{"id":274502,"date":"2025-07-18T08:10:10","date_gmt":"2025-07-18T08:10:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274502\/"},"modified":"2025-07-18T08:10:10","modified_gmt":"2025-07-18T08:10:10","slug":"eu-einigt-sich-auf-weitreichende-sanktionen-gegen-russland-dw-18-07-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274502\/","title":{"rendered":"EU einigt sich auf weitreichende Sanktionen gegen Russland \u2013 DW \u2013 18.07.2025"},"content":{"rendered":"<p>Nach wochenlangen Verhandlungen haben die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/europ\u00e4ische-union\/t-17281096\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>-Mitgliedstaaten ein neues, umfassendes Sanktionspaket gegen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> beschlossen. Es ist das mittlerweile 18. seiner Art seit Beginn des <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg\/t-60978725\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">russischen Angriffskrieges<\/a> gegen die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine\/t-17292877\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a>. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kaja-kallas\/t-71177049\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaja Kallas<\/a> best\u00e4tigte\u00a0die Einigung, die nach dem Ende einer Blockade durch die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/slowakei\/t-17966086\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Slowakei<\/a> in Br\u00fcssel erzielt wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Die EU hat gerade eines ihrer bislang sch\u00e4rfsten Sanktionspakete gegen Russland gebilligt&#8220;, erkl\u00e4rte\u00a0Kallas. &#8222;Wir werden den Druck weiter erh\u00f6hen, so dass ein Ende der Aggression f\u00fcr Moskau zur einzig verbleibenden Option wird&#8220;, schrieb sie in sozialen Netzwerken.<\/p>\n<p>Fokus auf \u00d6l, Gas und Finanzsystem<\/p>\n<p>Ziel der neuen Ma\u00dfnahmen ist es vor allem, Russlands Einnahmen aus dem Export von \u00d6l in Drittstaaten weiter zu verringern und den russischen Finanzsektor empfindlich zu treffen. Ein zentrales Element: Sanktionen, die eine m\u00f6gliche Wiederinbetriebnahme der Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nord-stream-2\/t-60967504\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nord Stream 2<\/a> ausschlie\u00dfen sollen.<\/p>\n<p>Obwohl drei der vier R\u00f6hren durch einen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nord-stream-anschl\u00e4ge-erster-haftbefehl-erwirkt\/a-69934200\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Anschlag im September 2022<\/a> zerst\u00f6rt wurden, k\u00f6nnten sie Russland nach einer Reparatur wieder Milliardeneinnahmen durch Gasexporte erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"68192769\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/68192769_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"In der Ostsee steigt Gas aus einem Leck der Nord-Stream-Pipeline 2 auf\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Vier Explosionen zerst\u00f6rten im September 2022 Teile der Nord-Stream-Pipelines in der N\u00e4he der Insel Bornholm in der Ostsee Bild: Swedish Coast Guard\/AP\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Die Einigung war urspr\u00fcnglich bereits im Juni angestrebt worden, wurde jedoch vom slowakischen Ministerpr\u00e4sidenten <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/robert-fico\/t-68133002\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Robert Fico<\/a> blockiert. Dieser f\u00fcrchtete Nachteile f\u00fcr sein Land durch einen geplanten Import-Stopp der EU auf russisches Gas ab 2028. Die Slowakei hat eigentlich noch bis 2034 einen Vertrag mit dem russischen Gaskonzern <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gazprom\/t-17599973\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gazprom<\/a>.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde der Durchbruch nun durch Zugest\u00e4ndnisse an Bratislava: Die Slowakei erhielt die Zusicherung, dass sie keine schwerwiegenden wirtschaftlichen oder finanziellen Folgen zu bef\u00fcrchten habe, sollte der Import-Stopp f\u00fcr russisches Gas umgesetzt werden. Anders als beim Sanktionspaket kann dieser Plan per Mehrheitsentscheid beschlossen werden &#8211; auch gegen den Willen einzelner Staaten.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73060293\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73060293_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Robert Fico steht neben Ungarns Premierminister Victor Orban beim EU-Gipfel\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der slowakische Premierminister Robert Fico gibt seinen Widerstand aufBild: John Thys\/AFP\/Getty Images<\/p>\n<p>Kompromiss beim \u00d6lpreisdeckel<\/p>\n<p>Auch <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/malta\/t-18478244\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Malta<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/griechenland\/t-17287250\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Griechenland<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/zypern\/t-17293626\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zypern<\/a> hatten Vorbehalte &#8211; insbesondere gegen\u00fcber Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Einnahmen aus dem russischen Roh\u00f6lexport in Drittstaaten. Sie bef\u00fcrchteten Wettbewerbsnachteile f\u00fcr ihre Schifffahrtsunternehmen bei einer drastischen Absenkung des sogenannten \u00d6lpreisdeckels f\u00fcr Verk\u00e4ufe von russischem \u00d6l an Drittstatten.<\/p>\n<p>Der Kompromiss sieht nun vor, die Preisobergrenze regelm\u00e4\u00dfig anzupassen &#8211; langfristig soll sie nicht mehr als 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Weltmarktpreis liegen.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich war ein fixer Deckel von 45 US-Dollar pro Barrel vorgesehen. Die Regelung betrifft Verk\u00e4ufe an Drittstaaten wie <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/indien\/t-17544089\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indien<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china\/t-17281386\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a> oder die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/t\u00fcrkei\/t-17600264\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a>. Sie wurde bereits 2022 gemeinsam mit den <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/vereinigte-staaten-von-amerika-usa\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kanada\/t-17524939\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kanada<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gro\u00dfbritannien\/t-17786217\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gro\u00dfbritannien<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/japan\/t-17412625\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Japan<\/a> eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Zur Durchsetzung des Preisdeckels werden Unternehmen sanktioniert, die russisches \u00d6l unterhalb dieser Grenze transportieren oder Dienstleistungen wie Versicherung, Finanzierung oder technische Hilfe leisten.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich d\u00fcrfen mehr als 100 Schiffe der russischen Schattenflotte k\u00fcnftig keine EU-H\u00e4fen mehr anlaufen. Insgesamt sind rund 450 Schiffe vom Ausschluss aus europ\u00e4ischen Versicherungen, Finanzierungen und technischen Dienstleistungen betroffen.<\/p>\n<p>Erstmals auch chinesische Firmen betroffen<\/p>\n<p>Ein weiterer zentraler Punkt des neuen Pakets ist die Abkopplung von 22 zus\u00e4tzlichen Banken vom internationalen Finanzsystem SWIFT. Erstmals treffen die Ma\u00dfnahmen auch zwei chinesische Finanzinstitute sowie mehrere chinesische Firmen, denen eine direkte Unterst\u00fctzung des russischen Kriegs zugeschrieben wird.<\/p>\n<p>Die Effektivit\u00e4t der Russland-Sanktionen bleibt in der politischen Debatte umstritten. Kritiker bezweifeln, dass sie die Strategie von Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wladimir-putin\/t-17289915\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> nachhaltig beeinflussen. Bef\u00fcrworter argumentieren hingegen, dass die Strafma\u00dfnahmen die russische Wirtschaft erheblich schw\u00e4chten und dem Staat massive Einnahmeausf\u00e4lle zuf\u00fcgten. Ohne die Sanktionen, so ihre Einsch\u00e4tzung, h\u00e4tte Russland den Krieg m\u00f6glicherweise l\u00e4ngst gewonnen.<\/p>\n<p>Der formale Ministerratsbeschluss soll\u00a0im Laufe des Tages erfolgen. Die neuen Strafma\u00dfnahmen treten kurz darauf in Kraft.<\/p>\n<p>pgr\/se (dpa, afp)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach wochenlangen Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten ein neues, umfassendes Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. 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