{"id":272368,"date":"2025-07-17T12:40:17","date_gmt":"2025-07-17T12:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272368\/"},"modified":"2025-07-17T12:40:17","modified_gmt":"2025-07-17T12:40:17","slug":"muenchen-klinik-selbst-das-leitungswasser-wird-hier-von-keimen-befreit-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272368\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen Klinik: Selbst das Leitungswasser wird hier von Keimen befreit &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Saftig gr\u00fcne Wiesen, viele B\u00e4ume und ein weiter Blick auf das Karwendelgebirge: Dieses sch\u00f6ne Bild, das als riesiges Foto eine in die Jahre gekommene Fassade versch\u00f6nern soll, gibt es noch nicht. Auch fehlen bislang bunte Bilder mit <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>-Impressionen an den W\u00e4nden der hellen Station f\u00fcr Knochenmarktransplantation (KMT). Erst vor Kurzem ist sie von der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen_Klinik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen Klinik<\/a> Schwabing in den neuen Erweiterungsbau der Klinik Bogenhausen umgezogen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Acht Transplantations-Betten gibt es jetzt \u2013 drei mehr als vorher. Die Luft wird gefiltert, damit sie keimfrei ist und den Patienten mit einer schweren Erkrankung des Blutes oder des Immunsystems wie einer Leuk\u00e4mie nicht schaden kann. Direkt neben der KMT ist die Intensivstation. \u201eEin Traum\u201c, sagt Tobias Herold, Chefarzt der Klinik f\u00fcr H\u00e4matologie und Onkologie an der M\u00fcnchen Klinik Bogenhausen. Insgesamt gebe es damit in M\u00fcnchen nach langer Zeit endlich wieder 24 Transplantations-Betten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zwei Jahre hat sich Herold mit seinem Team auf den Umzug vorbereitet. Zuletzt wurde eingerichtet, Schr\u00e4nke und Materialien wurden beschriftet. \u201eBis zum Schluss einfach 1000 Kleinigkeiten\u201c, sagt Stationsleiterin Yvonne Jegodtka.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die teilverglasten Zimmert\u00fcren, in denen schmale Rolll\u00e4den eingebaut sind, sind schallisoliert. Die Patienten ben\u00f6tigen Ruhe. Im Nachtk\u00e4stchen ist ein kleiner K\u00fchlschrank untergebracht, damit sie gleich etwas K\u00fchles wie Joghurt essen k\u00f6nnen, wenn sie Hunger haben. Das Wasser, das im Bad aus der Leitung kommt, ist gefiltert. Blo\u00df keine Keime!<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Fensterb\u00e4nke in den Zimmern sind Sitzb\u00e4nke. Auf ihnen l\u00e4sst sich gut ein Buch lesen oder einfach nur in den Himmel schauen \u2013 eines Tages dann auch auf das \u00fcberdimensionale Fassadenfoto vom Karwendelgebirge. Zeit hei\u00dft f\u00fcr viele Patienten auf dieser Station haupts\u00e4chlich eines: warten. Warten auf die Transplantation, warten auf die ersten Ergebnisse danach, auf eine Infusion nach der anderen, warten, dass das Immunsystem wieder hochf\u00e4hrt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDrei bis vier Wochen dauert die Phase der strengen Isolation\u201c, sagt Herold. In dieser Zeit sei das Immunsystem nicht funktionsf\u00e4hig, und der Schutz vor Infektion ist besonders wichtig. Wenn alles gut geht und das neue Immunsystem nach einer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation den eigenen K\u00f6rper nicht bek\u00e4mpft, dauert der station\u00e4re Aufenthalt, so Herold, f\u00fcnf bis sechs Wochen. Vier Transplantationen im Monat sollen jetzt auf der neuen Station m\u00f6glich sein. Meistens werden es Stammzelltransplantationen sein.<\/p>\n<p>Immer mehr Menschen in Deutschland spenden Stammzellen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">In einem dieser sch\u00f6nen Zimmer auf Station U5 liegt eine 67-j\u00e4hrige Patientin. Am 25. Februar hat sie die Diagnose Akute Myeloische Leuk\u00e4mie (AML) bekommen. \u201eDas war kein guter Tag\u201c, erinnert sie sich. Sofort sei sie f\u00fcr f\u00fcnfeinhalb Wochen ins Krankenhaus gekommen, von einem Tag auf den anderen aus dem \u201eLeben geworfen\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Nach Wochen mit st\u00e4ndigem Fieber, in denen es ihr nicht gut ging, sie kaum etwas schmecken und riechen konnte, hat sie nun nach drei Monaten zwischen Hoffen und Bangen einen Spender gefunden. Jetzt wartet sie auf ihre Stammzelltransplantation. Sie ist die erste Patientin, die diese Therapie in den neuen R\u00e4umen bekommt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Mehr Betten und hochmodern: Stationsleiterin Yvonne Jegodtka und Chefarzt Tobias Herold freuen sich, dass sie auf der neuen Station die Patienten noch besser versorgen k\u00f6nnen.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/cd0bcada-12bd-425a-aaaf-b0746faf556d.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Mehr Betten und hochmodern: Stationsleiterin Yvonne Jegodtka und Chefarzt Tobias Herold freuen sich, dass sie auf der neuen Station die Patienten noch besser versorgen k\u00f6nnen. (Foto: M\u00fcnchen Klinik)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die 67-J\u00e4hrige wartet. Mal wieder. Auf einen Beutel voller Leben. Voller gesunder Stammzellen. In sieben bis acht Stunden habe die Apherese-Maschine Stammzellen aus dem Blut des Spenders herausgefiltert, erkl\u00e4rt Herold. An die 0,5 Liter gelangten dann als Infusion \u00fcber die Vene in den Blutkreislauf der Patientin.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Bei einer Knochenmarktransplantation dagegen kommen die n\u00f6tigen Stammzellen aus dem Knochenmark des Spenders. Dieser wird laut Chefarzt Herold unter Vollnarkose an vielen Punkten am Beckenkamm punktiert. Die Fl\u00fcssigkeit wird dann mehrmals gefiltert. 1,3 Liter landen in dem Beutel, der f\u00fcr Patienten einen zweiten Geburtstag bedeuten kann. Im Jahr 2024 spendeten laut dem Zentralen Knochenmarkspende-Register Deutschland 8349 Menschen aus Deutschland Stammzellen. Mehr als jemals zuvor.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Infusionen bekommt die 67-J\u00e4hrige viele. Jetzt und auch w\u00e4hrend ihrer Zeit nach der Transplantation. Fr\u00fcher mussten \u00c4rzte und onkologische Pflegefachkr\u00e4fte jedes Mal in das Zimmer. Auch nachts. Oft wurden die Patienten geweckt. Obwohl sie ja, wie Herold sagt, dringend ihren Schlaf ben\u00f6tigten. Heute geht das anders. Neben den Zimmern ist ein kleines Infusionszimmer. Hier blinkt es. Die ganze Infusionstechnik ist dort untergebracht. \u00dcber ein winziges Fensterchen, das fast aussieht wie eine Katzenklappe, f\u00fchren die Leitungen direkt zum Katheter der Patienten. \u201eDie meisten Patienten bekommen nun gar nicht mehr mit, dass sie eine neue Infusion bekommen\u201c, freut sich Herold.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Wie eine Katzenklappe: Durch das linke, kleine Fenster werden die Infusionsleitungen von einem separaten Zimmer aus direkt zum Patienten geleitet.\u00a0 Damit wird dieser nicht mehr gest\u00f6rt.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4ff21241-965f-4a36-ab5c-815b39bd98d8.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Wie eine Katzenklappe: Durch das linke, kleine Fenster werden die Infusionsleitungen von einem separaten Zimmer aus direkt zum Patienten geleitet.\u00a0 Damit wird dieser nicht mehr gest\u00f6rt. (Foto: M\u00fcnchen Klinik)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Viel hat sich in der Stammzellentherapie ge\u00e4ndert. Fr\u00fcher war laut Herold bei Knochenmark- oder Stammzellspenden eine nahezu 100-prozentige genetische \u00dcbereinstimmung der Immunmerkmale eines Spenders und des Empf\u00e4ngers eine zwingende Voraussetzung. In den vergangenen Jahren habe die haploidentische Transplantation immer mehr zugenommen, also eine halbidentische Spende eines Verwandten mit einer \u00dcbereinstimmung von 50 Prozent. So bek\u00e4men viele Patienten inzwischen nach der Stammzellentransplantation gleich noch eine Chemotherapie. \u201eUm eine Absto\u00dfungsreaktion zu vermeiden\u201c, erkl\u00e4rt der Chefarzt. Diese t\u00f6te dann nur die T-Zellen ab, die eine Absto\u00dfung forcierten. Die guten T-Zellen, die die Immunabwehr f\u00f6rderten, blieben bei diesem Vorgang \u00fcbrig, die Zellen, die man gerade transplantiert habe, blieben aber heil, sagt Herold und nennt diese M\u00f6glichkeit eine \u201emedizinische Revolution\u201c, die \u201edeutlich bessere Ergebnisse\u201c erziele. In der Vergangenheit h\u00e4tte man bei halbidentischen Stammzellspenden alle T-Zellen herausgenommen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Am Nachmittag hat die 67-j\u00e4hrige Patientin ihre ersehnte Stammzellentransplantation erhalten. Ihr gr\u00f6\u00dfter Wunsch: \u201eHoffentlich will das Transplantat auch zu mir\u201c, sagt sie. Und dann lacht sie tapfer. So vieles liege jetzt noch vor ihr. Was ihr f\u00fcr die lange Zeit auf der neuen Station aber am meisten Kraft gibt, ist der Gedanke an ihre Familie, an ihre gro\u00dfen Kinder, die vielleicht einmal Enkelkinder haben werden. \u201eDas ist eine sch\u00f6ne Vorstellung, und deswegen schaue ich nach vorn.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Saftig gr\u00fcne Wiesen, viele B\u00e4ume und ein weiter Blick auf das Karwendelgebirge: Dieses sch\u00f6ne Bild, das als riesiges&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":272369,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,30,2808,81770,837,1268,50047,31501,149,81771],"class_list":{"0":"post-272368","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-gesundheit-in-muenchen","12":"tag-klinikum-bogenhausen","13":"tag-medizin","14":"tag-muenchen","15":"tag-muenchen-klinik","16":"tag-stammzellenspende","17":"tag-sueddeutsche-zeitung","18":"tag-transplantationsmedizin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114868625373955056","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=272368"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272368\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/272369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=272368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=272368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}