{"id":274168,"date":"2025-07-18T05:07:12","date_gmt":"2025-07-18T05:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274168\/"},"modified":"2025-07-18T05:07:12","modified_gmt":"2025-07-18T05:07:12","slug":"casartellis-tod-vor-30-jahren-diese-nicht-auszuhaltenden-bilder-wird-die-tour-de-france-nie-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274168\/","title":{"rendered":"Casartellis Tod vor 30 Jahren: Diese nicht auszuhaltenden Bilder wird die Tour de France nie vergessen"},"content":{"rendered":"<p>                    Casartellis Tod vor 30 Jahren<br \/>\n                Diese nicht auszuhaltenden Bilder wird die Tour de France nie vergessen<\/p>\n<p>\t\t\t\t              18.07.2025, 06:11 Uhr<\/p>\n<p><strong>Vor 30 Jahren st\u00fcrzt Fabio Casartelli bei der Tour de France zu Tode. Sein Tod ersch\u00fcttert bis heute auch deshalb, weil er so sinnlos war: Ein schlichter Helm h\u00e4tte ihn wohl gerettet. Seitdem hat sich viel im Radsport getan &#8211; das Risiko f\u00e4hrt aber immer noch mit.<\/strong><\/p>\n<p>Der Ort des Grauens ist heute ein Hort des Friedens. Ein schieres Idyll f\u00fcr jeden, der die Bilder von einst nicht im Kopf tragen muss. Ein Schotterstreifen liegt zwischen der wenig befahrenen Departement-Stra\u00dfe 618 und dem Fl\u00fcsschen Bareille im Mischwald, nur Vogelgezwitscher ist zu h\u00f6ren, ganz selten heult ein Motor. Lediglich ein schneewei\u00dfes Steindenkmal mit buntem Blumenschmuck verr\u00e4t, dass diese Stelle in den Pyren\u00e4en seit 30 Jahren und auf ewig mit einer der schw\u00e4rzesten Stunden der Tour de France verbunden ist.<\/p>\n<p>&#8222;Der Tod von Fabio Casartelli war der schmerzvollste Moment. Und ich hoffe, dass dies auch so bleiben wird&#8220;, sagte Tour-Chef Christian Prudhomme \u00fcber jenen 18. Juli 1995. Prudhomme damals junger Radioreporter auf einem Begleitmotorrad, erlebte den schlimmsten Rennunfall in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt hautnah: &#8222;Ich sah ihn auf dem Boden, es war so viel Blut, \u00fcberall. F\u00fcrchterlich.&#8220;<\/p>\n<p>Sein Schicksal bleibt eine Mahnung<\/p>\n<p>Casartelli, der dort weit unten auf der Abfahrt vom Col de Portet-d&#8217;Aspet lag, verbogen und zerschmettert, verlor an diesem Tag sein Leben, als bislang letzter Fahrer w\u00e4hrend einer Tour. Der italienische Olympiasieger von 1992 wurde nur 24 Jahre alt. Sein Tod ersch\u00fcttert bis heute auch deshalb, weil er so sinnlos war: Ein schlichter Helm h\u00e4tte ihn wohl gerettet. Wenn das Peloton an Casartellis Todestag ganz in der N\u00e4he unterwegs ist, bleibt sein Schicksal eine Mahnung.<\/p>\n<p>&#8222;Wir werden auch deshalb nie vergessen, was das Leben eines Radfahrers ist&#8220;, sagte Prudhomme. Gef\u00e4hrlich n\u00e4mlich, nach wie vor. Erst am Mittwoch starb der 19-j\u00e4hrige Italiener Samuele Privitera bei der Aostatal-Rundfahrt, 2023 ersch\u00fctterte der Tod von Gino M\u00e4der bei der Tour de Suisse die Velo-Welt. Die Anteilnahme einst am Schicksal Casartellis freilich war beispiellos.<\/p>\n<p>&#8222;Fabios Tod hat mir gezeigt, worum es bei der Tour wirklich geht&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Er war einfach ein gro\u00dfartiger Junge. Fabios Tod hat mir gezeigt, worum es bei der Tour wirklich geht&#8220;, sagte Lance Armstrong, damals 23 Jahre alt und Casartellis Teamkollege im Motorola-Team. F\u00fcr den Radsport war es eine Katastrophe wie zuvor nur der t\u00f6dliche Zusammenbruch von Tom Simpson 1967 am Mont Ventoux. Die ungeschminkten TV-Bilder des schwer verletzten Casartelli zur besten Nachmittags-Sendezeit nahmen dem Radsport seine Romantik, lange vor den gro\u00dfen Dopingskandalen. <\/p>\n<p>Drei Jahrzehnte sp\u00e4ter ist das Geschehen hinreichend untersucht: ein Rennunfall eben. Und doch in seiner Drastik erschreckend. Auf der halsbrecherischen, teils \u00fcber 17 Prozent steilen Abfahrt flogen Casartelli, sein Landsmann Dante Rezze und der Deutsche Dirk Baldinger bei Tempo 90 ab. Ohne, man kann es nicht oft genug sagen: Helm. Baldinger erlitt einen offenen H\u00fcftbruch, doch Casartelli hatte es viel schlimmer erwischt.<\/p>\n<p>Erbarmungslose Momente im TV<\/p>\n<p>Der lombardische Jungprofi war mit dem Gesicht auf einen Begrenzungsstein geprallt. Erbarmungslos hielten die Kameras fest, wie Casartelli bewusstlos auf dem flirrenden Asphalt lag, das Blut in Str\u00f6men aus seinen Wunden schoss. Innerhalb von zehn Sekunden waren die \u00c4rzte bei ihm, konnten ihn reanimieren &#8211; doch drei Stunden sp\u00e4ter starb Casartelli im Krankenhaus von Tarbes.<\/p>\n<p>Die Lehren aus dem Grauen: Zun\u00e4chst \u00fcberschaubar. Bis 2003, bis zum Tod des Kasachen Andrej Kiwilew beim Etappenrennen Paris-Nizza dauerte es, ehe der Weltverband die Kopfschutzpflicht im Rennen durchsetzte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Casartellis Tod vor 30 Jahren Diese nicht auszuhaltenden Bilder wird die Tour de France nie vergessen 18.07.2025, 06:11&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":274169,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,9408,12,265,10,8,9,11,34902,103,104],"class_list":{"0":"post-274168","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-radsport","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-sport","14":"tag-top-news","15":"tag-top-meldungen","16":"tag-topmeldungen","17":"tag-topnews","18":"tag-tour-de-france","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114872506316749605","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274168\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/274169"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}