{"id":275633,"date":"2025-07-18T18:36:11","date_gmt":"2025-07-18T18:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275633\/"},"modified":"2025-07-18T18:36:11","modified_gmt":"2025-07-18T18:36:11","slug":"boomer-soli-wie-es-um-altersarmut-in-deutschland-steht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275633\/","title":{"rendered":"&#8222;Boomer-Soli&#8220;: Wie es um Altersarmut in Deutschland steht"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>faq<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.07.2025 19:49 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Das DIW hat mit dem Vorschlag f\u00fcr einen &#8222;Boomer-Soli&#8220; eine Debatte \u00fcber zu geringe Renten angesto\u00dfen. Doch wie viele Menschen sind tats\u00e4chlich von Altersarmut betroffen? Und was f\u00fcr L\u00f6sungsans\u00e4tze gibt es? <\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Alina Leimbach, ARD-Finanzredaktion\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) hat mit seinem Vorschlag f\u00fcr einen &#8222;Boomer-Soli&#8220; das Thema Altersarmut wieder auf die Tagesordnung gebracht. Die Idee: Rentnerinnen und Rentner mit hohen Einkommen sollten eine zus\u00e4tzliche Abgabe zahlen. Dieses Geld soll wiederum die Renten von Menschen mit niedrigeren Altersbez\u00fcgen aufstocken &#8211; und so vor allem gegen Altersarmut helfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuf den Vorschlag kam rasch <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/innenpolitik\/diw-boomer-soli-100.html\" title=\"Diskussion \u00fcber DIW-Vorschlag: Ein &quot;Boomer-Soli&quot; f\u00fcr die Rentenkasse?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kritik, aber auch Zuspruch.<\/a> Vor allem ist die Rentendebatte nun wieder voll im Gange. Wie dramatisch ist die Entwicklung? Und welche Konzepte gibt es bereits? Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>    Wie verbreitet ist Altersarmut in Deutschland?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLaut den aktuellen EU-SILC-Daten galt im vergangenen Jahr hierzulande fast jede f\u00fcnfte Person \u00fcber 65 Jahre als armutsgef\u00e4hrdet (19,4 Prozent). Die Zahl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. So galten im Jahr 2013 nur 14,9 Prozent hierzulande als armutsgef\u00e4hrdet. Auch im EU-Vergleich ist die deutsche Quote \u00fcberdurchschnittlich hoch.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Erhebung EU-SILC ist eine EU-weit vergleichbare Statistik \u00fcber Einkommen, Armut und Lebensbedingungen in Europa. Laut Statistischem Bundesamt dient sie auch in Deutschland als\u00a0amtliche Hauptdatenquelle f\u00fcr Messungen zu diesen Themen. Als armutsgef\u00e4hrdet gilt dem Bundesamt zufolge eine Person, wenn ihr Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens betr\u00e4gt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Verteilungsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Maximilian Stockhausen, weist allerdings darauf hin, dass die Daten zur Armutsgef\u00e4hrdung mit etwas Vorsicht zu betrachten seien. In der EU-SILC-Erfassung habe es etwa methodische Ver\u00e4nderungen gegeben, erkl\u00e4rt der Experte auf Anfrage von tagesschau.de: &#8222;Zudem sind nicht alle Befragten in der Pandemie gut zu erreichen gewesen. Das kann Verzerrungen in den Daten ausl\u00f6sen&#8220;, so Stockhausen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd:\u00a0F\u00fcr die j\u00fcngsten Jahre<strong>\u00a0<\/strong>zeigten die Indikatoren\u00a0der\u00a0Armuts- und Reichtumsberichterstattung\u00a0der Bundesregierung\u00a0je nach Datenquelle unterschiedliche Entwicklungen\u00a0der Armutsgef\u00e4hrdung im Alter, erkl\u00e4rt der Experte.<\/p>\n<p>    Was sind Gr\u00fcnde f\u00fcr den Anstieg der Altersarmut?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMartin Brussig, Arbeitsmarktexperte am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit\u00e4t Duisburg-Essen erkl\u00e4rt auf Anfrage von tagesschau.de: &#8222;Ein Grund ist, dass in den vergangenen zehn Jahren sehr viele Menschen in Rente gegangen sind, die nicht kontinuierlich in die Rentenkasse eingezahlt haben. Ihr Erwerbsleben fiel in den 80er-, 90er- und Nuller-Jahren mit Zeiten der Massenarbeitslosigkeit zusammen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem h\u00e4tten sich generell durch die gr\u00f6\u00dfere Polarisierung bei Einkommen auch die Unterschiede im Alter vergr\u00f6\u00dfert. &#8222;Ganz generell sehen wir, dass die Armutsgef\u00e4hrdung in den vergangenen Jahren <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/armut-kinder-jugendliche-102.html\" title=\"Jedes siebte Kind in Deutschland von Armut bedroht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00fcber diverse Gruppen hinweg gestiegen ist<\/a>.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIW-Experte Stockhausen gibt zudem zu bedenken: &#8222;Durch den Krieg in der Ukraine haben wir auch Senioren aufgenommen, die wenig Einkommen haben und Grundsicherung im Alter beziehen.&#8220; Auf den Effekt habe auch das <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Soziales\/Mindestsicherung\/aktuell-mindestsicherung.html\" title=\"Statistisches Bundesamt\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Statistische Bundesamt hingewiesen<\/a>. Und er weist auf ein weiteres Problemfeld hin. &#8222;Anders als Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter sind die M\u00f6glichkeiten von Senioren beschr\u00e4nkt,\u00a0ihre Einkommenssituation zu verbessern.&#8220; Derzeit sind etwa <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt\/rentner-arbeit-alter-100.html\" title=\"Arbeit in der Rente: 13 Prozent sind erwerbst\u00e4tig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">13 Prozent der Rentnerinnen und Rentner noch erwerbst\u00e4tig<\/a>. Dabei stehen aber nicht immer nur finanzielle Gr\u00fcnde im Vordergrund.<\/p>\n<p>    Welche Rolle spielen Verm\u00f6gen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer IW-Verteilungsexperte betont,\u00a0dass sich die \u00fcblichen Armutsstatistiken vor allem auf Einkommen beziehen &#8211; auf die Verm\u00f6gen werde hingegen meist nicht geschaut. &#8222;Betrachtet man auch die Verm\u00f6gen sieht das Bild etwas anders aus.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr verweist auf eine von ihm <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/studien\/judith-niehues-maximilian-stockhausen-ein-vermoegensvergleich-nach-altersgruppen.html\" title=\"IW-Studie Verm\u00f6gen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">durchgef\u00fchrte Studie<\/a>, wonach gerade einige Menschen \u00fcber 65 Jahren \u00fcber gro\u00dfe R\u00fccklagen verf\u00fcgten.\u00a0Demnach konnte im Jahr 2023 die H\u00e4lfte dieser Haushalte auf R\u00fccklagen in H\u00f6he von mindestens 172.000 Euro zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAllerdings: Nicht jeder besitzt gleicherma\u00dfen Verm\u00f6gen. Richtet sich der Blick an das andere Ende der Verteilung, zu den Menschen die zu den 30 Prozent mit den geringsten Verm\u00f6gen geh\u00f6ren, so besitzen diese gerade mal bis zu 1.900 Euro und weniger.<\/p>\n<p>    Was hilft gegen Altersarmut?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNeben dem Vorschlag des DIW zum &#8222;Boomer-Soli&#8220; gibt es zahlreiche andere Ideen, wie man altersarmen Rentnerinnen und Rentnern helfen k\u00f6nnte. So schl\u00e4gt etwa der Parit\u00e4tische Wohlfahrsverband eine armutsvermeidende Mindestrente f\u00fcr langj\u00e4hrige Versicherte vor. Sie soll aus Steuern finanziert werden. Indem alle Erwerbst\u00e4tigen in die Rente einbezogen werden, will der Wohlfahrtsverband die gesetzliche Rente wieder st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch IAQ-Experte Brussig betont: &#8222;Mittel- und langfristig ist es wichtig, die gesetzliche Rente wieder zu stabilisieren&#8220;. Die Kalkulation dahinter: Gerade f\u00fcr Menschen mit kleinen Einkommen ist die gesetzliche Rente die wichtigste S\u00e4ule im Alter. Sie k\u00f6nnen oft wenig zur\u00fccklegen. Au\u00dferdem seien gute L\u00f6hne, sozialversicherte Jobs und die Vermeidung von Erwerbslosigkeit zentral, sagt Brussig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr den IW-Experten Stockhausen steht im Fokus zu verhindern, dass die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/sozialbeitraege-steigen-studie-100.html\" title=\"Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge vor starkem Anstieg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sozialbeitr\u00e4ge weiter steigen<\/a>.\u00a0&#8222;Neue Leistungen etwa der Kranken- und Pflegekassen sollte es nur geben, wenn daf\u00fcr Geld vorhanden ist.&#8220; Denn h\u00f6here Beitr\u00e4ge w\u00fcrden gerade Menschen mit kleinen\u00a0Einkommen und Renten \u00fcberproportional stark\u00a0belasten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"faq Stand: 18.07.2025 19:49 Uhr Das DIW hat mit dem Vorschlag f\u00fcr einen &#8222;Boomer-Soli&#8220; eine Debatte \u00fcber zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":275634,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[2211,1165,29,782,30,13,14,15,379,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-275633","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-altersarmut","9":"tag-armut","10":"tag-deutschland","11":"tag-faq","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-rente","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114875687684064165","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=275633"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275633\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=275633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=275633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=275633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}