{"id":271835,"date":"2025-07-17T07:46:10","date_gmt":"2025-07-17T07:46:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271835\/"},"modified":"2025-07-17T07:46:10","modified_gmt":"2025-07-17T07:46:10","slug":"ein-zuhause-fuer-kinder-wolfenbuettel-braucht-mehr-pflegefamilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/271835\/","title":{"rendered":"Ein Zuhause f\u00fcr Kinder: Wolfenb\u00fcttel braucht mehr Pflegefamilien"},"content":{"rendered":"<p>Symbolfoto. | Foto: Pixabay<\/p>\n<p class=\"datum\">17.07.2025, 08:54 Uhr<\/p>\n<p><strong>Wolfenb\u00fcttel. Im Landkreis Wolfenb\u00fcttel besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Pflegefamilien \u2013 sowohl in der kurzfristigen Bereitschaftspflege als auch in der l\u00e4ngerfristigen Vollzeitpflege. Die bestehenden Pflegestellen sto\u00dfen zunehmend an ihre Grenzen, dringend werden weitere Familien gesucht, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe stellen.<br \/><\/strong><br \/>\n<\/p>\n<p>Viele Kinder im Landkreis ben\u00f6tigen Unterst\u00fctzung \u2013 beispielsweise aufgrund von Trennung, Krankheit oder \u00dcberforderung der leiblichen Eltern. In solchen F\u00e4llen bleibt oft nur der Weg in eine Pflegefamilie, sei es vor\u00fcbergehend oder dauerhaft. Doch die Kapazit\u00e4ten sind nahezu ausgesch\u00f6pft, wie Landkreis-Sozialdezernent Bernd Retzki, Dr. Adina K\u00fcchler-Hendricks (Leitung Jugend- und Erziehungshilfe), Arian Kurze (Teamleitung Pflegekinderdienst), Sabine Walter (Leiterin des Jugendamts Wolfenb\u00fcttel) sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter des Pflegekinderdienstes k\u00fcrzlich im Gespr\u00e4ch mit regionalHeute.de berichteten.<\/p>\n<p>Pflegefamilien: Das letzte Mittel<\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel ist immer, Kinder m\u00f6glichst in ihren leiblichen Familien zu belassen. Nur wenn es wirklich nicht anders geht, streben wir eine Unterbringung in einer Pflegefamilie an\u201c, betont Dr. Adina K\u00fcchler-Hendricks.<\/p>\n<p>\nDoch in einigen F\u00e4llen ist die Herausnahme unvermeidbar \u2013 insbesondere, wenn das Kindeswohl akut gef\u00e4hrdet ist und alle Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten wie die sozialp\u00e4dagogische Familienhilfe ausgesch\u00f6pft wurden. Die Kriterien f\u00fcr eine solche Entscheidung sind klar definiert. Meist zeigen sich die betroffenen Familien dankbar f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und nehmen Hilfsangebote an. Doch es gibt auch Eltern, die sich der Zusammenarbeit verweigern. In diesen F\u00e4llen wird sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft, ob das Kind trotzdem gut versorgt ist, etwa durch den positiven Einfluss von Kita oder Schule. Dann erh\u00e4lt die Familie noch einmal eine letzte Chance \u2013 verbunden mit einem klaren Zeitrahmen und einer Vereinbarung, innerhalb derer eine Verbesserung eintreten muss. Tritt diese nicht ein, bleibt als Konsequenz nur die Fremdunterbringung.<\/p>\n<p>Bereitschaftspflege: Hilfe in akuten Krisen<\/p>\n<p>Kommt es dazu, unterscheidet das Jugendamt zwischen Bereitschaftspflege und Vollzeitpflege. Die Bereitschaftspflege ist f\u00fcr kurzfristige, oft sehr spontane Krisenunterbringungen gedacht. Pflegefamilien m\u00fcssen flexibel und rund um die Uhr bereit sein, ein Kind aufzunehmen \u2013 h\u00e4ufig auch nachts oder am Wochenende. Hierf\u00fcr verf\u00fcgt der Landkreis \u00fcber eine Liste von Bereitschaftspflege- und Krisenfamilien, auf die der Allgemeine Soziale Dienst jederzeit zur\u00fcckgreifen kann. Dennoch reicht die Zahl dieser Familien bei weitem nicht aus, um alle akuten F\u00e4lle zeitnah und regional m\u00f6glichst wohnortnah abdecken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vollzeitpflege: Ein dauerhaftes Zuhause schaffen<\/p>\n<p>Die Vollzeitpflege hingegen verfolgt eine langfristige Perspektive. Kinder sollen dauerhaft in einer neuen Familie leben. Der \u00dcbergang erfolgt dabei behutsam: Die Kinder lernen die Pflegeeltern schrittweise kennen, parallel finden begleitete Umgangskontakte mit den leiblichen Eltern statt. Erst wenn alle Beteiligten sich sicher f\u00fchlen, wird das Kind vollst\u00e4ndig in die neue Familie integriert. Dabei wird streng darauf geachtet, die Pflegefamilien nicht zu \u00fcberfordern. Die Anzahl der dort bereits lebenden Kinder sowie deren Altersstruktur werden ebenso ber\u00fccksichtigt wie die Belastbarkeit der Pflegeeltern.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Herausforderungen ergeben sich bei Kindern mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, Traumata oder Beeintr\u00e4chtigungen. Hier wird genau gepr\u00fcft, welche Pflegefamilie \u00fcber die notwendige Stabilit\u00e4t, Erfahrung und Unterst\u00fctzungsstruktur verf\u00fcgt. \u201eWir sind dankbar f\u00fcr jede Familie, die Kindern ein Zuhause geben m\u00f6chte. Gleichzeitig m\u00fcssen wir sicherstellen, dass die jeweilige Familiensituation auch langfristig tragf\u00e4hig bleibt\u201c, betont das Jugendamt.<\/p>\n<p>Herausforderung: Geschwisterkinder gemeinsam unterbringen<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Thema ist die Unterbringung von Geschwisterkindern. Der Landkreis Wolfenb\u00fcttel verfolgt stets das Ziel, Geschwister nicht zu trennen. In der Praxis ist dies jedoch nicht immer m\u00f6glich \u2013 zum Beispiel wegen Altersunterschieden, individuellen Belastungen oder weil die Pflegefamilie nur begrenzte Kapazit\u00e4ten hat. Dennoch konnten in der Vergangenheit auch gr\u00f6\u00dfere Geschwistergruppen gemeinsam vermittelt werden, was das Jugendamt als gro\u00dfen Erfolg wertet.<\/p>\n<p>Auch die Altersstruktur der Kinder spielt eine Rolle bei der Vermittlung: Manche Pflegefamilien spezialisieren sich auf bestimmte Altersgruppen, beispielsweise auf S\u00e4uglinge und Kleinkinder bis drei Jahre, andere auf Grundschulkinder oder Jugendliche. Das Jugendamt ber\u00fccksichtigt diese Pr\u00e4ferenzen bei jeder Vermittlung individuell \u2013 entweder durch direkte Anfragen beim Pflegekinderdienst oder \u00fcber die regelm\u00e4\u00dfig aktualisierte Krisenfamilienliste.<\/p>\n<p>Aktuell befinden sich <a class=\"redlink\" href=\"https:\/\/regionalheute.de\/wolfenbuettel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im Landkreis Wolfenb\u00fcttel<\/a> 108 Kinder unter 18 Jahren in Vollzeitpflege sowie 9 Kinder in Bereitschaftspflege. Sollte ein weiterer Betreuungsbedarf entstehen, m\u00fcsste verst\u00e4rkt auf alternative Unterbringungsformen zur\u00fcckgegriffen oder in anderen Landkreisen nach freien Pl\u00e4tzen gesucht werden. Doch auch dort gibt es \u00e4hnliche Engp\u00e4sse, wie Dr. K\u00fcchler-Hendricks erkl\u00e4rt. Als weitere Option stehen station\u00e4re Einrichtungen oder Erziehungsstellen zur Verf\u00fcgung. Hierf\u00fcr hat der Landkreis Wolfenb\u00fcttel vorsorglich Pl\u00e4tze eingekauft.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen Interessierte Pflegefamilie werden<\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, neue Pflegefamilien zu gewinnen \u2013 insbesondere im Bereich der Bereitschaftspflege, aber auch f\u00fcr die Vollzeitpflege. \u201eWir k\u00f6nnen gar nicht genug Bereitschaftspflegefamilien haben\u201c, hei\u00dft es aus dem Jugendamt. Je mehr Familien zur Verf\u00fcgung stehen, desto besser und schneller k\u00f6nnen in Krisensituationen geeignete Entscheidungen getroffen werden.<\/p>\n<p>Gesucht werden Familien, Paare oder Einzelpersonen, die Zeit, Geduld und ein stabiles Umfeld bieten k\u00f6nnen, ausreichend Wohnraum haben und zur Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sowie der Herkunftsfamilie bereit sind. Denn ein wesentlicher Bestandteil der Pflege ist der fortbestehende Kontakt zu den leiblichen Eltern, wenn dies dem Kindeswohl dient.<\/p>\n<p>Interessierte k\u00f6nnen sich \u00fcber ein Antragsverfahren bewerben. Dabei spielt der Familienstand keine Rolle: Ob verheiratet, alleinstehend oder in einer Lebenspartnerschaft \u2013 auch gleichgeschlechtliche Paare sind willkommen. Wichtig sind Freude am Zusammenleben mit Kindern, Humor, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, psychische und physische Belastbarkeit sowie gesicherte wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse. All diese Voraussetzungen werden vorab sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft \u2013 ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt.<\/p>\n<p>Der Pflegekinderdienst des Landkreises begleitet interessierte Personen umfassend: von der Eignungsfeststellung \u00fcber Schulungen bis hin zu Beratung und fachlicher Begleitung im Pflegealltag. Zudem unterst\u00fctzt er bei F\u00f6rderangeboten, Umgangskontakten zu den Herkunftsfamilien sowie in allen Fragen rund um das Pflegegeld.<\/p>\n<p>Der Landkreis Wolfenb\u00fcttel und das Jugendamt rufen ausdr\u00fccklich dazu auf, Pflegefamilie zu werden \u2013 unabh\u00e4ngig von Familienstand oder sexueller Orientierung. Die Aufgabe sei herausfordernd, aber auch sehr wertvoll f\u00fcr Kinder in schwierigen Lebenslagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Symbolfoto. | Foto: Pixabay 17.07.2025, 08:54 Uhr Wolfenb\u00fcttel. 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