{"id":277722,"date":"2025-07-19T13:53:10","date_gmt":"2025-07-19T13:53:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277722\/"},"modified":"2025-07-19T13:53:10","modified_gmt":"2025-07-19T13:53:10","slug":"meta-stellt-sich-gegen-die-ki-plaene-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277722\/","title":{"rendered":"Meta stellt sich gegen die KI-Pl\u00e4ne der EU"},"content":{"rendered":"<p>Kurz vor Inkrafttreten eines weiteren Teils der EU-KI-Verordnung (\u201eAI Act\u201c) hat Meta, der US-Konzern hinter Facebook und Instagram, entschieden, den freiwilligen Verhaltenskodex der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr KI-Anbieter nicht zu unterzeichnen. Der Konzern kritisiert den Kodex als rechtlich unsicher, \u00fcberregulierend und innovationsfeindlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/posts\/joel-kaplan-63905618_europe-is-heading-down-the-wrong-path-on-activity-7351928745668055042-XuF7\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">In einem LinkedIn Post<\/a> schreibt Joel Kaplan, Chief Global Affairs Officer bei Meta: &#8222;Europa ist bei der KI auf dem Holzweg. Wir haben den Verhaltenskodex der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr allgemeine KI-Modelle (GPAI) sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft, und Meta wird ihn nicht unterzeichnen.&#8220; Laut Kaplan behindert der Kodex europ\u00e4ische KI-Innovationen. Er k\u00f6nne die Entwicklung und fortschrittlicher KI-Modelle bremsen und die M\u00f6glichkeiten von Start-ups einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Dass Meta so offen auf Konfrontationskurs geht, ist ein bemerkenswerter Schritt. Das Unternehmen m\u00f6chte in der EU n\u00e4mlich verst\u00e4rkt auf eigene KI-Dienste wie das Sprachmodelle Llama 3 setzen. Sie sollen k\u00fcnftig sowohl \u00fcber eigene Plattformen als auch in Kooperation mit Cloud- und Hardwareanbietern zum Einsatz kommen. So k\u00fcndigte Meta an, seine eigene KI in Qualcomm-Smartphones und Ray-Ban-Brillen zu integrieren.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/9\/0\/0\/7\/0\/5\/Meta-AI-LinkedIn-a6d60a2baeaad1bf.PNG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"678\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 947 \/ 678; object-fit: cover;\" width=\"947\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Screenshot des Posts von Joel Kaplan bei LinkedIn.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/posts\/joel-kaplan-63905618_europe-is-heading-down-the-wrong-path-on-activity-7351928745668055042-XuF7\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">LinkedIn<\/a>)\n    <\/p>\n<p>Risikobasierter Ansatz<\/p>\n<p>Der von der EU-Kommission Anfang Juli vorgestellte Kodex 4895378 ist nicht bindend. Die Union fordert darin unter anderem eine transparente Dokumentation angebotener KI-Modelle, Ausschluss urheberrechtlich gesch\u00fctzter Materialien beim Training sowie das Ber\u00fccksichtigen von L\u00f6schw\u00fcnschen von Rechteinhabern.<\/p>\n<p>Der AI Act stuft KI-Systeme nach ihrem Risikograd ein. Ein &#8222;minimales Risiko&#8220; haben demnach Anwendungen wie \u00dcbersetzungssoftware oder einfache Chatbots, ein &#8222;begrenztes Risiko&#8220; haben<strong> <\/strong>Systeme wie generative KI; sie unterliegen Transparenzpflichten, etwa zur Kennzeichnung von Inhalten. Anwendungen in Personalwesen, Bildung und Produktsicherheit haben laut AI Act ein &#8222;hohes Risiko&#8220; und unterliegen strengeren Auflagen. Anwendungen mit &#8222;unannehmbarem Risiko&#8220;, darunter soziale Bewertungssysteme oder manipulative Verhaltenssteuerung, sind verboten.<\/p>\n<p>Schrittweise Umsetzung<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische AI Act soll generell den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz in Europa regeln. Er hat das Ziel, den Einsatz von KI sicher, transparent und ethisch zu gestalten, wobei Grundrechte von Personen gesch\u00fctzt aber gleichzeitig Innovationen unterst\u00fctzt werden sollen. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/AI-Act-tritt-in-Kraft-Was-Sie-zur-KI-Verordnung-wissen-muessen-9819063.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Act trat im August 2024 in Kraft<\/a>, allerdings werden einzelne Teile daraus erst nach und nach wirksam.<\/p>\n<p>Ab dem 2. August 2025 gilt die in Artikel 50 des AI Acts verankerte Kennzeichnungspflicht f\u00fcr KI-generierte Inhalte. Dieses wichtige Kapitel des Acts bezieht sich auf die sogenannte &#8222;General Purpose AI&#8220; (GPAI), also Systeme wie Sprach-KIs, Bildgeneratoren und Musikkomponiermaschinen. Fast alle Anbieter haben ihren Firmensitz in den USA, beispielsweise der Anbieter von GPT, OpenAI, sowie Anthropic (Claude), Google (Gemini) und Meta (Llama).<\/p>\n<p>Diese Firmen trifft die Verordnung mit voller Wucht. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Fast-50-europaeische-Firmenchefs-fordern-Pause-bei-der-AI-Act-Umsetzung-10474192.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sie hatten daher einen Aufschub beim AI Act gefordert<\/a>. Doch die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/AI-Act-EU-Kommission-haelt-an-Zeitrahmen-fuer-KI-Verordnung-fest-10478432.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU entschied sich gegen ein sp\u00e4teres Inkrafttreten<\/a> und hielt am beschlossenen Zeitplan fest. W\u00e4hrend OpenAI, Mistral und weitere Anbieter, darunter Microsoft, den Kodex zumindest offiziell als sinnvoll und pragmatisch begr\u00fc\u00dfen, lehnt Meta ihn nun also ab und geht gegen\u00fcber der EU-Kommission auf Konfrontationskurs. Auch wenn der Kodex bisher auf Freiwilligkeit beruht ist unklar, was das k\u00fcnftig f\u00fcr Metas Zugang zum europ\u00e4ischen Markt bedeuten wird.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dwi@ct.de\" title=\"Dorothee Wiegand\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dwi<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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