{"id":275874,"date":"2025-07-18T20:49:14","date_gmt":"2025-07-18T20:49:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275874\/"},"modified":"2025-07-18T20:49:14","modified_gmt":"2025-07-18T20:49:14","slug":"endstation-wahnsinn-stuttgart-21-wird-erneut-verschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275874\/","title":{"rendered":"Endstation Wahnsinn? Stuttgart 21 wird erneut verschoben"},"content":{"rendered":"<p>Geschichte wiederholt sich: Stuttgart 21 verz\u00f6gert sich erneut: Erst ab Mitte 2027 f\u00e4hrt der gesamte Verkehr im Tiefbahnhof.<\/p>\n<p>                        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/panthermedia_10336317_4380x2954-scaled-e1718103049688-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Hauptbahnhof\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Der Stuttgarter Hauptbahnhof und sein Umfeld sind seit \u00fcber 10 Jahren eine Dauerbaustelle. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: PantherMedia \/<br \/>\nHans Maier<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/0514f6cd6c8e423aa0832f9f6166d736.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p>Das Ende der Baustelle, die den Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde verlegen soll, wurde immer wieder verschoben. Nun wird Stuttgart 21 fr\u00fchestens im Dezember 2026 in Betrieb gehen. Damit verz\u00f6gert sich das umstrittenste Bahnprojekt Deutschlands erneut um ein weiteres Jahr. Eigentlich sollte der Bahnknoten nach mehreren Verschiebungen 2025 in Betrieb gehen, doch daraus wird nichts. Der \u201eSpiegel\u201c erfuhr dies aus mehreren Quellen innerhalb des Bahn-Konzerns, die am Projekt beteiligt sind.<\/p>\n<p>Keine provisorische Inbetriebnahme von Stuttgart 21<\/p>\n<p>Noch im M\u00e4rz hatte die Bahn versichert, dass die Inbetriebnahme weiterhin \u201ef\u00fcr Dezember 2025\u201c geplant sei. Allerdings wurde bereits damals einger\u00e4umt, dass die genaue Reihenfolge der Inbetriebnahme noch festgelegt werden m\u00fcsse. Der Konzern schlug daher ein provisorisches Stellwerk und eine schrittweise Er\u00f6ffnung des neuen Tunnelbahnhofs vor. Bei dieser L\u00f6sung w\u00e4re der alte Kopfbahnhof weiterhin f\u00fcr den Zugverkehr genutzt worden.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine vorl\u00e4ufige Inbetriebnahme sind nun vom Tisch. Planungs- und Lieferschwierigkeiten sowie die hohen Kosten eines provisorischen Stellwerks, das mehrere hundert Millionen Euro verschlungen h\u00e4tte, f\u00fchrten zur Aufgabe dieser Idee. Das ohnehin teure Gro\u00dfprojekt w\u00e4re dadurch noch kostspieliger geworden.<\/p>\n<p>Stuttgart 21: Mehr als ein Jahrzehnt Gro\u00dfbaustelle<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 15 Jahren leben die Menschen in Stuttgart mit einer riesigen Baustelle im Herzen ihrer Stadt. Am Hauptbahnhof baut die Bahn einen neuen Tiefbahnhof, bekannt als Stuttgart 21. Dieses Projekt steht nicht nur f\u00fcr den Bau des neuen Hauptbahnhofs, sondern auch f\u00fcr die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart.<\/p>\n<p>Zu den Bauarbeiten geh\u00f6ren neue Bahnh\u00f6fe, darunter ein Fernbahnhof am Flughafen, sowie Dutzende Kilometer Schienenwege, Tunnelr\u00f6hren, Durchl\u00e4sse und Br\u00fccken. Das Projekt Stuttgart-Ulm umfasst neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 er\u00f6ffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm. Das Herzst\u00fcck von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der als Durchgangsbahnhof konzipiert ist und den bisherigen Kopfbahnhof ersetzt.<\/p>\n<p>Bedeutung der \u201e21\u201c in Stuttgart 21<\/p>\n<p>Ein Bahnsprecher kl\u00e4rte ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis auf: Die \u201e21\u201cin Stuttgart 21 stand nie f\u00fcr ein Fertigstellungsjahr. Vielmehr bezieht sich die Zahl auf das 21. Jahrhundert. In den 90er-Jahren wurden unter dem Namen \u201eBahnhof 21\u201c verschiedene Projekte gestartet, um Bahnknoten in ganz Deutschland f\u00fcr das neue Jahrhundert fit zu machen. Dazu z\u00e4hlen Projekte wie \u201eNeu-Ulm 21\u201c, \u201eSaarbr\u00fccken 21\u201c und \u201eLindau 21\u201c.<\/p>\n<p>Als 2009 die Finanzierungsvereinbarung f\u00fcr Stuttgart 21 unterzeichnet wurde, plante man eine Einweihung im Jahr 2019. Seitdem hat sich der Termin f\u00fcr die Inbetriebnahme jedoch mehrfach verschoben.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr die wiederholten Verz\u00f6gerungen<\/p>\n<p>Die Bahn nennt mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr die wiederholten Verz\u00f6gerungen von Stuttgart 21. Dazu z\u00e4hlen Klagen gegen das Projekt und ge\u00e4nderte Auflagen, insbesondere beim Brandschutz. Weitere Faktoren sind der geologisch anspruchsvolle Untergrund im Stuttgarter Stadtgebiet und aufwendige Genehmigungsverfahren aufgrund ge\u00e4nderter Artenschutzgesetze.<\/p>\n<p>Kritiker werfen der Bahn vor, dass sie die Probleme und Risiken von Anfang an kannte und die Kosten sowie die Bauzeit besch\u00f6nigt hat.<\/p>\n<p>Zeitleiste Stuttgart 21<\/p>\n<p><strong>1994<\/strong><br \/>Erste Pl\u00e4ne zur Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart unter dem Titel \u201eNetz 21\u201c<\/p>\n<p><strong>1997<\/strong><br \/>Projektname \u201eStuttgart 21\u201c wird \u00f6ffentlich vorgestellt<\/p>\n<p><strong>2009<\/strong><br \/>Finanzierungsvertrag unterzeichnet<br \/>Geplante Fertigstellung: 2019<br \/>Geplante Kosten: 4,5 Milliarden Euro<\/p>\n<p><strong>2010<\/strong><br \/>Offizieller Baustart<br \/>Abriss des Nordfl\u00fcgels \u2013 Auftakt massiver Proteste<\/p>\n<p><strong>2011<\/strong><br \/>Schlichtung unter Heiner Gei\u00dfler (\u201eStuttgart 21 plus\u201c)<br \/>Volksabstimmung: 58,8\u202f% f\u00fcr Weiterbau<\/p>\n<p><strong>2012\u20132015<\/strong><br \/>Tunnel- und Rohbauarbeiten beginnen<br \/>Erste Kostensteigerung auf 6,5 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>2016\u20132019<\/strong><br \/>Termin verschoben auf 2024<br \/>Kritik an Kapazit\u00e4t und Sicherheit nimmt zu<\/p>\n<p><strong>2022<\/strong><br \/>Er\u00f6ffnung der Schnellfahrstrecke Wendlingen\u2013Ulm (Teilprojekt)<\/p>\n<p><strong>2024<\/strong><br \/>Neuer Starttermin: Dezember 2026<br \/>Provisorische Inbetriebnahme verworfen<\/p>\n<p><strong>Mai 2025<\/strong><br \/>Gericht: Bahn muss Mehrkosten selbst tragen<br \/>Neue Gesamtkosten: 11 Mrd. Euro + Puffer<\/p>\n<p><strong>Juli 2025<\/strong><br \/>Gestaffelte Inbetriebnahme angek\u00fcndigt:<br \/>\u2013 Fern- &amp; Teile Regionalverkehr: ab Dez. 2026<br \/>\u2013 Vollbetrieb: ab Juli 2027<br \/>\u2013 G\u00e4ubahn am Kopfbahnhof: bis M\u00e4rz 2027<br \/>\u2013 Bahnknoten erstmals voll digital mit ETCS<\/p>\n<p><strong>2032 (geplant)<\/strong><br \/>Anschluss der G\u00e4ubahn an Tiefbahnhof \u2013 voraussichtlicher Projektabschluss<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Was kostet das Projekt und wer kommt f\u00fcr die Mehrkosten auf?<\/p>\n<p>Die Bahn beziffert die aktuellen Kosten f\u00fcr Stuttgart 21 auf rund elf Milliarden Euro und hat zus\u00e4tzlich einen Puffer von 500 Millionen Euro eingeplant. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu erheblichen Kostensteigerungen. Der Finanzierungsvertrag von 2009 regelte die Verteilung der Kosten bis zu einer H\u00f6he von gut 4,5 Milliarden Euro. Damals sicherte das Land Baden-W\u00fcrttemberg eine Beteiligung von 931 Millionen Euro zu, die Stadt Stuttgart gab 292 Millionen, der Flughafen beteiligte sich mit 227 Millionen und der Verband Region Stuttgart steuerte 100 Millionen Euro bei.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mehrkosten m\u00fcssen die Partner jedoch nicht aufkommen. Ein Gerichtsurteil besagt, dass die Bahn die milliardenschweren Mehrkosten alleine tragen muss. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies Anfang Mai die Klagen mehrerer Bahn-Gesellschaften gegen das Land Baden-W\u00fcrttemberg, die Stadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und den Flughafen Stuttgart ab. Die Bahn wollte erreichen, dass sich die Projektpartner an den zus\u00e4tzlichen Kosten beteiligen. Nach dem Urteil erkl\u00e4rte ein Bahnsprecher, dass die schriftliche Begr\u00fcndung sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werde und dann \u00fcber m\u00f6gliche Rechtsmittel entschieden werde.<\/p>\n<p>Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Fahrzeiten und Verkehr<\/p>\n<p>Das Projekt Stuttgart 21 wird die Fahrzeiten teils erheblich verk\u00fcrzen. Laut Bahn ben\u00f6tigen Fahrg\u00e4ste von Ulm nach Stuttgart k\u00fcnftig nur noch 27 statt bisher 56 Minuten. Allerdings geht etwa die H\u00e4lfte dieser Zeitersparnis auf die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm zur\u00fcck, nicht auf Stuttgart 21 selbst. Auch die Anbindung des Flughafens an den Fernverkehr verk\u00fcrzt die Anfahrt f\u00fcr Flugg\u00e4ste. Zudem erm\u00f6glicht der neue Durchgangsbahnhof in Stuttgart umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr. Der neue Bahnhof hat acht zu- und abf\u00fchrende Gleise, w\u00e4hrend der bisherige Kopfbahnhof nur f\u00fcnf hat. Dadurch soll er k\u00fcnftig deutlich mehr Zugverkehr abwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kritiker bezweifeln diese Vorteile. Martin Poguntke, Sprecher des Aktionsb\u00fcndnisses gegen Stuttgart 21, kritisiert, dass der neue Bahnhof zu klein sei und der Region sowie dem Land erheblichen Verkehrsschaden zuf\u00fcge. Die Projektgegner werfen der Bahn vor, bei der Berechnung der Leistungsf\u00e4higkeit unrealistische Annahmen zugrunde gelegt zu haben. Beim Stresstest, der die Leistungsf\u00e4higkeit des neuen Bahnhofs nachweisen sollte, wurden sehr kurze Haltezeiten angenommen. Poguntke meint, dass solche Haltezeiten im Berufsverkehr nicht realistisch seien: \u201eNachmittags um drei ist ein Zug schnell geleert. Aber im Berufsverkehr lassen sich diese Haltezeiten nicht realisieren.\u201c (Mit Material der dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Geschichte wiederholt sich: Stuttgart 21 verz\u00f6gert sich erneut: Erst ab Mitte 2027 f\u00e4hrt der gesamte Verkehr im Tiefbahnhof.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":275875,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,1739,3364,2030,29,30,5544,1441],"class_list":{"0":"post-275874","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-bahn","10":"tag-de","11":"tag-deutsche-bahn","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-infrastruktur","15":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114876210591196224","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=275874"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275874\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=275874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=275874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=275874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}