{"id":278279,"date":"2025-07-19T18:54:14","date_gmt":"2025-07-19T18:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/278279\/"},"modified":"2025-07-19T18:54:14","modified_gmt":"2025-07-19T18:54:14","slug":"lavie-punktet-mit-moeglichkeiten-und-dem-faktor-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/278279\/","title":{"rendered":"Lavie punktet mit M\u00f6glichkeiten und dem Faktor Zeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Rehabilitation f\u00fcr psychisch kranke Erwachsene (RPK) f\u00fchrte zuletzt ein Schattendasein, dabei ist sie unvergleichlich aufgestellt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>K\u00f6nigslutter.<\/strong> Ebenso wie die Lavie Reha in G\u00e4nze, so begeht auch die Abteilung RPK dieser Tage ein sch\u00f6nes Jubil\u00e4um. Doch obwohl die Rehabilitation f\u00fcr psychisch erkrankte Erwachsene seit 30 Jahren zu den Kernaufgaben der K\u00f6nigslutteraner Einrichtung geh\u00f6rt, f\u00fchrt sie mittlerweile ein etwas unterbewertetes Dasein. \u201eDie Wahrnehmung in der \u00d6ffentlichkeit hat sich zuletzt stark gewandelt\u201c, sagt Corinna Wollenhaupt, die Lavie-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin. \u201eMan sieht uns heute in erster Linie als Anlaufstelle f\u00fcr junge Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Das bedauert auch Sandra Bayer. Die Psychologin und stellvertretende Leitung in der Abteilung RPK arbeitet mit einem multiprofessionellen Team, das mit 15 Personen stark aufgestellt ist: Fach\u00e4rztinnen f\u00fcr Psychiatrie, Psychologen, Sozialp\u00e4dagogen, Ergotherapeuten, betriebliche Fachanleiter aus verschiedenen Gewerken, Physiotherapeuten und Ern\u00e4hrungsberater werden punktuell unterst\u00fctzt durch eine Kraft des Fachbereichs Berufliche Inklusion. Im station\u00e4ren Bereich sind zudem und Gesundheits- und Krankenpfleger t\u00e4tig. Sie alle k\u00fcmmern sich um Menschen, die durch eine psychische Erkrankung aus der Bahn geworfen wurden \u2013 pers\u00f6nlich oder im Beruf.<\/p>\n<p>Das kann durch ein gro\u00dfes Ereignis passieren oder durch einen schleichenden Prozess. \u201eEs gibt Rehabilitanden, die haben vorher jahrelang still gelitten und sich irgendwie durchgehangelt, bis es nicht mehr ging\u201c, sagt Sandra Bayer. \u201eDas f\u00fchrte schlie\u00dflich zu krankheitsbedingten Ausf\u00e4llen im Berufsleben und in anderen Lebensbereichen.\u201c<\/p>\n<p>In solchen F\u00e4llen, die \u00fcbrigens gerade in gesellschaftlichen Krisenzeiten stark zunehmen, greift in Deutschland zun\u00e4chst die psychosomatische Reha. \u201eDie l\u00e4uft allerdings nur sechs Wochen\u201c, schildert RPK-Mitarbeiter Felix Kerls. Wenn das nicht reicht, kommt Lavie ins Spiel, denn die medizinisch-berufliche Rehabilitation dauert bis zu anderthalb Jahre. \u201eUnsere gro\u00dfen Vorteile sind die Zeit und die M\u00f6glichkeit zur Erprobung in gesch\u00fctzten Arbeitsbereichen\u201c, erkl\u00e4rt der Psychologe. \u201eWir k\u00f6nnen uns viel intensiver mit den Menschen besch\u00e4ftigen.\u201c<\/p>\n<p>Dabei geht es zun\u00e4chst um eine gr\u00fcndliche Pr\u00fcfung des Status Quo. \u201eWir helfen der Person zu kl\u00e4ren, wo sie steht, welche Beeintr\u00e4chtigungen und Belastungen vorliegen und wo es hingehen kann\u201c, z\u00e4hlt Julia Deutsch auf. Sie arbeitet in der RPK als Diplom-P\u00e4dagogin in der Reha-Begleitung und hat schon eine Menge kennengelernt: \u201eDepression, Antriebsschwierigkeiten, mangelndes Selbstwertgef\u00fchl und \u00c4ngste. Das alles ausgel\u00f6st zum Beispiel durch den Druck der Gesellschaft, fehlende Tagesstruktur oder Mobbing.\u201c<\/p>\n<p>Im weiteren Rehaverlauf will die RPK konstruktive Erfahrungen vermitteln. \u201eDie RPK hat prim\u00e4re das Ziel, die Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Ist dieses Ziel nicht erreichbar, schauen wir nach Alternativen\u201c, stellt Sandra Bayer klar. Bei \u00c4lteren sei es h\u00e4ufiger eine R\u00fcckkehr-Ma\u00dfnahme, bei J\u00fcngeren k\u00f6nne das auch eine erstmalige Orientierung sein. \u201eBei Lavie haben wir das Gl\u00fcck, eine F\u00fclle von Angeboten zu haben.\u201c Das beinhalte f\u00fcr die ersten Schritte das Arbeiten im gesch\u00fctzten Bereich, anschlie\u00dfend gehe es in die Belastungserprobung bei externen Betrieben. \u201eWir sind in diesem Zusammenhang sehr dankbar f\u00fcr die Kooperation mit dem dm-Drogeriemarkt sowie dem Baufuchs in K\u00f6nigslutter\u201c, betont sie.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt sieht sie keineswegs nur Probleme bei der Rehabilitation f\u00fcr Erwachsene mit psychischen Erkrankungen. \u201eIch registriere zunehmendes Bewusstsein, zunehmende Offenheit in der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr psychische Erkrankungen.\u201c Auch der wachsende Fachkr\u00e4ftemangel f\u00fchre dazu, dass jeder einzelne Mensch unabh\u00e4ngig von seinen Voraussetzungen noch wichtiger geworden sei. \u201eEs geht heute viel mehr darum, wie k\u00f6nnen Menschen teilhaben und erwerbst\u00e4tig sein, trotz einer psychischen Erkrankung?\u201c<\/p>\n<p>Wie wertvoll die Rehabilitationsma\u00dfnahmen ihrer Abteilung sind, zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Erfolgsquote der RPK. \u201eWir haben viele \u00c4ltere zur\u00fcck ins Berufsleben gebracht, bis hin zur Festanstellung\u201c, unterstreicht Felix Kerls. Und auch j\u00fcngere Rehabilitanden konnten in die Berufsvorbereitende Bildungsma\u00dfnahme (BvB) bei Lavie oder sogar in einen Ausbildungsberuf vermittelt werden.<\/p>\n<p>Dabei sind die vorhandenen 27 Pl\u00e4tze im Grunde ausgebucht. 21 von ihnen belegen tagesambulante Pl\u00e4tze: Sie reisen aus der ganzen Region (bis Goslar) an und nehmen die Angebote ambulant wahr. Weitere 6 Personen wohnen auf dem Gel\u00e4nde im Lavie-Internat. Sie alle durchlaufen ein Programm aus Arbeitsbereich, Ergotherapie, Einzelgespr\u00e4chen, Bewegungsgruppe, sozialer Kompetenzgruppe und bei Bedarf weiteren Gruppen. Im Internat gibt es Freizeitangebote, aber nicht nur: \u201eEs wird auch zusammen gekocht, und alle m\u00fcssen sich an den erforderlichen Diensten beteiligen\u201c, erkl\u00e4rt Julia Deutsch.<\/p>\n<p>Da es in jedem Jahr eine gewisse Fluktuation gibt, l\u00e4dt die RPK regelm\u00e4\u00dfig zu Info-Veranstaltungen ein. Am ersten Montag im Monat in der Lavie-Cafeteria, Fallersleber Stra\u00dfe 12 (15 Uhr). Dort ist keine Anmeldung erforderlich. Am zweiten Donnerstag im Monat in der Lavie-Au\u00dfenstelle Rebenpark Braunschweig\/Tagungsraum N1 (8.30 Uhr). Um Anmeldung wird dort gebeten unter 05353\/9518-0 oder per Mail: <a href=\"https:\/\/cremlingen-online.de\/lavie-punktet-mit-moeglichkeiten-und-dem-faktor-zeit\/mailto:RPK@Lavie-Reha.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">RPK@Lavie-Reha.de<br \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eAls Lavie und die RPK vor 30 Jahren gegr\u00fcndet wurden, schlossen sie eine wichtige L\u00fccke\u201c, betont Sandra Bayer. Das fand vor allem im medizinisch-therapeutischen Bereich statt, aber noch nicht \u00fcber den Beruf. \u201eInzwischen wei\u00df man, wie wertvoll und sinnstiftend regelm\u00e4\u00dfige Arbeit f\u00fcr die psychische Gesundheit ist.\u201c Teilhabe, Tagesablauf und soziale Kontakte \u2013 das Gesamtpaket f\u00fchre zum Erfolg. \u201eEs ist ein sch\u00f6nes Alleinstellungsmerkmal von Lavie, dass hier alles angeboten wird, von der Rehabilitation \u00fcber die gesch\u00fctzte Ausbildung bis zur Arbeitsstelle\u201c, freut sich die Psychologin.<\/p>\n<p>Das erm\u00f6gliche nicht nur den sinnvollen Austausch mit Kollegen auch anderer Bereiche. \u201eWir haben dadurch ganz viele M\u00f6glichkeiten, unsere Rehabilitandinnen und Rehabilitanden individuell auf dem Weg zu mehr Teilhabe zu begleiten.\u201c<\/p>\n<p>Foto:\u00a0Nur ein kleiner Teil der Abteilung RPK, die sich bei Lavie um die Rehabilitation f\u00fcr psychisch erkrankte Erwachsene k\u00fcmmert (von links): Sandra Bayer, Julia Deutsch und Felix Kerls.\u00a0 Foto: Regio-Press<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Rehabilitation f\u00fcr psychisch kranke Erwachsene (RPK) f\u00fchrte zuletzt ein Schattendasein, dabei ist sie unvergleichlich aufgestellt. 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