{"id":276663,"date":"2025-07-19T04:10:19","date_gmt":"2025-07-19T04:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/276663\/"},"modified":"2025-07-19T04:10:19","modified_gmt":"2025-07-19T04:10:19","slug":"raetsel-um-verschwundene-mainzer-jupitersaeule-verein-rettet-das-roemische-mainz-will-antike-saeule-zurueck-auf-angestammten-platz-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/276663\/","title":{"rendered":"R\u00e4tsel um verschwundene Mainzer Jupiters\u00e4ule &#8211; Verein &#8222;Rettet das R\u00f6mische Mainz&#8220; will antike S\u00e4ule zur\u00fcck auf angestammten Platz bringen"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist die \u00e4lteste, gr\u00f6\u00dfte und am reichsten verzierte S\u00e4ule ihrer Art n\u00f6rdlich der Alpen \u2013 und seit zehn Jahren von ihrem Standort vor dem Mainzer Landtag verschwunden: Die Gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule geh\u00f6rte eigentlich einmal zu den bedeutendsten Denkm\u00e4lern des r\u00f6mischen Mainz. Bis 2015 stand eine originalgetreue, 9,10 Meter hohe Kopie der Schmucks\u00e4ule auf dem Platz an der Gro\u00dfen Bleiche, dann wurde sie zu Restaurationszwecken abgebaut \u2013 und kehrte bis heute nicht zur\u00fcck. Der Verein \u201eRettet das R\u00f6mische Mainz\u201c fordert nun: Die Jupiters\u00e4ule muss zur\u00fcck auf ihren angestammten Platz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-24119\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jupiters\u00e4ule-mit-Landtag-199x300.jpg\" alt=\"Die Gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule: Eine mehr als neun Meter hohe Kopie stand bis Mai 2015 vor dem Mainzer Landtag. - Foto: gik\" width=\"320\" height=\"481\"  \/>Die Gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule: Eine mehr als neun Meter hohe Kopie stand bis Mai 2015 vor dem Mainzer Landtag. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Es war im Dezember 1904, als der damalige\u00a0Leiter des\u00a0R\u00f6misch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, Ludwig Lindenschmit, auf Bronzefragmente aufmerksam wurde, die Bauarbeiter bei einem Altmetallh\u00e4ndler verkauften. Was Lindenschmitt misstrauisch machte. Die Fragmente stellten einen mit einer Sandale bekleideter Fu\u00df sowie \u00dcberreste eines Blitzb\u00fcndels heraus \u2013 es waren Teile einer \u00fcberlebensgro\u00dfen Jupiterfigur. Lindenschmit machte den Fundort in der S\u00f6mmerringstra\u00dfe 6 in der Mainzer Neustadt ausfindig, eine mehrw\u00f6chigen Grabung Anfang 1905 f\u00f6rderte in zweieinhalb Metern Tiefe Sensationelles zutage: die \u00dcberreste einer 12.50 Meter hohen Jupiters\u00e4ule.<\/p>\n<p>So erz\u00e4hlt es das Internetlexikon Wikipedia in einem ausf\u00fchrlichen Artikel zu dem Fund, der als \u201eGro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule\u201c in die Mainzer Geschichte eingehen sollte. Bis heute ist die schlanke, 9,10 Meter hohe S\u00e4ule die gr\u00f6\u00dfte und beeindruckendste ihrer Art, die jemals n\u00f6rdlich der Alpen gefunden wurde \u2013 obwohl sie zerschlagen in 2.000 Fragmente ausgegraben wurde, konnte sie wieder zusammengesetzt werden, das Original befindet sich im Mainzer Landesmuseum. Vor dem Mainzer Landtag stand indes seit 1934 nahezu exakte Kopie der Original-S\u00e4ule \u2013 doch seit Mai 2015 ist das imposante Denkmal verschwunden.<\/p>\n<p>&#8211; Werbung &#8211; <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/werben-auf-mainzund\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Banner-Tulpen-Text-neu-1068.jpg\" alt=\"Werben auf Mainz&amp;\" width=\"468\" height=\"60\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die verschwundene Jupiters\u00e4ule: Verein fordert R\u00fcckkehr<\/p>\n<p>\u201eHier st\u00fcnde die Kopie\u201c, sagt Christian Vahl, und zeigt auf einen leeren Sockel, in dessen Mitte ein quadratisches Loch g\u00e4hnt. Das massive Sockelfundament steht auf einer Gr\u00fcnfl\u00e4che an der Gro\u00dfen Bleiche, wenige Meter entfernt steht der rheinland-pf\u00e4lzische Landtag, auf der anderen Stra\u00dfenseite das Kurf\u00fcrstliche Schloss mit dem antiken Dativius-Victor-Bogen. Neben dem leeren Fundament sind Lichtstrahler in den Bogen eingelassen, sie haben einmal das besondere Denkmal am Abend ins Szene gesetzt, das diesen Platz dominierte, und ein Touristenanziehungspunkt war.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56381\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Leerer-Sockel-der-Jupitersaeule-mit-Landtagsrestaurant-kleiner-300x225.jpg\" alt=\"Heute g\u00e4hnt an der Stelle, wo die Jupiters\u00e4ule einst stand, nur ein leerer Sockel. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"285\"  \/>Heute g\u00e4hnt an der Stelle, wo die Jupiters\u00e4ule einst stand, nur ein leerer Sockel. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule ist f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/rettet-das-roemische-mainz-neuer-verein-will-praesentation-des-roemischen-erbes-in-mainz-verbessern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vor zwei Wochen gegr\u00fcndeten Verein \u201eRettet das R\u00f6mische Mainz\u201c<\/a> ein Paradebeispiel f\u00fcr seine Notwendigkeit: Der Zustand vieler r\u00f6mischer Denkm\u00e4ler in Mainz sei schlecht, ihre Orte oft ungepflegt, die Umgebung verwahrlost und Informationsstelen \u201ein einem j\u00e4mmerlichen Zustand\u201c, kritisierte der Verein bei seiner Gr\u00fcndung Anfang Juli \u2013 deswegen wolle man das R\u00f6mische Erbe \u201eretten\u201c. Ziele seien, die Sichtbarkeit des R\u00f6mischen Erbes sowie seine Pr\u00e4sentation im Stadtbild von Mainz zu verbessern, r\u00f6mische Feiern und Feste zu veranstalten sowie F\u00f6rdergelder f\u00fcr den Erhalt der Denkm\u00e4ler einzuwerben.<\/p>\n<p>\u201eDas erste, wof\u00fcr sich der neue Verein einsetzen will, ist die Wiederaufstellung der Jupiters\u00e4ule\u201c, sagte Christian Vahl, Vorsitzender des neuen Vereins. Der traf sich am Donnerstagabend an eben jener verschwundenen Jupiters\u00e4ule, um sich \u00fcber das antike Denkmal zu informieren. \u201eWir finden zwar eine unsichtbare Jupiters\u00e4ule lustig, aber das kann ja kein Dauerzustand sein\u201c, sagte Vahl in Anspielung auf die \u201eUnsichtbare R\u00f6mergarde\u201c, deren Generalfeldmarschall Vahl ist. Bleibe die Jupiters\u00e4ule zu lange verschwunden, \u201eschwindet auch das Ged\u00e4chtnis an sie\u201c, kritisierte Vahl: \u201eDer Platz ist ein anderer mit und ohne S\u00e4ule, deswegen sollte sie zur\u00fcckkehren.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Kopie der antiken S\u00e4ule vor zehn Jahren zur Restauration abgebaut<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurde die Kopie der Jupiters\u00e4ule bereits vor zehn Jahren abgebaut: Im Mai 2015 berichtete die Stadt Mainz, die 9,10 Meter hohe S\u00e4ule sei st\u00e4rker besch\u00e4digt als gedacht, nicht mehr standsicher, und m\u00fcsse deshalb leider abgebaut werden. Die S\u00e4ule werde aber nun umfassend restauriert und repariert, und danach wieder aufgebaut, versicherte die Stadt. Im August 2022 besuchte die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/grosse-mainzer-jupitersaeule-soll-2023-vor-den-platz-am-landtag-zurueckkehren-kopie-der-originalsaeule-wird-restauriert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Budenheimer Steinmetz-Firma Sauer,<\/a> in dem Fachbetrieb lagert die Jupiters\u00e4ule seit 2015, zerlegt in 12 Teile.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-43809\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Restaurator-Hilmar-Muelller-mit-Fragment-Mainzer-Jupitersaeule-kleiner-300x200.jpg\" alt=\"Restaurator Hilmar M\u00fcller 2022 mit einem Teilst\u00fcck der Mainzer Jupiters\u00e4ule. \u2013 Foto: gik\" width=\"380\" height=\"253\"  \/>Restaurator Hilmar M\u00fcller 2022 mit einem Teilst\u00fcck der Mainzer Jupiters\u00e4ule. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Die S\u00e4ule sei gr\u00fcndlich untersucht worden, das Gebilde aus Kalksteinsplit und Wei\u00dfzement werde restauriert und wieder aufgearbeitet, <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/grosse-mainzer-jupitersaeule-soll-2023-vor-den-platz-am-landtag-zurueckkehren-kopie-der-originalsaeule-wird-restauriert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berichtete damals der Restaurator, Steinbildhauermeister Hilmar M\u00fcller<\/a>. Zudem werde die angewitterte Oberfl\u00e4che beruhigt und gegl\u00e4ttet, der letzte Schritt sei dann ein neuer Anstrich, der in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Institut f\u00fcr Steinkonservierung entwickelt wurde, und der k\u00fcnftig verhindern solle, dass Feuchtigkeit in den Stein eindringe. \u201eDie Jupiters\u00e4ule manifestiert, wie geschichtstr\u00e4chtig unsere Stadt ist\u201c, schw\u00e4rmte Dezernentin Grosse damals, und versprach: Nach dem Abschluss der Arbeiten solle die Gro\u00dfe Jupiters\u00e4ule auf ihren angestammten Platz am Landtag zur\u00fcckkehren \u2013 das werde Anfang oder Mitte 2023 sein.<\/p>\n<p>Nur: passiert ist das nicht \u2013 warum, ist bis heute unklar. \u201eWir wollen einfordern, dass man die Jupiters\u00e4ule auf ihren angestammten Platz zur\u00fcckbringt\u201c, sagte Vahl, schlie\u00dflich sei die S\u00e4ule ein ganz besonderes Denkmal: \u201eWir haben hier ein Zeugnis der r\u00f6misch-germanischen Interaktion der damaligen Zeit, ein Nebeneinander von r\u00f6mischen und keltischen Urspr\u00fcngen\u201c, schw\u00e4rmte Vahl \u2013 ein Zeugnis f\u00fcr das gemeinsame Leben von Legion\u00e4ren und B\u00fcrgern im antiken Mogontiacum. \u201eDie Jupiters\u00e4ule ist wahrlich sprechend\u201c, sagte auch der fr\u00fchere Landesarch\u00e4ologe Gerd Rupprecht, ebenfalls Gr\u00fcndungmitglied des neuen Vereins.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mainzund.de\/mainz-solidar-abo-faq-und-anleitung\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Banner Mainz&amp; Solidar-Abo breit kleiner\" rel=\"noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Banner-Mainz-Solidar-Abo-breit-kleiner.jpg\" alt=\"\"   width=\"1200\" height=\"402\"\/><\/a>Bannfluch f\u00fcr Nero und antiker Selbstmord nach Mobbing<\/p>\n<p>Denn gestiftet wurde die S\u00e4ule einst nicht etwa von \u201eR\u00f6mern\u201c, sondern von Mainzer Kaufleuten, und zwar zwischen 63 und 67 nach Christus. Das Datum ist gut belegt, denn die S\u00e4ule war mit einer Weiheinschrift auf einem unteren Sockel versehen, und da hei\u00dft es: \u201eDem Jupiter Optimus Maximus geweiht, f\u00fcr das Heil des Nero Claudius Caesar, Augustus Imperator, die Bewohner der Canabae auf Grund eines \u00f6ffentlichen Aktes, als Publius Sulpicius Scribonius Proculus Statthalter war. Durchf\u00fchrung und Kosten haben \u00fcbernommen Quintus Julius Priscus und Quintus Julius Auctus.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56382\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Gerd-Rupprecht-auf-dem-Sockel-der-Jupitersaeule-kleiner-300x217.jpg\" alt=\"Ex-Landesarch\u00e4ologe Gerd Rupprecht berichtete von dem Fund und der Bedeutung der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule - auf deren leeren Sockel sitzend. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"275\"  \/>Ex-Landesarch\u00e4ologe Gerd Rupprecht berichtete von dem Fund und der Bedeutung der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule \u2013 auf deren leeren Sockel sitzend. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Die S\u00e4ule wurde also zu Ehren des damaligen Kaiser Nero errichtet, der zu Beginn seiner Amtszeit noch als vision\u00e4rer Architekt und Erbauer von Rom galt \u2013 bevor er dem Wahnsinn verfiel und Rom bekanntlich in Brand steckte. In Laufe seiner Amtszeit mutierte Nero denn auch immer mehr zum gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Tyrann, der vermeintliche Gegner gnadenlos verfolgte \u2013 so trieb der Kaiser eben jenen Publius Sulpicius Scribonius Proculus, den in Mainz stationierten Legaten, durch eine Intrige in den Selbstmord trieb, wie die Quellen berichten. Scribonius aber war von etwa 63 bis 67 Legat des obergermanischen Heeres, er starb also nur ein Jahr vor Neros Selbstmord \u2013 der Kaiser fiel danach der \u00c4chtung anheim.<\/p>\n<p>\u201eDie \u201aDamnatio Memoriae\u2018 war damals etwas ganz Typisches\u201c, erkl\u00e4rte Rupprecht nun: Die betroffene Person traf der Bannstrahl des Fluches und des Vergessens, jede \u00f6ffentliche\u00a0 Erinnerung sollte ausgel\u00f6scht werden \u2013 sogar Inschriften des Namens der Person wurden ausgemei\u00dfelt. Das geschah tats\u00e4chlich auch an der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule, allerdings recht nachl\u00e4ssig, und deshalb bis heute erkennbar. Auch dass die S\u00e4ule in 2000 Einzelst\u00fccke zerschmettert war, spricht Experten zufolge daf\u00fcr, dass sie bewusst zerschlagen wurde. Finanziert wurde das Monument indes durch reiche Mainzer Kaufleute, \u201esie waren zur r\u00f6mischen Gesellschaft geh\u00f6rend, aber ohne B\u00fcrgerrecht\u201c, erkl\u00e4rte Rupprecht: \u201eIn der Regel waren dies Einheimische.\u201c<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.paypal.com\/donate\/?hosted_button_id=U2JXRHJU55VTQ\" target=\"_blank\" aria-label=\"Grafik Kauf mir ein Glas Wein\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Grafik-Kauf-mir-ein-Glas-Wein.jpg\" alt=\"\"   width=\"480\" height=\"252\"\/><\/a>Stifter der S\u00e4ule: Mainzer Kaufleute aus der Cannabae<\/p>\n<p>Damit d\u00fcrften die Herren Quintus Julius Priscus und Quintus Julius Auctus trotz ihrer r\u00f6mischen Namen zu jener keltisch-germanischen Mischbev\u00f6lkerung geh\u00f6rt haben, die im Umfeld des r\u00f6mischen Legionslagers auf dem K\u00e4strich nach dessen Gr\u00fcndung eine h\u00f6chst lebendige Zivilsiedlung errichteten. Bezeichnend ist: Genannt werden diese Bewohner \u201eCanabarii\u201c \u2013 also Bewohner der Lagervorstadt, einer \u201eCannabae\u201c, wie sie <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/roemische-funde-der-antiken-lagervorstadt-in-mainz-dutzende-fundamente-aus-roemerzeit-nur-knapp-unter-der-oberflaeche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gerade auf der Tron-Baustelle in der Mainzer Oberstadt gefunden<\/a> wurde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-56383\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Verein-Rettet-das-Roemische-Mainz-an-der-verschwundenen-Jupitersaeule-kleiner-300x223.jpg\" alt=\"Der Verein &quot;Rettet das R\u00f6mische Mainz&quot; an dem verwaisten Standort der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"282\"  \/>Der Verein \u201eRettet das R\u00f6mische Mainz\u201c an dem verwaisten Standort der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Das H\u00e4ndler- und Handwerkerviertel auf dem Gel\u00e4nde der heutigen Mainzer Neustadt war stark von Handel und den Hafenanlagen entlang des Rheins gepr\u00e4gt, wie Funde gut belegen \u2013 nicht weit vom Fundort der Gro\u00dfen Jupiters\u00e4ule wurde auch <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/venus-von-mainz-entdeckt-archaeologen-finden-am-zollhafen-sensationell-erhaltene-roemische-skulpturen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Statue der Mainzer Salus gefunden<\/a>, an der S\u00f6mmerringstra\u00dfe 2019 gar ein ganzes Vorstadtviertel mit geschm\u00fcckten Stadtvillen, Fu\u00dfbodenheizungen und <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/die-via-appia-von-mainz-archaeologen-finden-in-der-neustadt-reiches-handwerkerviertel-mit-fernstrasse-und-wasserbecken\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einer regelrechten \u201eVia Appia\u201c<\/a> mit Grabstelen entlang der Fernstra\u00dfe in Richtung Norden. Immer mehr zeigt sich deshalb: Das r\u00f6mische Mogontiacum war eine antike Gro\u00dfstadt, gepr\u00e4gt von Handel und Milit\u00e4r, und geschm\u00fcckt mit stattlichen Tempeln und Bauten wie dem antiken B\u00fchnentheater.<\/p>\n<p>Dazu passt auch, dass die Gro\u00dfe Jupiters\u00e4ule mit 28 Reliefs Reliefs geschm\u00fcckt war, die eine bunte Mischung aus keltischen und r\u00f6mischen G\u00f6ttern zeigte \u2013 vom Meeresgott Neptun und dem Gott der K\u00fcnste, Apollo, bis hin zu Mercurius, dem Gott des Handels, und Darstellungen der Mondg\u00f6ttin Luna sowie einer Salus, G\u00f6ttin des pers\u00f6nlichen Wohlbefindens. Das sichtbarste Zeichen des Reichtums war aber die Jupiterfigur, die einst auf der Spitze der S\u00e4ule thronte: eine vergoldete bronzene Jupiterstatue, wohl alleine mehr als drei Meter gro\u00df, die den G\u00f6ttervater der R\u00f6mer mit Blitzkeil und flankiert von einem Adler zeigte.<\/p>\n<p>S\u00e4ule soll ihren Jupiter zur\u00fcckbekommen \u2013 R\u00f6merpark am Schloss?<\/p>\n<p>Wie das wom\u00f6glich aussah, kann man \u00fcbrigens auf der fr\u00e4nkischen Saalburg bewundern: Dort steht eine Kopie der Gro\u00dfen Mainzer Jupiters\u00e4ule \u2013 ebenso \u00fcbrigens wie in Paris und Rom \u2013 auch das spreche ja daf\u00fcr, dass die S\u00e4ule kein unbedeutendes Werk gewesen sei, betonte Rupprecht. Die Mainzer S\u00e4ule wurde gar zum Vorbild f\u00fcr eine ganze Gattung von Jupiters\u00e4ulen \u2013 vor allem im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus waren sie gerade in der Provinz Germania inferior hochgradig beliebt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-24265\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Jupiterstatue-Modell-Jupiter-197x300.jpg\" alt=\"Modell des Jupiter f\u00fcr die gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule, pr\u00e4sentiert 2015 im antiken Isis Tempel. \u2013 Foto: gik\" width=\"320\" height=\"487\"  \/>Modell des Jupiter f\u00fcr die gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule, pr\u00e4sentiert 2015 im antiken Isis Tempel. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Rupprecht betonte, die Mainzer Jupiters\u00e4ule brauche ihren Jupiter auf der Spitze zur\u00fcck \u2013 daf\u00fcr gab es sogar einmal eine Initiative: Im Juni 2015 wurde in der Taberna Academica in der R\u00f6merpassage <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/jupiter-modell-geldgeber-locken-sanierung-jupitersaeule-mainz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Modell einer Jupiterfigur pr\u00e4sentiert<\/a>: Ein knapp einen Meter hohes Modell aus Kunstharz auf einem Eisengestell, modelliert von einem armenisch-st\u00e4mmigen Bildhauer aus Offenbach \u2013 und bezahlt, so hie\u00df es damals, von Moguntiacum-Entdecker Gerd Rupprecht. Was aus dem Modell geworden ist: unklar. Doch in einer zwei Meter hohen Realisierung sollte es eigentlich die Jupiters\u00e4ule nach ihrer Restaurierung schm\u00fccken.<\/p>\n<p>Und warum solle nicht ein Laserstrahl das Gebilde in Szene setzen, sinniert Rupprecht nun, einen der Besucher inspirierte das prompt zu einer weiten Idee: Warum man denn nicht das Gel\u00e4nde an der Gro\u00dfen Bleiche zu einem ganzen R\u00f6merpark mit einer Vielzahl von Denkm\u00e4lern mache, fragte Mainz&amp;-Leser Alexander Veith \u2013 mit Jupiters\u00e4ule und dem Dativius-Victor-Bogen \u2013 ebenfalls eine Kopie des Originals \u2013 sei doch bereits ein Anfang gemacht. Daf\u00fcr allerdings m\u00fcsste die Jupiters\u00e4ule erst einmal zur\u00fcckkehren: \u201eFrau Grosse hat die R\u00fcckkehr versprochen\u201c, betonte Vahl: \u201eNach zehn Jahren ist es Zeit, dass man das Versprechen h\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Info&amp; auf Mainz&amp;:<\/strong> Wir werden nat\u00fcrlich kommende Woche bei der Stadt Mainz nachfragen, warum die Gro\u00dfe Mainzer Jupiters\u00e4ule noch immer nicht zur\u00fcck ist \u2013 und wann sie zur\u00fcckkehrt. Mehr zur Geschichte der S\u00e4ule und ihrer Bedeutung k\u00f6nnt Ihr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Mainzer_Jupiters%C3%A4ule#Datierung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in diesem sehr ausf\u00fchrlichen und fundierten Wikipedia-Artikel<\/a> nachlesen, aus dem wir auch ausgiebig zitiert haben. Mehr zum neuen Verein \u201eRettet das R\u00f6mische Mainz\u201c <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/rettet-das-roemische-mainz-neuer-verein-will-praesentation-des-roemischen-erbes-in-mainz-verbessern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">haben wir hier bei Mainz&amp; berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie ist die \u00e4lteste, gr\u00f6\u00dfte und am reichsten verzierte S\u00e4ule ihrer Art n\u00f6rdlich der Alpen \u2013 und seit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":276664,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,82574,548,663,3934,30,82575,13,2052,82576,82577,14,15,82578,12,4544],"class_list":{"0":"post-276663","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-die-verschwundene-jupitersaeule","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-germany","15":"tag-grosse-mainzer-jupitersaeule","16":"tag-headlines","17":"tag-hessen","18":"tag-mainzer-geschichte","19":"tag-moguntiacum","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-rettet-das-roemische-mainz","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114877945452695200","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276663"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276663\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/276664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}