{"id":277800,"date":"2025-07-19T14:36:15","date_gmt":"2025-07-19T14:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277800\/"},"modified":"2025-07-19T14:36:15","modified_gmt":"2025-07-19T14:36:15","slug":"cbs-streicht-show-mit-stephen-colbert-trumps-hartnaeckigster-kritiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/277800\/","title":{"rendered":"CBS streicht Show mit Stephen Colbert: Trumps hartn\u00e4ckigster Kritiker"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Mit dem Abgang von Colbert bei CBS verliert das amerikanische Fernsehen eine profilierte Stimme. Doch auch die \u00f6ffentlichrechtlichen Sender stehen in den USA gerade unter Druck.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"\u00abIch werde nicht ersetzt. Das alles verschwindet einfach\u00bb, sagt Stephen Colbert zu seinem Abschied. Bild: New York, 2025.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"2667\" height=\"4000\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/9b70c688-21c8-4efa-b5d6-72be231e4cb3.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    \u00abIch werde nicht ersetzt. Das alles verschwindet einfach\u00bb, sagt Stephen Colbert zu seinem Abschied. Bild: New York, 2025. <\/p>\n<p>Ron Adar \/ Imago<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0gnovlr1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Zu Beginn der \u00abLate Show\u00bb am Donnerstagabend verk\u00fcndete Stephen Colbert, dass CBS die Satire-Sendung einstellen werde. Das Publikum im Studio quittierte die Ank\u00fcndigung des 61-j\u00e4hrigen Moderators mit Buhrufen. Die Nachricht l\u00f6ste eine Welle von Reaktionen aus, nicht nur bei Fans.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0hamjd81\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Late-Night-Shows haben in Amerika nach wie vor Gewicht. Pr\u00e4sident Trump, h\u00e4ufig Zielscheibe von Colberts Witzen, reagierte am Freitag mit einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social: \u00abIch finde es absolut grossartig, dass Colbert gefeuert wurde.\u00bb<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0gveg541\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Absetzung der Show ist nur ein Teil einer Reihe tiefgreifender Ver\u00e4nderungen beim Sender CBS. In der amerikanischen Medienlandschaft w\u00e4chst derweil die Sorge, der Konzern verliere seine journalistische Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 und stelle sie nicht l\u00e4nger \u00fcber politische Opportunit\u00e4t.<\/p>\n<p>Schub dank Trump<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0gra9060\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Stephen Colbert \u00fcbernahm die \u00abLate Show\u00bb im Jahr 2015 von David Letterman, der das Format zweiundzwanzig Jahre lang gepr\u00e4gt hatte. Zuvor war Colbert mit dem Format \u00abColbert Report\u00bb bekannt geworden, in dem er einen fiktiven, ultrakonservativen Nachrichtensprecher mimte \u2013 eine scharfe Parodie auf die Rhetorik rechter Meinungsmacher in der Bush-\u00c4ra.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0gt5vcj1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Unter Colberts Regie wurde die Show auf CBS zur erfolgreichsten Late-Night-Sendung der USA. Besonders nach dem ersten Einzug Trumps ins Weisse Haus gewann die Show an Beliebtheit. Von da an hatte Colbert, der sich ohnehin nie um politische Neutralit\u00e4t bem\u00fchte, verl\u00e4sslich Stoff f\u00fcr seine Er\u00f6ffnungsmonologe. Damit erreichte er durchschnittlich 2,42\u202fMillionen Zuschauer pro Folge. Als einzige Show dieses Formats konnte die \u00abLate Show\u00bb die Publikumszahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht steigern.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0grvfbb0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Verantwortlichen von CBS betonen, die Absetzung der Sendung sei ausschliesslich wirtschaftlich motiviert. Sie habe \u00abnichts mit den Inhalten, den Quoten oder anderen Vorg\u00e4ngen bei Paramount\u00bb zu tun.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0gt71840\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ganz l\u00e4sst sich die Entscheidung von CBS dennoch nicht vom politischen Umfeld trennen, in das sie f\u00e4llt. Die Muttergesellschaft Paramount hofft gegenw\u00e4rtig auf eine milliardenschwere Fusion mit dem Unternehmen Skydance, die von der Zustimmung der Federal Communications Commission der amerikanischen Regierung abh\u00e4ngt. Gleichzeitig hat der Konzern erst diesen Monat eine Klage von Trump wegen eines \u00ab60 Minutes\u00bb-Interviews mit Kamala Harris beigelegt. Aus Trumps Sicht war der Beitrag zu vorteilhaft geschnitten, er warf CBS \u00abNachrichtenverzerrung\u00bb vor und forderte 10 Milliarden Dollar Schadensersatz. Anfang Juli gab CBS bekannt, im Zuge des Vergleichs 16 Millionen Dollar an Trumps Presidential Library zu zahlen.<\/p>\n<p>Gegengewicht zum kommerziellen Programm<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0h479kc0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Viele Rechtsexperten hielten den Vergleich f\u00fcr ein unn\u00f6tiges Zugest\u00e4ndnis. Stephen Colbert kommentierte ihn in seiner Show als \u00abfette Bestechung\u00bb. Die Writers Guild of America forderte in einem Statement am Freitag die New Yorker Staatsanwaltschaft auf, Ermittlungen einzuleiten. Die Vertreter der Autoren-Gewerkschaft \u00e4ussern sich besorgt dar\u00fcber, dass Paramount einen hartn\u00e4ckigen Kritiker des Pr\u00e4sidenten entlasse, \u00abum sich bei der Regierung einzuschmeicheln\u00bb. Weiter heisst es in dem Schreiben, dass die Entscheidung vor dem Hintergrund unerbittlicher Angriffe von Pr\u00e4sident Trump auf die freie Presse erfolge.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0h3asio1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Druck auf die gesamte amerikanische Medienlandschaft sei hoch. Die Writers Guild of America bezieht sich dabei auf einen Entscheid des US-Kongresses, der vergangene Woche gef\u00e4llt wurde. Ab September soll die Corporation for Public Broadcasting keine staatlichen Zusch\u00fcsse mehr erhalten. Es geht dabei um rund 1,1 Milliarden Dollar, die bislang den \u00f6ffentlichrechtlichen Medien zuflossen \u2013 vor allem den Sendern von PBS (Fernsehen) und NPR (Radio).<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0h2o6kp0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Betroffen sind allerdings vor allem kleinere Sender in l\u00e4ndlichen Regionen, die etwa zu einem Drittel aus Bundesmitteln finanziert werden. Bei gr\u00f6sseren Stationen sind es nur wenige Prozent. Den Rest finanzieren die Sender meist durch Spenden aus der H\u00f6rerschaft. Die New York Times berichtet, dass laut Sch\u00e4tzungen der Public Media Company mehr als hundert lokalen Radio- und Fernsehstationen die Schliessung droht.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0h2q0lo0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der \u00f6ffentliche Rundfunk entstand in den USA erst 1967 als Gegengewicht zum kommerziellen Fernsehen und als Antwort auf den Ruf nach mehr Bildungsinhalten, politischer Ausgewogenheit und einem gewissen Ernst im Programm. Seither war der Public Broadcasting Act ein politischer Zankapfel. Vor allem Konservative sehen in Sendern wie PBS und NPR eine linke Bastion. Bisher scheiterten alle Antr\u00e4ge auf K\u00fcrzungen, doch nun setzte sich die republikanische Mehrheit durch.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1j0h2edak1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Noch bis Ende Mai 2026 wird sich Stephen Colbert auf CBS \u00e4ussern k\u00f6nnen. Dann laufen die Vertr\u00e4ge aus. \u00abIch werde nicht ersetzt. Das alles verschwindet einfach\u00bb, sagt der Satiriker. Doch es gibt nat\u00fcrlich ein Leben nach der \u00abLate Show\u00bb. Colbert k\u00f6nnte wie der ehemalige NBC-Moderator Conan O\u2019Brien einen Podcast starten. Oder er k\u00f6nnte von Netflix geschnappt werden oder von einem anderen finanzstarken Streamer. Ob diese Ressourcen die gleiche kulturelle Reichweite erzielen k\u00f6nnen, die Colbert bei CBS hatte, ist eine andere Frage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem Abgang von Colbert bei CBS verliert das amerikanische Fernsehen eine profilierte Stimme. 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