{"id":277335,"date":"2025-07-19T10:21:10","date_gmt":"2025-07-19T10:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277335\/"},"modified":"2025-07-19T10:21:10","modified_gmt":"2025-07-19T10:21:10","slug":"menschenkette-um-muenchner-synagoge-antizionismus-und-hassparolen-bei-demonstration-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277335\/","title":{"rendered":"Menschenkette um M\u00fcnchner Synagoge \u2013 \u201eAntizionismus\u201c und Hassparolen bei Demonstration &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Etwa 750 Menschen haben am Freitagabend gegen die israelischen Bombardements im <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gazastreifen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gazastreifen<\/a>, f\u00fcr ein freies Pal\u00e4stina und gegen den j\u00fcdischen Staat demonstriert. Die Kundgebung, die die Organisatoren als \u201eRoutine\u201c bezeichneten, hatte durch ihre r\u00e4umliche N\u00e4he zur M\u00fcnchner Hauptsynagoge und dem zur gleichen Zeit dort stattfindenden Schabbat-Gebet besondere Brisanz erhalten. Mit einer Menschenkette um die Synagoge demonstrierten mehrere hundert M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner ihre Solidarit\u00e4t mit der j\u00fcdischen Gemeinde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eSch\u00fctzt unsere Synagoge!\u201c Dazu hatten unter anderem das B\u00fcndnis \u201e<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> ist bunt\u201c, die \u201eOmas gegen Rechts\u201c, das evangelisch-lutherische Dekanat M\u00fcnchen sowie weitere Gruppen und Institutionen aufgerufen. Den Schutz \u00fcbernahmen dann aber doch etwa 150 Beamtinnen und Beamte des Polizeipr\u00e4sidiums M\u00fcnchen, darunter das Staatsschutzkommissariat, das Unterst\u00fctzungskommando (USK) und die Reiterstaffel. Absperrgitter und Kontrollstellen regelten den Zugang zum Sankt-Jakobs-Platz, berittene Polizisten sperrten den Oberanger als Verbindungsstra\u00dfe vom Rindermarkt, wo die propal\u00e4stinensischen Gruppen sich trafen, zur Synagoge.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Sp\u00e4ter begleiteten Polizistinnen und Polizisten auch den Demonstrationszug, der an mehreren Stellen der Synagoge bis auf Sicht- und H\u00f6rweite nahe kam. Zwischenf\u00e4lle seien ausgeblieben, bilanzierte Polizeisprecher Thomas Schelshorn am sp\u00e4ten Abend.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auf dem Jakobsplatz sprachen unter anderem die Shoah-\u00dcberlebende und M\u00fcnchner Ehrenb\u00fcrgerin <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Charlotte_Knobloch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charlotte Knobloch<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/antisemitismus-muenchen-auswirkungen-juden-hamas-li.3244820\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eWir m\u00fcssen wieder in Angst und Schrecken leben\u201c<\/a>), der zweite B\u00fcrgermeister Dominik Krause (Gr\u00fcne), Altoberb\u00fcrgermeister Christian Ude, die fr\u00fchere evangelische Regionalbisch\u00f6fin\u00a0Susanne Breit-Ke\u00dfler und die SPD-Stadtr\u00e4tin Micky Wenngatz als Vorsitzende des B\u00fcndnisses \u201eM\u00fcnchen ist bunt\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Charlotte Knobloch mit Aktionsk\u00fcnstler Walter Kuhn vor der Synagoge Ohel Jakob auf dem St.-Jakobs-Platz\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/e294cb62-6f9f-4d99-8a5b-0203e448ef23.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Charlotte Knobloch mit Aktionsk\u00fcnstler Walter Kuhn vor der Synagoge Ohel Jakob auf dem St.-Jakobs-Platz (Foto: Foto: Robert Haas)<img decoding=\"async\" alt=\"Altoberb\u00fcrgermeister Christian Ude kritisierte, dass die propal\u00e4stinensische Demonstration am Freitagabend genehmigt wurde.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/c9db50e1-b2d7-48eb-97af-199d6db59093.jpg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Altoberb\u00fcrgermeister Christian Ude kritisierte, dass die propal\u00e4stinensische Demonstration am Freitagabend genehmigt wurde. (Foto: Robert Haas)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Kritik am st\u00e4dtischen Kreisverwaltungsreferat war zu h\u00f6ren: Die Route der propal\u00e4stinensischen \u201eMarschdemo\u201c h\u00e4tte so nicht genehmigt werden d\u00fcrfen. Das sei \u201evorauseilender Gehorsam\u201c gewesen, sagte Ude, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Man h\u00e4tte es in Kauf nehmen sollen, dass Gerichte eine Entscheidung dar\u00fcber treffen. Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, Religionsfreiheit jedoch ebenso.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das KVR hatte im Vorfeld gesagt, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-demo-freitag-palaestina-spricht-juden-synagoge-jakobsplatz-li.3285650\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Polizeipr\u00e4sidium habe keine Sicherheitsbedenken gehabt, eine \u00c4nderung der Route sei deswegen nicht weiter Thema gewesen<\/a>. Vertreter der j\u00fcdischen Gemeinde hatten die Bef\u00fcrchtung ge\u00e4u\u00dfert, dass manche Gemeindemitglieder aus Furcht vor \u00dcbergriffen den Weg zur Kabbalat Schabbat scheuen k\u00f6nnten. Der evangelische Stadtdekan Bernhard Liess schrieb auf <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DMQ0fK4ocbu\/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=cGswMG9rdTl2N2hi\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Instagram<\/a>: \u201eWenn j\u00fcdische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger nur noch unter Polizeischutz ihre Synagoge betreten k\u00f6nnen, dann ist dies ein unhaltbarer Zustand.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Solche Bedenken spielten auf dem Rindermarkt keine Rolle. Die Frage, warum man diese Marschroute zu dieser Uhrzeit gew\u00e4hlt habe, hatte \u201ePal\u00e4stina spricht M\u00fcnchen\u201c im Vorfeld nicht beantwortet, ebensowenig die, ob man die Bedenken j\u00fcdischer M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner verstehen k\u00f6nne. Stattdessen hatte \u201ePal\u00e4stina spricht M\u00fcnchen\u201c auf Instagram derartige Fragen als \u201eDiffamierung\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Menschenkette um die Synagoge sei eine Inszenierung, ein \u201eTheaterst\u00fcck\u201c von \u201eZionisten- und Faschistenfreunden\u201c, wie es ein pal\u00e4stinensischer Redner formulierte, der als \u201eGenosse Aboud\u201c vorgestellt worden war. Er w\u00fcrde gerne mit seinen \u201ej\u00fcdischen Mitstreitern\u201c in der Synagoge f\u00fcr \u201eein Ende des Genozids\u201c beten, sagte er\u00a0\u2013 aber das w\u00fcrde ihm sicher verwehrt. \u201eZionisten sind die wahren Antisemiten\u201c, behauptete der Redner. Wer an der Menschenkette teilnehme, wolle sich nur von den Verbrechen der eigenen Elterngeneration \u201efreikaufen\u201c. Im Pro-Pal\u00e4stina-Lager existiere dagegen kein Antisemitismus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">W\u00e4hrend sie auf Plakaten und in Reden Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckwiesen und von einer \u201eInstrumentalisierung\u201c sprachen, wandten sich viele Teilnehmer der Pal\u00e4stina-Kundgebung umso entschiedener gegen den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/israel-zionismus-michael-brenner-7-oktober-li.3173647\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zionismus, also die Hoffnung und den Anspruch vieler Juden, selbstbestimmt in einem eigenen Staat leben zu k\u00f6nnen<\/a>. \u201eZionisten sind Faschisten, Kinderm\u00f6rder und Rassisten\u201c, skandierten die Versammelten auf dem Rindermarkt und w\u00e4hrend ihres Demonstrationszugs immer wieder.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/eva-illouz-gastbeitrag-antizionismus-antisemitismus-li.3278346\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;ist_antizionismus_eine_form_von_antisemitismus&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus,opinion&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;debatte&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3278346&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;kultur&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedekultureva-illouz-gastbeitrag-antizionismus-antisemitismus-li3278346\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4ecc094f-1033-496b-98cf-2373f7ad8716.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>MeinungNahostkonflikt<\/p>\n<p>:Ist Antizionismus eine Form von Antisemitismus?SZ PlusGastbeitrag von Eva Illouz<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eThere is only one state: Palestine 48\u201c lautete eine weitere Parole, die das Existenzrecht Israels bestreitet. Unterst\u00fctzung gab es dagegen f\u00fcr das Terrorregime der schiitischen Mullahs. \u201eH\u00e4nde weg vom Iran\u201c forderte ein Redner der trotzkistischen Splittergruppe \u201eKlasse gegen Klasse\u201c. Sie wird ebenso wie das Netzwerk \u201ePal\u00e4stina spricht M\u00fcnchen\u201c, das zu der Kundgebung aufgerufen hatte, vom bayerischen Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz beobachtet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Gefeiert wurde auf der Kundgebung \u201edie pal\u00e4stinensische Widerstandsbewegung\u201c, w\u00e4hrend das Leid der israelischen Geiseln, die sich noch immer in der Gewalt der Hamas-Terroristen befinden, als \u201eL\u00fcge\u201c bezeichnet wurde. Es handle sich dabei \u201e\u00fcberwiegend um israelische Soldaten\u201c, die \u201ezumeist Kriegsverbrecher\u201c seien, behauptete eine Rednerin. Was mit israelischen Soldaten passieren solle, wurde w\u00e4hrend des pal\u00e4stinensischen Demonstrationzugs deutlich, als Hunderte <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/kommentar-meinungsfreiheit-bob-vylan-death-to-the-idf-glastonbury-li.3278329\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den Slogan eines aktuell umstrittenen britischen Punk-Rap-Duos skandierten: \u201eDeath, death to the IDF.\u201c<\/a> IDF ist die israelische Armee.<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Etwa 750 Menschen haben am Freitagabend gegen die israelischen Bombardements im Gazastreifen, f\u00fcr ein freies Pal\u00e4stina und gegen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":277336,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[2922,20596,772,54730,29,15738,739,738,30,3314,3311,1268,3661,3093,149],"class_list":{"0":"post-277335","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-altstadt","9":"tag-altstadt-lehel","10":"tag-bayern","11":"tag-charlotte-knobloch","12":"tag-deutschland","13":"tag-erinnerungskultur","14":"tag-gaza","15":"tag-gazastreifen","16":"tag-germany","17":"tag-glaube-und-religion","18":"tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","19":"tag-muenchen","20":"tag-politik-muenchen","21":"tag-polizei-und-feuerwehr-in-muenchen","22":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114879403998463471","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=277335"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277335\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/277336"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=277335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=277335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=277335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}