{"id":274941,"date":"2025-07-18T12:12:10","date_gmt":"2025-07-18T12:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274941\/"},"modified":"2025-07-18T12:12:10","modified_gmt":"2025-07-18T12:12:10","slug":"handelskrieg-mit-den-usa-das-sind-unsere-alternativen-zu-den-staaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/274941\/","title":{"rendered":"Handelskrieg mit den USA: Das sind unsere Alternativen zu den Staaten"},"content":{"rendered":"<p>Erst 20 Prozent, jetzt 30 Prozent: Die USA wollen ab August h\u00f6here Z\u00f6lle auf Waren aus Deutschland erheben. Von Vergeltungsma\u00dfnahmen abgesehen m\u00fcssen wir uns wohl neue Handelspartner suchen. Doch wer kann die USA ersetzen?<\/p>\n<p>Mit 20 Prozent Strafz\u00f6llen auf EU-Waren fing <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/donald-trump\/\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Donald Trump<\/a> Anfang April an, dann steigerte der US-Pr\u00e4sident den Satz f\u00fcr Autos auf 25 Prozent, f\u00fcr Stahl und Aluminium Anfang Juni sogar auf 50 Prozent. Jetzt liegt die n\u00e4chste Versch\u00e4rfung auf dem Tisch. Ab dem 1. August sollen alle Waren aus der EU und damit <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/eu-alarmiert-donald-trumps-zollplaene-kommen-einem-handelsverbot-gleich_21794e63-a3f4-43da-83db-dfd413939aed.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">auch Deutschland mit einem Satz von 30 Prozent belegt werden<\/a>, wenn sie in die USA exportiert werden. Lediglich Autos, Stahl und Aluminium sind davon ausgenommen &#8211; f\u00fcr sie gelten die bisherigen S\u00e4tze. Die EU bereitet Gegenma\u00dfnahmen vor, die Z\u00f6lle auf US-Produkte beinhalten werden. M\u00f6glich w\u00e4re auch, die US-Tech-Giganten wie Amazon oder Google in Europa mit digitalen Z\u00f6llen zu belegen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Egal, wie dieser Handelsstreit ausgehen mag, er zeigt, dass die USA derzeit kein Interesse an regem Handel \u00fcber den Atlantik hinweg haben. H\u00f6here Z\u00f6lle f\u00fchren unweigerlich dazu, dass die Produkte teurer werden und Menschen sie damit seltener kaufen werden. Das ist eine Chance f\u00fcr Hersteller aus anderen L\u00e4ndern, sowohl die EU als auch die USA mit g\u00fcnstigeren Produkten zu beliefern.<\/p>\n<p>Deutschland kann nicht von jetzt auf gleich umschwenken<\/p>\n<p>Vollkommen wegbrechen <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/unter-der-oberflaeche-waechst-in-den-usa-die-groesste-bedrohung-fuer-trumps-macht_61b41711-216b-4237-b065-01ba7a4c1389.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">werden die USA als Handelspartner <\/a>nicht. Dazu sind sie immer noch ein viel zu gro\u00dfer Absatzmarkt. Au\u00dferdem haben deutsche Unternehmen \u00fcber Jahrzehnte ein Produktions- und Vertriebsnetzwerk aufgebaut, das darauf abzielt, in den USA m\u00f6glichst viele Waren zu verkaufen. Dies l\u00e4sst sich nicht von jetzt auf gleich umschwenken. Im vergangenen Jahr waren die USA das wichtigste Exportland f\u00fcr deutsche Waren (161,4 Milliarden Euro) und die drittwichtigste Quelle f\u00fcr Importe (91,5 Milliarden Euro). Daraus ergibt sich, dass Deutschland mit den USA den h\u00f6chsten Au\u00dfenhandelsumsatz machte (253 Milliarden Euro) und den gr\u00f6\u00dften Handels\u00fcberschuss erwirtschaftete (70 Milliarden Euro).<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><a data-hk=\"031110\" data-qa-article-links-box-title-link=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">Mehr aus dem Bereich Wirtschaft<\/a><a data-hk=\"031120\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/es-brodelt-in-den-usa-und-das-koennte-trump-gefaehrlich-werden_61b41711-216b-4237-b065-01ba7a4c1389.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row\"><\/p>\n<p>Unter der Oberfl\u00e4che w\u00e4chst in den USA die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr Trumps Macht<\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 13:57<\/a><a data-hk=\"031125\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/byd-in-schieflage-davor-hat-die-autobranche-angst_38ad06f2-c042-4834-8e6c-676de93b4818.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row\"><\/p>\n<p>Massive \u00dcberproduktion und ruin\u00f6ser Preiskampf: Autobranche zittert vor E-Auto-Blase<\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 13:54<\/a><a data-hk=\"03112a10\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/zdf-doku-zeigt-mit-welchen-produkten-aldi-lidl-rewe-und-edeka-kasse-machen_f27b4916-bd51-46a0-aaea-3d683109a7fe.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Last-Visible\"><\/p>\n<p>ZDF-Doku offenbart, mit welchen Produkten Aldi, Lidl oder Rewe richtig Kasse machen<\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 10:46<\/a><a data-hk=\"03112a15\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/amazon-das-neue-einkaufs-feature-werden-sie-lieben-oder-hassen_31b0c403-f2f2-4a2e-a431-18404043788f.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Bei Ihrem Amazon-Einkauf wird Ihnen bald Rufus helfen<\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 08:32<\/a><a data-hk=\"03112a20\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wirtschaftshistoriker-warnt-trump-das-wuerde-das-fiskalsystem-der-usa-in-die-luft-jagen_d1198282-48bc-4a7f-b0e9-73db96c55e75.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Wirtschaftshistoriker warnt Trump: &#8222;Das w\u00fcrde das Fiskalsystem der USA in die Luft jagen\u201c <\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 08:07<\/a><a data-hk=\"03112a25\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wenn-bauen-am-amt-scheitert-ein-fall-aus-der-deutschen-realitaet_7ccc5458-d3b4-4472-8f50-16fa0a31a564.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Wenn Bauen am Amt scheitert \u2013 ein Fall aus der deutschen Realit\u00e4t <\/p>\n<p>Freitag, 18.07.2025 | 06:00<\/a><a data-hk=\"03112a30\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/zollkrieg-warum-der-einkauf-im-supermarkt-ihr-kleinstes-problem-sein-wird_dbab29dd-7c59-4a9e-93d5-b7f3632b0bb3.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Wenn der Zollkrieg losbricht, ist der Einkauf im Supermarkt Ihr geringstes Problem<\/p>\n<p>Donnerstag, 17.07.2025 | 12:49<\/a><a data-hk=\"03112a35\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/deutsche-gehoeren-zu-den-reichsten-einwanderern-in-den-usa-im-jahr-2025_2008effa-2e6b-4b96-bed5-1bdaaf0e65e2.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Deutsche geh\u00f6ren zu den reichsten Einwanderern in den USA im Jahr 2025<\/p>\n<p>Donnerstag, 17.07.2025 | 11:22<\/a><a data-hk=\"03112a40\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/macht-trump-im-handelsstreit-ernst-haben-wir-ihn-mit-sieben-produkten-im-schwitzkasten_91f3f3ca-e139-47ce-a09d-78f941c10bf8.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Macht Trump im Handelsstreit ernst, haben wir ihn mit sieben Produkten im Schwitzkasten<\/p>\n<p>Donnerstag, 17.07.2025 | 09:22<\/a><a data-hk=\"03112a45\" data-qa-article-links-box-href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/true\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/trotz-sinkendem-leitzins-diese-riesen-schulden-verhindern-billige-hauskredite_03cb442f-3b50-47bf-abd7-25b614732857.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\" class=\"LinkBox_Link row LinkBox_Link--Hidden\"><\/p>\n<p>Obwohl Leitzins sinkt: Klingbeils Riesen-Schulden versauen Hausk\u00e4ufern den Kredit<\/p>\n<p>Dienstag, 15.07.2025 | 12:13<\/a><\/p>\n<p>Selbst wenn dieser Handel durch die gegenseitigen Z\u00f6lle nur um ein Viertel sinken sollte, w\u00e4ren das also 40 Milliarden Euro weniger Einnahmen f\u00fcr deutsche Unternehmen. Importe abgerechnet, s\u00e4nke der \u00dcberschuss um 17,5 Milliarden Euro. Solche Summen m\u00fcssen andere Abnehmer-L\u00e4nder erst einmal ersetzen. M\u00f6glich w\u00e4re es aber schon. Diese Kandidaten kommen in Frage:<\/p>\n<p>China<\/p>\n<p>Der wohl lukrativste Markt nach den USA ist zugleich auch einer der umstrittensten. China lag im vergangenen Jahr mit einem Handelsvolumen von 246 Milliarden Euro <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/experts\/scholz-schwierige-reise-ins-reich-der-mitte-deutschlands-wirtschaft-ist-von-china-abhaengiger-denn-je_id_259855302.html\" rel=\"follow nofollow noopener\" target=\"_self\">bereits auf Platz 2 unserer wichtigsten Handelspartner<\/a>. Besonders die Exporte in die Volksrepublik hinken aber noch hinterher. Mit rund 90 Milliarden Euro liegt China hier nur auf Platz 5, was ein Defizit von 66 Milliarden Euro zur Folge hat \u2013 das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Handelsdefizit, das Deutschland mit irgendeinem Land aufweist.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Wirtschaftlich ist China interessant, weil es erstens immer noch ein stark wachsendes Schwellenland ist und zweitens selbst in einen Handelsstreit mit den USA involviert ist. Da China Trumps Haupt-Handelsfeind ist, k\u00f6nnte das Land anderen Staaten durchaus entgegenkommen und Handelshemmnisse abbauen. Gefragte Waren aus Deutschland w\u00e4ren zum Beispiel Autos, Maschinen und chemische Produkte. Einem engeren Verh\u00e4ltnis stehen politische Probleme entgegen. China ist wegen Menschenrechtsverletzungen umstritten, weil es ein sehr autorit\u00e4rer Staat ist. Au\u00dferdem droht es der Insel Taiwan seit Jahrzehnten mit einer Invasion, die immer wahrscheinlicher erscheint.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGEIndien<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck ist China nicht der einzige Markt in Asien mit mehr als einer Milliarde Einwohnern. Derzeit schie\u00dft Indien nach oben, wenn auch von einem noch deutlich geringeren Niveau. Seit 2003 ist die Wirtschaft des Subkontinents nur in der Finanzkrise 2008 und der Corona-Krise 2020 um weniger als f\u00fcnf Prozent pro Jahr gewachsen. In kaufkraftbereinigten PPP-Dollars gemessen ist Indien damit bereits die drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China. Deutschlands Handel mit dem Land erreichte 2024 ein Rekordniveau, liegt aber trotzdem noch bei bescheidenen 31 Milliarden Euro. Das macht Indien zum derzeit 23. wichtigsten Handelspartner f\u00fcr uns \u2013 mit viel Luft nach oben.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>\u201eIndien ist die einzige vergleichbar gro\u00dfe Alternative zu China\u201c, hei\u00dft es etwa in einer Studie des Beratungsunternehmens KPMG aus dem Juni. Demnach wollen 79 Prozent der deutschen Unternehmen, die bereits in Indien t\u00e4tig sind, dort bis 2030 expandieren. Auch die EU hat das Potenzial erkannt. Seit 2022 wird ein Freihandelsabkommen mit Indien verhandelt. Es soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Kanada<\/p>\n<p>W\u00e4hrend mit Indien noch verhandelt wird, existiert das Freihandelsabkommen mit Kanada bereits seit 2022. Seitdem ist der Au\u00dfenhandel mit Deutschland um fast 50 Prozent gestiegen. Vergangenes Jahr belegte Kanada mit einem Volumen von knapp 20 Milliarden Euro den 29. Platz in der Rangfolge der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Gemessen an den deutschen Exporten liegt das Land mit rund 13 Milliarden Euro auf Platz 24.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Der Vorteil Kanadas ist, dass deutsche Unternehmen an ihren bestehenden Exportstrukturen nach Nordamerika wenig \u00e4ndern m\u00fcssen. Das gilt zum einen f\u00fcr die geographische N\u00e4he zu den USA, aber auch f\u00fcr kulturelle \u00c4hnlichkeiten. Kanadier und kanadische Unternehmen verlangen nicht nach gro\u00dfartig anderen Produkten als US-Amerikaner. Im Gegensatz zu Indien und China w\u00e4re das Potenzial aber begrenzt. Kanada ist zwar ein fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gro\u00dfer Staat, beherbergt aber nur 40 Millionen Einwohner, weniger als halb so viele wie Deutschland.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>S\u00fcdamerika (Mercosur-Staaten)<\/p>\n<p>Mit S\u00fcdamerika k\u00f6nnte bald eine der gr\u00f6\u00dften Freihandelszonen der Welt entstehen, wenn die EU und die Mercosur-Staaten ihr lange verhandeltes Abkommen unterzeichnen. Mercosur ist eine Gemeinschaft von f\u00fcnf s\u00fcdamerikanischen Staaten: Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay. Gemeinsam bringen sie eine kaufkraftbereinigte Wirtschaftsmacht von 6,5 Billionen Dollar auf die Waage. Das entspricht in etwa dem Level von Japan, der f\u00fcnftgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der Welt. Allerdings wohnen in den Mercosur-Staaten mehr als doppelt so viele Einwohner wie auf dem asiatischen Inselstaat. Hinzu kommt ein deutlich h\u00f6heres Wirtschaftswachstum. Bis 2030 soll das BIP der Mercosur-Gruppe auf 8,4 Billionen Dollar ansteigen und w\u00fcrde damit Russland auf Platz 4 der gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsm\u00e4chte erreichen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Im Au\u00dfenhandel mit Deutschland spielen die Mercosur-Staaten noch keine gro\u00dfe Rolle. Brasilien landet beim Gesamtumsatz aus Exporten und Importen mit rund 22 Milliarden Euro auf Platz 26. Zusammen kommt der Staatenbund auf knapp 27 Milliarden Euro, was Platz 25 entspr\u00e4che. Ein Freihandelsabkommen mit der EU wird schon seit 1995 verhandelt. Da die Mercosur-Staaten aber nicht wie die EU ein gemeinsames Organ haben, muss mit jedem Staat einzeln verhandelt werden, was \u00fcber die Jahre durch wechselnde Regierungen erschwert wurde. Erst 2019 wurde eine grunds\u00e4tzliche Einigkeit erzielt. Seit 2024 sind die Verhandlungen abgeschlossen, jetzt m\u00fcssen die Vertr\u00e4ge noch in die jeweiligen Landessprachen \u00fcbersetzt und unterzeichnet werden. Manche Staaten auf beiden Seiten des Atlantiks sind aber noch skeptisch, allen voran die Franzosen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>S\u00fcdostasien (ASEAN)<\/p>\n<p>Gerade erst vergangene Woche traf sich die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur mit den Au\u00dfenministern der ASEAN-Staaten. Diese umfassen die s\u00fcdostasiatischen L\u00e4nder Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam. Sie kommen zusammen auf eine kaufkraftbereinigte Wirtschaftskraft von 12,3 Billionen Dollar, die bis 2030 nochmals um rund 50 Prozent steigern soll. Anders als mit Mercosur verhandelt die EU hier aber kein gemeinsames Freihandelsabkommen. Mit Vietnam und Singapur besteht ein solcher Vertrag schon, mit Indonesien, Thailand und Malaysia laufen Verhandlungen. Die EU ist nicht als einzige an den Asean-Staaten als Handelspartner interessiert. Im Fr\u00fchjahr bereiste bereits Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping die Region und warb ebenfalls f\u00fcr mehr Handel.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Der Handel mit den Asean-Staaten ist jetzt schon gr\u00f6\u00dfer als mit Mercosur. Vietnam und Malaysia stehen mit 19 beziehungsweise 17 Milliarden Euro auf den Pl\u00e4tzen 31 und 32 der wichtigsten deutschen Handelspartner. Zusammen kommen die Asean-Staaten auf knapp 80 Milliarden Euro, was etwa dem Niveau von Spanien auf Platz 12 entspricht. Besonders f\u00fcr Maschinenbauer, Chemiekonzerne und Autohersteller ist S\u00fcdostasien interessant.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Sonstige Staaten<\/p>\n<p>Theoretisch hat Deutschland noch mehr Optionen. Mit afrikanischen Staaten wie S\u00fcdafrika, Ghana und der Elfenbeink\u00fcste bestehen schon Partnerschaftsabkommen. Bis sich dieser Kontinent aber zu einem lukrativen Markt f\u00fcr deutsche Unternehmen entwickelt, wird es noch einige Jahre dauern.<\/p>\n<p>Neben Kanada ist auch der s\u00fcdliche US-Nachbar Mexiko ein Thema. Mit diesem besteht bereits ein vorl\u00e4ufiges Freihandelsabkommen. F\u00fcr Auto- und Maschinenbauer ist der Markt hochinteressant. Viele deutsche Unternehmen, zum Beispiel Volkswagen, haben hier sowieso schon Werke, von denen aus sie bisher die USA beliefern.<\/p>\n<p>Mit Chile und Kolumbien hat die EU Rohstoff-Abkommen abgeschlossen. Dabei geht es also bisher weniger um den Export von G\u00fctern nach S\u00fcdamerika, sondern mehr um Zugang zu deren Ressourcen. Mittelfristig k\u00f6nnten auch die Golfstaaten interessant sein. Weil ihre Haupteinnahmequellen \u00d6l und Gas zur Neige gehen, m\u00fcssen sich diese Staaten neuen Wirtschaftssektoren zuwenden &#8211; und investieren. Davon k\u00f6nnte beispielsweise die Baubranche profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erst 20 Prozent, jetzt 30 Prozent: Die USA wollen ab August h\u00f6here Z\u00f6lle auf Waren aus Deutschland erheben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":274942,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-274941","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114874177646544272","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274941","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=274941"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/274941\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/274942"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=274941"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=274941"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=274941"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}