{"id":277784,"date":"2025-07-19T14:28:26","date_gmt":"2025-07-19T14:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277784\/"},"modified":"2025-07-19T14:28:26","modified_gmt":"2025-07-19T14:28:26","slug":"foerderung-von-museen-lohnt-sich-laut-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277784\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung von Museen lohnt sich laut Studie"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 18.07.2025 19:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Angesichts knapper Kassen wird \u00fcber Kosten und Einsparungspotenziale im Kulturbereich diskutiert. Eine Studie legt jetzt nahe: Das k\u00f6nnte ein Fehler sein.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Nathalie Daiber und Lukas Haas, rbb\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSchon im Foyer des Deutschen Technikmuseums ist die H\u00f6lle los. Vor allem Schulklassen tummeln sich kurz vor den Sommerferien in den Ausstellungshallen. &#8222;Am Ende bekommen wir alle Berliner Sch\u00fcler einmal in ihrem Schulleben&#8220;, sagt Museumsdirektor Joachim Breuninger. Aber die historischen Eisenbahnen, Schiffe und der Rosinenbomber ziehen noch viel mehr Menschen an. 2024 war das Technikmuseum in Berlin mit \u00fcber 700.000 Besuchern und Besucherinnen das meistbesuchte Museum der Stadt.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch auch hier wird wohl in den n\u00e4chsten Jahren gespart werden m\u00fcssen. Joachim Breuninger rechnet mit einer Summe von eineinhalb bis zwei Millionen Euro. Knappe \u00f6ffentliche Kassen, steigende Ausgaben &#8211; in fast allen Kulturbereichen herrscht aktuell gro\u00dfer Spardruck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.smb.museum\/museen-einrichtungen\/institut-fuer-museumsforschung\/forschung\/forschungsprojekte\/der-oekonomische-fussabdruck-von-museen\/\" title=\"Der \u00f6konomische Fu\u00dfabdruck von Museen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Eine Studie des Instituts f\u00fcr Museumsforschung<\/a> s\u00e4t nun aber Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Sparma\u00dfnahmen. Denn zumindest die Museen in Deutschland bringen der Studie zufolge mehr Geld in die Wirtschaft, als sie die \u00f6ffentliche Hand kosten.\u00a0<\/p>\n<p>    Viele Angestellte, hohe Kosten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAls Besucher sieht man oft nur einen kleinen Teil eines Museums. Jenseits der Ausstellungsfl\u00e4chen sind Museen h\u00e4ufig echte Gro\u00dfbetriebe &#8211; allein im Technikmuseum arbeiten rund 300 Menschen. Es gibt dort eine Tischlerei und eine Schlosserei, die sich um die Konstruktion und den Aufbau der Ausstellungen k\u00fcmmern, eine eigene Restaurierungswerkst\u00e4tte, P\u00e4dagogen und Historiker, die forschen und sich den Inhalten widmen, sagt Museumsdirektor Breuninger. &#8222;Es ist ein ganzer Kosmos an Arbeitspl\u00e4tzen letzten Endes.&#8220;<\/p>\n<p>    Ein investierter Euro bringt 1,70 Euro f\u00fcr die Wirtschaft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn Deutschland gibt es insgesamt etwa 7.000 Museen, die rund 180.000 Menschen besch\u00e4ftigen &#8211; viele von ihnen erhalten \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse.\u00a0Das klingt zun\u00e4chst nach hohen Kosten, bringt aber auch Geld in die Wirtschaft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Institut f\u00fcr Museumsforschung der Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz hat die Wertsch\u00f6pfung der Museen in Deutschland f\u00fcr das Jahr 2023 untersucht &#8211; mit \u00fcberraschendem Ergebnis: Deutschlandweit wurden insgesamt 5,6 Milliarden Euro durch die \u00f6ffentliche Hand in Museen investiert.\u202f9,4 Milliarden Euro trugen die Museen laut der Studie zum Bruttoinlandsprodukt bei &#8211; ein deutlicher Mehrwert.\u202fAnders gesagt: Jeder in ein Museum investierte Euro bringt eine Wertsch\u00f6pfung von 1,70 Euro. In Berlin sind es sogar 1,75 Euro.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Studie rechnet bei Wertsch\u00f6pfung nicht nur direkte Einnahmen der Museen ein, sondern auch sogenannte indirekte und induzierte Effekte &#8211; also beispielsweise, wenn Museen Firmen f\u00fcr Dienstleistungen beauftragen oder wenn die Museumsmitarbeiter ihr Einkommen f\u00fcr den Konsum ausgeben.\u202f&#8220;Man muss bei der Untersuchung ganz viele Aspekte der Wertsch\u00f6pfung mitber\u00fccksichtigen&#8220;, sagt Patricia Rahemipour, Leiterin des Instituts f\u00fcr Museumsforschung. Etwa die Kaufkraft oder was der investierte Euro an Besch\u00e4ftigung bringt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine weitere Erkenntnis der Studie: Viele der \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcsse flie\u00dfen laut Studie auch wieder zur\u00fcck in die \u00f6ffentlichen Kassen. 3,7 Milliarden Euro von investierten 5,6 Milliarden Euro seien \u00fcber Steuern wieder zur\u00fcckgeflossen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>    Museen sind ein Standortfaktor f\u00fcr Unternehmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Ergebnis klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Zweifel will man beim Institut f\u00fcr Museumsforschung daran aber nicht aufkommen lassen. Obwohl das Institut f\u00fcr Museumsforschung an die Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz angeschlossen sei, zu dem auch viele Museen geh\u00f6ren, arbeite man unabh\u00e4ngig, versichert Rahemipour. Die Studie sei gemeinsam mit einem unabh\u00e4ngigen Beratungsunternehmen erstellt worden. Angewandt wurde die g\u00e4ngige Methode, mit der die wirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung berechnet wird.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch Unternehmensverb\u00e4nde sehen in Museen einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor. &#8222;Museen geh\u00f6ren zu den weichen Standortfaktoren&#8220;, sagt Carsten Br\u00f6nstrup, Pressesprecher der Unternehmensverb\u00e4nde Berlin-Brandenburg. &#8222;Insofern ist die Museumslandschaft schon ein sehr gro\u00dfer Vorteil.&#8220; Ein gutes kulturelles Angebot ziehe Fachkr\u00e4fte und Kunden an, dadurch steige auch die Attraktivit\u00e4t eines Investitionsstandortes.\u00a0<\/p>\n<p>    Raum f\u00fcr Diskussionen \u00f6ffnen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFakt ist: Es gibt \u00f6ffentliche Investitionen, die deutlich mehr Wertsch\u00f6pfung bringen als Museen. Doch Studienleiterin Rahemipour bekr\u00e4ftigt, dass es darum nicht gehe. Die Studie sei eine Antwort darauf, dass man Museen h\u00e4ufig am Geld messe. &#8222;Die Museen kosten nicht nur Geld, die Museen bringen Geld&#8220;, sagt Rahemipour.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd sie f\u00fcgt hinzu: &#8222;Jetzt k\u00f6nnen wir bitte auch \u00fcber die wichtigen Sachen sprechen.&#8220;\u00a0Denn neben Bildung und Bewahrung von Kulturg\u00fctern leisten Museen noch viel mehr: Sie tragen auch zum \u00f6ffentlichen Diskurs bei. &#8222;Der Sinn eines Museums ist zu vermitteln, zu forschen, auszustellen und zu bewahren, aber in all diesen vier Funktionen finden wir die eigentliche Funktion des Museums, n\u00e4mlich in eine Gesellschaft hineinzuwirken&#8220;, sagt Volker Kirchberg, Professor f\u00fcr Soziologie an der Leuphana-Universit\u00e4t L\u00fcneburg. Das sei angesichts der gesellschaftlichen Spaltung umso wichtiger geworden. Und all das seien Dinge, die man nicht nur am Geld messen k\u00f6nne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.07.2025 19:33 Uhr Angesichts knapper Kassen wird \u00fcber Kosten und Einsparungspotenziale im Kulturbereich diskutiert. 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