{"id":272404,"date":"2025-07-17T13:00:11","date_gmt":"2025-07-17T13:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272404\/"},"modified":"2025-07-17T13:00:11","modified_gmt":"2025-07-17T13:00:11","slug":"milliarden-poker-um-experten-tech-bros-koedern-ki-genies-mit-astronomischen-gehaeltern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272404\/","title":{"rendered":"Milliarden-Poker um Experten: Tech-Bros k\u00f6dern KI-Genies mit astronomischen Geh\u00e4ltern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Silicon Valley tobt ein erbitterter Wettkampf um KI-Talente. Meta-Chef Zuckerberg bietet noch nie dagewesene Rekord-Geh\u00e4lter, um Experten von Konkurrenten abzuwerben. Auch das deutsche KI-Startup Aleph Alpha bekommt die Auswirkungen der Gehaltsspirale zu sp\u00fcren.<\/strong><\/p>\n<p>Das Rennen um die KI-Dominanz erreicht in den USA absurde Ausma\u00dfe. Das zeigt sich nicht zuletzt an der aggressiven Einstellungspolitik gro\u00dfer Tech-Firmen. Meta, Google und Co sind bereit, Geh\u00e4lter zu zahlen, die<b> <\/b>sonst allenfalls im Profisport \u00fcblich sind. Mitarbeiter werden mit dreistelligen Millionenbetr\u00e4gen von Konkurrenten oder aus ihren eigenen Startups abgeworben. &#8222;In dieser Intensit\u00e4t hat es das bislang so noch nicht gegeben&#8220;, sagt KI-Experte Teo Pham auf Anfrage von ntv.de. Geh\u00e4lter in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von einer Million Dollar pro Jahr seien zwar in der Vergangenheit nicht un\u00fcblich gewesen. &#8222;Seit Kurzem ist die Entwicklung aber regelrecht eskaliert.&#8220;<\/p>\n<p>Die aktuellen Geh\u00e4lter zeigen vor allem eins: F\u00fcr die Unternehmen steht enorm viel auf dem Spiel. Laut dem Gr\u00fcnder des Heidelberger KI-Startups Aleph Alpha ist K\u00fcnstliche Intelligenz l\u00e4ngst nicht mehr nur ein Forschungsthema &#8211; es geht um nichts Geringeres als die technologische Vorherrschaft der n\u00e4chsten Jahrzehnte. &#8222;Wer heute die besten K\u00f6pfe gewinnt, kann morgen Standards setzen, M\u00e4rkte dominieren und ganze Wertsch\u00f6pfungsketten ver\u00e4ndern. In diesem globalen Wettrennen um Marktdominanz sind Spitzengeh\u00e4lter ein Ausdruck davon, wie hoch die Eins\u00e4tze sind&#8220;, sagt Jonas Andrulis ntv.de.<\/p>\n<p>Um nicht den Anschluss zu verlieren, ist in den USA besonders Meta-Chef Marc Zuckerberg bereit, tief in die Tasche zu greifen. Obwohl er wiederholt seine Absicht erkl\u00e4rt hat, das Unternehmen zu einem &#8222;KI-F\u00fchrer&#8220; zu machen, hat Meta M\u00fche, mit seinen Konkurrenten Schritt zu halten. Das Unternehmen musste mehrere R\u00fcckschl\u00e4ge hinnehmen. Auch deswegen d\u00fcrfte Zuckerberg das Anwerben neuer Experten zur Chefsache gemacht haben. Der Facebook-Gr\u00fcnder soll zuletzt KI-Talenten des ChatGPT-Entwicklers OpenAI Einstellungspr\u00e4mien in H\u00f6he von 100 Millionen US-Dollar und h\u00f6her in Aussicht gestellt haben. Die Reaktion von OpenAI-Chef Sam Altman? In einer Slack-Notiz, die dem Magazin &#8222;Wired&#8220; vorliegt, hat er die Abwerbungsversuche von Meta scharf kritisiert &#8211; und im gleichen Atemzug angek\u00fcndigt, das Unternehmen arbeite an einer Anpassung der Geh\u00e4lter.<\/p>\n<p>Wang brachte es mit Scale AI zum Milliard\u00e4r<\/p>\n<p>Ger\u00fcchten zufolge hat Zuckerberg eine Liste von KI-Experten, die er von der Konkurrenz abwerben will, um die Entwicklung einer k\u00fcnstlichen Superintelligenz voranzutreiben. Die &#8222;K\u00fcnstliche Allgemeine Intelligenz&#8220; (Artificial General Intelligence, AGI) gilt als der Heilige Gral der Branche. Diese Programme k\u00f6nnen Aufgaben selbstst\u00e4ndig l\u00f6sen und sind nicht auf menschliche Anweisungen angewiesen. Tendenziell sollen sie die intellektuellen F\u00e4higkeiten des Menschen erreichen oder sogar \u00fcberfl\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Auf Zuckerbergs Liste von KI-Genies stand anscheinend auch der Chef des KI-Datenspezialisten Scale AI Alexandr Wang. Meta \u00fcbernahm im Juni f\u00fcr 14,3 Milliarden Dollar einen Anteil von 49 Prozent an dem Startup. Es war die zweitgr\u00f6\u00dfte Transaktion seit der \u00dcbernahme von Whatsapp f\u00fcr 19 Milliarden Dollar im Jahr 2014. Insidern zufolge war Metas Hauptziel dabei die Verpflichtung des 28-j\u00e4hrigen Wang. Er leitet jetzt die Abteilung f\u00fcr die Entwicklung der &#8222;K\u00fcnstlichen Allgemeinen Intelligenz&#8220;. Der in den USA geborene Sohn chinesischer Einwanderer ist kein KI-Entwickler, hat aber \u00e4hnlich wie OpenAI-Chef Sam Altman aus dieser Technologie ein Gesch\u00e4ftsmodell gemacht. Wang, der sein Studium an der renommierten Universit\u00e4t MIT abgebrochen hatte, brachte es mit Scale AI zum Milliard\u00e4r.<\/p>\n<p>Die 2016 gegr\u00fcndete Firma z\u00e4hlt unter anderem die US-Regierung zu ihren Kunden. Das Startup bietet Unmengen an Datens\u00e4tzen an, die von Menschen mit Schlagworten versehen wurden \u2013 essenziell f\u00fcr das Training von ChatGPT, Gemini &amp; Co. Scale AI wird im Rahmen dieser Transaktion mit 29 Milliarden Dollar bewertet \u2013 eine Verdoppelung im Vergleich zur Finanzierungsrunde vor rund einem Jahr.<\/p>\n<p> Neue Taktik hat im Silicon Valley Schule gemacht<\/p>\n<p>Mit einem Gehalt von angeblich 200 Millionen US-Dollar hat Zuckerberg au\u00dferdem Anfang dieses Monats Ruoming Pang zu Meta gelockt. Pang leitete zuvor das KI-Team des iPhone-Herstellers Apple. Auch er soll k\u00fcnftig f\u00fcr das Superintelligence-Team arbeiten. Laut Tech-Analyst und Investor Philipp Kl\u00f6ckner treibt Zuckerberg die Erkenntnis dar\u00fcber an, wie eminent wichtig die Chance zur Entwicklung der ersten Superintelligenz auch rein wirtschaftlich ist. Die Vehemenz, mit der Zuckerberg vorgeht, \u00fcberrascht ihn nicht. Der Facebook-Gr\u00fcnder sei daf\u00fcr bekannt, geradezu mit einer r\u00fccksichtslosen Entschlossenheit seine Prio-1-Ziele zu verfolgen.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Meta, auch Google hat Angst, im Wettkampf gegen OpenAI ins Hintertreffen zu gelangen. Der Konzern hat laut Informationen des &#8222;Wall Street Journals&#8220; f\u00fcr 2,4 Milliarden US-Dollar den Chef des KI-Startups Windsurf und mehrere seiner Mitarbeiter eingestellt. Kl\u00f6ckner kann zwar nachvollziehen, dass die j\u00fcngste Eskalation der Geh\u00e4lter absurd klingen mag. Gleichzeitig gibt er zu bedenken: &#8222;Einzelne Talente k\u00f6nnen den Werdegang eines Produkts oder eines Unternehmens so beeinflussen, dass sie diese Geh\u00e4lter auch wieder einspielen&#8220;, sagt der Host des Podcasts &#8222;Doppelg\u00e4nger&#8220; ntv.de. Die Aussicht, eine &#8222;letzte Technologie&#8220;, die selbstst\u00e4ndig forscht, zu schaffen, rechtfertige beinahe alle Mittel.<\/p>\n<p>Das Vorgehen, Spitzenkr\u00e4fte abzuwerben, anstatt kleinere Unternehmen komplett zu \u00fcbernehmen, hat im Silicon Valley zuletzt Schule gemacht. Diese Taktik wird auch &#8222;Acquihire&#8220; (eine Kombination aus den W\u00f6rtern acquire und hire) genannt. Laut KI-Experte Pham erlebt die Branche gerade eine Weiterentwicklung dieses Konzepts. &#8222;Wegen regulatorischer Einschr\u00e4nkungen durch die Kartellbeh\u00f6rden k\u00f6nnen gro\u00dfe Konzerne derzeit nicht mehr so leicht andere Unternehmen \u00fcbernehmen \u2013 oder die Prozesse w\u00fcrden schlicht zu lange dauern.&#8220; Statt das Unternehmen als Ganzes zu \u00fcbernehmen, w\u00fcrden Teams \u2013 oft gegen sehr hohe individuelle Verg\u00fctung \u2013 direkt zum Wechsel bewegt. &#8222;Dieser Mechanismus erlaubt es Konzernen, schnell Know-how zu sichern, ohne langwierige \u00dcbernahmen und regulatorische Risiken.&#8220;<\/p>\n<p>Aleph-Alpha-Gr\u00fcnder Andrulis gibt au\u00dferdem zu bedenken: &#8222;Es geht um das gezielte Absichern von F\u00e4higkeiten, die sich manchmal nicht so einfach \u00fcber einen Unternehmenskauf einkaufen lassen.&#8220; Zudem sei kulturelle und strukturelle Integration bei Akquisitionen ein oft untersch\u00e4tzter Faktor. &#8222;Da verspricht die gezielte Abwerbung einzelner K\u00f6pfe manchmal schnellere Wirkung.&#8220;<\/p>\n<p>Fehlendes Verst\u00e4ndnis in Europa<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa als KI-Standort der Zukunft haben die astronomischen Geh\u00e4lter in den USA potenziell gro\u00dfe Nachteile. &#8222;Solche Gehaltspakete sind hier kaum vorstellbar. Auch wenn es in Europa viele hervorragende KI-Forscher gibt, ist der Anreiz, in die USA zu wechseln, nun gr\u00f6\u00dfer denn je&#8220;, sagt Pham. In Europa \u2013 und speziell in Deutschland \u2013 fehle bisher auch das Bewusstsein daf\u00fcr, dass ein einzelner Forscher mehrere Millionen US-Dollar im Jahr wert sein kann.<\/p>\n<p>Auch Aleph Alpha in Heidelberg bekommt die aktuellen Turbulenzen zu sp\u00fcren. Mit den gestiegenen Gehaltsvorstellungen wird auch Andrulis in Einstellungsverfahren konfrontiert. Er beobachtet aber gleichzeitig: &#8222;In Interviews fragen Bewerber zunehmend nach anderen Faktoren: Forschungsfreiheit, die M\u00f6glichkeit zu publizieren und der gesellschaftliche Impact ihrer Arbeit spielen eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle.&#8220; Inzwischen w\u00fcrden sich auch immer mehr Bewerber aus den USA bei ihnen melden. &#8222;Das hat nicht unbedingt mit der Gehaltsspirale zu tun.&#8220;<\/p>\n<p>Wie viel das KI-Startup seinen KI-Experten zahlt, will Andrulis nicht verraten. Nur so viel: Man befinde sich im internationalen Wettbewerb. F\u00fcr Bewerber aus den USA spielen zum Gl\u00fcck aber offenbar auch noch andere Faktoren eine Rolle. &#8222;Europa bietet eine hohe Lebensqualit\u00e4t, eine h\u00f6here politische Stabilit\u00e4t und zunehmend attraktive Forschungsbedingungen. In Zeiten, in denen sich das politische Klima in den USA ver\u00e4ndert und sich der Wettbewerb um Talente zuspitzt, gewinnen europ\u00e4ische Standorte an Attraktivit\u00e4t \u2013 nicht nur als Arbeitsplatz, sondern als Lebensumfeld.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Silicon Valley tobt ein erbitterter Wettkampf um KI-Talente. 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