{"id":274036,"date":"2025-07-18T03:47:38","date_gmt":"2025-07-18T03:47:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274036\/"},"modified":"2025-07-18T03:47:38","modified_gmt":"2025-07-18T03:47:38","slug":"lieferando-baut-rund-2-000-fahrerstellen-ab-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274036\/","title":{"rendered":"Lieferando baut rund 2.000 Fahrerstellen ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Der Essens-Lieferdienst Lieferando will ab dem Jahresende bundesweit rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrer entlassen, viele davon in Hamburg. Das entspreche rund 20 Prozent der gesamten Flotte, teilte Lieferando mit. Grund sei, dass die Plattform bei der Auslieferung auf der sogenannten letzten Meile k\u00fcnftig st\u00e4rker mit Subunternehmen zusammenarbeiten werde. Arbeitnehmervertreter \u00e4u\u00dferten sich entsetzt.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">\u201eDie Wettbewerbslandschaft und der Markt \u00e4ndern sich immer rasanter und tiefgreifender\u201c, sagte Deutschlandchef Lennard Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. \u201eKunden erwarten zuverl\u00e4ssigen Service und kurze Bestellzeiten.\u201c Mancherorts k\u00f6nne dies mit den derzeitigen Strukturen nicht ausreichend sichergestellt werden.<\/p>\n<p>Bisher waren die Rider bei Lieferando fest angestellt &#8211; nun will das Unternehmen auch auf Subunternehmen setzen. (Archivbild)\u00a0Foto: Monika Skolimowska\/dpa<\/p>\n<p>Hamburg besonders betroffen<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Insbesondere in kleineren M\u00e4rkten, etwa Wiesbaden, L\u00fcbeck oder Bochum, werde Lieferando k\u00fcnftig deshalb mit spezialisierten Logistik-Unternehmen zusammenarbeiten, die die Auslieferung mit eigenen Fahrerinnen und Fahrern \u00fcbern\u00e4hmen, sagte Neubauer weiter. Auch in Hamburg gehe Lieferando diesen Weg. Aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe werde der Stellenabbau die Hansestadt besonders stark treffen.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">\u00dcber die Ma\u00dfnahmen sollte am Nachmittag der Gesamtbetriebsrat informiert werden. \u201eDie Verhandlungen \u00fcber einen Sozialplan sollen bei der Schwestergesellschaft so schnell wie m\u00f6glich beginnen\u201c, betonte Neubauer. Ziel sei, den Prozess bis zum Ende des Jahres, sp\u00e4testens im ersten Quartal 2026 abzuschlie\u00dfen. Der Gesamtbetriebsrat \u00e4u\u00dferte sich am Abend entt\u00e4uscht \u00fcber die sp\u00e4te Information.<\/p>\n<p>Rider bisher bei eigener Tochter angestellt<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Lieferando geh\u00f6rt zum niederl\u00e4ndischen Lieferdienst Just Eat Take Away. Das Gesch\u00e4ft in Deutschland wird von der Tochter Lieferando Marktplatz Gesellschaft gef\u00fchrt. Die Fahrerinnen und Fahrer waren \u00fcber eine weitere Tochter, Takeaway Express, bisher fast ausschlie\u00dflich fest beim Unternehmen angestellt.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Das soll auch k\u00fcnftig f\u00fcr die meisten Fahrer so bleiben. Rund f\u00fcnf Prozent des Liefervolumens werde indes an spezialisierte Drittanbieter ausgelagert, hie\u00df es. Das Konzept wurde bereits in Berlin mit einem Subunternehmen getestet. Auch in der Hauptstadt soll das in einigen Bezirken weiter so umgesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">\u201eDas ist so ziemlich die wichtigste Komponente der ganzen Geschichte: Die Kriterien der Flottenpartner, mit denen wir zusammenkommen wollen\u201c, sagte Neubauer. Es laufe ein strenger Auswahlprozess, um zu gew\u00e4hrleisten, dass die Rider dort fest angestellt sind und entsprechend bezahlt werden.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Der Gesamtbetriebsrat kritisierte, es sei in der Praxis kaum zu kontrollieren, ob sich die Subunternehmen an Recht und Gesetz hielten. \u201eVon solchen Subunternehmen in der Lieferdienstbranche, auf die Lieferando die Verantwortung f\u00fcr seine Besch\u00e4ftigten nun abschieben will, h\u00e4ufen sich Berichte \u00fcber eklatante Rechtsverst\u00f6\u00dfe.\u201c Das Gremium sprach von einem \u201eSumpf aus Subunternehmen\u201c und appellierte an die Politik zu handeln.<\/p>\n<p>Auch Wolt und andere Wettbewerber setzen auf Subunternehmen bei der Auslieferung. (Archivbild)\u00a0Foto: Jens Kalaene\/dpa-Zentralbild\/dpa<\/p>\n<p>Scheinselbstst\u00e4ndigkeit in der Branche ein gro\u00dfes Problem<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Lieferando verweist darauf, dass die Zusammenarbeit mit Subunternehmen im Markt g\u00e4ngige Praxis sei. Tats\u00e4chlich gehen auch Wettbewerber wie Uber Eats und Wolt so vor. Wolt betont, dass bei den eigenen Partnerunternehmen die Fahrerinnen und Fahrer stets direkt angestellt sind. Doch das ist nicht bei allen Wettbewerbern der Fall.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Arbeitnehmervertreter kritisieren daher im Lieferdienst-Sektor ausbeuterische Verh\u00e4ltnisse und weit verbreitete Scheinselbstst\u00e4ndigkeit. Das Problem ist EU-weit so gro\u00df, dass die EU-Kommission eine Plattformrichtlinie erlassen hat, um Scheinselbstst\u00e4ndigkeit im Plattformgesch\u00e4ft zu unterbinden. Diese muss auf nationaler Ebene noch umgesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Dass Lieferando die Fahrer meist direkt besch\u00e4ftigt hat, stie\u00df daher auf Zuspruch bei Arbeitnehmervertretern. Entsprechend gro\u00df ist nun die Emp\u00f6rung. \u201eWir sind fassungslos, das ist eine absolute Katastrophe\u201c, sagte Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG), der dpa. \u201eLieferando gibt die Verantwortung f\u00fcr Besch\u00e4ftigte ab, das k\u00f6nnen wir nicht guthei\u00dfen. Wir sehen das als einen Angriff auf Mitbestimmung und Besch\u00e4ftigtenstrukturen bei Lieferando.\u201c<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Baumeister sendete einen Appell an die Politik. Diese m\u00fcsse handeln, um solche Gesch\u00e4ftsmodelle in Zukunft zu unterbinden. \u201eWir brauchen definitiv das Gebot der Festanstellung wie in der Fleischindustrie.\u201c<\/p>\n<p class=\"Paragraph_root__l8IyX Paragraph_default-lg-default__ml_77 articleParagraph\">Die NGG k\u00e4mpft bereits seit Jahren um einen Tarifvertrag f\u00fcr die Lieferando-Besch\u00e4ftigten und einen Mindestlohn von 15 Euro pro Stunde. Erst k\u00fcrzlich rief die Gewerkschaft deshalb erneut zu Warnstreiks in Hamburg auf. Mit der Auslagerung eines Teils des Liefergesch\u00e4fts an Drittunternehmen d\u00fcrfte es die Gewerkschaft deutlich schwerer haben, f\u00fcr einheitliche Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse zu sorgen.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaft NGG k\u00e4mpt seit Jahren f\u00fcr einen Tarifvertrag und einen Mindestlohn bei Lieferando.(Archivbild)\u00a0Foto: Robert Michael\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Essens-Lieferdienst Lieferando will ab dem Jahresende bundesweit rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrer entlassen, viele davon in Hamburg.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":274037,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,1209,12],"class_list":{"0":"post-274036","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114872191773764480","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274036","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274036"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274036\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/274037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274036"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274036"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274036"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}