{"id":273188,"date":"2025-07-17T20:01:11","date_gmt":"2025-07-17T20:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/273188\/"},"modified":"2025-07-17T20:01:11","modified_gmt":"2025-07-17T20:01:11","slug":"wuppertaler-autor-ulrich-pistor-ueber-bekenntnisse-aus-eberling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/273188\/","title":{"rendered":"Wuppertaler Autor Ulrich Pistor \u00fcber \u201eBekenntnisse aus Eberling\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es sind die 1930er Jahre. Protagonist Ludwig Makarius Heterlin k\u00f6nnte man als einen Sonderling bezeichnen. Er stammt aus einer gutb\u00fcrgerlichen, hanseatischen Kaufmannsfamilie aus Norddeutschland. Er ist nicht auf den Kopf gefallen, bricht aber die Schule ab und will sich lieber seinen k\u00fcnstlerischen Ambitionen widmen, sehr zum Leidwesen seiner Eltern. Die ihn, fast als letzten Ausweg, nach S\u00fcddeutschland schicken. Und bei einem von Ludwigs Spazierg\u00e4ngen durch die fiktive fr\u00e4nkische Gemeinde Eberling trifft er den Rabbi Kurt. Ein Mensch, der Ludwigs Leben nachhaltig ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDer Franke, der gilt zwar auch als reserviert und introvertiert, aber doch auch als sehr kommunikativ und wenn man erst mal sein Herz ber\u00fchrt hat, dann stellen sich mitunter Freundschaften f\u00fcrs Leben sehr leicht her\u201c, erz\u00e4hlt Autor Ulrich Pistor. Der Wahl-Wuppertaler ist in Freiburg im Breisgau geboren, lebt aber nun im Tal \u2013 dort, wo einst seine Vorfahren lebten. Im IFB Verlag Deutsche Sprache hat er nun sein Deb\u00fct \u201eBekenntnisse aus Eberling\u201c ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ludwig konzentriert sich auf die Landschaftsmalerei, darauf, die Natur mit Farbe und Pinsel einzufangen. Der Rabbiner Kurt beobachtet ihn immer mal wieder dabei, wie er auf seine Umgebung eingeht, sogar, wie er einmal einen toten Moorfrosch seziert und examiniert. \u201eEr sieht dieses Potenzial in diesem Ludwig Makarius Heterlin und schl\u00e4gt ihm vor, Medizin zu studieren\u201c, so Pistor. Und so beginnt Ludwigs Reise. \u201eBekenntnisse aus Eberling\u201c ist zwar als Roman deklariert, allerdings mit rund 60 Seiten deutlich k\u00fcrzer als ein Werk, das man f\u00fcr gew\u00f6hnlich als \u201eRoman\u201c bezeichnen w\u00fcrde. \u201eDie richtige Bezeichnung w\u00e4re eigentlich autofiktionale Novelle gewesen\u201c, erz\u00e4hlt Pistor. Er habe sich aber die Freiheit genommen, es dennoch \u201eRoman\u201c zu nennen \u2013 und der Verlag sei einverstanden gewesen. Zwar ist es von der Anzahl der Worte nicht episch lang \u2013 doch ist die Handlung dicht gewoben, erlebt der Leser die Geschichte aus der Sicht von Ludwig Heterlin, die in den 20er Jahren beginnt und im Jahr 1938 kulminiert. \u201eAlso bis 1938 waren gewisse Dinge noch m\u00f6glich, die einen anderen politischen Verlauf in Deutschland erm\u00f6glicht h\u00e4tten. Die b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4fte, die sozialen Kr\u00e4fte, die gesellschaftlichen Komponenten waren noch sehr stark vorhanden, nicht gleichgeschaltet. Und das ist dann zunehmend schwieriger geworden\u201c, so Pistor. Ludwigs Monolog ist eingebettet in ein sich zunehmend braun manifestierendes Deutschland bis 1938. \u201eEinfach aus diesem politischen Rahmen heraus wollte ich das aufarbeiten. Und dann mit dieser lyrischen, sch\u00f6ngeistigen Komponente verbinden, nicht um es zu relativieren, sondern um es gewisserma\u00dfen zu kontrastieren\u201c, so Pistor und meint damit seine bildhafte, \u00e4sthetische Sprache, die im Gegensatz zur sich verdunkelnden politischen Realit\u00e4t steht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Sprache, mit der Ulrich Pistor in seinem Erstlingswerk Ludwigs Wirklichkeit \u2013 sowohl innerlich als auch \u00e4u\u00dferlich \u2013 zeichnet, kommt dabei nicht von ungef\u00e4hr. Hat der Autor doch bereits fr\u00fch angefangen, sich mit der Macht der Sprache zu befassen. \u201eSprache ist etwas M\u00e4chtiges. Eine einzelne \u00c4u\u00dferung kann ganz viel bewirken oder auch kaputtmachen\u201c, so Pistor. \u201eMan stelle sich im Bundestag eine Rede vor, die die Herzen fraktions\u00fcbergreifend ber\u00fchrt und auf einmal wird ein ganz anderer Horizont er\u00f6ffnen und das manifestiert sich dann in Taten, in Aktionen, aber die Sprache ist die geistige Urkraft gewesen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sind die 1930er Jahre. Protagonist Ludwig Makarius Heterlin k\u00f6nnte man als einen Sonderling bezeichnen. 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