{"id":279513,"date":"2025-07-20T06:56:09","date_gmt":"2025-07-20T06:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/279513\/"},"modified":"2025-07-20T06:56:09","modified_gmt":"2025-07-20T06:56:09","slug":"berlin-millionen-patienten-schauen-noch-nicht-in-ihre-e-akte-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/279513\/","title":{"rendered":"Berlin | Millionen Patienten schauen noch nicht in ihre E-Akte"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; F\u00fcr wichtige Gesundheitsdaten wie Untersuchungsbefunde und Laborwerte haben die allermeisten gesetzlich Versicherten inzwischen auch eine elektronische Patientenakte (ePA). Millionen benutzen sie bisher aber noch nicht f\u00fcr sich selbst, um hineinzusehen oder sensible Angaben zu sperren.<\/p>\n<p>Bei der Techniker Krankenkasse (TK), den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und der Barmer mit zusammen gut 44 Millionen eingerichteten E-Akten werden derzeit rund 1,2 Millionen aktiv genutzt, wie die Kassen auf Anfrage mitteilten. Verbrauchersch\u00fctzer fordern, dass rasch mehr n\u00fctzliche Funktionen kommen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, sagte der Deutschen Presse-Agentur: \u00abBisher ist die Zahl der Versicherten, die sich in ihre elektronische Patientenakte einloggen, noch \u00fcberschaubar. Das wird sich ab Oktober hoffentlich \u00e4ndern, denn ab dann sind \u00c4rztinnen und \u00c4rzte gesetzlich verpflichtet, die ePA zu nutzen und mit relevanten Dokumenten zu bef\u00fcllen.\u00bb TK-Chef Jens Baas sagte der dpa: \u00abWir sind jetzt in der Phase, in der die ePA in der breiten Bev\u00f6lkerung ankommen muss.\u00bb Nur wenn die Akte gef\u00fcllt sei und sich im Alltag etabliere, k\u00f6nne sie ihr Potenzial f\u00fcr die Versorgung entfalten.\u00a0<\/p>\n<p>Mehr und mehr Praxen sollen E-Akten bef\u00fcllen<\/p>\n<p>Nach einer Reform der Ampel-Koalition haben 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten seit Januar eine E-Patientenakte von ihrer Kasse bekommen. Wer keine m\u00f6chte, muss aktiv widersprechen. Der Einsatz in Praxen und Kliniken wird nach einer Testphase derzeit bundesweit ausgedehnt. Dabei k\u00f6nnen \u00c4rzte und \u00c4rztinnen die ePA bef\u00fcllen und einsehen, auch wenn Versicherte sie nicht selbst aktiv verwenden. Das Zugriffsrecht f\u00fcr die Praxen ist da, wenn man die Versichertenkarte am Anmeldetresen einsteckt &#8211; standardm\u00e4\u00dfig f\u00fcr 90 Tage.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Patienten gilt: Man kann sich in die ePA einloggen, muss es aber nicht. Nur wenn man es tut, kann man aber online festlegen, welche \u00c4rzte welche Daten sehen k\u00f6nnen und was lieber nicht. F\u00fcrs erste Verwenden der App muss man sich jedoch zun\u00e4chst einmalig identifizieren und freischalten lassen. Daf\u00fcr braucht man einen elektronischen Personalausweis mit Geheimnummer (Pin) oder die E-Gesundheitskarte mit Pin, die auf Antrag von der Kasse kommt.\u00a0<\/p>\n<p>Bei der TK als gr\u00f6\u00dfter Kasse sind elf Millionen E-Akten angelegt, aktiv nutzen sie aktuell 750.000 Versicherte. Bei der Barmer sind es 7,8 Millionen ePAs und etwa 250.000 aktive Nutzerinnen und Nutzer. Bei den bundesweit elf AOK mit 25,8 Millionen E-Akten haben bisher 200.000 Versicherte eine digitale Identit\u00e4t als Zugangsweg erstellt. Insgesamt gibt es nach Angaben der mehrheitlich bundeseigenen Digitalagentur Gematik 3,1 Millionen solcher \u00abGesundheits-IDs\u00bb.<\/p>\n<p>Geb\u00fcndelte Daten f\u00fcr bessere Behandlungen\u00a0<\/p>\n<p>Die Kassen setzen auf eine zunehmende Nutzung der ePA, die Patienten ein Leben lang begleiten soll. Das B\u00fcndeln sonst verstreuter oder fehlender Daten soll bessere Behandlungen erm\u00f6glichen und Mehrfachuntersuchungen vermeiden. Laut Gematik wurden zuletzt w\u00f6chentlich 40 Millionen E-Akten in Praxen, Kliniken und Apotheken ge\u00f6ffnet. Gut 70.000 Einrichtungen machen mit, wobei es bis zu 160.000 sein k\u00f6nnten. Der Kassen-Spitzenverband spricht von einem \u00abzufriedenstellenden Start\u00bb. Es zeige sich aber auch, dass f\u00fcr eine echte Digitalisierung des Gesundheitswesens noch einiges zu tun sei.<\/p>\n<p>Umfragedaten zeigten, dass viele Versicherte interessiert seien, Gesundheitsdaten wie Arztbriefe oder Labordaten \u00fcber ihre ePA einzusehen, sagte AOK-Chefin Reimann. Neue n\u00fctzliche Funktionen d\u00fcrften die Nutzung zus\u00e4tzlich f\u00f6rdern. So gibt es schon eine Liste der eingenommenen Medikamente. Dazukommen soll bald aber auch ein Medikationsplan mit Angaben etwa zu Arznei-Dosierungen.<\/p>\n<p>Weitere Funktionen sollen kommen\u00a0<\/p>\n<p>Ein Update mit einigen neuen Funktionen stellte die Gematik gerade vor. So soll schrittweise eine Variante an den Start kommen, mit der man die ePA au\u00dfer per Smartphone auch am PC verwalten kann. Gebraucht wird dann ein Leseger\u00e4t f\u00fcr die elektronische Gesundheitskarte. M\u00f6glich werden soll au\u00dferdem, eine aus den eingel\u00f6sten E-Rezepten gespeiste Medikamentenliste in der ePA nur f\u00fcr bestimmte Praxen zu verbergen &#8211; und nicht immer gleich f\u00fcr alle. Dies soll verhindern k\u00f6nnen, dass R\u00fcckschl\u00fcsse auf sensible Erkrankungen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Verbraucherzentralen ist das eine entscheidende Verbesserung, aber auch nur ein Anfang. Auch bei Befunden und Abrechnungsdaten m\u00fcssten Patienten selbstbestimmt entscheiden k\u00f6nnen, welche Einrichtungen worauf Zugriff erhalten. Es sei nicht zwingend n\u00f6tig, \u00abdass die Zahnarztpraxis von der Psychotherapie erf\u00e4hrt\u00bb, sagte der Gesundheitsexperte des Bundesverbands, Lucas Auer. Auch relevante Informationen wie der Impfpass, Bonushefte oder R\u00f6ntgenaufnahmen m\u00fcssten bald \u00fcber die E-Akte abrufbar sein. \u00abDenn nur, wenn die ePA einen sp\u00fcrbaren Nutzen bietet, wird sie breite Akzeptanz finden.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; F\u00fcr wichtige Gesundheitsdaten wie Untersuchungsbefunde und Laborwerte haben die allermeisten gesetzlich Versicherten inzwischen auch eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":279370,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,141,198,1940,1938,625],"class_list":{"0":"post-279513","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheit","15":"tag-internet","16":"tag-nachrichten-aus-berlin","17":"tag-news-aus-berlin","18":"tag-verbraucher"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114884259712625363","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=279513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279513\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/279370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=279513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=279513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=279513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}