{"id":27301,"date":"2025-04-13T00:31:21","date_gmt":"2025-04-13T00:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/27301\/"},"modified":"2025-04-13T00:31:21","modified_gmt":"2025-04-13T00:31:21","slug":"ole-von-beust-wird-70-der-mann-der-in-der-cdu-auch-grossstadtpolitik-konnte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/27301\/","title":{"rendered":"Ole von Beust wird 70: Der Mann, der in der CDU auch Gro\u00dfstadtpolitik konnte"},"content":{"rendered":"<p>Ole von Beust eroberte f\u00fcr die CDU direkte nach der Jahrtausendwende das B\u00fcrgermeisteramt im sonst \u201eroten\u201c Hamburg \u2013 und holte sogar eine absolute Mehrheit. Am Sonntag wird der Jurist, f\u00fcr den ein WELT AM SONNTAG-Interview eine pers\u00f6nliche Wende bringen sollte \u2013 70 Jahre alt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wer Ole von Beust in den vergangenen Monaten bei einer Veranstaltung oder einfach auf der Stra\u00dfe getroffen hat, der erlebt h\u00e4ufig das gleiche Muster: Seine Umgebung reagiert ausgesprochen zugewandt und freundlich auf den fr\u00fcheren B\u00fcrgermeister, und er selbst steht dem in nichts nach. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-staedtereise\/\" title=\"Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/hamburg-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;Nachrichten, Bilder, Videos und Reisetipps zu Hamburg finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburg<\/a> und von Beust, das passt noch immer. Und so l\u00e4sst sich auch heute noch erkl\u00e4ren, wie der Christdemokrat seine CDU in Hamburg zeitweise zur absoluten Mehrheit f\u00fchren konnte, bevor er Politikgeschichte schrieb und die erste schwarz-gr\u00fcne Koalition auf Landesebene schmiedete. An diesem Sonntag wird der geb\u00fcrtige Hamburger, dem viele einen jungenhaften Charme attestieren, 70 Jahre alt.<\/p>\n<p>Mit der aktiven Politik hat der Spross einer alteingesessenen Familie mit Adelshintergrund seit seinem R\u00fcckzug nichts mehr zu tun. Seit 2013 betreibt der gelernte Jurist ein Beratungsunternehmen. Er lebt gemeinsam mit seinem 36 Jahre j\u00fcngeren Ehemann in Hamburg und auf Sylt. Auf die Frage, was ihn gl\u00fccklich mache, \u00e4u\u00dferte er in einem Interview: \u201eMein Mann, ein skandinavischer Kriminalroman und mein Balkon bei Sonne.\u201c Entsprechend ruhig wolle er auch seinen Geburtstag feiern.<\/p>\n<p>Eher sporadisch beantwortet von Beust Fragen zu politischen Themen, wobei er sich seiner eigenen Partei gegen\u00fcber zuweilen kritisch gibt. Es sei \u201edoch nicht der Markenkern der Union, gegen schwule Ehen oder f\u00fcr Atomkraft zu sein\u201c, sagt er bereits 2013 in einem Interview, das sich auch auf heutige Debatten in der CDU beziehen k\u00f6nnte. Konservativ d\u00fcrfte kein \u201ediffuses Bauchgef\u00fchl\u201c bleiben, sondern m\u00fcsse eben \u201eeiner Begr\u00fcndung standhalten\u201c. Insgesamt aber sei er \u201enie traurig gewesen, aufgeh\u00f6rt zu haben.\u201c<\/p>\n<p>Zu den Anf\u00e4ngen: Nach Jahren als Oppositionsf\u00fchrer war von Beust in seinem zweiten Anlauf als Spitzenkandidat bei einer B\u00fcrgerschaftswahl mit den Christdemokraten 2001 der Machtwechsel in der seit Jahrzehnten von der SPD regierten Hansestadt gelungen. Er schmiedete eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive des fr\u00fcheren Amtsrichters Ronald Schill, ein Vorgang, der ihm noch heute von Kritikern vorgeworfen wird. Diese Koalition endete nach zwei Jahren in Schlammschlachten. Schill unterstellte von Beust daraufhin eine Liebesaff\u00e4re mit dem damaligen Justizsenator Roger Kusch. Die politische Konsequenz war eine Neuwahl, f\u00fcr von Beust pers\u00f6nlich aber \u00e4nderten die Vorg\u00e4nge ebenfalls manches. Zwar versteckte er seine Homosexualit\u00e4t nie, thematisierte sie aber in der \u00d6ffentlichkeit auch nicht.<\/p>\n<p>Das \u00fcbernahm nach den Ereignissen um Schill kurzerhand von Beusts Vater in einem Interview mit WELT AM SONNTAG. Er berichtete darin etwa von dessen erstem Freund. Das Outing vor gro\u00dfem Publikum war laut von Beust nicht abgesprochen. Er reagierte nach eigenen Angaben zun\u00e4chst \u201eperplex\u201c, war seinem Vater aber sp\u00e4ter dennoch dankbar. Ansonsten kehrte von Beust zu seinem hanseatisch-zur\u00fcckhaltenden Umgang mit dem Thema zur\u00fcck. Es sei eben \u201ePrivatsache\u201c. Ausnahmen machte er selten, so als er 2013 die Heirat mit seinem Lebensgef\u00e4hrten best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Nach dem Bruch mit Schill befand sich von Beust auf dem Zenit seiner Popularit\u00e4t, die Wahl 2004 gewann die CDU mit absoluter Mehrheit. Vier Jahre sp\u00e4ter wurde sie erneut st\u00e4rkste Kraft, brauchte aber einen Partner. Von Beust w\u00e4hlte die Gr\u00fcnen \u2013 damals ein ungew\u00f6hnlicheres Experiment, als es heute erscheint. Es war die erste schwarz-gr\u00fcne Koalition auf L\u00e4nderebene. Eine B\u00fcrgerinitiative erzwang sp\u00e4ter einen Volksentscheid, der die geplante Schulreform im Februar 2010 zum Scheitern brachte. Unmittelbar vor der Bekanntgabe des Ergebnisses verk\u00fcndete von Beust seinen R\u00fcckzug zum August. \u201eEs gibt f\u00fcr alles eine Zeit\u201c, sagt er damals. Seinen Entschluss bereute er nach eigenen Angaben nie. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ole von Beust eroberte f\u00fcr die CDU direkte nach der Jahrtausendwende das B\u00fcrgermeisteramt im sonst \u201eroten\u201c Hamburg \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27302,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[15662,31,29,30,692,7255,1381,8923,15663,15665,15664,45],"class_list":{"0":"post-27301","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-beust","9":"tag-cdu","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-hamburg","13":"tag-joern","14":"tag-lauterbach","15":"tag-lauterbach-joern","16":"tag-ole-von","17":"tag-ronald","18":"tag-schill","19":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114327839409568999","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27301"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27301\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}