{"id":272608,"date":"2025-07-17T14:51:13","date_gmt":"2025-07-17T14:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272608\/"},"modified":"2025-07-17T14:51:13","modified_gmt":"2025-07-17T14:51:13","slug":"mit-oekostrom-in-die-europaeische-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/272608\/","title":{"rendered":"Mit \u00d6kostrom in die Europ\u00e4ische Union"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Der Fierza-Stausee ist mit seiner Fl\u00e4che von 72,6 Quadratkilometern der gr\u00f6\u00dfte Stausee in Albanien. Gr\u00fcnblaues Wasser wird von einer Staumauer gehalten, die weit in die Tiefe ragt.\" alt=\"Der Fierza-Stausee ist mit seiner Fl\u00e4che von 72,6 Quadratkilometern der gr\u00f6\u00dfte Stausee in Albanien. Gr\u00fcnblaues Wasser wird von einer Staumauer gehalten, die weit in die Tiefe ragt.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/stausee-albanien-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Der Fierza-Stausee ist mit seiner Fl\u00e4che von 72,6 Quadratkilometern der gr\u00f6\u00dfte Stausee Albaniens (picture alliance \/ Westend61 \/ Martin Siepmann)<\/p>\n<p>Albanien hat geschafft, wovon viele L\u00e4nder tr\u00e4umen: Es bezieht seinen Strom zu fast hundert Prozent aus erneuerbarer Energie, haupts\u00e4chlich Wasserkraft. Doch im Sommer, wenn der Wasserstand in den Stauseen sinkt, hat das Land Probleme, seinen Bedarf zu decken. Dann m\u00fcssen etwa 30 Prozent des ben\u00f6tigten Stroms teuer aus den Nachbarl\u00e4ndern importiert werden. Um seine Versorgungsl\u00fccken zu schlie\u00dfen, will Albanien auch verst\u00e4rkt in Solarenergie investieren.<\/p>\n<p>Neben Island ist Albanien das einzige europ\u00e4ische Land, dessen Stromerzeugung ausschlie\u00dflich auf erneuerbaren Energien basiert. 95 Prozent des in Albanien produzierten Stroms stammen dem Ministerium f\u00fcr Infrastruktur und Energie zufolge aus den 130 Wasserkraftwerken im Land. Laut Internationaler Energieagentur liegt der Anteil von Wasserkraft an der Stromerzeugung bei knapp 97 Prozent, der Anteil von Solarenergie bei rund drei Prozent.<\/p>\n<p>In Zukunft soll der Energiemix mit Solarenergie und Windenergie noch diverser werden. Die Bedingungen f\u00fcr Solarenergie sind g\u00fcnstig, insbesondere im Westen Albaniens, wo die t\u00e4gliche Sonneneinstrahlungsleitung im Schnitt 4,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter erreicht.<\/p>\n<p>                Der Gesamt-Energiemix des Landes \u2013 also nicht nur der Strom &#8211; \u00a0sieht laut <a title=\"Link auf: International Energy Agency: Energy system of Albania\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.iea.org\/countries\/albania\" class=\"click-tracking-paragraph\" data-tracking=\"{&quot;name&quot;:&quot;Link in Beitrag&quot;,&quot;chapter1&quot;:&quot;https:\/\/www.iea.org\/countries\/albania&quot;,&quot;chapter2&quot;:&quot;Internationaler Energieagentur IEA&quot;,&quot;chapter3&quot;:&quot;Albanien - Erneuerbare Energien als Schl\u00fcssel zum EU-Beitritt&quot;,&quot;level2&quot;:1}\" rel=\"noopener\">Internationaler Energieagentur IEA<\/a> so aus: Knapp \u00fcber die H\u00e4lfte des Energiebedarfs wird durch fossile Energien abgedeckt, zum Gro\u00dfteil durch \u00d6l und zu kleinen Teilen durch Kohle und Erdgas sowie rund 33 Prozent durch Wasserkraft und knapp 13 Prozent durch Biokraftstoffe und Biomasse.<\/p>\n<p>Das gebirgige Albanien mit seinen vielen Fl\u00fcssen bietet ideale Bedingungen f\u00fcr den Ausbau von Wasserkraft. Schon in den 1960er-Jahren wurden die ersten Stauseen angelegt, w\u00e4hrend der kommunistischen \u00c4ra unter Diktator Enver Hoxha wurde der Bau von Wasserkraftwerken dann intensiv vorangetrieben. Das Regime isolierte Albanien fast v\u00f6llig und setzte auf Autarkie. Au\u00dferdem war Wasserkraft vergleichsweise billig.<\/p>\n<p>Albanien k\u00f6nne den Strom auch sehr gut mit eigenen Kraftwerken speichern, sagt Energieexperte Leonard Probst vom Fraunhofer Institut. Dies erm\u00f6glicht es Albanien, Strom in Phasen der \u00dcberproduktion zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist der Stromverbrauch Albaniens im europ\u00e4ischen Vergleich gering, absehbar soll der Bedarf aber aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs um 70 Prozent steigen.<\/p>\n<p>Der Ausbau der Wasserkraft hat gravierende soziale und \u00f6kologische Folgen. Schon w\u00e4hrend der Zeit des Kommunismus wurden D\u00f6rfer \u00fcberflutet, Tausende Menschen umgesiedelt. Geplante Staud\u00e4mme wie in Skavica an der Grenze zu Nordmazedonien sto\u00dfen auf Widerstand, 40 D\u00f6rfer drohen \u00fcberschwemmt zu werden. Die Bewohner sagen, sie h\u00e4tten aus dem Fernsehen erfahren, dass ihr Zuhause einem Damm weichen soll.<\/p>\n<p>Auch Umweltsch\u00fctzer schlagen Alarm. Die gro\u00dfen Wasserkraftwerke f\u00fchrten zur Zerst\u00f6rung der Biodiversit\u00e4t und nat\u00fcrlicher Habitate, sagt Olsi Nika von der unabh\u00e4ngigen Umweltorganisation EcoAlbania. Der geplante Damm k\u00f6nnte den Lebensraum des besonders bedrohten Balkan-Luchses durchtrennen. Der geplante Bau eines Wasserkraftwerks an der Vjosa, dem angeblich letzten Wildfluss Europas, wurde nach Protesten von Umweltsch\u00fctzern aufgegeben.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist die Abh\u00e4ngigkeit von Wasserkraft riskant, denn in den Sommermonaten gibt es weniger Wasser, sagt Umwelt-Ingenieur Leonhard Probst. Dann muss etwa 30 Prozent des Stroms aus den Nachbarl\u00e4ndern importiert werden. Wegen des Klimawandels droht die Stromproduktion in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren zudem um 15 bis 20 Prozent zu sinken.<\/p>\n<p>Der Ausbau erneuerbarer Energien hat auch politische Gr\u00fcnde, da Albanien bis 2030 EU-Mitglied werden m\u00f6chte. Das hat Premierminister Edi Rama im Wahlkampf versprochen. 90 Prozent der Albaner bef\u00fcrworten laut einer aktuellen Umfrage einen EU-Beitritt.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union f\u00f6rdert Klimaanpassungsma\u00dfnahmen auf dem Westbalkan durch die \u201eGr\u00fcne Agenda\u201c, die Albanien nutzen will, um sich an europ\u00e4ische Regeln und Vorschriften anzupassen und seine Chancen auf einen EU-Beitritt zu erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>\u201eDie Gr\u00fcne Agenda f\u00fcr die Westbalkanl\u00e4nder enth\u00e4lt klare Kriterien, die diese L\u00e4nder erf\u00fcllen m\u00fcssen, um den \u00dcbergang zu gr\u00fcnerem Wirtschaften und zum Schutz der Umwelt zu schaffen\u201c, sagt Engjellushe Morina von der Denkfabrik European Council on Foreign Relations.<\/p>\n<p>Korruption in der \u00f6ffentlichen Verwaltung, Defizite bei Demokratie und Pressefreiheit, mangelnder Elitenwechsel, Vorw\u00fcrfe an Premier Edi Rama wegen seines autorit\u00e4ren Regierungsstils, Druck auf NGOs und internationale Organisationen\u00a0&#8211; auf dem Weg zum EU-Beitritt gibt es noch eine Menge H\u00fcrden, sagt Politikwissenschaftlerin Engjellushe Morina. <\/p>\n<p>Albanien bleibt auch eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder Europas. Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei nicht einmal 600 Euro brutto. Albanien erlebt seit Jahren einen extremen Braindrain, viele junge Leute verlassen das Land. 40 Prozent der Albaner leben im Ausland. Dennoch, glaubt Molina, unter allen EU-Beitrittskandidaten habe<strong> <\/strong>Albanien derzeit die besten Chancen.<\/p>\n<p>tha<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Fierza-Stausee ist mit seiner Fl\u00e4che von 72,6 Quadratkilometern der gr\u00f6\u00dfte Stausee Albaniens (picture alliance \/ Westend61 \/&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":272609,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,81812,81811,1521,548,40069,663,158,3934,3935,81813,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-272608","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-balkanstaaten","11":"tag-braindrain","12":"tag-erneuerbare-energie","13":"tag-eu","14":"tag-eu-beitritt","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europe","18":"tag-european-union","19":"tag-gruenes-wirtschaften","20":"tag-headlines","21":"tag-nachrichten","22":"tag-news","23":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114869140405838812","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=272608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/272608\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/272609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=272608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=272608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=272608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}