{"id":271823,"date":"2025-07-17T07:39:10","date_gmt":"2025-07-17T07:39:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271823\/"},"modified":"2025-07-17T07:39:10","modified_gmt":"2025-07-17T07:39:10","slug":"wirtschaft-in-griechenland-vom-sorgenkind-zum-musterschueler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271823\/","title":{"rendered":"Wirtschaft in Griechenland &#8211; vom Sorgenkind zum Mustersch\u00fcler"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 17.07.2025 09:20 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Eurokrise, Staatsschulden und Korruption. Mit diesen Worten brachte man Griechenland bis vor einigen Jahren in Verbindung. Aktuell sind es steigende Touristenzahlen und Wachstum. Wie kam es dazu? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bianca-von-der-au-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bianca von der Au\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bianca-von-der-au-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSonne, Strand, blaues Meer und h\u00fcbsche kleine Inseln &#8211; das zeichnet Griechenland aus. In Finanzsprech k\u00f6nnte man sagen, es sind die Assets des Landes, also die Verm\u00f6genswerte, die Griechenland Geld einbringen. 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts h\u00e4ngen am Tourismus, sagt Christian Kopf, Leiter Rentenm\u00e4rkte bei der Union Investment.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Griechenland ist eine kleine Volkswirtschaft, die auf den Tourismus ausgelegt ist. Es ist ein bisschen das Florida Europas. Da ziehen auch viele Leute hin, weil es einfach sch\u00f6n ist, dort zu leben.&#8220; Kopf erinnert sich noch gut an die Zeit als Griechenland &#8211; trotz der herrlichen Lage und der vielen Sonnentage im Jahr &#8211; kurz vor der Staatspleite stand.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Griechenland ist im Jahr 2011 in eine gro\u00dfe Finanzkrise gekommen. Damals war es so, dass der Staat sehr hohe Schulden aufgenommen hatte, aber auch ein sehr hohes Haushaltsdefizit hatte und die Anleger nicht mehr bereit waren, das zu finanzieren.&#8220;<\/p>\n<p>    Deutschland ist gr\u00f6\u00dfter Investor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEinen Zahlungsausfall und viele Notfallkredite sp\u00e4ter steht das Land wieder besser da. Der Staat hat seinen Haushalt saniert und kann sich am Kapitalmarkt wieder zu g\u00fcnstigeren Konditionen Geld leihen. Mit diesen Mitteln hat Griechenland sehr viel in die Infrastruktur des Landes investiert und dadurch ausl\u00e4ndische Investoren angezogen, sagt Marian Wendt, Leiter des Athener B\u00fcros der Konrad-Adenauer-Stiftung. &#8222;Nur mal ein Beispiel: Boehringer Ingelheim, die machen ein Prozent des BIPs aus. Deutsche Firmen insgesamt circa f\u00fcnf Prozent des BIP, also Deutschland hat investiert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutschland sei mit 20 Prozent der gr\u00f6\u00dfte Investor im Land. Wobei Italien dicht auf sei, so Wendt. Neben dem Tourismus gebe es weitere interessante Zukunftsm\u00e4rkte in dem kleinen Land: Digitalisierung, Energie und Gesundheitssektor. &#8222;Da w\u00e4chst was,&#8220; betont Wendt gegen\u00fcber tagesschau.de. So wie Griechenlands Wirtschaft insgesamt w\u00e4chst.<\/p>\n<p>    Logistik-Drehkreuz zwischen Orient und Okzident<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm 2,3 Prozent hat die griechische Volkswirtschaft im vergangenen Jahr zugelegt. Hauptgrund ist der boomende Tourismus &#8211; aber nicht nur. Seit einiger Zeit macht sich Griechenland auch als Logistik-Umschlagplatz einen Namen, so Griechenland-Kenner Wendt. &#8222;Wir haben mit dem Hafen von Pir\u00e4us ein Logistik-Drehkreuz. Wir sind hier mitten zwischen dem Orient und dem Okzident und k\u00f6nnen dadurch sehr gut auch die neuen M\u00e4rkte Richtung Balkan bedienen&#8220;, so der Experte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGriechenland sei das Tor nach Europa, so Wendt. Und das haben vor allem die Chinesen geschickt genutzt. Der wichtige Umschlaghafen Pir\u00e4us ist zu 51 Prozent in chinesischer Hand. W\u00e4hrend der Staatsschuldenkrise hat Griechenland Anteile an China auf Jahre hin verpachtet. &#8222;W\u00e4hrend der Staatsschuldenkrise haben die Gl\u00e4ubiger Griechenlands, auch die staatlichen Gl\u00e4ubiger darauf gedr\u00e4ngt, dass Griechenland den Hafen von Pir\u00e4us privatisiert,&#8220; so Kapitalmarkt-Experte Kopf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Nachhinein betrachtet sei es etwas kurzfristig gewesen, den strategisch wichtigen Hafen in chinesische Hand zu geben, so Kopf. &#8222;Die Chinesen nutzen den Hafen jetzt als Einfallstor nach S\u00fcdeuropa, um ihre Exporte zu verschiffen.&#8220;<\/p>\n<p>    Kritik an der Vergabe &#8222;goldener Visa&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch an der Vergabe sogenannter goldener Visa an chinesische Investoren gibt es Kritik. Ab einer Investitionssumme von 400.000 Euro bekommen ausl\u00e4ndische Investoren aus Nicht-EU-Staaten ein Visum f\u00fcr den Schengenraum gratis dazu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den Gro\u00dfst\u00e4dten und auf bev\u00f6lkerungsreichen Inseln hat der Staat die Investitionssumme auf 800.000 Euro angehoben. Das habe bis zu drei Milliarden Euro ins Land gebracht, so Griechenland-Kenner Wendt.<\/p>\n<p>    Was k\u00f6nnen wir von Griechenland lernen? Einfach machen!<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrotz aller Kritik, das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger ist zur\u00fcck und die Touristen kommen in Scharen. Im vergangenen Jahr waren es 40 Millionen Urlauber, gut vier Mal so viele Menschen, wie in dem kleinen Land am \u00f6stlichen Mittelmeer leben. Das bedeutet einen Touristen-Rekord.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas kann Deutschland von Griechenland lernen? Stichwort: Digitalisierung. Die hat laut Wendt sehr bei der Bek\u00e4mpfung der Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung geholfen. &#8222;Jeder B\u00fcrger kann alles und jederzeit mit einer Karte bezahlen und wenn nicht, ist er nicht verpflichtet, das zu zahlen. Und das beugt nat\u00fcrlich Betrug vor und f\u00fchrt zu zus\u00e4tzlichen Steuereinnahmen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAu\u00dferdem haben die Griechen mehr Vertrauen in den Privatsektor als in den Staat und eine gewisse Offenheit f\u00fcr Neues, erg\u00e4nzt Wendt. &#8222;Wenn wir uns sehen, werden wir es machen,&#8220; sei ein beliebtes griechisches Sprichwort. &#8222;Ich w\u00fcrde sagen, in Griechenland gibt es eine Mentalit\u00e4t: Wir fangen erstmal an und auf dem Weg werden wir die Probleme schon l\u00f6sen.&#8220; Die Deutschen d\u00e4chten immer erst vom Prozess her, und wenn der Prozess nicht 100 Prozent stimme, liefen die Deutschen gar nicht erst los, so Wendt. Hier k\u00f6nne man sich bei den Griechen etwas abschauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.07.2025 09:20 Uhr Eurokrise, Staatsschulden und Korruption. 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