{"id":273734,"date":"2025-07-18T01:03:09","date_gmt":"2025-07-18T01:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/273734\/"},"modified":"2025-07-18T01:03:09","modified_gmt":"2025-07-18T01:03:09","slug":"naher-osten-neuer-gewaltausbruch-im-sueden-syriens-gemeldet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/273734\/","title":{"rendered":"Naher Osten: Neuer Gewaltausbruch im S\u00fcden Syriens gemeldet"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Im S\u00fcden <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/syrien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Syriens<\/a> kommt es trotz einer zuvor vereinbarten Waffenruhe offenbar zu neuen Auseinandersetzungen. Die Beduinen starteten eigenen Angaben zufolge erneut eine Offensive gegen drusische K\u00e4mpfer.\u00a0Die Beduinen f\u00fchlten sich an die Feuerpause<br \/>\nnicht gebunden, denn diese gelte nur f\u00fcr die syrische Armee, sagte ein Kommandeur der Beduinen der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei die Befreiung von Beduinen, die von<br \/>\ndrusischen K\u00e4mpfern in den vergangenen Tagen gefangen genommen<br \/>\nworden seien.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die syrische Pr\u00e4sidentschaft beschuldigte drusische K\u00e4mpfer unterdessen, die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/waffenruhe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waffenruhe<\/a> verletzt zu haben. &#8222;Gesetzlose Kr\u00e4fte&#8220; h\u00e4tten durch &#8222;grausame Gewalttaten&#8220; gegen das Waffenruheabkommen versto\u00dfen, hie\u00df es in einer Erkl\u00e4rung der Pr\u00e4sidentschaft.\u00a0Die Verbrechen der K\u00e4mpfer st\u00fcnden in v\u00f6lligem Widerspruch zu den Vermittlungsbem\u00fchungen, gef\u00e4hrdeten den inneren Frieden direkt und f\u00fchrten zu &#8222;Chaos und einem Zusammenbruch der Sicherheit&#8220;, teilte die Pr\u00e4sidentschaft mit. Weiter warnte sie vor &#8222;einer anhaltenden offensichtlichen Einmischung Israels in die inneren Angelegenheiten Syriens&#8220;.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zuvor hatte die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana gemeldet,\u00a0Israel habe in der N\u00e4he der syrischen Stadt Suweida einen Luftangriff durchgef\u00fchrt. N\u00e4here Details waren zun\u00e4chst nicht bekannt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident\u00a0Recep Tayyip Erdo\u011fan warf Israel unterdessen vor, zu versuchen, den Waffenstillstand in Syrien zu sabotieren. Die T\u00fcrkei werde nicht zulassen, dass Syrien geteilt oder seine multikulturelle Struktur und territoriale Integrit\u00e4t besch\u00e4digt werde, sagte\u00a0Erdo\u011fan\u00a0nach einer Kabinettssitzung. Das Vorgehen Israels zeige, dass es keinen Frieden wolle. Zuvor hatte er mit dem\u00a0syrischen \u00dcbergangspr\u00e4sidenten Ahmed al-Scharaa \u00fcber die israelischen Angriffe auf <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/damaskus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Damaskus<\/a> gesprochen.<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. 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Die syrische Regierung hatte die Truppen am Montag in die Region<br \/>\nabkommandiert, um K\u00e4mpfe zwischen der religi\u00f6sen Minderheit der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/drusen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drusen<\/a> und den sunnitischen Beduinen zu<br \/>\nbeenden. Diese gerieten dann jedoch selbst in Gefechte mit den<br \/>\nDrusen-Milizen. Israel griff daraufhin nach eigenen Angaben zum Schutz der drusischen<br \/>\nMinderheit ein. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/israel-syrien-angriff-damaskus-verletzte\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Am Mittwoch hatte die israelische Luftwaffe auch Ziele<br \/>\nin der Hauptstadt Damaskus bombardiert<\/a>, unter anderem auf dem Gel\u00e4nde<br \/>\ndes Verteidigungsministeriums, wo das milit\u00e4rische Hauptquartier liegt,<br \/>\nsowie ein Ziel in der N\u00e4he des Pr\u00e4sidentenpalastes.\n<\/p>\n<p>                        Mehr als 500 Menschen get\u00f6tet        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte wurden bei den K\u00e4mpfen mehr als 500 Menschen get\u00f6tet, darunter viele Zivilisten.\u00a0Die Beobachtungsstelle warf den syrischen<br \/>\nRegierungstruppen schwere Menschenrechtsverletzungen vor,<br \/>\n darunter die Hinrichtung von 83 drusischen Zivilisten. Ihre Leichen<br \/>\nseien an Stra\u00dfenr\u00e4ndern hinterlassen worden, teils gefesselt oder<br \/>\nverbrannt.<br \/>\n<\/p>\n<p>            Was ist die Syrische Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte?<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad ist der Zugang zu verl\u00e4sslichen Informationen \u00fcber Entwicklungen in Syrien weiterhin schwierig. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Kampfgeschehen. Anh\u00e4nger des gest\u00fcrzten Diktators, die neue \u00dcbergangsregierung unter der F\u00fchrung islamistischer Milizion\u00e4re oder kurdische Einheiten im Norden des Landes sind nur drei der vielen Fraktionen im Land, die jeweils eigene Interessen verfolgen und ihre Sichtweise verbreiten.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Viele westliche Medien berufen sich daher weiterhin auf die <strong>Syrische Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte<\/strong> (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR). Die Organisation wurde 2006 von dem <strong>Exilsyrer Rami Abdelrahman<\/strong> (bekannt auch unter seinem b\u00fcrgerlichen Namen Osama Suleiman) in Gro\u00dfbritannien gegr\u00fcndet. Nach Beginn des B\u00fcrgerkriegs war ihr Ziel, die Zahlen von Verletzten und Get\u00f6teten m\u00f6glichst genau zu erfassen sowie Informationen \u00fcber Menschenrechtsverletzungen zu sammeln.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Quelle f\u00fcr die von der Beobachtungsstelle gesammelten Informationen waren und sind nach wie vor <strong>Aktivisten vor Ort<\/strong> \u2013 nach eigenen Angaben sollen es Hunderte sein. Die Informationen der Aktivisten werden von Abdelrahman sowie von seinen Kontaktleuten in Syrien gesammelt, im Anschluss so gut wie m\u00f6glich \u00fcberpr\u00fcft und schlie\u00dflich ver\u00f6ffentlicht.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Abdelrahman gilt als umstrittene Figur, von verschiedenen Seiten wurde ihm in der Vergangenheit die Verbreitung von Fehlinformationen vorgeworfen. Internationale Menschenrechtsorganisationen halten die von der Beobachtungsstelle zur Verf\u00fcgung gestellten Informationen jedoch f\u00fcr <strong>\u00fcberwiegend verl\u00e4sslich<\/strong>. 2020 erhielt Abdelrahman f\u00fcr seine &#8222;herausragende Leistung, Menschenrechtsverletzungen in Syrien akribisch zu dokumentieren&#8220;, den Sonderpreis beim j\u00e4hrlich verliehenen Stern-Preis (ehemals Nannen Preis).\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu<br \/>\n will keine syrischen Regierungstruppen s\u00fcdlich der Hauptstadt Damaskus<br \/>\nzulassen. &#8222;Wir werden syrischen Streitkr\u00e4ften nicht erlauben, in die<br \/>\nRegion s\u00fcdlich von Damaskus einzudringen&#8220;, sagte Netanjahu<br \/>\n in einer Videoansprache. Eine weitere rote Linie sei &#8222;der Schutz<br \/>\nunserer Br\u00fcder, der Drusen&#8220;. Israel werde weiterhin milit\u00e4rische Mittel<br \/>\neinsetzen, um seine roten Linien durchzusetzen, sagte Netanjahu.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aufgrund des Eingreifens des israelischen<br \/>\nMilit\u00e4rs in Syrien sei eine Waffenruhe in Kraft getreten und die<br \/>\nsyrischen Streitkr\u00e4fte h\u00e4tten sich nach Damaskus zur\u00fcckgezogen, sagte Netanjahu weiter. Die Feuerpause sei &#8222;mit St\u00e4rke erreicht worden. Nicht durch Bitten, nicht durch Appelle \u2013 mit St\u00e4rke&#8220;, sagte er.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der syrische \u00dcbergangspr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ahmed-al-scharaa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ahmed al-Scharaa<\/a> warf Israel vor, das Land spalten zu wollen. Er <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/syrien-drusen-praesident-schutz\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">versprach, die<br \/>\ndrusische Bev\u00f6lkerungsminderheit zu sch\u00fctzen<\/a>. Al-Scharaa f\u00fchrte den<br \/>\nTruppenr\u00fcckzug auf die Vermittlung der USA, arabischer Staaten<br \/>\nund der T\u00fcrkei zur\u00fcck, die &#8222;die Region vor einem ungewissen<br \/>\nSchicksal bewahrt&#8220; habe.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Drusen sind eine<br \/>\narabische Religionsgemeinschaft, die aus dem Islam<br \/>\nhervorgegangen ist, sich aber nicht als muslimisch betrachtet.\u00a0Drusen leben auch auf israelischem Gebiet. Viele dienen<br \/>\ndort freiwillig im Milit\u00e4r. Die sunnitischen Beduinen stehen seit Jahrzehnten in Konflikt mit den Drusen.\n<\/p>\n<p>            Syrien        <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-07\/syrien-israel-militaer-konflikt-drusen-damaskus\" data-ct-label=\"Syrien und Israel: Gesprengter Fortschritt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                        Syrien und Israel:<br \/>\n                        Gesprengter Fortschritt<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im S\u00fcden Syriens kommt es trotz einer zuvor vereinbarten Waffenruhe offenbar zu neuen Auseinandersetzungen. 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