{"id":275922,"date":"2025-07-18T21:15:12","date_gmt":"2025-07-18T21:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275922\/"},"modified":"2025-07-18T21:15:12","modified_gmt":"2025-07-18T21:15:12","slug":"wacklige-waffenruhe-in-suweida-kaempfe-in-syrien-treiben-80-000-menschen-in-die-flucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/275922\/","title":{"rendered":"Wacklige Waffenruhe in Suweida: K\u00e4mpfe in Syrien treiben 80.000 Menschen in die Flucht"},"content":{"rendered":"<p>                    Wacklige Waffenruhe in Suweida<br \/>\n                K\u00e4mpfe in Syrien treiben 80.000 Menschen in die Flucht<\/p>\n<p>\t\t\t\t              18.07.2025, 21:10 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nach dem Fall des Assad-Regimes hoffen viele Syrer auf ein Ende von Flucht und Vertreibung. Der nun ausgebrochene Konflikt zwischen Drusen und sunnitischen Beduinen bringt erneut viel Leid \u00fcber die Zivilbev\u00f6lkerung. Einige Hundert Menschen sterben &#8211; Zehntausende m\u00fcssen fliehen. <\/strong><\/p>\n<p>Einen Tag nach dem Abzug der Regierungstruppen aus dem Konfliktgebiet in S\u00fcdsyrien haben sich bewaffnete Stammesmilizen und K\u00e4mpfer der Drusen Gefechte geliefert. Die Syrische Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte berichtete, die Stammesk\u00e4mpfer seien mit Unterst\u00fctzung von Regierungstruppen nach Suweida gelangt. Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul rief die syrische \u00dcbergangsregierung dazu auf, Minderheiten wie die Drusen zu sch\u00fctzen. Laut UNO wurden seit dem Beginn der K\u00e4mpfe am Sonntag fast 80.000 Menschen vertrieben.<\/p>\n<p>In der Provinz Suweida hatten am Sonntag Gefechte zwischen K\u00e4mpfern der islamischen Minderheit der Drusen und sunnitischen Beduinen begonnen. Beide Volksgruppen sind bereits seit L\u00e4ngerem verfeindet. Die \u00dcbergangsregierung in Damaskus entsandte am Montag Truppen in das Gebiet im S\u00fcden des Landes. Nach der Verk\u00fcndung einer Waffenruhe am Mittwoch verk\u00fcndete die Regierung am Donnerstag den Abzug ihrer Truppen. Am Freitag versammelten sich zur Unterst\u00fctzung der Beduinen weitere K\u00e4mpfer, die syrischen St\u00e4mmen angeh\u00f6ren, in D\u00f6rfern nahe der Provinzhauptstadt Suweida.<\/p>\n<p>Stammeschef Anas al-Enad aus der zentralsyrischen Stadt Hama sagte, die Beduinen h\u00e4tten ihn und seine M\u00e4nner um Hilfe gebeten. Den Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte zufolge unterst\u00fctzten Regierungskr\u00e4fte die Ankunft der Stammesk\u00e4mpfer, da die Regierungstruppen selbst aufgrund einer Vereinbarung mit Israel nicht nach Suweida k\u00f6nnten. Die syrische Pr\u00e4sidentschaft hatte den drusischen K\u00e4mpfern vorgeworfen, die Waffenruhe verletzt zu haben.<\/p>\n<p>Die israelische Armee wies indes Berichte zur\u00fcck, wonach sie in der Nacht erneut Luftangriffe auf die Stadt Suweida ver\u00fcbt habe. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte einen israelischen Angriff gemeldet, nachdem die Regierungstruppen sich zur\u00fcckgezogen hatten. Israel verlangt den Abzug der syrischen Regierungstruppen aus der Drusen-Region nahe der Grenze zu Israel. Das israelische Au\u00dfenministerium k\u00fcndigte indes die Entsendung von Hilfslieferungen f\u00fcr die Drusen an.<\/p>\n<p>NGO meldet knapp 600 Tote<\/p>\n<p>Der Syrischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Menschenrechte zufolge wurden bei den K\u00e4mpfen seit Sonntag fast 600 Menschen get\u00f6tet, darunter \u00fcber 150 Zivilisten. Die in Gro\u00dfbritannien ans\u00e4ssige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben k\u00f6nnen oft nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Ein Arzt des \u00f6ffentlichen Krankenhauses in Suweida sagte, in der Klinik seien seit Montagmorgen mehr als 400 Leichen angeliefert worden. &#8222;Es gibt keinen Platz mehr in den Leichenhallen, die Toten liegen auf den Stra\u00dfen&#8220; vor dem Krankenhaus, schilderte er.<\/p>\n<p>Die Stadt Suweida wurde durch die K\u00e4mpfe schwer besch\u00e4digt. Die mehrheitlich drusischen Bewohnerinnen und Bewohner haben teilweise keinen Zugang zu Trinkwasser und Strom, Telefon- und Internetverbindungen sind lahmgelegt. Der Chefredakteur der lokalen Nachrichtenplattform &#8222;Suwayda 24&#8220; sagte, die humanit\u00e4re Lage sei &#8222;katastrophal&#8220;. &#8222;Wir finden keine Milch f\u00fcr Kinder&#8220;, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Wadephul spricht mit syrischem Au\u00dfenminister<\/p>\n<p>Der UN-Hochkommissar f\u00fcr Menschenrechte, Volker T\u00fcrk, forderte ein Ende des Blutvergie\u00dfens und verlangte eine sofortige und unabh\u00e4ngige Untersuchung der Ereignisse. Der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration zufolge wurden wegen der K\u00e4mpfe seit Sonntag 79.339 Menschen vertrieben, davon alleine 20.019 am Donnerstag.<\/p>\n<p>Bundesau\u00dfenminister Wadephul bezeichnete die Situation in Suweida als &#8222;hoch Besorgnis erregend&#8220;. &#8222;Die syrische \u00dcbergangsregierung hat dann unsere Unterst\u00fctzung, wenn sie sich f\u00fcr einen integrativen Prozess in Syrien einsetzt, wenn sie Menschen sch\u00fctzt, und wenn sie nicht zul\u00e4sst, dass Menschen besonderer religi\u00f6ser Zugeh\u00f6rigkeit oder ethnischer Gruppen verfolgt oder gar get\u00f6tet werden&#8220;, sagte er nach einem Treffen mit seinem franz\u00f6sischen Kollegen Jean-No\u00ebl Barrot in Paris. Beide Minister hatten laut Wadephul gemeinsam ihren syrischen Amtskollegen kontaktiert und einen besseren Schutz der Bev\u00f6lkerung angemahnt.<\/p>\n<p>Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin \u00e4u\u00dferte in einem Telefonat mit seinem t\u00fcrkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan nach Angaben des Kreml seine &#8222;tiefe Besorgnis&#8220; \u00fcber die K\u00e4mpfe. Beide h\u00e4tten &#8222;die Wichtigkeit&#8220; betont, &#8222;die Situation schnell durch Dialog zu stabilisieren&#8220;, erkl\u00e4rte der Kreml. Erdogan warnte nach Angaben seines B\u00fcros, die Gewalt stelle &#8222;eine Gefahr f\u00fcr die gesamte Region&#8220; dar. Erdogan betonte in dem Telefonat mit Putin zudem, Israel d\u00fcrfe die syrische Souver\u00e4nit\u00e4t nicht verletzen, wie das t\u00fcrkische Pr\u00e4sidialamt mitteilte.<\/p>\n<p>Seit dem Sturz des langj\u00e4hrigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen. Die islamistische Regierung in Damaskus ist dem Vorwurf ausgesetzt, Minderheiten wie Alawiten, Drusen oder Kurden nicht ausreichend zu sch\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wacklige Waffenruhe in Suweida K\u00e4mpfe in Syrien treiben 80.000 Menschen in die Flucht 18.07.2025, 21:10 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":275923,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[5249,1000,13,411,1211,14,15,16,144,12,58,10,8,9,11,103,306,104],"class_list":{"0":"post-275922","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-fluechtlinge","9":"tag-gewalt","10":"tag-headlines","11":"tag-israel","12":"tag-johann-wadephul","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-politik","16":"tag-recep-tayyip-erdogan","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-syrien","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-welt","24":"tag-wladimir-putin","25":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114876312631500135","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=275922"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/275922\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/275923"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=275922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=275922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=275922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}