"rendered":"Wie g\u00e4ngige Medikamente Krankheitserregern den Weg ebnen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t   \t\t\t\t\t \t\t\t\t   \t      \t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Wie g\u00e4ngige Medikamente Krankheitserregern den Weg ebnen\" title=\"Wie g\u00e4ngige Medikamente Krankheitserregern den Weg ebnen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.5b209edc-0437-42ee-99ef-0b20d8ce7f52.original700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.esslinger-zeitung.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDurch ihre Interaktionen bilden Mikroorganismen ein f\u00fcr die menschliche Gesundheit essentielles \u00d6kosystem. Medikamente k\u00f6nnen dieses fragile Gleichgewicht empfindlich st\u00f6ren.\u00a0Foto: @Lisa Maier\/Universit\u00e4t T\u00fcbingen\t\t\t<\/p>\n<p>Eine neue Studie aus T\u00fcbingen zeigt: Viele Nicht-Antibiotika schw\u00e4chen die nat\u00fcrliche Schutzfunktion des Darms, sodass sich krankmachende Bakterien leichter dort ansiedeln k\u00f6nnen<\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Der menschliche Darm beherbergt ein dichtes Netzwerk aus Mikroorganismen, insgesamt als Darmmikrobiom bezeichnet, das unsere Gesundheit aktiv mitgestaltet. Die Mikroorganismen helfen bei der Verdauung, trainieren das Immunsystem und sch\u00fctzen uns gegen gef\u00e4hrliche Eindringlinge. <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Dieser Schutz kann nicht nur durch Antibiotika gest\u00f6rt werden, mit denen bei einer Therapie das Wachstum krankheitserregender Bakterien gehemmt werden soll. Eine neue Studie zeigt: Auch viele Medikamente, die eigentlich nur auf den menschlichen K\u00f6rper wirken sollen, k\u00f6nnen das Mikrobiom ver\u00e4ndern. <\/p>\n<p>53 g\u00e4ngige Nicht-Antibiotika untersucht <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Dadurch k\u00f6nnen Krankheitserreger leichter im Darm wachsen und Infektionen verursachen. Die Studie unter der Leitung von Lisa Maier vom Interfakult\u00e4ren Institut f\u00fcr Mikrobiologie und Infektionsmedizin und dem Exzellenzcluster \u201eKontrolle von Mikroorganismen zur Bek\u00e4mpfung von Infektionen\u201c (CMFI) der Universit\u00e4t T\u00fcbingen ist jetzt im Fachjournal \u201eNature\u201c ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Die Forscher untersuchten 53 g\u00e4ngige Nicht-Antibiotika, darunter Allergiemittel, Antidepressiva oder Hormonpr\u00e4parate. Ihre Wirkung wurde im Labor in synthetischen und echten menschlichen Darmgemeinschaften getestet. <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Das Resultat: Rund ein Drittel dieser Wirkstoffe f\u00f6rderte das Wachstum von Salmonellen, Bakterien, die schwere Durchfallerkrankungen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. \u201eDieses Ausma\u00df war vollkommen unerwartet. Viele dieser nicht-antibiotischen Medikamente hemmen n\u00fctzliche Darmbakterien, w\u00e4hrend krankmachende Keime wie Salmonella Typhimurium unempfindlich sind. So entsteht im Mikrobiom ein Ungleichgewicht, durch das Krankheitserreger im Vorteil sind\u201c, sagt Lisa Maier.<\/p>\n<p> Krankheitserreger bleiben, sch\u00fctzende Bakterien verschwinden <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Die Forscher beobachteten einen \u00e4hnlichen Effekt bei M\u00e4usen, bei denen bestimmte Medikamente zu einer st\u00e4rkeren Vermehrung von Salmonellen f\u00fchrten. Die Folge war ein schwerer Verlauf einer Salmonellose, gekennzeichnet durch einen schnellen Krankheitsausbruch und starke Entz\u00fcndungen.<\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Der Wirkmechanismus sei vielschichtig, berichten Lisa Maier und die \u00a0Hauptautoren der Studie, Anne Grie\u00dfhammer und Jacobo de la Cuesta. Die Medikamente senkten die Gesamtbiomasse der Darmflora, st\u00f6rten die Artenvielfalt oder beseitigten jene Bakterien, die normalerweise mit den Krankheitserregern um N\u00e4hrstoffe konkurrieren. Dadurch verschw\u00e4nden nat\u00fcrliche Konkurrenten krankmachender Keime wie Salmonella, die sich dann ungehindert vermehren k\u00f6nnen.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">\u201eUnsere Ergebnisse zeigen, dass bei der Einnahme von Medikamenten nicht nur die gew\u00fcnschte therapeutische Wirkung beobachtet werden muss, sondern auch der Einfluss auf das Mikrobiom\u201c, erkl\u00e4rt Grie\u00dfhammer. \u201eDie Einnahme von Medikamenten ist h\u00e4ufig unvermeidbar. Aber selbst Wirkstoffe mit vermeintlich wenigen Nebenwirkungen k\u00f6nnen im Darm sozusagen die mikrobielle Schutzmauer zum Einsturz bringen.\u201c <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Lisa Maier erg\u00e4nzt: \u201eEs ist bekannt, dass Antibiotika die Darmflora st\u00f6ren k\u00f6nnen. Nun haben wir starke Hinweise, dass auch viele andere Medikamente diese nat\u00fcrliche Schutzbarriere unbemerkt sch\u00e4digen. Das kann f\u00fcr geschw\u00e4chte oder \u00e4ltere Menschen gef\u00e4hrlich werden.\u201c<\/p>\n<p> Forderung nach Neubewertung von Medikamentenwirkungen <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Die Forscher empfehlen, dass die Wirkung von Medikamenten auf das Mikrobiom bei der Entwicklung systematisch mituntersucht werden sollte. Dies gilt insbesondere bei Medikamentenklassen wie Antihistaminika, Antipsychotika oder selektiven \u00d6strogen-Rezeptormodulatoren und bei der Kombination mehrerer Medikamente. <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Das Forscherteam hat zudem ein neues Hochdurchsatzverfahren entwickelt, mit dem sich schnell und zuverl\u00e4ssig testen l\u00e4sst, wie Medikamente die Widerstandsf\u00e4higkeit des Mikrobioms unter Standardbedingungen beeinflussen. Dieses gro\u00dfangelegte Screening soll helfen, Risiken fr\u00fchzeitig zu erkennen und Therapien anzupassen. <\/p>\n<p style=\"margin-right:132px\">Diese Erkenntnisse erfordern ein Umdenken in der Arzneimittelforschung: Medikamente sollten k\u00fcnftig nicht nur pharmakologisch, sondern auch mikrobiologisch bewertet werden. \u201eWer das Mikrobiom st\u00f6rt, \u00f6ffnet Krankheitserregern T\u00fcr und Tor. Es ist integraler Bestandteil unserer Gesundheit und muss als solches in der Medizin betrachtet werden\u201c, betont Maier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Durch ihre Interaktionen bilden Mikroorganismen ein f\u00fcr die menschliche Gesundheit essentielles \u00d6kosystem. 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